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Hallo zusammen, in der ehemaligen DDR wurden über Jahrzehnte viele interessante Geräte der Unterhaltungs-Elektronik entwickelt und gebaut. Im ehemaligen "Westdeutschland" waren diese Geräte fast unbekannt (unter Ausnahme der Modelle, die zumeist als Billig-Geräte in der BRD angeboten worden). Bruhns soll hier als Beispiel genannt werden.
Wie dem auch sei, die ersten Nachkriegsgeräte, dann nach Gründung der DDR noch teilweise in privater Hand befindliche Firmen, dann die stufenweise Verstaatlichung (VEB, Marke RFT, usw) bieten ein weites Sammel- und Themenfeld.
Viele Geräte hatten DDR-spezifische Besonderheiten (Gnomröhren, UEL51, usw) und zeigen die Notwendigkeit auf, hier in diesem neuen Unterforum einen speziellen Bereich zu schaffen.
Reine Reparaturen bitte aber in den dafür vorgesehen anden Unterforen ansprechen. Hier geht es mehr um die generellen Themen zum Thema "RFT / VEB / DDR".
Vielleicht wird das Unterform gut angenommen. Schauen wir mal....
die liebevolle "Verballhornung" heisst - zu Recht - Richtig Feine Technik, wie ich es an anderer Stelle im www lernen durfte. Und tatsächlich: Es gab wirklich hochwertige Entwicklungen, welche es locker mit West-Produkten aufnehmen konnten. Wirklich schade, dass dies zum Einen verkannt und zum Anderen von der damaligen politischen Situation ausgebremst wurde.
Die Entwicklung der Unterhaltungselektronik in der DDR wurde lange Zeit nach wirtschaftlichen und poltischen Prioritäten betrieben. Da war auch die ständig vorangetriebenen politische Abgrenzung von der BRD und so litt der technische Fortschritt unter den Kriterien des Ostblockwirtschaftssystems (Komikon) . Trotzdem gab es interne Entwicklungs- und Forschungszentren aller Bereiche, deren Produkte nur nach Genehmigung des Wirtschaftsministeriums weitergebaut oder eingeführt werden durften. Darüber hinaus wurden völlig geheim und unpubliziert eigene High-Tech- Entwicklungen gegen Devisen abgegeben und dann anderswo als Neuentwicklungen gepriesen. Die Aufteilung der Fertigung von Produkten auf die jeweiligen RGW-Staaten, führte zu weiteren Hemmnissen und Rückschlägen in der Qualität und dem Mengenbedarf von Gütern aller Art. Erst mit den 70er Jahren begann ein gewisses Umdenken mit der "Wunderwaffe" Mikroelektronik. Von dieser Maßnahme versprach man sich neben besseren und modereneren Produkten aller Konsumgüter einen weiteren Schub der wirtschaftlichen Entwicklung über die Steigerung der Arbeitsproduktivität. Davon profitierte auch der Sektor der gesamten Unterhaltungselektronik. Es gab eine Vielzahl an elektronischen Bausätzen, Bastlerbeutel oder Halbfertigradios, die preiswert und somit für auch für Kinder oder Schüler käuflich und zugänglich waren. Das förderte das Niveau und Tempo dieser Entwicklung. Bewusst gebremst und behindert wurde jede Form von moderner Fernkommunikation aus Gründen der betriebenen dauerhaften Überwachung der Bürger durch den "Staatsapparat". Betrieblich notwendige Handfunkgeräte wurden streng limitiert und deren dienstlicher Gebrauch streng und dauerhaft überwacht. So war die DDR auch technisch gesehen kein Entwicklungsland. Trotz notwendiger Einchränkungen oder wirtschaftlicher Zwänge war die DDR-Unterhaltungselektronik qualitativ und sicherheitstechnisch stets gut ausgeführt. Da haben wir heute und jetzt eine Schwemme von Produkten, die nicht generell diesem Niveau entsprechen. Heute kann man zwischen Qualität und Massenware wählen, was sich dann im Preis ausdrückt. So kann sich dann jeder vieler Quellen nach Art, Sorte und Preis bedienen.
