Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Hallo Kalle,
Zitieren:du solltest dich mehr mit den technischen Grundlagen von Transformatoren (Übertragern) befassen.
Es ist mitunter hilfreich, Vorschläge, die man anderen gibt, für sich selbst anzuwenden. Ein Ansatz wäre beispielsweise das Durcharbeiten der Limann-Reihe "Die Berechnung von Drosseln, Netztransformatoren und Nf-Ubertragern Von Ingenieur Otto Limann" (Funkschau 1958 Heft 1 bis 5)
Eine weitere Maßnahme wäre das Lesen der Beiträge, auf die man antwortet.
Nun zur Sache:
Zitieren:Netztrafos haben durchaus brauchbare Induktivitäten der 220(230)V Primarwicklungen
Nein, für den Fall des hier besprochenen Detektors trifft das nicht zu. Daher auch die Notbehelfs-Vorschläge im Netz, mehrere ELA-Übertrager in Serie zu schalten. Man kann das leicht ausrechnen: Der auch von mir gerne verwendete Omnitronic oder Conrad-10W-Ela-Übertrager hat eine Induktivität von etwa 10 H https://www.b-kainka.de/roehren/trafos.h...m%20Gleichstrom.
Selbst bei 1000Hz (Sprach-Mittenbereich) ergibt sich ein Blindwiderstand von 63 kOhm. https://www.redcrab-software.com/de/Rechner/Elektro/XL Eine viel zu hohe Belastung des Detektor-Kreises, wenn man den hochohmig für maximale Detektor-Dioden-Leistung anpassen will. Der Blindwiderstand soll ein mehrfaches des Nutzwiderstandes sein, erst bei 50H landet man bei über 300 kOhm, dem dreifachen der anvisierten 100 kOhm-Anpassung.
"Nur" deshalb, weil die Induktivität bei einem Trafo / Übertrager quadratisch mit der Windungszahl wächst, eine Verdopplung der Windungszahl bedeutet vierfache Induktivität.
Problem ist, das man nicht einfach die Windungszahl erhöhen kann, weil dann die Wicklungs- kapazität steigt und damit die dielektrischen Verluste.
Deshalb schreibt Mende in "Zeitgemäßer Detektorempfang":
Zitieren:Eine andere, mehr theoretische Möglichkeit, die Bedämpfung des Kreises durch den Kopfhörer zu veringern, ist die Verwendung eines Anpassungsübertragers nnch Bild 10, dessen Primärseite an den Resonanzwiderstand des Kreises und dessen Sekundärseite an die Kopfhörerimpedanz angepaßt wird. Bei dieser Schaltung wird auch der Wirkungsgrad des Detektors besser, der nach Untersuchungen von Reyner erst bei äußeren Widerständen von über 100 kOhm ein Optimum erreicht. In der Praxis wird dieser Vorschlag an der schwierigen Konstruktion des Übertragers, die zumindest für den üblichen Rundfunkempfang in keinem Verhältnis zum Erfolg steht, scheitern.
Soweit also zu den "Grundlagen"
Der am Anfang vorgestellte Übertrager speziell für Detektorzwecke besitzt also eine 4-Scheibenwicklung zur Verringerung der Verluste und einen großen Kern. Der wurde aus einem 50 Watt-omnitronic-Ela-Übertrager gewonnen. Ein einfacher Praxis-Test: Damit wird der Übertrager für Detekotzwecke brauchbar: Hört man einen Sender mit diesem Übertrager und schaltet einen 10W-Ela-Übertrager parallel, bricht das Signal sehr stark ein.
Hört man umgekehrt das dann sehr viel leisere Signal mit dem ELA-Übertrager und schaltet den selbstgewickelten hinzu, dann geht die Signal-Stärke nicht zurück.
Der EL48-Übertrager mit jetzt wechselseitig geschichteten Blechen lässt das Signal nur etwas absinken. Das ist ein guter Kompromiss für den einfachen Detektor, der dennoch Fernempfang ermöglichen soll.
