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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen
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12.04.11 09:06
friedrich-kutnik 

WGF-Premiumnutzer

12.04.11 09:06
friedrich-kutnik 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Reiner,

das ist eine Philetta BD273U.

Gruß Friedrich

!
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Nicht nur den neuesten Beitrag eines Threads lesen.

Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar sind, ohne deren schriftliche Zustimmung.
13.04.11 06:57
wumpus 

Administrator

13.04.11 06:57
wumpus 

Administrator

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Friedrich,

bei diesem Modell wird im "Handbuch für Rundfunk Photo Fernsehen" Jahrgang 1956/57 angegeben: Preßstoff. Da im selben Buch auch für andere Geräte Angaben wie "Bakelit" und "Polystyrol" zu finden sind, gehe ich davon aus, daß man dort den Unterschied von Preßstoff und Bakelit kannte. Also denke ich, das Modell BD273U hat kein Bakelitgehäuse, aber.....

es ist wohl so, daß Preßstoff (Presstoff, Pressstoff) aus Kunstharz oder Bakelit oder Catalin bestehen könnte, verpresst mit Farbmitteln und Zusatzmaterial - wie Fasern, Holzmehl, Glasfasern oder Zellstoff.

Wie so oft, hilft auch hier das Wumpus-Kompendium weiter:
http://www.oldradioworld.de/hints-sammeln.htm#s9


Gruß von Haus zu Haus Rainer (Forum-Betreiber)

Rettet den analogen deutschen AM / FM - Rundfunk!:
www.rettet-unsere-radios.de

Zuletzt bearbeitet am 13.04.11 08:14

22.04.11 21:44
Volker 

WGF-Premiumnutzer

22.04.11 21:44
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo zusammen,

habe heute wieder ein Bakelit-Gehäuse gereinigt. Erst gewaschen mit Flussigwaschmittel für die Waschmaschine. Dabei roch es nach Phenol, was typisch für Bakelit ist. Die Waschlösung verfärbte sich gelb. Danach sah die Oberfläche des Oberteils und der Seiten allerdings rauh und fleckig aus. Im Gehäuseinneren war die Oberfläche jedoch einwandfrei. Polieren mit Lackreiniger hat leider nicht viel geholfen. Dann ging ich mit Möbelpolitur ran, was schon was half und auf dem Tuch, mit dem ich polierte, war Materialabtrag festzustellen. Mutig geworden, habe ich dann zwei Stunden mit Hydraulik-Öl für Automatik-Getriebe poliert, was wunderbar geholfen hatte. Zum Polieren verwendete ich Toilettenpapier. Nach dem vollständigen Abreiben des Öls stellte sich tatsächlich Glanz ein.

Bilder sagen mehr als Tausend Worte. Hier eine kurze Dia-Show: http://s1231.photobucket.com/albums/ee51...mview=slideshow

Weiteres in Stichworten: Die Skalenscheibe ist aus Kunststoff, die ich mit Autolackreiniger polierte. Die bedruckte Rückseite habe ich nicht angetastet und ruhte auf Toilettenpapier. Die Drehknöpfe wurden mit Waschmittel und Zahnbürste bearbeitet. Dann diverse Kondensatoren ausgetauscht, darunter den Koppelkondensator zum Gitter der UL84. Der Kathoden-Kondensator der UL84 hat noch 100 uF parallel bekommen. Dem Siebelko wurde ebenfalls mit ein 50 uF-Elko parallelgeschaltet. Die Kontakte wurden mit Kontaktspray gereinigt. Das Chassis habe ich vorsichtig mit einem Pinsel, der mit Spiritus befeuchtet war, gereinigt, wobei auf dünne Drähte zu achten sind, damit sie nicht abgerissen werden. Das Gitter für den Lautsprecher war leicht verbeult. Die Beulen bekam ich fast alle raus, indem ich das Gitter auf ein Brett legte und mit einer Bürste darüberstrich, um es gleichzeitig mit Seifenwasser zu reinigen. Die Tasten des Wellenschalters wurden mit Spiritus und einem Tuch gereinigt.

Das Gerät spielt auf allen Wellenbereichen einwandfrei. Das Renovieren hat mir großen Spaß bereitet. Das Radio ist ein DUX SA 1023 U-69 aus dem Jahre 1958 und ist fast baugleich mit der Philitta von Philips. Die schwedische Firma DUX gehört zu Philips.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 22.04.11 22:21

22.04.11 23:01
DC1MF 

WGF-Nutzer Stufe 3

22.04.11 23:01
DC1MF 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo an die Runde.
Hatte meine Philips Philetta BD284U ( Bakelit schwarz) mit einer Mischung 10:2 von Benzin und Paraffin, beides aus der Apotheke, poliert. Das war 2009 und ist bis heute unverändert schön. War ein guter Tipp. Dieses Bakelit ist matt-schwarz und soll nicht glänzen.
Das gleiche habe ich mit einem VE 301 Dyn W gemacht, ist auch so geblieben, wie ich es poliert hatte. Bin damit sehr zufrieden.

