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Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.
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27.07.10 20:11
Volker 

WGF-Premiumnutzer

27.07.10 20:11
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Anregungen und Bauvorschläge. Ich als Themenstarter bin jetzt soweit das Projekt Röhrenprüfer in Angriff zu nehmen. Bei mir dauert alles ein bisschen länger, wodurch einige Jahre schnell ins Land gehen können. Hier meine Gedanken, die mir in der sommerlichen Hitze seit einigen Tagen durch den Kopf gehen und die ich zur kritischen Diskussion stellen möchte. Da ich nicht jeden Tag Röhren messe, soll das System modular aufgebaut werden.

Das Röhrenprüfgerät soll in zwei Gehäusen untergebracht werden. Gehäuse1 besitzt nur Spannungs- und Stromquellen, womit ich noch ein schönes Netzgerät für Röhrenexperimente erhalte. Gehäuse2 besitzt nur diverse Röhrensockel und Anschlussbuchsen für Bananenstecker.

Gehäuse2 ist eigentlich ein Netzgerät mit folgenden Quellen: Geregelte Spannungsquellen für die Anode, das Schirmgitter und das Steuergitter. Weiterhin enthält es Spannungsquellen für die Heizspannung und Stromquellen von 100 und 300 mA für die Heizung von U- und P-Röhren.

Die geregelte Steuergitterspannungsquelle hat noch einen Schalter, um die Spannung genau um 0,1 Volt ansteigen lassen zu können. Stelle ich z.B. den Anodonstrom auf genau 10 mA ein und betätige ich dann diesen Schalter, wodurch in Folge der Anodenstrom auf beispielsweis 10,6 mA ansteigt, weiß ich, dass die Röhre eine statische Steilheit von 6mA/Volt besitzt. Weiterhin besitzt die Steuergitterspannungsquelle einen Vorwiderstand von etwa 500 kOhm. Wenn dieser direkt mit dem Steuergitter verbundene Widerstand durch einen weiteren Schalter überbrückt wird und daraufhin sich der Anodenstrom verändert, fließt Gitterstrom als Zeichen für ein schlechtes Vakuum.

Die Anodenspannungsquelle besitzt ein besonders großes Zeigerinstrument für den Anodenstrom. Für die Gitterspannungsquelle möchte ich auf jeden Fall ein LCD-Einbauinstrument verwenden. Gerne würde ich noch mehr solcher LCD-Einbaumessinstrumente verwenden, doch laut Datenblatt verlangt jedes LCD-Instrument galvanisch getrennte Stromversorgungen. Falls jemand das Problem gelöst hat, wäre ich dankbar. Andernfalls werden die Spannungen und Ströme bei Bedarf mit digitalen Multimetern gemessen, von denen man sich bei einem Stückpreis ab 5 Euro durchaus mehrere leisten kann. Damit diese Multimeter bequem angeschlossen werden können, werden alle Buchsen in doppelter Ausführung auf die Frontplatte angebracht.

Die Strom- und Spannungsquellen können mit leicht erhältlichen Bauteilen aufgebaut werden. Wer nach "Röhrenprüfgerät LM317" sucht, findet schnell interessante Schaltungsvorschläge. Ein interessantes Röhrenprüfgerät wurde von DL1FAI vorgestellt, das man nach kurzer Suche schnell findet. Dank Spannungsregler-ICs und hochspannungsfesten Leistungs-MOS-FETs wie dem IRF840 ist es kein Problem geregelte Netzteile bis über 300 Volt aufzubauen.

Die Kurzschlussprüfung der Elektroden untereinander möchte ich mit einem Ohm-Meter oder Summer direkt am Gehäuse2 vornehmen. Dazu plane ich eine Kontaktleiste aus Platinenmaterial anzubringen. Fährt man ein paar mal mit der Prüfspitze über die Kontaktleiste, hat man in kürzester Zeit alle möglichen Kombinationen auf Kurzschluss geprüft. Die Kontaktleiste bekommt eine aufklappbare Kunststoffabdeckung als Berührungsschutz (meine beiden Katzen stecken in alles ihre Nasen).

