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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?
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14.02.16 15:13
Herrmann 

WGF-Nutzer Stufe 3

14.02.16 15:13
Herrmann 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Zitieren:
Die Röhre REN914 im AEG Ultra Geadem 304 arbeitet als Richtverstärker, auch als Anodengleichrichter oder als Steilaudion bezeichnet.

Das erklärt auch Rainers Irritation über den Begriff "Audion" in der Schaltungsbeschreibung. Die Definition dieses Begriffs wurde und wird kontrovers diskutiert.

Übrigens, diese raffinierte Art der Regelspannungserzeugung läßt sich mit einer ECH- / UCH-Röhre in Form eines Einkreisers mit Rückkopplung leicht nachbauen. Ich schlage dafür die nostalgische und bezahlbare ECH4 vor. Das Heptodensystem wird wie die erste RENS1234 beschaltet, das Triodensystem (angekoppelt via RC-Kopplung) wie die REN914.
Der Rückkopplungseinsatz sollte wegen der recht steilen Regelung noch weicher sein als bei einem Gitteraudion.

Gruß
Herrmann

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14.02.16 18:31
Herrmann 

WGF-Nutzer Stufe 3

14.02.16 18:31
Herrmann 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo Wolle,

Danke für die ausführliche Beschreibung der RENS1234. Das heißt also, diese Röhre wurde nicht explizit als Mischröhre für Super entwickelt? Läßt sie sich dafür gut verwenden?

Zitieren:
Die Röhre V2 arbeitet als HF- Verstärker mit Rückführung zum Gitter 3.

Kannst Du auch etwas zur Art und zum Zweck der Rückführung sagen? Mitkopplung, Gegenkopplung oder Neutralisation? Rainer und ich haben ja bereits Vermutungen angestellt.

Gruß
Herrmann

14.02.16 18:38
wumpus 

Administrator

14.02.16 18:38
wumpus 

Administrator

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo zusammen,

der Ultra Geadem ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein Geradeausempfänger (zumindest in diesen Jahren) einem Durchschnittssuperhet "die Stirn bieten" konnte.

Die Selektion mit 3 Kreisen war so schlecht nicht und dem typischen Mangel eines Standardaudions hinsichtlich Signalfestigkeit und Fadingkompensation konnte der 304W etwas entgegensetzen.

Man sieht auch, wie schnell die Röhrenentwicklung bei den Mehrgitterröhren voran ging. Fast jedes Jahr kamen verbesserte Typen heraus, die RENS1234 ist hier ein gutes Beispiel.



Gruß von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

"Vom Mund zum Ohr auf dem Strahle der elektrischen Kraft!"
Als MP3-Datei: http://www.welt-der-alten-radios.de/files/auf-dem-strahl.mp3

14.02.16 19:19
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

14.02.16 19:19
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo Rainer, hallo liebe Forumer.

Das größte Problem des Geradeausempfängers ist der Gleichlauf der abgestimmten Kreise. Das Ende der Fahnenstange stellen hier die Radios von Mende dar. Diese Geräte haben fünf abgestimmte Kreise, die gemeinsan abzustimmen sind.
Die erste Generation, der Super Selektiv, kam 1932 auf dem Markt, 1933 wurde der "Ultra Selektiv" angeboten und 1934 erschien als letztes Modell dieser Geradeausempfänger der Ultra Selektiv 450W.
In der Folgezeit verlies Mende diese aufwendige Fertigung und stellte Überlagerungsempfänger her.
Nach meiner Kenntnis hat Mende als einzigster Hersteller in Deutschland Geradeausempfänger mit fünf abgestimmten Kreisen hergestellt.

Mit vielen Grüßen.
Wolle

14.02.16 20:16
wumpus 

Administrator

14.02.16 20:16
wumpus 

Administrator

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo zusammen,

ja, der Gleichlauf der beteiligten Kreise war u. U. schon bei zwei Kreisen ein Problem. Deshalb hatten verschiedene Mehrkreiser entweder interne Gleichlauf-Trimmer und / oder von aussen bedienbare Justage-Möglichkeiten. Aber ganz frei von Gleichlaufproblemen waren auch Superhets nicht. Hier sollte jedenfalls ein einigermaßener Gleichlauf zwischen Vorkreis(sen) und Oszillatorkreis sichergestellt sein.



