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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Feindsender
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28.01.07 08:35
Andreas 

Einsteiger

28.01.07 08:35
Andreas 

Einsteiger

Feindsender

In ein Film wurde einer als "Folksfeind" verhaftet weil er mit seinem Folksgöbbels Radio London gehört hat. Wie haben die das rausgekriegt fragt

Andreas

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28.01.07 09:24
wumpus 

Administrator

28.01.07 09:24
wumpus 

Administrator

Re: Feindsender

Zitat:



In ein Film wurde einer als "Folksfeind" verhaftet weil er mit seinem Folksgöbbels Radio London gehört hat. Wie haben die das rausgekriegt fragt

Andreas



Hallo Andreas,
das war recht einfach. Die meisten Menschen stellten ja beim Ausschalten des Radios nicht die Senderabstimmung auf eine unverfängliche Frequenz oder Sender um. Kam nun die Polizei in die Wohnung, reichte ein Blick auf die Skala oder nach dem Einschalten eine Hörprobe, um festzustellen, was der Besitzer zuletzt gehört hatte.

Auf meiner Seite http://www.oldradioworld.de/volksd.htm wird das auch noch genauer beschrieben.

Ein Folksgöbbels gab es nicht, die hiessen Volksempfänger oder DKE (im Volksmund Goebbelsschnauzen genannt).

Es wurde aber auch von der Nebenwohnung oder dem Treppenhaus akkustisch mitgehört. Abhör-Behörden konnten bei Verwendung von Superempfängern auch die Oszillatorfrequenz eines Radios über einige Dutzend Meter feststellen und so auf die Empfängerfrequenz rückschliessen. Einsetzbar bei Familienhäusern auf Grundstücken, in Mietshäusern weniger geeignet.

Viele "Volksgenossen" hörten mit Kopfhörer und stellen sofort nach Empfangsende auf staatstragende Sender um. Radio London wurde in den Kriegsjahren von der Mehrzahl der Bevölkerung heimlich gehört, weil wohl zumindest teilweise recht zuverlässig über die wirkliche Lage berichtet wurde. Sogar beabsichtige Bomberangriffsziele wurde oft präzise angekündigt. Schlimme Zeiten waren das.

MFG Rainer

Möge die Welle mit uns sein.

28.01.07 09:44
JHG

nicht registriert

28.01.07 09:44
JHG

nicht registriert

Re: Feindsender

Guten Tag Andreas,
da gibt es im Wesentlichen nur eine Antwort : Denuntiation und Zufall, wie z. B Radio nach dem Gebrauch nicht verstellt . Im Übrigen war diese Straftat bei dem von Ihnen referierten DKE ( Deutscher Kleinempfänger gelegentlich auch im Volksmund Göbbelsschnautze benannt ) eher selten. Er ist in seiner Empfangsleistung zu begrenzt. Es gab zwar empfangsverbessernde Bastlerzusätze, die aber mangels Verfügbarkeit sowohl vom Material als auch vom Fachwissen des Radiobesitzers wenig Verbreitung fanden. Fernempfang war besseren Geräten vorbehalten, die es allerdings auch gab. Gruss Jürgen ( Rödermark )

28.01.07 10:23
Rias

nicht registriert

28.01.07 10:23
Rias

nicht registriert

Re: Feindsender

Hallo Jürgen, ein wenig muss da widersprechen. Die Volksempfänger, aber auch die DKEs konnten sehr wohl die ausländischen Stationen empfangen. Besonders nachts mit einer Aussenantenne von 7-15 Meter war Europaempfang kein Problem. Sogar mit Behelfsantennen ging das. Mein Onkel berichtete von Radio London, den er fast heden Tag mit seinem DKE hören konnte. Vielleicht gab es in Ostpreussen oder Schlesien Empfangsprobleme. Aber um Berlin und Dresden herum nicht.

Rias

28.01.07 10:57
JHG

nicht registriert

28.01.07 10:57
JHG

nicht registriert

Re: Feindsender

Guten Tag Rias, vielleicht liegt es daran, dass ich in Freiburg Brsg in einem kriegsbedingt männerlosen Haushalt, was dort zu der Zeit normal war, aufgewachsen bin. Die DKE s, an die ich mich erinnere, waren alles üble Kracher und Kreischer die dem Benutzer einen Empfang schwer machten, Heute kenne ich die Ursache, im damaligen Umfeld kannte sie niemand. Es war halt so. Pikanterweise war das Ding äusserst erschütterungsempfindlich; viele waren in meiner Erinnerung aussen am Skalenrad mit Streichhölzer fixiert um überhaupt einen Empfang zu ermöglichen und das war dann der Ortssender. Also schlechte Voraussetzungen für Fernempfang. Gruss Jürgen ( Rödermark )

28.01.07 12:34
W-Martin

nicht registriert

28.01.07 12:34
W-Martin

nicht registriert

Re: Feindsender

Ich glaube auch es kam auf den Operateur mit an. Laien konnten den VEs und DKEs oft nur kreischen und pfeifen hervorlocken. Mein Grosspapa hatte bis 1969 seinen VE und quitschte damit rum. Wenn ich das Ding beim Besuch richtig einstellte, war er immer über den guten Empfang verblüfft.

Technisch jedenfalls konnte der VE und DKE in den Nächten England hören. Wer einen DKE oder VE hat, kann das noch heute jede Nacht auf MW mit englischen Stationen erkunden. Es gibt auf MW noch AM Stationen und auch schon DRM-Rauscher. Aber auch die gehen zum testen.

