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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl
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14.10.17 21:32
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

14.10.17 21:32
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo Volker,

sind die D1005 wirklich in Ordnung ? - die bestehen aus einer Serienschaltung etlicher Einzeldioden. Wenn da paar ausgefallen sind halten sie die Spannung nicht mehr aus und die Hochspannung könnte zu klein sein.

Der MP26 ist ein Spezialtransistor, da kann man den Emitter herausziehen und andersherum wieder hinein stecken

Viele Grüße
Bernd

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

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14.10.17 22:51
Volker 

WGF-Premiumnutzer

14.10.17 22:51
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo zusammen

und danke für Eure Tipps. Um die Messung der Hochspannung habe ich mich natürlich noch gedrückt. Die D1005A ist ein heißer Kandidat. Wenn ihr Innenwiderstand zu hoch ist, erklärt es das Fehlerbild. Die Hochspannung muss bei geringer Belastung noch in Ordnung sein, da das Anezeigeild stimmt.

Man dreht die Helligkeit also auf, alles bleibt stabil, Bild wird heller. Dann nach dem ausgeprägten Maximum wieder dunkler, dabei bleibt das Bild noch stabil bis zum Rechtsanschlag. Wartet man noch 10 Sekunden fängt das Bild an sich aufzblähen und im Sekundentakt wieder kleiner zu werden. Es pulsiert und die Helligkeit ist dabei schwach. Offenbar kommt die Regelung nicht mehr mit und die Anodenspannung pulsiert. Wird die D1005A warm, sinkt ihr Innenwiderstand (bzw. Schwellenspannung wird kleiner), weshalb der Strahl nach 20 Minuten etwas heller eingestellt werden kann. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Die D1005A halten 4000 Volt bei 50 mA aus. Diese Dioden sehen wie kleine braune Klötze aus. Sie sind noch erhältlich. Kann man die nicht nachbauen durch vier 1N4007 in Serie und parallel zu jeder Einzeldiode noch 2 MOhm, damit sich die Spannung gleichmäßig verteilt? Das wäre sicherlich kostengünstiger und vielleicht auch zuverlässiger. Leider habe ich das Datenblatt von der D1005 nicht gefunden.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 14.10.17 22:57

14.10.17 23:19
HB9 

WGF-Premiumnutzer

14.10.17 23:19
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo Volker,

die 1N4007 geht hier vermutlich nicht, denn diese ist sehr langsam, und ich gehe mal davon aus, dass der Spannungswandler mit einer Frequenz im zweistelligen kHz-Bereich arbeitet. Wegen der Kapazität sollte die Diode auch strommässig nicht allzu überdimensioniert sein. Schnelle 1kV-Dioden findet man aber einige (Sperrverzögerung trr ist relevant, Werte unter 100ns sollten hier gut sein). 4 solche in Serie sind dann gut, Parallelwiderstände braucht es nicht, da sich die Dioden selber schützen, indem der Leckstrom exponentiell mit der Sperrspannung ansteigt und so sich die Spannung gut verteilt.

Der Effekt, dass die Helligkeit nach einiger Betriebszeit grösser wird, kann viele Ursachen haben, neben Temperaturdrift auch so simple Sachen wie eine kalte Lötstelle, die im warmen Zustand etwas besser leitet, oder auch ein gebrochener Bonddraht, der sich durch die Temperaturänderung in eine 'gute' Richtung verschiebt.

Gruss HB9

15.10.17 18:26
Volker 

WGF-Premiumnutzer

15.10.17 18:26
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo HB9, Hallo zusammen,

die 1N4007 wird sogar gerne als Kapazitätsdiode oder PIN-Diode missbraucht. Sie ist wirklich nicht gerade von der schnellen Art. Hier nochmals der Schaltungsauszug:



Die Dioden D2 bis D4 habe ich durch 1N4007 ersetzt. Danach hat sich das Verhalten des Oszilloskops nicht verändert. Es war genau so wie vorher. Was passiert, wenn man die D1005A durch Serienschaltungen von 4 Stück 1N4007 ersetzt, wäre ein Versuch wert. Es kann allerdings sein, dass die Schaltung merkwürdige Effekt aufzeigt oder andere Widerstände korrigiert werden müssten.

Den C6, der normalerweise ein 1 uF-Elko darstellt, habe ich durch einen 470 nF- Folienkondensator ersetzt. Er muss mindestens 100 Volt aushalten können. Geht genau so gut. Dei Einstellung der Helligkeit ist dann auch ohne Verzögerungeffekt möglich.