Von Vorteil ist die Flexibiltät des Systems, denn nachträgliche Änderungen sind relativ leicht möglich. Als nachteilig sehe ich die etwas umständliche Bedienung, den zu befürchteten Kabelsalat und die Gefahr der Schwingneigung bei ungünstiger Verkabelung, die aber durch Abblockkondensatoren nach Masse direkt an den Sockeln verhindert werden könnten. Bananenbuchsen und Stecker gibt es in den Farben schwarz, rot, grün, blau und gelb, womit ein eindeutige Kennzeichnung der vershiedenen Quellen gegeben ist.

Noch eine Idee zum Abschluss: Das Netzgerät im Gehäuse1 erhält die Netzzuleitung auf der Frontplatte. Auf der Rückseite sind keine Anschlüsse. Dadurch kann ich mir nachträglich einen Holzkoffer mit verschiedenen Fächern bauen, in denen Gehäuse1, Gehäuse2 und das Zubehör genau hineinpassen. So können die verschiedenen Module nachträglich konstruktiv vereint werden, falls ich später dann doch den Wunsch nach einem Röhrenprüfkoffer hätte.


Viele Grüße Volker

!
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08.11.14 13:17
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

08.11.14 13:17
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo zusammen,

im Moment "wandle" ich ein wenig auf Max Grundigs Spuren. Nachdem ich seinen "Heinzelmann" erfolgreich nachgebaut habe, kam der Wunsch nach einem Pöhrenprüfgerät auf. Der Anstoss: Eine "NOS/NIB" AF7 war so schlapp, dass sich noch nicht einmal eine Rückkopplung einstellte und eine total ramponierte AF7 spielte einwandfrei.

Nun möchte ich keine Wissenschaft aus der Sache machen und habe einen Tubatest II an Land gezogen. Mir ist klar, dass ich eine Menge Kontakte und Lötstellen nachzuarbeiten habe. Ausserdem werde ich ein passendes Messwerk finden (FS 1mA, Ri 164 Ohm) müssen, weil die Zinklegierungen damals nichts taugten und die Magnetisierung zu stark abgefallen ist. Hat jemand zufällig eine Tubatest Röhrenliste für die Poti-Prozentwerte eingescannt? Nicht die Werte für das L3, die habe ich hier!

Wie schätzt ihr die Genauigkeit des einfachen Kathodenmessverfahrens ein? Mir geht es eigentlich nur um die Kernaussage: Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins ...ihr wisst schon...

Stimmt es, dass die damaligen RPG mit 60% der nominellen Heizspannung gearbeitet haben?

Gruss
Walter

@opa.wolle: Respekt zu dem RPG, gefällt mir ausgesprochen gut!



Datei-Anhänge
HM vorne.jpg HM vorne.jpg (126x)

Mime-Type: image/jpeg, 207 kB

HM hinten.jpg HM hinten.jpg (75x)

Mime-Type: image/jpeg, 212 kB

08.11.14 14:57
Volker 

WGF-Premiumnutzer

08.11.14 14:57
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo Walter,

inzwischen ist mein selbst gebauter Röhrenprüfer ( http://elektronikbasteln.pl7.de/roehrenp...bst-gebaut.html ) ja schon längst fertig. Eine gute Emissionsfähigkeit der Kathode kann durch ein schlechtes Vakuum vorgetäuscht werden. Dann gibt es noch eine Reihe anderer Effekte, die eine schlechte oder gute Kathode vortäuschen können, wie es zum Beispiel http://de.wikipedia.org/wiki/Gitterstrom erklärt. Angeblich schlechte Röhren bewahre ich auf, da sie in bestimmten Schaltungen noch gut funktionieren können. Den gemessenen Anodenstrom vermeke ich mit Filzstift direkt auf die Röhre. Ich bin erstaunt, wie gut "schlechte" Röhren funktionieren können. Ich messe nach einer Röhrentabelle eines AVO-Röhrenprüfers, die 100% Heizspannung vorschreibt.