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Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Jens,
so ganz hast du die Zusammenhänge noch nicht richtig begriffen.
basteljero:Hallo,
Für einen einfachen Detektor-Empfänger wurde ein alter Telefunken-Übertrager für die EL41 verwendet und angepasst. obwohl recht stark verrostet, konnten die Bleche entnommen werden und der Kern wechselseitig, also ohne Luftspalt, neu gestopft werden. Es sind dünne 0,32mm-Bleche gegenüber den üblichen 0,5 mm-Trafo-Blechen
Dankenswerterweise sind einige Daten des Übertragers (mit Luftspalt) angegeben:
Er hat also selbst mit Luftspalt eine größere Induktivität als ein ELA-Übertrager oder Netztrafo.
Das Übersetzungsverhältnis ergibt sich aus Z1= Z2 x ܲ => N=51
Sehr oft liest man, ein Übertrager habe eine Impedanz. Er hat aber nur ein Übersetzungsverhältnis, welches Impedanzen transformiert. Wichtig ist das, weil man jetzt in der neuen Anwendung als Detektor-Kopfhörer-Übertrager eine andere Sekundär-Impedanz transformiert, nämlich jetzt die 32 Ohm der in Serie geschaltten in-ear-Kapseln :
Z1= Z2 x ܲ = 32 Ohm x 51 x 51 = 83200 Ohm = 83,2 kOhm.
Das passt wie Faust aufs Auge, dieser Primär-Detektor gewinnt an Trennschärfe gegenüber dem Netztrafo, ... Jens
Der auf 83,2kOhm transformierten Impedanz liegt noch die frequenzabhängige Impedanz der Induktivität parallel. Bei 1kHz haben die ca. 12H der Primärwicklung dann nur ca. 75kOhm Blindwiderstand und wenn man den dazu sehr geringen ohmschen Widerstand der Wicklung mal vernachlässigt, ist das auch die Impedanz, der Scheinwiderstand, die den 83,2kOhm transformierter Impedanz parallel geschaltet liegen. Insgesamt ist die resultierende und wirksame Impedanz nur noch 39,4kOhm. Also noch weitab von den angestrebten ca. 100kOhm.
Vielleicht hilft da ein Netztrafo eines alten Röhrenradios. Da könnte man die 220/240V Primärwiklung phasenrichtig mit der ca. 250...289V Anodenspannungswicklung in Reihe schalten um eine deutlich höhere Gesamt-Induktivität zu erhalten. Besonders gut ginge das dann, wenn die Anodenspannungswicklung mit ca. 2*250...280V für einen Zweiwege-Gleichrichter gedacht war/ist. Meist gibt es dann noch zwei Heizspannungswicklungen, 4V bzw. 6,3V für die AZxx bzw. EZxx Gleichrichter-Röhre und dann getrennt nochmal 6,3V für die E-Röhren des Radios. Da die Netzspannungswicklung meist noch ein paar Anzapfungen für Spannungen kleiner als 220/240V besitzt bzw. die Wicklung entsprechend aufgeteilt ist, ergeben sich zum Experimentieren vielfältige Kombinationen aus primärseitiger Reihenschaltung und sekundarseitiger Reihenschaltung der Heizwicklungen für den Anschluss eines niederohmigen Hörers.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Hallo Kalle,
Ja, ja, das Begreifen...
Zitieren:Der auf 83,2kOhm transformierten Impedanz liegt noch die frequenzabhängige Impedanz der Induktivität parallel. Bei 1kHz haben die ca. 12H der Primärwicklung dann nur ca. 75kOhm Blindwiderstand und wenn man den dazu sehr geringen ohmschen Widerstand der Wicklung mal vernachlässigt, ist das auch die Impedanz, der Scheinwiderstand, die den 83,2kOhm transformierter Impedanz parallel geschaltet liegen. Insgesamt ist die resultierende und wirksame Impedanz nur noch 39,4kOhm.
Immerhin scheinst Du jetzt rechnerisch nachvollzogen zu haben, warum der 10W-Ela-Übertrager für mich nicht die erste Wahl ist.
Zitieren:Also noch weitab von den angestrebten ca. 100kOhm.