Gruß von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

"Vom Mund zum Ohr auf dem Strahle der elektrischen Kraft!"
Als MP3-Datei: http://www.welt-der-alten-radios.de/files/auf-dem-strahl.mp3

14.02.16 22:00
wumpus 

Administrator

14.02.16 22:00
wumpus 

Administrator

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo zusammen,

Der Mende Ultra Selektiv 450W ist auch hier zu sehen:

http://www.welt-der-alten-radios.de/auss...dios-1-427.html

Das 5-Kreis-Monster schlechthin.


Gruß von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

"Vom Mund zum Ohr auf dem Strahle der elektrischen Kraft!"
Als MP3-Datei: http://www.welt-der-alten-radios.de/files/auf-dem-strahl.mp3

15.02.16 09:08
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

15.02.16 09:08
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Lieber Rainer.

Vielen Dank für den Verweis auf den Mende Ultra Selektiv 450W. Dieser Fünfkreiser in Geradeaschaltung macht zwei Probleme dieses Konzeptes deutlich.
1. Der notwendige Gleichlauf der fünf abgestimmten Kreise ist schwer erreichbar. Gefiederte Platten des Rotors können hier nur begrenzt helfen.
2. Auf Grund der hohen Stufenverstärkung tritt schwer beherrschbare Schwingneigung des Empfängers auf. Sorgfältige Abschirmung und Beachtung der Qualität der Masseverbindungen sind hier unbedingt zu beachten. Bei der Reparatur kann man sich ein Schwingen einhandeln, wenn man Wickelkondensatoren ersetzt. Von Mende wurden spezielle induktionsarme Kondensatoren eingebaut. Als Ersatz ksnn man Vielschicht- oder Keramikkondensatoren einbauen, bei denen dieses Problem nicht auftritt. Normale Wickelkondensatoren verursachen ein Schwingen, das nur schwer oder gar nicht zu beseitigen ist und manchen schon zur Verzweiflung gebracht hat.
Als Ausweg wurde der Überlagerungsempfänger entwickelt. Dieses Konzept hat zwei oder drei abgestimmte Kreise und mehrere Festkreise. Die Verstärkung wird durch die Stufen mit festabgestimmten Kreisen (ZF- Verstärker) realisiert.
Der Nachteil ist die Schwierigkeit, einen möglichst optimalen Gleichlauf zu erreichen. Bei AM- Supern wird das mit einem Dreipunktabgleich erreicht, bei UKW- Empfängern mit einem Zweipunktabgleich.
Da man sich europaweit nicht auf einen einheitlichen Standard einigen konnte, gab es auch bei der Konzipierung des ZF- Verstärkers Probleme, die man nicht dem Geräteentwickler anlasten kann. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die "pfeifende Johanna" von Telefunken. Auch Siemens und andere Hersteller hatten mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen, was zu Rückrufaktionen führte. Rückrufe sind ja heute noch an der Tagesordnung, heute allerdings bei Autoherstellern.
Eine interessante Lösung des Gleichlaufproblems zwischen Oszillator- und Vorkreis kam aus den USA und wurde europaweit übernommen. Der Oszillator und der Vorkreis erhielten Abstimmkondensatoren mit unterschiedlicher Kapazität. Damit konnten die Abweichungen des Gleichlaufs minimiert werden.

Mit vielen Grüßen.
Wolle

15.02.16 10:19
wumpus 

Administrator

15.02.16 10:19
wumpus 

Administrator

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo Wolle,

das ist sicher richtig: 5 Geradeauskreise mit jeweils einer Verstärkerstufe dazwischen brachte das Problem der Selbsterregung in den Vordergrund. Nicht ohne Grund sind andere Firmen kaum den Weg von Mende mitgegangen. Andererseits, war der Mende gut abgegleichen und eingestellt, ging der richtig ab.

