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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.
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10.10.09 19:29
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

10.10.09 19:29
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Martin

Humor ist, wenn man trotzdem lachen kann. Ich kann das "Rätsel" über die vielfältigen Schlüsselbezeichnungen der erwähnten Ausnahmetypen auch nicht definieren. Ich sehe für mich die Anwendungsfrage und das Ersatzproblem von Verstärkerbauelementen wie Röhren, Transistoren oder Halbleiterdioden als massgebliche Größe. Ich kenne auch noch verschiedene Bezeichnungen aus tschechischer, russischer, polnischer und jugoslawischer Fertigung. Da gibt es fast eine reine Durchalphabetisierung. Über die hier erwähnten Typen besitze ich leider nichts Aussagefähiges. Hatte mich im vorigen Text in der Wortfolge vertan, da ich in der Halbzeitpause der Fussballspiele schnell etwas schreiben wollte und durch den engen und spannenden Spielverlauf ein wenig kribbelig war.
Beste Grüße von Dietmar

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10.10.09 22:09
roehrenfreak

nicht registriert

10.10.09 22:09
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Martin,

neben dem sich mehr und mehr durchsetzenden, einheitlichen Typenschlüssel gab und gibt es firmeneigene Schlüssel. Die müssten noch näher "erforscht" werden. Ein solches, ganz krasses Beispiel wäre der PP3838, dessen Typenbezeichnung über das Bauteil eher nichts aussagt. Sucht man danach findet man mit Tricks und Kniffen, daß es sich um einen Si-NPN-Leistungstransistor handelt und dem beliebten BD130, auch als 2N3055 bekannt, entspricht. "PP" steht für den Distributor "Power Physics", der wohl diesen Transistoren seinen eigenen Stempel verpaßt hat. Das ging mit noch vielen anderen Halbleitern so. Die Krönung sind Bauteile, deren Original-Stempelung abgeschliffen und durch individuelle Aufkleber ersetzt wurden. Die findet man nirgends, Ersatzbeschaffung aussichtslos. Manchmal hilft da nur noch der elektronisch-detektivische Spürsinn weiter. In einer frühen Macrovision-Decoderschaltung der allerersten Generation (laaang her!) enttarnte ich einmal den "Spezial-IC" als stinknormalen NE556! Doll, was?

Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

10.10.09 23:12
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

10.10.09 23:12
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

hallo Jürgen,
Doppeltimer ? Das war aber kein Radio

ja, firmeneigene Stempel gibts zuhauf, besonders auffällig sind MRF ... (Motorola)

Zurück zu den deutschen Buchstaben, ich versuch hier mal die gewonnenen Erkenntnisse zu ordnen. Also

Erster Buchstabe:

A = Germanium
B = Silizium
G = Germanium Ost Folgebuchstaben gem. Ost-Schlüssel
O = A
T = Transistor, zeitbedingt immer Germaniumtransistor. (Ausnahme sind Tunneldioden! zB TD716)

Zweiter Buchstabe:

A = kleine Diode, manche davon sind auch Abstimmdioden, evtl. für beides nutzbar
B = Kapazitäts- bzw. Abstimmdiode
C = NF Transistor
D = Leistungstransistor / bei Dioden: Tunneldiode, dann erster Buchstabe immer ein "T"
F wenn 1. Buchstabe = A oder B, = HF Transistor oder Fet oder Dualgate Mos-Fet, wenn "T" dann Kleinleistungstransistor
L = Wenn 1. Buchstabe = B und 3. Buchstabe vorhanden dann HF-Leistungstransistor, wenn A dann Leistungstransistor.
R = Thyristor
S = Schalt-Fet oder Schalttransistor
T = das ist ein Triac
U = Zeilenendtransistor (wenn kein 3. Buchstabe ! Sonst "spezieller Leistungstransistor wie zB BUX, BUW usw)
Y = Leistungsdiode, Gleichrichterdiode
Z = Zenerdiode

3. Buchstabe wenn vorhanden:

A : kenn ich nur bei Triacs.
R, W, X oder Y : spezieller Halbleiter, Vorbuchstabe definiert die Funktion nur bedingt.
K, T : Leistungs-Schalt-Fet

Seit ihr damit so einverstanden ? Ich hab kein Buch darüber und nur nach bestem Wissen zusammengefaßt.
Firmenspezifische Sachen ausdrücklich nicht inbegriffen.

nette Grüße
Martin


Zuletzt bearbeitet am 10.10.09 23:35

11.10.09 16:18
Wolle 

Moderator

11.10.09 16:18
Wolle 

Moderator

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Martin.

