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SABA Freiburg W3 Endstufe
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25.01.09 09:51
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

25.01.09 09:51
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo liebe Forumer,
da unser lieber Jürgen rf ja so über die klanglichen Qualitäten des Saba Freiburg W3 geschwärmt hat, musste ich mir doch auch unbedingt einen anschaffen. Ich muss sagen, der klingt wirklich beeindruckend.
Was mich nun aber nach einem Blick in das Schaltbild etwas wundert, ist wie dieser gute Klang überhaupt zustande kommen kann. Die Gegentaktendstufe bestehend aus 2 mal EL84 hat einen gemeinsamen Katodenwiderstand von 125 Ohm, aber keinen Katodenkondensator. Ich dachte erst, da wurde im Schaltbild etwas vergessen. Ich habe dann im Gerät nachgeschaut und festgestellt, das tatsächlich kein Katodenelko vorhanden ist.

Ich dachte immer, der Kondenelko sei nötig um die Katoden wechselspannungsmässig auf Masse zu legen. Wie ich aus der Praxis weiss, fehlen bei Geräten mit tauben (quasi fehlendem) Katodenelko hauptsächlich die Bässe. Der W3 hat aber Bässe ohne Ende, ein wenig mehr sogar noch als der Nachfolger 3DS mit 100µF Katodenelko. Etwas ungewöhnlich ist für mich auch, das die Steuergitter offensichtlich eine negative Gittervorspannung aus dem Netzteil bekommen. Vielleicht kann mich da mal wer aufklären. Ich muss gestehen, ich bin nicht ganz so gut im Schaltbildlesen.

Viele Grüße, Christian

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25.01.09 14:19
Wolle 

Moderator

25.01.09 14:19
Wolle 

Moderator

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Christian.

Der völlig fehlende Kathodenelko hat auf den Frequenzgang des Verstärkers keinen Einfluß. Auch in Geräten mit einem Kathodenelko wird der Frequenzgang nicht beeinflußt, wenn der Elko keine!!! Kapazität hat. Hier wird nur der Eingangsspannungsbedarf der Verstärkerstufe steigen, weil am Kathodenwiderstand auch eine wechselstromseitig wirkende Gegenkopplung auftritt. Nur starker Kapazitätsverlust des Kathodenelkos führt zu einer Bevorzugung der Höhen.
Übrigens könnte das Schaltbild des Saba fehlerhaft sein. Schau Dir mal die Polarität des Elkos 10 µF an der negativen Seite der Graetzschaltung an. Hier gehört korrekt Plus an Masse. Würde mich mal interessieren, ob das für Deine Schaltung auch zutrifft. Interessant ist die Kombination von automatischer und halbautomatischer Gittervorspannung auf jeden Fall. Solche Schaltungslösung habe ich bisher nicht gesehen.

Mit vielen Grüßen.
Wolle

25.01.09 16:41
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

25.01.09 16:41
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Wolle,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Du schreibst, starker Kapazitätsverlust des Katodenelkos führt zu einer bevorzugung der Höhen. Ein nicht vorhandener Katodenelko wäre ja in etwa wie ein stark verlustiger Katodenelko. Wenn ich das nun richtig verstanden habe, wird der fehlende Katodenelko durch eine höher bemessene Eingangspannung ausgeglichen. Mal angenommen, man würde nun einen Elko parallel zum Katodenwiderstend einbauen. Dann müssten doch theoretisch die Bässe noch mehr angehoben werden? (mach ich natürlich nicht, will ja nichts kaputt machen)

Ja in dem Schaltbild das dem Gerät beigefügt war, ist der 10µF Elko auch verkehrt herum eingezeichnet. Nun haben wir ja doch noch einen Fehler im Schaltbild gefunden. Ich wusste doch, da muss irgendwo etwas faul sein. In der Tat eine etwas ungewöhnliche Schaltung.

Grüße,
Christian

25.01.09 17:07
Wolle 

Moderator

25.01.09 17:07
Wolle 

Moderator

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Christian.

Ein fehlender Kathodenelko hat keine Auswirkung auf den Frequenzgang. Deshalb führt auch die Parallelsschaltung eines Elkos zu keiner Steigerung der Basswiedergabe. Nur die Empfindlichkeit wird zunehmen, das heißt, die Eingangsspannung muß zurückgeregelt werden.
Ein Kondensator verringert mit steigender Frequenz seinen Widerstand. Schaltet man einen Kondensator mit einer kleinen Kapazität parallel zum Kathodenwiderstand, so wird mit höherer Frequenz die Verstärkung der Stufe steigen. Das kommt einer Reduzierung der Tiefen gleich und wird als schlechte Basswiedergabe empfunden.
Die Parallelschaltung eines Elkos zum Kathodenwiderstand im Saba dürfte keine Folgefehler verursachen. Die Lautstärke wird etwas steigen, der Frequenzgang ändert sich aber nicht.
Der genannt Fehler in der Schaltungsdarstellung ist bei zwei unterschiedlichen Stromlaufplänen zum Gerät vorhanden.

