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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Heizspannungsregler bei frühen Radios?
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22.04.17 09:11
wumpus 

Administrator

22.04.17 09:11
wumpus 

Administrator

Heizspannungsregler bei frühen Radios?

Hallo zusammen,


oft sind es die einfachen Fragen, bei denen man ins Stolpern kommen könnte...

deshalb heute mal diese Frage:

Warum hatten frühe Radios teilweise Heizspannungs-Einsteller?

Wem nichts dazu einfällt kann auch einen Blick in das Wumpus-Kompendium werfen:
http://www.welt-der-alten-radios.de/komp...nhalt--243.html

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Zuletzt bearbeitet am 22.04.17 09:19

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22.04.17 09:34
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

22.04.17 09:34
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Heizspannungsregler bei frühen Radios?

Hallo zusammen,

die Heizungsspannungsregler, die ich lieber Heizstromregler (Rheostat) nennen würde, stammen aus der Zeit, in der die Heizung aus Bleisammlern (seltener Trockenbatterien) gespeist wurden. Man nannte sie A-Batterie (B war die Anodenbatterie, C für negative Gittervorspannungen). Es war die Zeit der direkt geheizten Trioden aus Wolframdraht. Diese haben eine entsprechende Emission nur bei nahezu Weissglut des Drahtes bei 2300 Grad Celsius. Mit dem Potentiometer passte man den Heizstrom der entsprechenden Entladespannung des Akkus an. Der optimale Punkt war erreicht, wenn sich die Audioamplitude gerade wieder verringerte. Anders als indirekt geheizte Röhren weisen direkt geheizte eine Potentialverteilung auf dem emittierenden Heizfaden auf. Man plazierte das Potentiometer in den negativen Zweig der Heizungsbatterie und erhielt damit auch eine kleine negative Gittervorspannung, sodass bei kleinen Anodenspannungen oft auf eine C-Batterie verzichtet werden konnte.

Überhaupt war die Höhe des Heizstromes bei den ersten Röhren zur Erreichung der minimal nötigen Heizfadentemperatur das einzige Mass der Dinge. Es wurde oft ein kleiner Spannungsbereich für die Röhre aber ein exakter Heizstrom definiert.

Weiterhin sorgte der Widerstand für eine Einschaltstrombegrenzung. Bevor die Rheostat-Potentiometer in Mode kamen, verwendete man Eisen-Wasserstoff-Festwiderstände mit Heissleiterfunktion. Die Höhe des notwendigen Widerstandes kodierte Telefunken über den Strom in die Seriennummer. Beispiel EVN171: Es gab vier verschiedene Ströme: 0,53 - 0,54 - 0,55 und 0,56A. Hatte die Seriennummer beispielsweise 125561/5 musste der Strom 0,55mA betragen und der entsprechende Widerstand ausgewählt werden.



Gruss
Walter

Die abgebildete Fassung des Widerstandes hat eine Länge von 7cm

Datei-Anhänge
Heizwiderstand für EVN171.png Heizwiderstand für EVN171.png (25x)

Mime-Type: image/png, 389 kB

22.04.17 19:19
wumpus 

Administrator

22.04.17 19:19
wumpus 

Administrator

Re: Heizspannungsregler bei frühen Radios?

Hallo zusammen,

ich habe hier mal die Bedienungsanleitung des Kramolin Pentatron R.D.V. 32D, die sehr schön auch den Umgang mit den Heizreglern beschreibt:

Kramolin beschreibt sein Modell "Original-Pentatron-Apparat R.D.V 32D" wie folgt:

Der Pentatron-Apparat R.D.V. ist bestimmt für den guten Lautsprecher-Ortsempfang und Kopfhörer- , oftmals auch Lautsprecher-Fernempfang. Nachdem die Pentatron-Röhre aufgesteckt ist, werden die genau bezeichneten Kabelenden an die Batterien angeschlossen.

Beim Niederdrücken des mit "kurz" bezeichneten Druckknopfes empfängt der Apparat Wellen bis etwas 600 Meter, und beim Niederdrücken des mit "lang" bezeichneten Knopfes wird ein wellenbereich von etwa 600 Meter bis 2000 Meter gedeckt.
Die dem Schalter nächstliegende Telefonbuchse ist für den Anschluß des Pluspols des Lautsprechers bestimmt.

Es sind 4 Antennenanschlüsse zur Regelung der Selektivität und zur Anpassung des Geräts an die Antenne vorgesehen. Die Antennenbuchse 1 bedeutet jeweils die loseste Antennenkopplung und ist auszuprobieren, welcher Anschluß der günstigste ist. Der Apparat wird nun wie folgt bedient: Durch Drehen des Knopfes wird die Röhre bis zur Rotglut geheizt.

Der Rückkopplungsknopf wird bis zum Einsetzen von Schwingungen langsam eingedreht. Sodann werden mit dem Knopf "Abstimmung" durch langsames Drehen Sender gesucht, die sich durch mehr oder weniger starke Pfeiftöne bemerkbar machen und bei gleichzeitiger Regulierung der beiden Knöpfe "Abstimmung" und "Rückkopplung" bis auf größte Lautstärke abgestimmt. Wenn durch stärkere Beheizung die Lautstärke nicht steigt, dann ist mit der Heizung soweit zurückzugehen, bis ein Abfall der Lautstärke sich bemerkbar macht.

Das Gerät ist mit dem neuen Kramolin Heizregler mit Druckknopfschalter ausgerüstet. Bei Außerbetriebsetzung wird der kleine Knopf der Heizung herausgezogen und bei Wiederinbetriebsetzung genügt das Hineindrücken ohne jede weitere Nachregulierung der Heizung.


Da haben wir es heute einfacher mit unseren Radios...

Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

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Zuletzt bearbeitet am 22.04.17 19:22

22.04.17 20:26
apollo 

Administrator

22.04.17 20:26
apollo 

Administrator

Re: Heizspannungsregler bei frühen Radios?

Hallo Rainer,
das klingt schon sehr kompliziert.
Wenn man bedenkt, dass der Umgang mit elektrischen Geräten in den Kinderschuhen steckte,
dann würde ich so ein Radio mit einem Commodore 64 von 1982 gleichsetzen.

Zitat: "Nachdem die Pentatron-Röhre aufgesteckt ist..."
klingt wie "nachdem die Speicherkarte eingesteckt ist..."

Netten Gruß,
Alfred

Zuletzt bearbeitet am 23.04.17 08:47

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