Hier ist noch ein Denkfehler vorhanden: Es muss die Kopfhörer-Impedanz nach Mende-Reyner für die optimale Anpassung auf 100 kOhm (oder mehr oder weniger darüber) angepasst werden. Der Blindwiderstand des Übertragers muss dann, je nachdem welche untere Grenzfrequenz man ansetzt, noch um ein mehrfaches darüberliegen. Für 314 kOhm Impedanz und einer unteren Grenzfrequenz von 500 Hz benötigt man 100H Induktivität.- sportlich, wenn die Höhen nicht zu sehr leiden sollen. Ich habe heute morgen nochmal eine einfache NF-Vergleichsmessung gemacht, um den subjektiven Höreindruck nachzuvollziehen. Die Schaltung ist einfach: Ein Vorwiderstand simuliert einen hohen (diesmal 330 kOhm) Innenwiderstand der Signalquelle. Um maximale Lautstärke im Sprachbereich speziell für den Detektor-Empfang zu haben, sind die Übertrager im 1000 Hz-Bereich auf Resonanz gebracht, so dass die Detektor-Diode hier nicht noch einen Blindstrom liefern muß. Mit Anschluß des Hörers tritt dann eine weitgehende Abflachung der Resonanzkurve ein.
Die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Übertrager-Versuche ist für mich, dass die Verluste des Bleches gegenüber den Wicklungsverlusten in den Hintergrund treten.
Ein Kernschnitt, gut für 30W Netztrafo bei 50 Hz, für 20 pW-Detektor-Leistung...
Netztrafo wurde schon probiert, und zwar der 30W-Conrad-Trenntrafo, da hat man zumindest zwei Kammern und kann mit etwas Geduld stellenweise den Tränklack entfernen und die Windungen für den Hörer-Anschluß aufbringen, ohne das geschweißte Joch abnehmen zu müssen.
Ohne "vielleicht": Die untere Grenzfrequenz ist sehr viel höher als beim umgewickelten Omnitronic-Kern.
Das alles ist aber schon der Versuch, die "Grenzbereiche" beim Detektor-Empfang auszuloten. Beim mitternächtlichen Empfang der BBC-Musiksendung aus Schottland war der 10W-ELA- Übertrager für den gezeigten Primär-Detektor nur unwesentlich leiser, auch wenn die beiden anderen besseren Klang hatten, wegen der besseren Tiefen-Eiedergabe.
Die Unterschiede sind wesentlich geringer als bei verschiedenen Hörern.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
basteljero:Hallo Kalle,
Ja, ja, das Begreifen...
Zitieren:Der auf 83,2kOhm transformierten Impedanz liegt noch die frequenzabhängige Impedanz der Induktivität parallel. Bei 1kHz haben die ca. 12H der Primärwicklung dann nur ca. 75kOhm Blindwiderstand und wenn man den dazu sehr geringen ohmschen Widerstand der Wicklung mal vernachlässigt, ist das auch die Impedanz, der Scheinwiderstand, die den 83,2kOhm transformierter Impedanz parallel geschaltet liegen. Insgesamt ist die resultierende und wirksame Impedanz nur noch 39,4kOhm.
Immerhin scheinst Du jetzt rechnerisch nachvollzogen zu haben, warum der 10W-Ela-Übertrager für mich nicht die erste Wahl ist.
Zitieren:Also noch weitab von den angestrebten ca. 100kOhm.
Hier ist noch ein Denkfehler vorhanden: Es muss die Kopfhörer-Impedanz nach Mende-Reyner für die optimale Anpassung auf 100 kOhm (oder mehr oder weniger darüber) angepasst werden. Der Blindwiderstand des Übertragers muss dann, je nachdem welche untere Grenzfrequenz man ansetzt, noch um ein mehrfaches darüberliegen. Für 314 kOhm Impedanz und einer unteren Grenzfrequenz von 500 Hz benötigt man 100H Induktivität.- sportlich, wenn die Höhen nicht zu sehr leiden sollen.
Gruß Jens
Welcher Denkfehler? Von mir jedenfalls keiner, weil ich schon mehrfach geschrieben habe, dass der hochtransformierten Hörer-Impedanz die Impedanz der Primärwicklung parallel geschaltet betrachtet werden muss. Es muss also die Induktivitat der Primärwicklung im möglichst hoch sein, so dass die sich ergebende Impedanz im betrachteten Frequenzbereich deutlich höher ist, als die transformierte Lastimpedanz. Das gilt so eigentlich fur jeden Anpassungstrafo, wenn man eine Leistungsanpassung erreichen will.