Man versuchte ja in diesen Jahren auch mit dem Neutrodyne-Konzept die Selbsteregung in den Griff zu bekommen, war nicht einfach. Der Super hatte den unbedingten Vorteil, dass im ZF-Teil die beteiligen Kreise auf eine feste Frequenz einmalig abgeglichen werden konnten und hier dann Gleichlaufprobleme nicht auftraten.

Bei Spitzensuperhets wurden dann aber doch wieder schon mal mehrere Kreise mit und ohne HF-Vorstufe vor dem Mischer verwendet, zum Teil auch als abgestimmte Bandfilter. In Verbindung mit dem schon erwähnten Gleichlaufproblem Vorkreis/Oszillatorkreis war dann jedenfalls auch eine gewisse Sorgfalt beim Erzeugen des Gleichlaufs zu beachten. Auch bei Supern gab es keinen 100%-Gleichlauf zwischen Vorkreis uns Oszillatorkreis (trotz der unterschiedlichen Drehkokapazitäten). Beim Abgleich dieses Gleichlaufs gab es unterschiedliche Strategien, wie 2-Punkt oder 3-Punkt-Abgleich, um eine größtmögliche Linearität zu erreichen.

Alles in Allem ein interessantes Thema.

Gruß von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

"Vom Mund zum Ohr auf dem Strahle der elektrischen Kraft!"
Als MP3-Datei: http://www.welt-der-alten-radios.de/files/auf-dem-strahl.mp3

15.02.16 14:59
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

15.02.16 14:59
Wolle 

WGF-Premiumnutzer

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo Rainer.

Der Dreipunktabgleich wurde bei AM- Supern mit Drehkoabstimmung praktiziert, bei UKW- Empfängern mit Drehkoabstimmung dominierte der Zweipunktabgleich. Ich muß hier etwas präziser formulieren, weil mit dem Aufkommen der mittels Kapazitätsdioden abgestimmten Empfänger sich die Möglichkeiten des Abgleichs veränderten.

Mit vielen Grüßen.
Wolle

28.02.16 09:42
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

28.02.16 09:42
Airwaves 

WGF-Premiumnutzer

Re: Darf es ein wenig mehr Radiodesign sein?

Hallo zusammen,
ich habe in meiner Sammlung noch ein Gerät zum Thema Radiodesign entdeckt, das ich euch mal so für zwischendurch, vorstellen möchte. Es handelt sich um den Loewe Typ Opta 638W von 1937. Dieses Gerät sieht für mein Empfinden, für das Baujahr schon recht modern und sachlich aus. Die Formen und die Gestaltungsvielfalt von Radiogeräten, der 30er begeistert mich ja immer wieder aufs Neue. Dagegen waren die 50er eher eintönig .

Das Radio ist ein 6 Kreis Super für die Wellenbereiche L, M und K. Die verwendeten Loewe- Röhren sind: 4M2, 4H2, 4V1, 4E1, 140NG oder umgeschlüsselt : ACH1, AF3, ABC1, AL4 und AZ1. Das Radio hat einen, mit dem mehrstufigen Klangschalter gekoppelten Bandbreiteschalter. Der Netzeingang ist beidseitig mit auffällig großen Entstörspulen ausgestattet. Die Endröhre AL4 befindet sich separat neben der Gleichrichterröhre, über dem Netztrafo.

Bei dem von mir gezeigten Gerät war statt der AL4, eine Wehrmachtsröhre mit 12 Volt Heizung eingebaut. Geheizt wurde diese Röhre sehr abenteuerlich, zwischen den Primäranschlüssen des Netztrafos für 110 und 125 Volt. Vermutlich wurde dieser "Röhrenersatz" in der Zeit kurz nach dem Krieg bewerkstelligt. Not macht eben bekanntlich manchmal erfinderisch .

Loewe Opta 638W




Viele Grüße,
Christian

wumpus: aufgenommen

Datei-Anhänge
Loewe Opta 638W.JPG Loewe Opta 638W.JPG (79x)

Mime-Type: image/pjpeg, 585 kB

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