Heute kann man zwischen Qualität und Massenware wählen, was sich dann im Preis ausdrückt. So kann sich dann jeder vieler Quellen nach Art, Sorte und Preis bedienen.
Diese Aussage für den Bereich braune Ware muß man relativieren. Viele Firmen unter eingeführten Namen lassen aus Kostengründen bei Herstellern von Massenware fertigen und vertreiben die Produkte dann unter ihrem Namen. Das ist bei dem Preiskampf auf den Schüttgutmärkten auch kaum anders machbar.
ich begrüße die Einrichtung dieses Unterforums sehr und freue mich hier nun mit meinem Sammelgebiet DDR / RFT Musikschränke und Musiktruhen einen echten virtuellen Anlaufpunkt zu haben.
Gerade in den Anfangsjahren der DDR gab es dort noch zahlreiche private Hersteller, wie z.B. Pellegrinetti und Oelsner. Diese standen in dieser Zeit den großen westdeutschen Herstellern in keinster Weise nach. Wie Rainer jedoch schrieb, mussten sie sich letztlich leider oft dem politischen Druck beugen und ihre Unternehmen verstaatlichen bzw. aus der DDR unter Zurücklassung ihrer Firma in den "Westen" flüchten.
Bei Interesse können wir sicherlich hier einige interessante Geräte vorstellen und so ins Licht der Allgemeinheit stellen.
Viele Grüße
Halex
!!!Ich suche Musikschränke/Musiktruhen aus der DDR insbesondere von RFT Stassfurt!!!
Ich schließe mich Deiner Meinung voll an und freue mich auf Berichte zu Deinen Sammlerobjekten. Anfang der fünfziger Jahre bestand ein großer Bedarf an Rundfunkgeräten. Erst Anfang der sechziger Jahre trat in der DDR eine gewisse Sättigung des Marktes ein. Das hatte zur Folge, daß etliche Hersteller sich anderen Erzeugnissen zuwandten. Ich möchte hier an Stern Radio Rochlitz, das Funkwerk Dresden und an Goldpfeil Hartmannsdorf erinnern. Stassfurt beendete ebenfalls die Fertigung von Rundfunkgeräten und wurde zum Alleinhersteller von Fernsehgeräten. Der Traditionsbetrieb Rafena stellte die Fertigung ein.
neben den offiziellen Geräten gab es gerade in der Anfangszeit viele versierte Handwerksmeister, die Musikschränke in Kleinserie oder als Unikate hergestellt haben. Ich habe z.B. einen Schrank aus dem Musikhaus Brömel in Leipzig. Das gibt es dort heute noch. Leider hat der Nachfahre dort kein Interesse an der Historie seines Unternehmens.
Anosnten ist mein Sammelgebiet Musikschränke leider sehr platzfressend. Musste daher bereits das ein oder andere Stück ablehnen. Suche da immer noch eine sinvolle Unterstell- oder sogar Ausstellmöglichkeit im Raum Berlin/Brandenburg.
Falls da jemand eine Idee hat, bitte melden.
Viele Grüße
Halex
!!!Ich suche Musikschränke/Musiktruhen aus der DDR insbesondere von RFT Stassfurt!!!
Es ist schon Wahnsinn, was in der DDR im Lauf der Jahre alles produziert worden ist. Vieles habe ich erst in den letzten 10 Jahren kennengelernt. Viele Musikmöbel sind ja in den Export gegangen und wurden in sehr kleinen Stückzahlen gefertigt. Einiges war ja in der Zeitschrift Radio und Fernsehen erwähnt worden. Vieles wird aber weiterhin im Dunkel bleiben.
Hast du etwa das lang ersehnte Lebenselexier zum Altwerden über 100 Jahre entdeckt und verheimlichst es?
Ist es eine Pille, ein Saft oder einfach nur eine altwerdende Lebensweise ohne die Genüsse des täglichen Lebens?
Is es möglich, dass man vor 100 Jahren mit dem von Robert von Lieben im März 1910 gemeinsam mit Eugen Reiß und Siegmund Strauß erfundenen "Relais für undulierende Ströme" schon Radio hören konnte?
Natürlich bedarf es aufgrund des Schreibfehlers keiner weiteren Aufklärung