Egal, hab mal den "kleinsten" Netztrafo aus meiner Ansammlung an Netztrafos rausgesucht und dessen Induktivität der Primärwicklung auch noch gemessen. Ist ein 230V-18V/1A Netztrafo, also einer mit 18W oder besser 18VA Leistung. Dessen 230V Primärwicklung hat eine Induktivität von praktisch genau 38H.
Kleinere Netztrafos hab ich z.Z. nicht und die "Preisfrage" ist: Welche Induktivität der 230V Primärwicklung kann man bei einem 1...2...5...10VA Netztrafo erwarten? Ohne es jetzt irgendwie überlegt zu haben, würde ich "aus dem Bauch heraus" da dann Induktivitäten weit über 40H erwarten.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Moin, Kalle,
Zitieren:Kleinere Netztrafos hab ich z.Z. nicht und die "Preisfrage" ist: Welche Induktivität der 230V Primärwicklung kann man bei einem 1...2...5...10VA Netztrafo erwarten?
Wohl weniger, als man denkt, jedenfalls verursachte im heutigen Test ein 1,5 VA-Printtrafo parallel zum "EL41-Übertrager einen recht starken Abfall der Spannung im Detektor. (Ähnlich dem 5W oder 10W ELA-Übertrager).
Die Serienschaltung von zwei Stück brachte dagegen kaum Abfall, so wurden die 6V-Ausgangswicklungen alle parallel geschaltet, so dass auch ein höheres Übersetzungsverhältnis (460V : 6V) möglich wurde.
Sehr schöne Tiefen, jedoch ein Effekt: Beim Kurzschließen der Sekundär-Wicklungen weniger Signal-Abfall beim testweise parallel betriebenen "EL41-Übertrager" als im umgekehrten Fall. Ursache ist vermutlich die größere Streuinduktivität der kleinen Kerne und der bessere Wirkungsgrad des größeren Kernschnittes des Röhren-AÜ.
"Summa summarum" aber kein Unterschied in der Lautstärke feststellbar bei sehr schwachen Sendern.
Wird deshalb darauf hinauslaufen, dass der "In-Ear / Gehörschutz"- Hörer einen festen Stecker mit diesen beiden 230/2x6V- Printtrafos bekommen wird, dann entfällt auch das Marmeladenglas-Gedöns. (wo habe ich das bloß schon mal gelesen ???)
Ein Vorteil ist auch, dass man die Primärwicklungen gegensinnig in Serie schalten kann, so dass sich ein von den Trafos aufgenommenes Störfeld gut kompensiert. Die Sekundärwicklungen dann entsprechend antiparallel.
Standard-Gegenprobe auch vielversprechend: Einen Hörer-Anschluß auf Masse und den anderen mit zwei Fingern berühren. Es kommen mehr Tieferfrequente Störsignale als beim neu geschichteten "EL41" Übertrger, was den Höreindruck bestätigt.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
basteljero:Moin, Kalle,
Zitieren:Kleinere Netztrafos hab ich z.Z. nicht und die "Preisfrage" ist: Welche Induktivität der 230V Primärwicklung kann man bei einem 1...2...5...10VA Netztrafo erwarten?
Wohl weniger, als man denkt, jedenfalls verursachte im heutigen Test ein 1,5 VA-Printtrafo parallel zum "EL41-Übertrager einen recht starken Abfall der Spannung im Detektor. (Ähnlich dem 5W oder 10W ELA-Übertrager).
Die Serienschaltung von zwei Stück brachte dagegen kaum Abfall, so wurden die 6V-Ausgangswicklungen alle parallel geschaltet, so dass auch ein höheres Übersetzungsverhältnis (460V : 6V) möglich wurde.
...
Gruß Jens
Hallo Jens,
Induktivitäten von Primärwicklungen der 1,5VA Netztrafos kannst du wohl nicht messen oder?
Dass sich bei Impedanzen parallel geschaltet die wirksame Impedanz verringert, ist doch normal.
Aber die Idee zwei gleiche Klein-Netztrafos primärseitig in Reihe zu schalten und sekundarseitig parallel zu schalten, um das wirksame Übersetzungsverhältnis zu vergrößern, finde ich gar nicht so dumm. Klein-Netztrafos mit Sekundärspannungen unter 6V und damit höherem Übersetzungsverhältnis sind ja eher selten. Hatte mal einen kleinen 220V-3V Trafo in einem kleinen Stecker-Netzteil gefunden, keine Ahnung wozu das mal gehörte.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
hallo Kalle,
Zitieren:Induktivitäten von Primärwicklungen der 1,5VA Netztrafos kannst du wohl nicht messen oder?