Mit freundlichen Grüßen aus Fraham
Helmut

23.04.11 13:15
Volker 

WGF-Premiumnutzer

23.04.11 13:15
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Helmut,

ich denke, dass eine Mischung von Paraffin und Benzin denselben Effekt zeigt wie die Behandlung mit bestimmten Mineralölen. Die Oberfläche wird chemisch angegriffen, wodurch ein Polieren gelingt. Anscheinend verhält sich nicht jedes Bakelit-Gehäuse gleich. Man muss da also experimentieren.

Die Innenseite des Gehäuses ist noch gut erhalten. Ebenso die Flächen rechts und links des Tastenfeldes. Sie sind glatt und glänzend, jedoch nicht hochglänzend. Aber matt sind sie nicht.

Ich war ja sehr erschrocken, als mein Bakelitgehäuse nach dem Abtrocknen der Waschlauge sich außen rauh anfühlte und viele weiße, wolkenartige Flecken aufwieß. Mit Polierpaste konnte die Rauhigkeit gemindert werden sowie Kratzer entfernt werden. Aber die weißen Flecken und die stumpfe Oberfläche blieben - egal, wie lange man auch polierte.

Erst nach stundenlangem Einreiben und Polieren mit Hydrauliköl für Automatik-Gebriebe und Servolenkungen verschwanden die weißen Wolken und es bildete sich allmählich eine glatte Oberfläche, in der man sich spiegeln kann ohne allerdings sein Gesicht zu erkennen. Es ist also nicht so hochglänzend wie nach einer Lackierung mit Klarlack, was wahrscheinlich dem ursprünglichen Erscheinungsbild nicht entsprechen würde. Ich habe am Tag danach nochmals mit Haushaltspapier nachpoliert, was die Oberfläche erneut verbesserte. Geduld zahlt sich also aus.

Ansonsten lege ich eigentlich nur in Ausnahmefällen Wert auf ein fabrikneues Aussehen, da dieses Aussehen ja nur eine ganz kurze Zeit in der Lebensspanne eines Radios vorkam. Es reicht mir, wenn es ungefähr so aussieht, wie es nach einigen Jahren der Nutzung erscheinen würde. Die alten Radioapparate wurden ja als Gebrauchsgestände gekauft und nicht als Ausstellungsstücke für die Vitrine.


Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 23.04.11 13:19

23.04.11 18:00
DC1MF 

WGF-Nutzer Stufe 3

23.04.11 18:00
DC1MF 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Volker,
da hast du recht, das Material muss leicht angelöst werden.
Wenn mir das Ganze überlege, hast Du mit dem Öl eine glänzende Oberfläche, mein Versuch ergibt eine matte Oberfläche.
So kann, je nach Wunsch, die Oberfläche behandelt werden.

Mit freundlichen Grüßen aus Fraham
Helmut

23.04.11 20:02
Volker 

WGF-Premiumnutzer

23.04.11 20:02
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Helmut,

das Gehäuse habe ich heute mehrmals geölt und poliert. Als sich dann ein seidenmatter Glanz einstellte, konnte ich keinen Abrieb mehr auf dem Poliertuch feststellen. Wer noch mehr Glanz haben will, muss das Gehäuse mit Klarlack lackieren. Aber das wollen wir beide glaube ich nicht.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

24.04.11 18:58
Volker 

WGF-Premiumnutzer

24.04.11 18:58
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo zusammen,

hier noch ein paar Bilder von meiner Putz- und Polierarbeit:


Ursprünglicher Zustand, Knöpfe bereits demontiert. Die Madenschrauben waren mit Wachs isoliert, denn bei Allstromgeräten wie diesem kann die volle Netzspannung auf dem Chassis liegen und damit auf den Madenschrauben! Dies zu wissen, kann zwischen Leben und Tod entscheiden.


Küchenschmiere, Fliegenkot und Staub.


Zeichen des harten Lebens als Küchenradio. Der Dreck wurde mit einem Pinsel, welcher mit Spiritus befeuchtet war, entfernt. Die Röhren wurden mit Toilettenpapier und Spiritus gereinigt, wobei die Bedruckung ausgespart wurde, damit diese nicht beschädigt wird.


Das Bakelit-Gehäuse voller Dreck und Schrammen.


Handwäsche mit Flüssigwaschmittel für die Waschmaschine: Das ist schonender als in der Geschirrspülmaschine. Während des Waschens bei 30° bis 40° C roch es nach Pertinax, also Phenol. Die Waschbrühe verfärbte sich dunkelgelb.


Danach war der Schreck riesengroß. Das Ergebnis erschien mir als Katastrophe. Während innen alles schön glatt und sauber war, waren die Außenseiten stumpf geworden und mit weißen Flecken übersäht. Polierpaste (Lackreiniger) für die Auto- und Bootspflege entfernte die Kratzer und glättete etwas. Aber eine glatte, homogene Oberfläche stellte sich nicht ein. Vor allen Dingen verschwanden die weißen Flecken nicht.