R12 habe ich nachträglich eingesetzt und dafür 2,7 Meg-Ohm verwendet. Dadurch lässt sich die Helligkeit weicher einstellen. R13 musste ich auf auf 500 kOhm verkleinern, um überhaupt die Schärfe einstellen zu können.

Beim Schmitt-Trigger für die Strahlunterdrückung beim Rücklauf habe ich T4 und T6 durch Si-Kleinleistungs-Transistoren ersetzt. Ging völlig problemlos. Vorsicht beim Messen am Schmitttrigger. Gegen Masse liegt dort fast die volle Anodenspannung an. Man darf nur Differenzmessungen vornehmen. Auf gute Isolation achten. Berührt man man dort eine Lötstelle mit der Messpitze eines Multimeters, das nur einseitig angeschlossen ist, ist ein Britzeln zu hören und man sieht einen Funkenüberschlag so ähnlich wie bei einem Löschfunkensender.

Experimentiell habe ich R4 auf 8 Ohm verkleinert und R2 auf 20 Ohm. Die Regelung mit dem T3 erscheint mir nutzlos. Den T3 kann man durch einen Silizium-Typ ersetzen. Geht problemlos. Es fließen nur 50 bis 100 mA durch ihn. Überhaupt ist die gesamte Regelung der Schaltung schwer zu durchschauen. Wahrscheinlich spielen noch die Sättigungseffekte des Kernmaterials eine Rolle.

T1 und T2 kann man nicht durch Si-Transitoren ersetzen. Die Schaltung schwingt dann nich an. Ersetzt man nur einen der beiden mit einem Silizium-Transistor, muss man R3 auf auf 100 Ohm verkleinern. Trotzdem schwingt er dann immer noch nicht zuverlässig an. Die Werte von C1 und C2 sind unkritisch. Ich hatte mal 100 uF parallel geschaltet und es ging immer noch. C1 und C2 fallen gerne aus und dann ist das Oszi natürlich dunkel, weil die Hochspannung fehlt. Einfach 20 uF / 50 Volt parallel schalten und das Oszi läuft wieder.

Im Y-Verstärker sind zwei 100uF/16Volt-Kondensatoren auf der Platine zu sehen. Die habe ich auch ersetzt. Einer der beiden hatte nur noch 1000 nF. Es lohnt sich alle kleinen Elkos zu ersetzen. Mein Oszi hat bestimt schon 35 Jahre auf dem Buckel.

Das waren also meine bisherigen Versuche. Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass sich viele Halbleiter durch gängige Typen ersetzen lassen.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 15.10.17 18:28

Datei-Anhänge
schaltbild-mit-fehlern.jpg schaltbild-mit-fehlern.jpg (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 151 kB

15.10.17 20:17
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

15.10.17 20:17
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

hallo Volker,
die häufigsten Kandidaten für solche HV Unstimmigkeiten sind die keramischen Siebkondensatoren hinter den Dioden.
Zumindest ist es bei den großen Tek so. Die sind messtechnisch oft noch völlig in Ordnung, verlieren aber bei hohen Spannungen einen Teil ihrer Isolation was dann zu einem Absinken der verfügbaren HV führt. Das ist eine ziemlich hochohmige angelegenheit, da zwingt jeder kleiner Isolationsfehler das ganze in die Knie.
Somit hätte ich zuerst C7+C8 ins Auge gefasst bei der Untersuchung.

lG Martin

15.10.17 20:52
Volker 

WGF-Premiumnutzer

15.10.17 20:52
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo Martin,

C7 und C8 sind von zylindrischer Bauform mit axialen Anschlüssen und erinnern mich an gewickelte Kunststofffolienkondensatoren. Sie sind etwa so groß wie die D1005A und sind daneben stehend zwischen zwei Platinen als Halterung angeordnet. Wenn man die Dioden austauscht, dann diese beiden Kondensatoren natürlich gleich mit. Leider kommt man da schwer ran. Man müsste die Röhre ausbauen oder die große Hauptplatine. Das nimmt alles viel Zeit in Anspruch. Das Oszi war im demontierten Zustand über 20 Jahre in einem ungeheizten Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit gelagert. Da kann schon einiges passieren.

Zum Schluss war es dann vielleicht ein Windungsschluss im Trafo. Ich will aber den Teufel nicht an die Wand malen.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

15.10.17 20:55
ELEK 

WGF-Einsteiger

15.10.17 20:55
ELEK 

WGF-Einsteiger

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo Volker,

zumindest zu den Dioden kann ich was sagen, ich würde hier die schnellen UF4007 (1A, 1000V) empfehlen, die auch günstig ist, dafür aber für die meisten Anwendungen ausreichend schnell (siehe Datenblatt).

