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Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad
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02.05.18 17:09
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

02.05.18 17:09
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo zusammen,

ich habe heute begonnen, mich mit dem ersten deutschen Transistor der Firma Telefunken OC602 zu
beschäftigen. Für seinen Vorläufer OC601 aus dem Jahr 1954 ist mir kein Gerät bekannt, in dem er
serienmässig eingesetzt worden wäre. Die Typen OC612 und OC613 halte ich für ausgesuchte OC602
mit höherer Grenzfrequenz. Die von Telefunken gemachten Angaben der Grenzfrequenz waren ohnehin
recht abenteuerlich. Sie unterschieden zwischen der Alpha und der Beta-Grenzfrequenz. Während
der Beta-Wert die Frequenz angab, bei der die Stromverstärkung in Emitterschaltung auf das
0,7-fache des Wertes gegenüber 1kHz (!) gesunken war, gab der Alpha-Wert den gleichen Wert in
Basisschaltung wieder.

Für den OC602 gab Telefunken Alpha = 1MHz und Beta = 25 kHz an
Für den OC612 wurde für Alpha der Frequenzbereich 3 ... 6 MHz angegeben, Beta-Angaben fehlten.

Keinerlei Angaben der Grenzfrequenz finden sich für die mit Kühlflansch versehenen, baugleichen
spez-Typen OC602spez und OC604spez, da diese für NF-Endstufen kleiner Leistung und Schaltaufgaben
vorbehalten waren. Ich habe aber nach dem "Abschuss" eines OC612 im Experimentierbaukasten
"Elektronische und radiotechnische Experimentierpraxis", 8.Auflage 1965 einen OC602spez verwendet
und konnte ein Mittelwellen-Rückkopplungsaudion problemlos aufbauen (Nr. 59 ff., Seite 65). Ich weiss
aber nicht mehr, ob das in Basis- oder Emitterschaltung aufgebaut war, werde das aber in den nächsten
Wochen "nacharbeiten".

Für das Experimentieren brachte Telefunken 1960 ein Experimentiergerät heraus, das eindeutig
auf den OC602 zugeschnitten war:

https://www.radiomuseum.org/dsp_multipag..._oc602_1960.pdf

Heute früh habe ich erst einmal entspannt damit begonnen, meinen Bestand an 14 gebrauchten und 24
"neuen" Transistoren auf ihre Stromaufnahme bei 6V Collectorspannung zu prüfen. Der Basisspannungs-
teiler bestand aus einem 2,5k-Poti und einem Basisvorwiderstand von 47k Ohm. In den Collector
habe ich praktischerweise einen 10:1-Transformator mit einem Primärgleichstromwiderstand von 320 Ohm
gelegt und einen Kopfhörer auf der Sekundärseite angeschlossen. Die Schaltung entsprach weitgehend
der Radiomann Schaltung 13. Auflage 1960 von Dr. Wilhelm Fröhlich Nr. 78 auf Seite 55. Allerdings
habe ich mir erlaubt, einen "richtigen" Elko und eine 1N34A als Diode zu verwenden. Die Antennen-
spannung habe ich mit der Rückkopplungsspule des Experimentierkastens in den Schwingkreis einge-
koppelt. Für den Sender Wawre 621 kHz ergab sich für alle 38 Transistoren eine gleich hohe
Lautstärke, die in etwa einem 1-Röhren-Rückkopplungsaudion entspricht.

Allerdings schwankte der Collectorstrom bei gleicher Basiswiderstandseinstellung
zwischen 1,5 und 3 mA. Von geringen Fertigungstoleranzen konnte man also damals noch nicht ausgehen.

Je nach Fortgang der Dinge werde ich entweder einen Telefunken TR-1 oder Akkord Peggie reparieren
oder nachbauen.


Gruss
Walter

Nachtrag: Die alte Flachbatterie ist ein "Clone" mit 3 Lithium-Mignonzellen, die eine Leerlaufspannung von 6V haben.
Interessanter Link:
https://www.radiomuseum.org/bookdata/510...aenger_LFRM.pdf

Datei-Anhänge
Konvolut OC602 OC612.jpg Konvolut OC602 OC612.jpg (57x)

Mime-Type: image/jpeg, 235 kB

OC602 und OC612 Tests in der Radiomann Schaltung Nr.78.jpg OC602 und OC612 Tests in der Radiomann Schaltung Nr.78.jpg (51x)

Mime-Type: image/jpeg, 271 kB

Radiomannschaltung mit Langwellenferritantenne - 2SA103 entspricht dem OC602.jpg Radiomannschaltung mit Langwellenferritantenne - 2SA103 entspricht dem OC602.jpg (45x)

Mime-Type: image/jpeg, 384 kB

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04.05.18 13:11
Opa.Wolle 

WGF-Premiumnutzer

04.05.18 13:11
Opa.Wolle 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 ... OC604 in den Jahren 1954 bis 1960

Hallo Walter,

Radio Lange in Hannover hatte in den 60igern einen Bauvorschlag für ein Mittelwellenradio,
dieses war mit OCxxx Transistoren bestückt.
Die Transistoren hatten noch Farbbezeichnungen wie z.B. OCxxxblau / grün.
An die genauen Farben kann ich mich aber nicht mehr erinnern.

Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang.

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort!

Zuletzt bearbeitet am 04.05.18 13:11

04.05.18 13:43
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

04.05.18 13:43
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 ... OC604 in den Jahren 1954 bis 1960

Hallo Wolfgang,

ja genau - Du hast orange vergessen! Ich habe auch welche ganz ohne Punkte gesehen. Der Punkt kennzeichnet auch den Collectoranschluss, die Farbe den nutzbaren Frequenzbereich. Bezüglich der Anschlussbelegung kann man sich aber auch zuverlässig an der Lage der Aufschrift TFK OC602 orientieren. Bei den 38 Exemplaren kann ich mir den Oszillator-Transistor, der zwischen 770 und 1900 kHz schwingen muss, handverlesen aussuchen. Es wird einen Nachbau des ersten Transistor-Radios von Telefunken, das nicht im Handel zu kaufen war, geben.

Der TR-1 wurde meist an Firmenangehörige zum Testen weitergegeben. Zuvor hat man die fertigen 100 Radios einfach liegen gelassen, weil 1. sich kein Personal für den Abgleich und die Endkontrolle gefunden hat und 2. die Konkurrenz auch noch nicht am Markt war.
Und dann - oh Wunder - konnte man den Akkord Peggie zum Zeitpunkt der Funkausstellung 1957 in den Geschäften kaufen und bei Telefunken war Fehlanzeige.

Gruss
Walter

Zuletzt bearbeitet am 04.05.18 16:45

04.05.18 18:31
Opa.Wolle 

WGF-Premiumnutzer

04.05.18 18:31
Opa.Wolle 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Und dann habe ich so um 1964 den Telefunken Kamerad Bausatz zweimal aufgebaut.
Einmal habe ich ihn geschenkt bekommen und dann noch einmal für meine Schwägerin aufgebaut.
In dem Bausatz war auch der OC 602 eingesetzt worden.



Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang.

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort!

Datei-Anhänge
Telefunken Kamerad.jpg Telefunken Kamerad.jpg (24x)

Mime-Type: image/jpeg, 70 kB

04.05.18 19:05
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

04.05.18 19:05
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Wolfgang,

das ist eine interessante Schaltung. Telefunken hat von Anfang an einen Superhet haben wollen, musste aber im Eingang aus Gründen des Phasengangs und der Rauschproblematik eines NF-Transistors einen eigenen Transistor ausschliesslich für den Oszillator spendieren. Als Geradeausepfänger und mit diesen Transistoren in Transformatorkopplung könnte die Empfindlichkeit sogar genauso gut sein wie im TR1. AF105 und AC117 gab es 1954 noch nicht.

Diese Kosmos/Telefunken-Kiste muss gut geklungen haben 3 Ohm / 2 Watt-Lautsprecher.

Gruss
Walter

31.05.18 09:49
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

31.05.18 09:49
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Wolfgang,

in dem "Telefunken Kamerad", der mir gestern "zugelaufen" ist, ist der Eingang anstelle des AF105a mit einem AF139 (Original vor einer Reparatur AF138) bestückt. Bedeutender ist aber der Austausch des OC602 gegen einen AC122, der deutlich besser sein dürfte. Ansonsten spielt das Radio sehr gut, mit Ferritantenne als auch an der Hochantenne. Die Empfindlichkeit ist völlig befriedigend. Natürlich bleibt es ein Einkreiser ohne Regelung. Erstaunt war ich über das Übersetzungsverhältnis auf dem 21cm-Ferritstab 60:1 Windung(en). Es ist damals sicherlich mehr als nur ein Spielzeug gewesen. Daher ist die Einordnung in eine Rubrik auch schwierig (Baukasten oder Radio?).

Gruss
Walter

Nachtrag:

Tr2 W1= 3670 Wdg., W2=380 Wdg.
(Bv/Pv Zw.-Übertrager Telefunken 41.5105.050-28, beiden Wicklungen ca. 3 kOhm)
Tr3 W1=600 Wdg., W2=70 Wdg.
(Ausgangsübertrager Telefunken 41.5106.050-70, Primärwicklung ca. 900 Ohm)
Tr1 W1=W2=132 Wdg. 0,1mm bifilarer Kreuzwickel (Schalenkern, AL=?)

