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Die Bildröhre - Das unbekannte Wesen Teil 1 von 4
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19.08.19 09:41
Monitohop 

Einsteiger

19.08.19 09:41
Monitohop 

Einsteiger

Re: Die Bildröhre - Das unbekannte Wesen Teil 1 von 4

Ich stelle mich hier erst einmal vor:
Ich war seit ca 1985 im Bereich Fernsehtechnik/Reparaturen tätig gewesen.
Seit 2017 arbeite ich wieder in meinem urprünglich erlernten Beruf und bin zur Zeit im Bereich Maschinenbau, elektrische Ausrüstung von Maschinen zur Kunststoffverarbeitung tätig.
An Bildröhren ist mir so ziemlich alles seit dem Ende der Delta-Bildröhrenzeit untergekommen, also Valvo 20AX, 30AX, Japaner aller Art einschließlich Sony-Trinitron, Monitorbildröhren usw. usf.

Eine sehr interessante Diskussion.

Die alten 20AX-Röhren (A66-500,501,510X) hatte ich zumeist erst zu Gesicht bekommen, wenn die ersten Ausfälle der Elektronik anstanden.
Also Defekte in den Zeilenendstufen, Vertikalendstufen usw.
Hier hatte ich große Unterschiede bemerkt, Valvoröhren machten auch nach längerer Bestriebsdauer ein relativ scharfes Bild, auch wenn der Kontrast nachließ.
Die Röhren aus Esslingen zeigten hier gewaltige Streuungen, in ein- und demselben Chassis.
Zum Beispiel in den bekannten Chassis von ITT/SEL um 1977 herum.
Von hervorragenden Kontrast und Schärfeeindrücken bis zum Totalverlust von Emission auf einem oder mehrern Systemen.
Die Konkurrenz von RCA damals in Blaupunkt-Geräten war da einheitlicher, eine A67-615X wurde etwas flauer und unschärfer, war aber noch anzuschauen.
Dann kam 30AX (A66-540X) und ich hatte keinen, nicht einen Grundig-Fernseher, egal ob Büchsenchassis oder CUC, bei der diese Sch***röhre auch nur ein brauchbares Bild machte.
Totalverluste an Emission auf teilweise allen drei Systemen, Unschärfe..dasselbe in Loewe Profi- oder Profi-C Chassis.
Immer waren die Dinger matschig.
Komischerweise bei Philipsgeräten ein ganz anderes Bild, brilliantes Spitzenweiß, tolle Schärfe, selsam.
Die Telefunkenvariante hatte ich sehr selten mal.

Ende der 1980er Jahre dann die Esslinger Krankheit, auch bekannt als A66-EASXXX.
Fadenbrüche ohne Ende schon in der Garantiezeit, damals ein Jahr(!).
Auch dei Flat-Square Nachfolgerin A66/A59ECYXXX war davon betroffen.

Das was hier zu den EAK-Röhren geschrieben wurde, kann ich bestätigen, hat ca bis 1992 gedauert, bis man in Aachen diese Röhren im Griff hatte und mit der A66EAK021 langsam etwas Schärfe und Kontrast in die Sache kam.

Die ESF-Bildröhren brachten auch mir so einige Besuche bei Herrn Draheim ein.
Aber meist bekam ich diese Röhren von günszig eingekauften Geräten, die ich denn schlachtete und die Röhren in die Premiumgeräte z.B. Loewe Ergo-Serie usw. "einpflanzen" konnte.
Wir nannten einen solchen Ankauf "Bildröhren-Roulette".
Die Bauern-Methode zur Abhilfe bei einem einzigen System mit Faden-Kathodenschluss ist hier bekannt?

Die Italiener von Videocolor waren meist recht gut, dort sind mir nur sehr selten mal echte Ausfälle bekannt.
Als doch sehr gut sind mir die späteren Bildröhren, die mit dem blauen Label, bekannt.

Einzig die sehr schlechte Bildgeometrie der frühen Superplanar-Bildröhren ist mir noch in Erinnerung geblieben, Stichwort Mövenflügelkorrektur.
Nach der Übenahme durch Thomson gab es eine Verschlechterung der Qualität. sodass selbst Thomson in seine Premium-Geräte der letzten Generation Toshiba-Bildröhren (siehe unten) einbaute.


Was ich hier gar nicht erwähnt finde, sind die in Grundig-Geräten verwendenten Toshiba-Bildröhren.
Die ersten A68KZN696 Röhren ließen alle anderen, was Spitzenweiß, Kontrast und Schärfe anging, wie Altglas aussehen.
Mit dynamischer Focussierung unschlagbar.
Dafür war die Konvergenz immer etwas weniger gut anzusehen, aber das ließ sich doch meistens korrigieren.
Ich habe nur eine einzige mit Fadenunterbrechung gesehen, alle anderen die ich hatte (waren so insgesamt einge hundert, habe viel Grundig gemacht) waren alle noch nach Jahren hervorragend in Schuss.

Auch in den 16:9 auch in der Real-Flat Varianten taten sie bis zum Ende der Bildröhrenzeit in den Grundig Digi100 Geräten klaglos ihren Dienst.
Für mich die besten Bildröhren, die je gebaut wurden.

Tja, heute setze ich mich mit einem Philips 55-Zoll Fernseher auseinander, der seine Android-Software nicht wiederfinden kann.
Ich vermisse die Bildröhren.

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