Wenn man 4kV gleichrichten möchte, müssen bei Einweggleichrichtung natürlich min. 8 Stück in Reihe, eine 4000V-Diode ist aber durch 4x UF 4007 ersetzbar. Bei Selengleichrichtern steht aber oft die Spannung drauf. die sie gleichrichten können, also "E3000..." kann 3kV gleichrichten und 6kV sperren.
Ich nehm da gern alle 4 Dioden eine mehr als nötig, weil man normalerweise eine Schutzbeschaltung vornehmen muß, um die Sperrspannung gleichmäßig aufzuteilen. Wenn die Dioden aus einer charge kommen, kann es in der Praxis aber trotzdem sehr gut ohne funktionieren, um sicherzugehen, daß nicht doch die zulässige Sperrspg. überschritten wird, halt eine mehr, die Flußspannung ist eh unwichtig bei Hochspannung und preislich tut das auch nicht weh, Baugröße ist wie 1N4007. In Selenstäben sind ja die Scheiben auch ohne Weiteres hintereinandergeschaltet...

Hab bei meinem EO174 alle Hochspannungsgleichrichter (Selenstäbe) auf diese Weise ersetzt, die Spannungen sind hier nicht allzuhoch, ging aber sehr gut.

Bei den Transistoren würde ich abraten, diese durch Si-Typen zu ersetzen, weil die Schaltung auf die viel geringeren Flußspannungen der Ge-Transistoren dimensioniert ist. Der Gegentaktwandler arbeitet ja völlig ohne Treiber, die Basiswicklungen liefern mit hoher Wahrscheinlichkeit zu wenig Spannung für Si-Typen. ich hab ähnliche Erfahrungen beim Ersatz von Zeilenendstufentransistoren gemacht, der russische Ge-Originaltyp ließ sich nicht durch Si-Typen, auch mit höherer Stromverstärkung, ersetzen (natürlich hab ich die Schaltung auch von pnp auf npn geändert), erst nach Umwickeln des Treibertrafos ging es problemlos. Wahrscheinlich schiwngt die Schaltung deshalb bei Dir nicht sicher an, es scheint mir "auf Kante genäht".
Viell. gibt es ja ähnliche Ge-Typen, ich kenn die gezeigten MPs zwar nicht, aber viell. etwas aus der Riege AC187/188 ? -> geht nicht, die sind zwar stark genug, aber halten keine 70V aus wie der MP26A. Ich würde auf jeden Fall mit Ge weiterarbeiten, denn Umwickeln des Trafos wird hier wohl eher nicht möglich sein, weiß aber sonst nix über den Oszi.

Gruß IngoZ.

edit: Anm.: hab die anderen postings nicht komplett gelesen, sorry ;) interessant die Anmerkung zum Selbstschutz der Dioden in Reihe.

Zuletzt bearbeitet am 15.10.17 21:04

15.10.17 20:57
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

15.10.17 20:57
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo Volker,

wie HB9 schon sagt.
Nimm paar UF4009 oder irgendwelche anderen schnelle Gleichrichterdioden.
Ja, und Kondensatoren und hochohmige Widerstände sind auch verdächtige Kandidaten.

Viele Grüße
Bernd

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

15.10.17 21:02
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

15.10.17 21:02
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

hallo Volker,
so eine Kiste ist ein prima Einsatzgebiet für die Messtechniksammlung, da gibts so allerhand was man kontrollieren sollte.
Ich bin kein Freund davon planlos Sachen auszutauschen. Bei manchen Dingen sei es aber angemessen, wie zB bei den genannten C.
Ich hab auch schon öfters feststellen dürfen daß sich sehr hochohmige Widerstände die mit hohen Spannungen belegt sind in ihrem Widerstand verändert haben. Daher ist es auch eine gute Idee, diese 9,1M, das 22M Poti und was sonst noch an M-Ohms da zugange ist, nachzumessen. Das Multimeter muß dazu allerdings auch in der Lage sein, nicht jedes kann das.

lG Martin

17.10.17 15:15
Volker 

WGF-Premiumnutzer

17.10.17 15:15
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Russisches C1-94 ohne sichtbaren Strahl

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure interessanten Tipps, die ich beherzigen werde. Es ist aber nicht dringend. Das Oszi habe ich jetzt 2 Mal 10 Stunden laufen lassen. Dadurch hat sich die Helligkeit etwas gebessert. Die Aufnahme ist bei guter Arbeitsbeleuchtung entstanden, wobei die Schreibtischlampe nicht direkt auf den Schirm strahlt. Dann wäre der Kontrast mangelhaft. Ansonsten kann man beim jetzigen Zustand zufriedenstellend arbeiten. 10 Minuten nach dem Einschalten läuft das Oszi stabil.



Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

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