Nicht mit meinem kleinen LCR-Handgerät, das geht nur bis 20H
Zudem interessierte mich vor allem, wie sich die Gesamtkombination der beiden Printtrafos zusammen mit dem umgebauten HED 4408 (117 dB/mW) verhält.
Zunächst die Eingangs-Impedanz, hinter dem Vorwiderstand von 100 kOhm hat man über einen weiten Frequenzbereich etwas mehr als die Hälfte der Generatorspannung.
Das kommt auch ungefähr hin, mit einem Leerlaufspannungsfaktor von 1,4 ergeben sich für den Netztrafo 8,4 V, für beide Trafos ein Übersetzungsverhältnis von 460V : 8,6 V = 54 und für die primär- Impedanz ü²*Z2 = 32 Ohm x 54² = 93 kOhm.
Mit 100nF parallel dann zur Primärseite eine Resonanzfrequenz von etwa 70 Hz, 50H Induktivität spuckt "redcrab" aus. Die 50H haben dann bei 1000 Hz einen Blindwiderstand von 314 kOhm.
Brummkompensation obwohl die Verwendung von 2 Trafos eine Notlösung darstellt (die überraschend gut arbeitet), hat sie einen entscheidenden Vorteil: Ein von beiden Trafos aufgenommenes magnetisches Störfeld (hier Halogen-Schreibtischlampe mit Trafo) erzeugt bei geeigneter Beschaltung gegensinnige Ströme im Hörer, die sich gegeneinander aufheben. man hört, im Gegensatz zu einem größeren Kern wirklich "nichts".
Vergleich mit dem 4000 Ohm-Omega-Hörer (2 x 2000 Ohm)
Der hat eine Impedanz von ungefähr 16 kOhm und muss nach Mende: "zeitgemäßer Detektorempfang" Diodenmäßig an etwa 1/3 Anzapfung (vom kalten Ende) der Kreiswicklung gelegt werden, um den nicht zu breit zu machen. Beim hochohmigen 100kOhm- Übertrager kann die Diode dagegen an die volle Windungszahl gelegt werden und arbeitet mit höherer HF-Spannung merklich günstiger.
Beim abendlichen Hörempfang äußerte sich das darin, dass mit dem 16 kOhm-Omega nur starke Stationen wie "talk sport" gut hörbar waren, mit dem 100 kOhm- Hörer selbst an Anzapfung des Kreises auch leisere Stationen bzw. der örtliche Störnebel. Voraussetzung ist aber, dass die Güte des Kreises so hoch ist, dass HF an ihm mit geringerem Belastungswiderstand entsprechend ansteigen kann.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
basteljero:hallo Kalle,
Zitieren:Induktivitäten von Primärwicklungen der 1,5VA Netztrafos kannst du wohl nicht messen oder?
Nicht mit meinem kleinen LCR-Handgerät, das geht nur bis 20H
...
Mit 100nF parallel dann zur Primärseite eine Resonanzfrequenz von etwa 70 Hz, 50H Induktivität spuckt "redcrab" aus. Die 50H haben dann bei 1000 Hz einen Blindwiderstand von 314 kOhm.
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Gruß Jens
Hi Jens,
Also kannst du doch die Induktivität bestimmen, nur nicht (direkt) messen.
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Hallo zusammen, ich hatte einmal den Versuch unternommen, unter definierten Bedingungen die Anpassung eines Detektors an einen 32 Ohm Kopfhörer durch Reihen/Parallelschalten zu verbessern. Dazu habe ich den hier im Forum bereits vorgestellten Mittelwelle-Modulator benutzt, mit 1 kHz gespeist und die Entfernung auf für mich "gerade noch hörbar" gewählt. Die Schaltung der beiden Trafos zeigt das Bild. Und auch das Ergebnis...
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Hallo Jan, Das ist klar, man benötigt nicht nur das Übersetzungsverhältnis, sondern der Übertrager darf selbst den Detektor-Kreis nur möglichst wenig belasten.