Gruss W-Martin

29.01.07 20:45
Daniel-F 

WGF-Nutzer Stufe 2

29.01.07 20:45
Daniel-F 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Feindsender

Hallo zusammen,
ich habe mal irgendwo gehört, das es im Krieg sogenannte "Zwischenruf-Störsender" gab. Mit dieser Einrichtung war es möglich, zum Beispiel Nachrichten gezielt zu kommentieren. In etwa ähnlich zu hören, als wenn ein weiterer Sprecher an einem Mikrophon sitzen würde.

Wie muss man sich so eine Einrichtung technisch vorstellen? Wurde der Träger des Störsenders mit dem des zu störendem Senders synchronisiert? Oder wurde das ganze vielleicht mit unterdrücktem Träger ausgestrahlt? Ich denke, das es irgendeine technische Besonderheit gegeben haben müsste. Würde ein weiterer Träger asynchron auf (etwa) der gleichen Frequenz laufen, dann müsste es einen deutlichen Pfeifton entsprechend der Differenzfrequenz der beiden Träger gegeben haben. Vielleicht weiss einer hier im Forum darüber etwas mehr.

Gruß, Daniel

30.01.07 09:02
wumpus 

Administrator

30.01.07 09:02
wumpus 

Administrator

Re: Feindsender

Zitat:



Hallo zusammen,
ich habe mal irgendwo gehört, das es im Krieg sogenannte "Zwischenruf-Störsender" gab. Mit dieser Einrichtung war es möglich, zum Beispiel Nachrichten gezielt zu kommentieren. In etwa ähnlich zu hören, als wenn ein weiterer Sprecher an einem Mikrophon sitzen würde.

Wie muss man sich so eine Einrichtung technisch vorstellen? Wurde der Träger des Störsenders mit dem des zu störendem Senders synchronisiert? Oder wurde das ganze vielleicht mit unterdrücktem Träger ausgestrahlt? Ich denke, das es irgendeine technische Besonderheit gegeben haben müsste. Würde ein weiterer Träger asynchron auf (etwa) der gleichen Frequenz laufen, dann müsste es einen deutlichen Pfeifton entsprechend der Differenzfrequenz der beiden Träger gegeben haben. Vielleicht weiss einer hier im Forum darüber etwas mehr.

Gruß, Daniel



Hallo Daniel,
habe das auch gelesen, aber auch mein Onkel Willi berichtete davon.
Es ging sogar auch mit einem AM-Einsprechsender, wenn dieser exakt auf Schwebungsnull gebracht wurde. War schwierig, diese Schwebung ohne technische Hilfsmassnahmen längere Zeit zu halten. Als Gegenmassnahme wurde wohl auch versucht, den Originalsender ständig leicht frequenzzuwobbeln. Für den normalen Empfang war dieses Wobbeln nicht wahrnehmbar. Aber ein aufgesetzter Sender erzeugte dann ein variables Störgeräusch.

Es gab auch eine unteschnische Gegenmassnahme: Vermeidung von Sprechpausen. Weil eigentlich nur in den Sprechpausen das Aufsprechen halbwegs hörbar war.

MFG Rainer

Möge die Welle mit uns sein.

30.01.07 10:01
Daniel-F 

WGF-Nutzer Stufe 2

30.01.07 10:01
Daniel-F 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Feindsender

Hallo Rainer,
ja das habe ich auch irgendwo gehört, das die Sprecher der Störsender ihre Kommentare recht punktgenau in Sprechpausen (z.B. Satzende) setzen mussten. Es waren also relativ kurze Einwürfe, die zielgenau einen Ihnhalt vermitteln sollten.

Das mit dem wobbeln des Trägers hatte sicherlich den Nachteil, das bei einer Störsendung nicht nur der Inhalt des Störers unhörbar wurde sondern auch die eigenen Sendungen mit gestört wurden.

In dem Zusammenhang mit Synchronisation fällt mir ein, das mir da noch nicht ganz klar ist, wie die Synchronisation sogenannter Gleichwellensender stattgefunden hat. Ich habe mal irgendwo gehört, dass das irgendwie über Telefonleitungen gemacht wurde. Andererseits kann ich mir das wiederum nicht so ganz einfach vorstellen. Ich denke gerade in früherer Zeit sind diese Verbindungen weitaus störanfälliger gewesen als heute. Ausserdem musste dann sicherlich irgendwie ein niederfrequentes Signal übertragen werden. Ich habe da auch mal etwas mit einer Stimmgabel gehört. Nur schwingt die ja nach einer gewissen Zeit wieder aus. Vielleicht weisst Du oder sonst einer hier im Forum darüber etwas mehr. Wäre sicherlich mal interesannt zu wissen.

Gruß, Daniel

30.01.07 15:38
wumpus 

Administrator

30.01.07 15:38
wumpus 

Administrator

Re: Feindsender. Gleichwellen

Hallo,
ein interessantes Gebiet. Wird bis heute angewandt, z.B. beim DVB-T Fernsehen.

Es waren verschiedene Varianten zur Gleichwellenversorgung im Einsatz. Bis 1945 gab es ein grosses Gleichwellennetz. Allerdings wurden die Laufzeitfehler in den Überlappungszonen nicht vollkommen in den Griff bekommen. Es wurden z.T. das Trägersignal und getrennt das Modulationssigal über spezielle Telefonleitungen übertragen. Zusätzlich wurde versucht Laufzeit-Fehler durch unterschiedliche Kabellängen zu den beteiligten Sendern vom Muttersender zu kompensieren.

Genaueres kann in dem Buch von G.Vogt "Gleichwellenfunk", AEG Telefunken 1984 nachgelesen werden.
MFG Rainer

Möge die Welle mit uns sein.

Editiert am 09.11.07 09:04

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