Dann bearbeitete ich die Oberfläche mit Toilettenpapier und Möbelpolitur. Materialabrieb stellte sich ein.


Da mir Möbelpolitur zu teuer ist, probierte ich es mit rot eingefärbten Automatik-Getriebe-Öl aus, womit es noch besser ging. Die Prozedur hatte zwei Stunden gedauert. Danach hat sich eine glatte Oberfläche eingestellt. Ich habe mehrmals so lange poliert, bis das Öl verschwunden war. Eine halbe Rolle Toilettenpapier benötigte ich dafür.


Die Skalenscheibe aus Kunststoff wurde ebenfalls mit Lackreiniger poliert, um Dreck und Kratzer zu entfernen. Die bedruckte Rückseite wurde nicht angerührt und lag auf weichem Papier, um die Bedruckung keinesfalls zu beschädigen. Hier wollte ich wegen fehlender Erfahrung kein Risiko eingehen.


Das gereinigte Gerät: Am nächsten Tag habe ich zwischendurch immer mal wieder mit einem Baumwolltuch nachpoliert, bis keine Besserung mehr eintrat. Die Tasten habe ich mit Brennspiritus und einem Papiertuch gereinigt, als das Chassis noch ausgebaut war. Mit einem Stück Pappe konnte ich das mit Spiritus befeuchtete Tuch in die Spalten zwischen den Tasten schieben.


Über die elektrische Reparatur möchte ich hier nur am Rande eingehen. Einige Kondensatoren wurden zur Sicherheit ausgetauscht. Das gute Stück ist jedenfalls alltagstauglich. Mit den Röhren hatte ich Glück gehabt. Der Empfänger ist erstaunlich empfindlich.

Allen eine Frohe Ostern!
Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 24.04.11 19:42

24.04.11 21:34
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

24.04.11 21:34
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Volker !

Die braune Waschlauge auf Deinem Foto sieht mir mehr nach normalen " Dreck " aus, als nach einer Auswaschung von Phenol o. ä. . Auch wenn es so aussieht glaube ich auch nicht an klassisches Bakelit als Gehäusematerial. Der Geruch kann auch von den Bauteilen im Gerät selber stammen, da hat sich was im Gehäuseinnern niedergeschlagen.
Kunststoffe können durch vielerlei Umwelteinflüsse geschädigt werden. UV Strahlung, chemische Einflüsse, Abrieb durch Staubpartikel setzten auch gepflegten Wonzimmerradios im Laufe der Jahrzehnte zu. Dadurch werden die Molekülketten zerstört, das ist irreparabel. Man kann eben nur polieren, schleifen, eben gute Kosmetik machen. Es ist Dir ein sehr gutes Ergebnis gelungen, sieht fast neu aus. Die Sache mit den Schrauben der Knöpfe bei Allstromgeräten ist eine wirklich gefährliche, manchmal wurden auch lange Kopfschrauben als Ersatz benutzt, hab mir vor langer Zeit dadurch einen " Schlag " eingefangen. Meist fließt der Strom dann durch den Oberkörper, eine Hand am Knopf eine am Toaster oder sowas. Da besteht Lebensgefahr. Bei den Tasten ist mir oft gelungen die vorsichtig herauszulösen durch hin und herwackeln und ziehen, oft sind die mit altgewordenen Klebstoff an den Metallhebeln befestigt. Ich glaube das jeder so im Laufe der Zeit seine ganz persönliche Arbeitsweise entwickelt und aus gutem Grund daran festhält. Frohe Ostern!

MFG Nobby

25.04.11 05:58
wumpus 

Administrator

25.04.11 05:58
wumpus 

Administrator

Re: Reinigung von Kunststoff-, Bakelit- und Holzgehäusen

Hallo Volker,
ein gutes Ergebnis der Reinigung zeigst Du da. Das ist gelungen. Aber, ich bin nach wie vor der Meinung, daß Dein Gerät unter den jahrzehnte-alten Pflegeschichten einer Hausfrau noch eine intakte Hochglanzoberfläche hatte. Die hast Du unter vielen Mühen wieder freigelegt. Solche Schichten haften auf Bakelit extrem gut, leider. Wäre diese Schicht beinträchtigt gewesen, hätte das Polieren nicht mehr geholfen.

So denke ich auch, das war kein runtergeschliffener Materialabrieb, sondern Pflege/Schmutz/Raucherzimmer-Schichten-Belag. Es kann aber sein, daß die Heiss-Hochglanzschicht zwar leicht durch die Politur/Öl angerieben wurde, ohne durchstoßen worden zu sein. Das geht bei Bakelit allerdings.


Gruß von Haus zu Haus Rainer (Forum-Betreiber)

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