Beispiel ist mein in einem der ersten Beiträge vorgestellte Schalenkern-Übertrager für SAQ-Empfang:
Schaltet man den ein, stellt er praktisch einen Kurzschluß dar. Auch hier hört man nichts. Erst mit dem Zuschalten eines Parallel-Kondensators entsteht ein Resonanzkreis hoher Güte. Der Detektor wird dann nur bei einer einzigen NF-Frequenz, der Hörfrequenz von 800 Hz mit dem Resonanziderstand belastet. der im Mega-Ohm-Bereich liegt.
Alle anderen Frequenzen werden plattgemacht.
Für den Hörbereich braucht man also eine möglichst große Induktivität für großen Blindwiderstand, mit den schon beschriebenen Problemen konstruktiver Art, die dabei auftreten.
Versuche sind gut, aber es ist extrem hilfreich, sich die genannten Otto-Limann-Artikel aus der Funkschau gesammelt als PDF zusammenzustellen und durchzuarbeiten.
Zitieren:Irgend etwas habe ich wohl falsch eingeschätzt.
Vielleicht nicht direkt "falsch", aber es sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
-Die Impedanz, die man durch die Übertrager erhalten will. Es ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll, auf die 16 kOhm des 4000 Ohm-Hörers zu transformieren, sonder wesentlich höher zu gehen, um die volle HF-Kreisspannung nutzen zu können.
-Die Impedanz / den Blindwiderstand des Übertragers, die dann höher liegen muss.
Da findet man im Netz so gut wie nichts, immer werden nur "Impedanzen angepasst", teilweise auf absurd hohe Werte. Und das mit Übertragern wie 100V-ELA-Übertragern. In Deinem Beispiel kann man online für eine NF- Mittenfrequenz von 1000 Hz und einer Induktivität von 2 H den zugehörigen Blindwiderstand ausrechnen. https://www.redcrab-software.com/de/Rechner/Elektro/XL Er beträgt nur 12,6 KOhm und stellt eine zusätzliche Belastung für die Detektor-Diode dar, die diesen Strom liefern muß.
Ihm parallel liegt dann noch die hochtransformierte Impedanz des angeschlossenen 32-Ohm- Hörers. und man erhält einen noch geringeren Wert.
Es entsteht ein krasses Mißverhältnis: Der hochtransformierten Hörer-Impedanz von 32 Ohm x 400 = 12800 liegt ein etwa gleichgroßer Wert des Übertragers parallel, etwas über 6 kOhm muß die Diode noch treiben.
Das ist fast 1/3 der alten 4000-Ohm Hörer mit 16 kOhm Impedanz und 1/45 der 300 kOhm, die etwa im vorgestellten Detektor-Hörer erzielt werden, der an 100 kOhm Impedanz arbeitet.
Am ehesten ist der Detektor-Übertrager wohl mit einem Mikrofonübertrager vergleichbar: Nehmen wir das Limann-Beispiel, nur dass der hochohmige Wicklungsteil natürlich an der Diode liegt: Anstelle der 20 kOhm "oben" auf dem Bruchstrich das 5-fache des Wertes, um mit 100 kOhm direkt an den Kreis gehen zu können. "unten" muß dann die untere Grenzfreqenz auf das 5-fache erhöht werden (150Hz) um dann wieder die 100 Henry Induktivität zu erhalten.
Eine solcher Übertrager ist aber hobbymäßig mit 0,03mm Draht nicht herzustellen, Printtrafos kommen als billig-Lösung wohl am ehesten in Frage und hier bevorzuge ich nach einigen Tests die blauen "Block" mit EI30-Schnitt. --- Am Hörer könnte man noch ansetzen Die gewöhnlichen 32 Ohm-billig-Hörer, die hier so rumliegen, sind sämtlich "stocktaub". Der HD 4408 mit seinen beiden 15-Ohm-Kapseln brachte wesentlich bessere Ergebnisse.
Gibt da noch den Monachor ES220, mit 113dB/mW angegeben. Es scheint im Netz niemand speziell für die Detektor-Problematik die Miniatur- balanced-armature-Treiber probiert zu haben, die aus china auch im unteren Preissegment angeboten werden. Die werden mit 110dB/mW angegeben und könnten, mit Schutzbeschaltung, direkt im Gehörgang plaziert werden.