Zuletzt bearbeitet am 10.11.14 09:00

09.11.14 09:04
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

09.11.14 09:04
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo Volker,

der Prüfschalter hat mehrere Schaltstellungen, in der ersten Stellung wird geprüft, ob ein Schluss zwischen Heizfaden und Kathode vorliegt. Ausserdem kann hier bereits die Röhrenleistung in Prozent abgelesen werden, wobei Röhren <= 10% unbrauchbar sein sollten. In der zweiten Schalterstellung erfolgt die Prüfung auf Heizfadenunterbrechung. In den weiteren Schalterstellungen werden sukzessive die vorher mit der Anode zusammengeschalteten Gitter weggeschaltet, was bedarfsweise weitere Rückschlüsse zulässt.

In der Funkschau 1950, Heft 20, Seite 347 "Anlaufstromprüfer - Röhrenprüfen ohne Anodenspannung, durch Verhältnismessung" ist das Verfahren erklärt. Im Tubatest kann ich aber keine Umschaltung der Heizspannung auf 60% erkennen. Ich gehe davon aus, dass hier die Röhren grundsätzlich "unterheizt" werden. Aber das kann ja eine einfache Messung bestätigen.

Gruss
Walter

09.11.14 09:24
Volker 

WGF-Premiumnutzer

09.11.14 09:24
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo Walter,

jetzt, nachdem du die Bilder von dem Heinzelmann in den Text eingebunden hast, sehe ich erst deine schöne Arbeit. Von vorne betrachtet, dachte ich erst es sei ein restaurieretes Radio.

Die Röhren mit unter 10% Kathodenstrom sind eindeutig defekt. Ich bewahre sie trotzdem auf, um probeweise zu erfahren, wie sie sich in diversen Radios verhalten. Durch die Provokation von Fehlerbildern lässt sich eine Menge praktischen Wissens lernen. Wer Fehlerbilder erzeugt, sollte natürlich wissen, was er tut und Überlastungen oder Kurzschlüsse vermeiden.

Zuletzt bearbeitet am 09.11.14 09:25

09.11.14 09:43
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

09.11.14 09:43
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo Volker,

für den Heinzelmann-Nachbau habe ich mir diverse Freiheiten herausgenommen:

1. Verwendung einer ehemaligen Regalbox mit "Ecken und Kanten", macht die Kiste irgendwie moderner.
2. Statt des Kurzwellenbereichs habe ich für den oberen Mittelwellenbereich die Antennenankopplung optimiert
3. Statt des fummeligen Wellenschalters habe ich einen zusätzlichen Keramik-3-Stufenschalter verwendet.

Es existiert im Internet bereits eine Nachbaubeschreibung, aus der ich einige Ideen geklaut habe. Weil der Heinzelmann aber von seinem Schwenkkoppler lebt, sollte er im Gegensatz zur Vorlage auch einen bekommen, den ich aus den Kreuzwickelspulen einer VE-Käfigspule konstruiiert habe. Die in den Pertinaxzylinder eingeklebten Kreuzwickelspulen sind aus einem 478 kHz-ZF-Filter und bilden die Rückkopplung. Wenn man die Käfigspulen "aus dem Käfig" rauslässt, dann kann man sich über die hohen Güten nur wundern.

Gruss
Walter

09.11.14 10:01
wumpus 

Administrator

09.11.14 10:01
wumpus 

Administrator

Re: Selbstbau eines Röhrenprüfers; Fragen und Anregungen.

Hallo zusammen,

beim Heinzelmann (und Walter, Dein Heinzelmann ist natürlich auch ein Heinzelmann, zumindest Honoris causa, ) muss ich einfach an einen Reparaturversuch aus meiner Lehrlingszeit denken. Damals bekam ich einen solchen Heinzelmann auf den Tisch, machte die Rückwand ab und entdeckte ein Nest. Mein Meister erklärte dieses zu einem Mäusenest. Nach dem Wechseln einer Röhre und Entfernen des Nests spielte das Gerät wieder einwandfrei...



Gruß von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

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