Mit vielen Grüßen.
Wolle

25.01.09 17:08
wumpus 

Administrator

25.01.09 17:08
wumpus 

Administrator

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo zusammen,
die Schaltung des Freiburg W III ist etwas ungewöhnlich:
Die Gegentaktendstufe mit 2 * EL84 wird von einer NF-Vorstufe mit EF40 betrieben. Das bringt u.U. eine höhere Stufenverstärkung als mit einer Triode. Die eine EL84 wird dann mit einem phasengedrehten Signal der eabC80-Triode gesteuert, die andere EL84 erhält das NF-Signal direkt aus dem Klangregelnetzwerk. Durch die recht hohe Stufenverstärkung der EF40 kann auf den Katodenelko bei den EL84-Röhren verzichtet werden. Da die Schaltung leicht unsmmetrisch arbeitet (durch die zwischengeschaltete Triode der eabC80) sind auch unterschiedliche Koppelkondensatoren an den Steuergittern der EL84s.

Die - 2 Volt aus dem Netzteil versorgen die beiden Steuer-Gitter der EL84s und der eabC80 mit der Vorspannung, wobei sie bei den Endröhren zusätzliche 2 Volt zur vom Kathodenwiderstand erzeugten Spannung aufbauen. So kann dieser Katodenwiderstand recht niederohmig bleiben und somit verringert sich die Gegenkopplung (ohne den nicht vorhanden Kathodenelko). Ergebnis: Man kommt ohne Kathodenelko aus.

Mit freundlichen Grüssen Rainer

Möge die Welle mit uns sein.



Zuletzt bearbeitet am 25.01.09 17:18

25.01.09 17:15
Wolle 

Moderator

25.01.09 17:15
Wolle 

Moderator

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Rainer.

Da ist er.

Mit vielen Grüßen.
Wolfgang

Wumpus: Hallo Wolfgang, ich hatte ihn auch schon gefunden, deshalb den Teil auch schon wieder rausgenommen.

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Bild1.jpg Bild1.jpg (440x)

Mime-Type: image/pjpeg, 13 kB

25.01.09 18:06
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

25.01.09 18:06
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo zusammen,
ja nun wird mir der Sinn der negativen Gittervorspannung deutlicher. Weil der Katodenwiderstand relativ klein ist, fällt nicht genug Spannung an ihm ab. Der Rest zum optimalem Arbeitspunkt wird mit der Vorspannung ausgeglichen.

Ich habs getan! Kennt ihr das auch? Man will etwas nicht tun, muss es aus lauter Neugier aber trotzdem tun. Ich habe mittels Krokoklemmen einen 100 µF Elko als Katodenelko angeklemmt. So konnte ich direkt mit an und abklemmen vergleichen. Der Versuch fiel doch etwas ernüchternd aus. Mit meinen Ohren höre ich keinen Unterschied, egal ob Kondensator dran oder nicht. Nicht mal eine Anhebung der Lautstärke. Mag aber sicherlich sein, dass man messtechnisch etwas nachweisen könnte. Wozu aber ein ohnehin super klingendes Gerät ändern? War halt nur mal reine technische Neugier Zumindest habe ich die Schaltung nun durch eure Erklärungen besser verstehen gelernt. Habt vielen Dank für eure Bemühungen!

Grüße,
Christian

25.01.09 18:24
Klaus 

WGF-Premiumnutzer

25.01.09 18:24
Klaus 

WGF-Premiumnutzer

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Christian,

das Ergebnis war zu erwarten.

Wie bereits beschrieben, soll der Kathodenelko die Stromgegenkopplung vermeiden, indem er den Kathodenwiderstand wechselstrommäßig überbrückt.
Wenn er das aber bereits aufgrund seiner ausreichenden Größe leistet, nützt auch eine abermalige Vergrößerung nichts, sein Blindwiderstand ist im fraglichen Frequenzbereich bereits niedrig genug.

Allerdings habe ich im Netz gelesen, dass eine weitere Vergrößerung sich positiv auf das Klirrverhalten der Schaltung bei sehr tiefen Frequenzen auswirkt; das wird man aber vermutlich nur messtechnisch nachweisen können, nicht hör mäßig.

Viele Grüße
Klaus

25.01.09 21:50
roehrenfreak

nicht registriert

25.01.09 21:50
roehrenfreak

nicht registriert

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Christian, hallo Mitstreiter,

tja - der W III ist schon eine echte "Soundmaschine". In meiner Werkstatt läuft es beinahe täglich. Und wenn man es mal etwas weiter aufdreht ist auch da noch kein Zerren zu hören, wo andere Eintakt-Endstufen bereits "an die Wand gefahren" sind. Hat eben richtig "Bumms". Viel Freude mit diesem Spitzenradio!

Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

26.01.09 09:21
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

26.01.09 09:21
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

Re: SABA Freiburg W3 Endstufe

Hallo Jürgen,
danke für die guten Wünsche! Kann ich gut verstehen, dass Du so ein schönes Gerät fast täglich in Gebrauch hast. Die Menschen damals, die solche kraftvollen Klangwunder zum ersten mal gehört haben, müssen schon recht beeindruckt gewesen sein. Schade, in solchen Momenten, hätte ich die damalige Zeit gerne miterlebt.
Heute ist man ja oft in einigen Dingen viel zu sehr verwöhnt. Vieles ist leider so selbstverständlich und banal geworden.

Trotzdem, ich kann mich auch heute noch an dieser schönen alten Technik mehr erfreuen, als an dem modernen irgendwie langweilig klingendem Kram.

Grüße,
Christian

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