Gurgel-Tipp: Mittelwellen-DX-Radio MINT Projekt Radiomuseum Cham (mit Regelung)










Datei-Anhänge
Telefunken Kamerad vorne.jpg Telefunken Kamerad vorne.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 303 kB

Telefunken Kamerad von oben.jpg Telefunken Kamerad von oben.jpg (18x)

Mime-Type: image/jpeg, 133 kB

Telefunken Kamerad geöffnet.jpg Telefunken Kamerad geöffnet.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 200 kB

Telefunken Kamerad Rückseite.jpg Telefunken Kamerad Rückseite.jpg (25x)

Mime-Type: image/jpeg, 150 kB

Telefunken Kamerad im Regal.jpg Telefunken Kamerad im Regal.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 298 kB

31.05.18 10:50
wumpus 

Administrator

31.05.18 10:50
wumpus 

Administrator

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Walter,

der Selbstaufbaukasten war schon bemerkenswert. Leider wurde das Set wohl nur in geringen Stückzahlen gebaut, denn ich wollte damals das Gerät erwerben und trotz Versuch bei drei Berliner Radiohändlern das Gerät zu bekommen, klappte es nicht.

Aus heutiger Sicht interessant, dass man hier tatsächlich den HF-Transistor "nur" eben als HF-Stufe nutzte und nicht, wie in den USA üblich, eine Reflex-schaltung daraus machte.

Mir gefällt das Radiochen sehr.

Ich würde Deine Fotos gern für das Wumpus-Online-Museum verwenden?

Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)
Ein Leben ohne Facebook ist möglich und sinnvoll.

Welt der alten Radios:
http://www.welt-der-alten-radios.de

Wumpus-Gollum-Forum:
http://www.wumpus-gollum-forum.de/forum

Virtuelle Voxhaus-Gedenktafel:
http://www.voxhaus-gedenktafel.de

Zuletzt bearbeitet am 17.06.18 14:01

31.05.18 12:22
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

31.05.18 12:22
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Rainer,

selbstverständlich kannst Du - wie immer - die Fotos für das wumpus-Museum verwenden. Wäre die Veröffentlichung des Handbuchs in reiner Textform (OCR>TXT) ok?

Apropos Telefunken. Die "Telefunken mini partner 201" fehlen auch im Museum:
http://www.wumpus-gollum-forum.de/forum/...amp;thread=26#2

In diesem 3 Transistor-Apparat ist alles Erdenkliche aufeinander abgestimmt und optimiert! Mal so eben nachbauen hat bei mir nicht funktioniert, trotz der Einfachheit. Da werde ich noch eine Weile dran kauen, bis impedanzmäßig alles zueinander passt.



Gruss
Walter

Datei-Anhänge
Eigenbaukamerad.jpg Eigenbaukamerad.jpg (56x)

Mime-Type: image/jpeg, 196 kB

ocr_txt_Telefunken_Kamerad.txt ocr_txt_Telefunken_Kamerad.txt (25x)

Mime-Type: text/plain, 66 kB

05.06.18 12:42
wumpus 

Administrator

05.06.18 12:42
wumpus 

Administrator

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Walter,

habe den "Kamerad" und den Minipartner 201 ins Wumpus-Online-Museum aufgenommen:

http://www.welt-der-alten-radios.de/auss...etail-1368.html


http://www.welt-der-alten-radios.de/auss...etail-1369.html


Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)
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Zuletzt bearbeitet am 17.06.18 14:00

05.06.18 17:24
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

05.06.18 17:24
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Erste Telefunken Transistoren OC601 / OC604, 1954 - 1960 u. Telefunken Kamerad

Hallo Rainer,

vielen Dank! Dem Eigenbau-Kamerad habe ich inzwischen die ersten Töne entlocken können. Das Originalgerät bringt schon nach dem 2. Transistor eine sehr gute Kopfhörerlautstärke mit Ferritantenne. Im Nachbau ist es erwartungsgemäß ein Problem der Transformatoren. Ein moderner Ringkernübertrager (egal welcher AL-Wert bzw. Permeabilität) funktioniert definitiv nicht. Der HF-Übertrager ist im Original von 1963 ein "bifilarer Kreuzwickelübertrager". Die altgedienten Experten können dazu vielleicht mal etwas schreiben. Wahrscheinlich hat der Übertrager in Wirklichkeit 4 Einzelwicklungen. Der Kreuzwickel soll die Wicklungskapazität minimieren, während die Bifilartechnik die Induktivität bis auf 10% drücken kann. Auf diese Weise baut man noch heute HF-taugliche Drahtwiderstände. Momentan verwende ich zwei ungeschirmte Kreuzwicklungen, die aber noch nicht optimal gekoppelt sind. Bezeichnend ist auch, dass das auf der Originalplatine aufgedruckte Trafosymbol um 90° versetzt, also letztlich falsch ist.

Gruss
Walter

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