Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Hallo,
Heute mal eine kleine Tabelle gemacht, wieder mal sehr vereinfacht. Zu jeder Primär-Induktivität eines Übertragers gehört ein Blindwiderstand bei einer bestimmten Frequenz, üblicherweise nimmt man 1000 Hz als Mittenfrequenz für den Sprachbereich. Idee dabei: Der Strom, der durch diesen Blindwiderstand fließt, ist umso kleiner, je größer der Blindwiderstand ist und die Induktivität. Angabe des zusätzlichen Stromes, den die Diode wegen des Trafos liefern muss deshalb, weil dann keine Verwechselung mit dem Anpassungswiderstand passieren kann, der bei Übertragern in den Datenblättern angegeben wird. Mitunter verraten die Hersteller aber auch die Induktivität, z.b. bei den "Hammond"-Übertragern.
Wenn sekundärseitig dann der Hörer angeschlossen wird, kommt dessen Impedanz (bestehend aus Induktanz und Wirkwiderstand) hochtransformiert zur Wirkung und verursacht einen zusätzlichen Strom.
Die beiden mal ins Verhältnis gesetzt, abhängig von der Induktivität des Übertragers:
Wie man sieht, ist es unmöglich, bei kleinen Induktivitäten hochohmig anzupassen. Es fließt dann ein wesentlich größerer Querstrom durch den Trafo als man für den Hörer selbst nutzen kann. Die Spannung am Resonanzkreis bricht dann extrem ein, denn der ist ja ebenfalls hochohmig, wenn seine Güte hoch ist und die Antenne lose angekoppelt ist. - Wegen der doch recht guten Ergebnisse mit den beiden in Serie geschalteten Printtrafos wurde nochmals die Induktivität des 10W-ELA-Übertragers (Conrad 516104) über Resonanz gemessen. Das geht schnell, deshalb auch einige andere schon mal als Übertrager getestete Trafos wurden gemessen.
[Edit 2026-04-29]
Je größer die Induktivität des jeweiligen Übertragers, desto größer auch im praktischen Aufbau die erhaltene NF-Spannung am Hörer. Einzige Ausnahme war ein 400V-Printtrafo, der auch in vorhergehenden Röhren-Versuchen nicht so gut
Es kristallisieren sich folgende Lösungen heraus: Die geringsten Verluste: - Das Neubewickeln eines größeren, verlustarmen Kernes, der mit mehreren Kammern ausgestattet wird, um die Wicklungs-Kapazität zu verringern (obere Hörfrequenz, dielektrische Verluste. Idealerweise fällt die "Streuspitze" in den oberen Hörbereich von 2000Hz.
Das ergibt höchste Induktivität bei etwa 4000 bis 6000 Windungen 0,1 Cul in 4 Kammern. Die "Omnitronic von LTT scheinen kein verschweißtes Joch zu haben und sind nur mäßig stark getränkt h t t p s://www.ltt-versand.de/ton/installationela-technik-100v/?p=1&o=3&n=96
Die "geringste Aufwand-Lösung": - Die Verwendung von 2 in Serie geschalteten 10W-Ela-Übertragern mit 0,625W als letzten Abgriff (Conrad, Völkner)
Die "Leichtbau-Lösung" - 2 Block 1,5VA-Printtrafos der "VE-Serie, wie beschrieben. Für den 117 dB/mW "In-Ear-Hörer" ergaben sich kaum Unterschiede zum "selbstgewickelten" Der Hörer ist hier das Problem, gute -10dB gegenüber dem selbstgebauten "Druckkammertreiber-Hörer" nach dem Stetophon-Prinzip, der sehr unbequem ist mit dem brutal starken und schweren Magnetsystem.
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Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Ich habe mal bei meinen Versuchen recht erfolgreich eine alte Bosch Zündspule mit ~60 Ohm InEarKH in Serie verwendet. Die sind leider auch nicht mehr einfach zu bekommen...
Re: Kopfhörer, Übertrager und Impedanzanpassung für Detektor
Moin,
Zitieren:Ich habe mal bei meinen Versuchen recht erfolgreich eine alte Bosch Zündspule mit ~60 Ohm InEarKH in Serie verwendet.
Das wäre wert, genauer ausgemessen zu werden. Aber "in Serie" ? In wiki ist eine Tabelle mit einigen Zündspulen drin, und jede Menge Infos. https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndspule
Demnach liegen die meisten Typen über 50H Induktivität, Mantelkern, wenig Verluste, geringe Kapazität der (dann) Primärwicklung und ein Übersetzungsverhältnis um die 90 Das sollte passen, weil man die Hörkapseln wahlweise parallel oder in Serie schalten kann.
(Anders als in den "neuzeitlichen" Detektor-Vorstellungen versuche ich nicht, an die hohe Kreisgüte anzupassen, sondern an die von Mende genannten 100 kOhm, das scheint mir besser zu passen, wegen der starken Dämpfung durch die Antenne, die ja immer mehr oder weniger stark angekoppelt ist.)
Was noch gut geht: Alte Anodenstromdrosseln etwas abwickeln für den Platz der Hörer-Wicklungen. Gestern heftig mit dem Tauch-Tränklack einer alten Siemens-Drossel gekämpft, die geriet ins Visier wegen der dünnen und daher verlustarmen Trafo-Bleche und des recht großen M85-Kernes.
Einfach Blech mit der Wapu greifen und dann mit leichtem Prellschlag rausziehen. Theoretisch...
Bei diesem M85-Kern wurde Stufenwicklung angewendet (100 Wdg/Stufe), um nicht wieder einen Mehrkammer-Spulenkörper basteln zu müssen.
Der Kern ist jetzt in die Tabelle aufgenommen, ebenso wurde noch ein großer Ringkern "gemessen" und die Hälfte eines großen Schnittbandkernes eines 4x EL34-ELA-Verstärkers. Haben aber beide so eine zu große mittlere Eisenweglänge, man gewinnt nichts, weil da wieder mit mehr Wicklungen gegengesteuert werden muß.
---- Jan (regency) hatte einige Beiträge vorher zwei Übertrager mit jeweils 1H Primärinduktivität in Serie geschaltet, das Ergebnis war "bringt gar nichts".
Heute war das Dach trocken und mit dem jetzt gewickelten Übertrager und auch mit dem umgewickelten Omnitronic war an empfindlichen Druckkammer-Hörer die BBC auf 693 sehr leise hörbar. Aber auch mit zwei in Serie geschalteten 10W-ELA-Übertragern, die immerhin zusammen 31 H Induktivität haben. Bei Conrad ist das Datenblatt zum 10W "Elma TT"-Übertrager mitsamt Wickelvorschrift eingestellt, so dass man rückrechnen kann und nicht nur "im Nebel rumstochert":
Etwa 11 Euronen kostet jeder Übertrager, es lohnt m.M. nach nicht, hier sparen zu wollen und nur einen zu verwenden.