Es ging mir ursprünglich darum, den deutschen Bezeichnungsschlüssel für Halbleiter verständlich darzustellen. Es gibt etliche Gemeinsamkeiten bei der Zuordnung der Buchstaben zum Einsatzzweck.

Typenschlüssel DDR für Legierungstransistoren und für Dioden.
Erster Buchstabe
O, Ohne Heizung, das Material wird nicht berücksichtigt.

Zweiter Buchstabe
A, Diode ohne Berücksichtigung ihrer Verwendung
C, Kristalltriode, Transistor für HF-, NF und Leistungstransistoren

Beispiele: OA625, Germanium- Spitzendiode, OA910 Kapazitätsdiode Silizium.

OC810, OC816 NF- Transistor kleiner Leistung, OC830 NF- Leistungstransistor 1 W, OC871, OC881 HF- Transistor Germanium.

Erst mit der Einführung des Pro Elektron- Typenschlüssels erfolgte eine Unterscheidung nach Material und nach Einsatzzweck der Bauelemente. Dabei ist die Verwendung des zweiten Buchstabes in Ost und West identisch, das Material wird unterschiedlich bezeichnet.

Typenschlüssel DDR:
A Diode
C Kleinleistungstransistor NF
D Leistungstransistor NF
F HF- Transistor Kleinleistung
M MOSFET
P Fotodiode, Fototransistor
S Schalttransistor
U Leistungsschalter für Horizontalstufen und für Schaltnetzteile
Y Leistungsgleichrichter
Z Zenerdiode

Der erste Buchstabe bezeichnet das Material
G Germanium
S Silizium
V A3B5- Halbleiter, Optoelektronik

Der dritte Buchstabe kennzeichnet die kommerzielle Anwendung des Bauelementes. Das schließt aber nicht aus, daß solche Bauelemente auch für allgemeine Anwendungen eingesetzt wurden. Hier werden die Buchstaben X, Y und Z verwendet.

Beispiele: GAY60 Golddrahtdiode für Anwendungen in der Rechentechnik SZX19/5,1 Z- Diode, SAY12 Schnelle Schaltdiode.
SM103, SMY51 MOSFET, VQB71 Siebensegment- Anzeige, GD241 NF- Leistungstransistor.

Von vielen Herstellern in Deutschland West wurden die Buchstaben A für Germanium und B für Silizium verwendet. Die Kennzeichnung des Einsatzes ist identisch mit den in der DDR verwendeten Buchstaben.

Mit vielen Grüßen.
Wolle


11.10.09 18:25
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

11.10.09 18:25
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Wolfgang

Du hast eine sehr gute Übersicht der Schlüssel angefertigt, die auf die Art des Bauteiles hindeuten. So kann jeder darauf schließen, was er für einen Halleitertp hat , bzw. sucht und wie er verwendet werden soll oder kann.
Das ist eine gute Hilfe, dank Deiner Mühe.
Beste Grüße von Dietmar

11.10.09 22:19
roehrenfreak

nicht registriert

11.10.09 22:19
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Wolle,

Respekt - Danke für diese Aufhellungen am sonst so dunklen und undurchsichtigen Schlüssel-Wirr-warr. Supi!

Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

11.10.09 22:42
roehrenfreak

nicht registriert

11.10.09 22:42
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Kennzeichnungsschlüssel bei Transistoren und Dioden.

Hallo Martin,

Zitat: "Doppeltimer ? Das war aber kein Radio " Zitat Ende.

Nein - das war es ganz bestimmt nicht. Macrovision war und ist der Name eines Video-Kopierschutz-Systems. Anfang der ´80er Jahre begann die Filmindustrie sich mit elektronischen Mitteln gegen Piraterie zu wehren. Macrovision I verwendete sich ändernde, zusätzliche Signale in der Vertikal-Austastlücke. Die in diesen Zeitraum fallenden Signale beeinflussten die Video-AGC-Regelschaltung eines aufnehmenden VHS-Rekorders derart, daß die Kopie beim Abspielen nur "pumpte" und die Synchronisation des angeschlossenen TV´s außer Tritt geriet. Mit einer Handvoll Bauteile und eben dem besagten NE556 wurden die Störsignale einfach wieder ausgeblendet und die Filme ließen sich ohne merklichen Qualitätsverlust einwandfrei kopieren...


Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

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