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Ferrit-Stäbe und Rahmenantenne kombinieren?
 1
03.10.07 08:31
Berni 

Premium-Nutzer

Ferrit-Stäbe und Rahmenantenne kombinieren?

Morgen.

Ich hatte mir eine Rahmenantenne gebastelt. 60 x 60 Zentis. Da zufällig 4 Ferritstäbe auf dem Tisch rumlagen habe ich die in die Rahmenantenne gehalten. Der Empfang wurde aber nicht besser oder schlechter?

Berni

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03.10.07 09:41
DB4IW

nicht registriert

Re: Ferrit-Stäbe und Rahmenantenne kombinieren?

Hallo Berni,

Du hast zwar nichts zu der Länge der Stäbe geschrieben, aber ich gehe mal davon aus, dass es die üblichen 10 bis 20 cm gewesen sein mögen. Das kann dann gar nichts bringen, den das Wirkungsprinzip der Ferritantenne beruht darauf, dass durch eine Bündelung des Kraftlinienverlaufs das Feld in gewisser Weise konzentriert wird. Die Eigenschaft des Eisens verkürzt gewissermaßen den Weg der Linien, die in der Nähe des Stabes liegen dadurch, dass sie sich nicht in der "langsameren" Luft ausbreiten, sondern den "schnelleren" Stab benutzen, weil sie nach dem kürzesten Weg streben. Die Frage, um wieviel der Weg verkürzt wird, ist mit der Permeabilität des Ferritmaterials verknüpft.

Man kann sich leicht in einem Gedankenexperiment klar machen, dass die Wirkung eines Ferritstabes allerspätestens in einer Entfernung der halben Stablänge aufhören muss. Denn in diesem Abstand hätte die Feldlinie zum Stab und und wieder zurück den gleichen Weg, den sie hätte, wenn sie sich nicht zum Stab ablenken ließe. Sie wird sich also nicht mehr ablenken lassen.

In Wirklichkeit ist dieser Grenzabstand wesentlich geringer als die halbe Stablänge, weil die Permeabilität natürlich nicht unendlich groß sein kann und weil die Feldlinien sich nicht rechtwinklig zum Stab hin ablenken lassen, was unser Gedankenexperiment (zweimal halber Weg im Vergleich zur Stablänge) unausgesprochen voraussetzt.

73 de Fritz

--
Fritz * DB4IW * Wertheim am Main

03.10.07 21:20
gollum 

WGF-Nutzer, Stufe I

Re: Ferrit-Stäbe und Rahmenantenne kombinieren?

Hallo,
ich habe ja auf meinen Detektor-Seiten http://www.oldradioworld.de/gollum/hantenna.htm#Ferrite einen Bauvorschlag mit immerhin ca. 25 Ferrit-Stäben a 1 cm * 15 cm. Der ungefähre Gesamtdurchmesser aller Stäbe lag bei ca. 6 cm.

Ich hatte damals natürlich auch noch mehr Stäbe probiert, aber schon bei ca. 7 cm Gesamtdurchmesser blieb zusätzliche Empfangsleistung weg.

Wie Fritz schon angedeutet hat, lag in der Praxis der Wert also deutlich unter 15 / 2 = 7,5 cm.

MFG Rainer
Wellen von weitweg durch den Kristall zum Ohr

Genereller Hinweis: Die Anwendung der Groß/Kleinschreibung erleichtert die Lesbarkeit von Beiträgen..
03.10.07 22:59
DB4IW

nicht registriert

Re: Ferrit-Stäbe und Rahmenantenne kombinieren?

Hallo Rainer und Berni,

Berni hatte das Ganze im Innern einer 60 cm x 60 cm großen Rahmenantenne versucht. Ich hatte Dich, Berni, so verstanden, dass Deine Ferritstäbe keine eigene Wicklung hatten, sondern dass Du versucht hast, die Wirkung der Rahmenantenne durch Einbringen der Stäbe in die Mitte zu verändern. Es kann sein, dass ich das falsch verstanden habe. Jedenfalls beziehen sich alle meine obigen Angaben auf diesen Fall.

Es ist allerdings nicht ungewöhnlich - und in aller Regel auch wirksam -, einer gewöhnlichen Ferritantenne dadurch zu höherer Leistung zu verhelfen, dass man sie (mit ihrer eigenen Spule oder dem ganzen Empfänger) ins Innere einer Rahmenantenne legt (die nur aus dem ansonsten mit nichts verbundenen Schwingkreis aus Rahmenwicklung und Drehko besteht) und diese in Resonanz mit der eingestellten Empfangsfrequenz bringt.

Es ist übrigens beim Bau von Ferritantennen auch nicht optimal, wenn die Wicklungen unmittelbar auf den Stäben oder eine dünnen (Papier-)Unterlage aufgebracht werden. Ein gewisser Abstand zwischen Ferritstab und Wicklung ist gut für die Güte der Spule. Wolfgang Friese gibt den Abstand mit mindestens einem Drittel der Stabdicke an. Und wenn man in die BAZ-Module hineinschaut, dann wird das auch dort eingehalten. Wie es bei Grahn, Charly Hardt und anderen gemacht wird, weiß ich nicht.

Bei der Bündelung von Stäben gibt es übrigens einen Zusammenhang zwischen optimalem Durchmesser-Länge-Verhältnis und Permeabilität. Einerseits spielt unterhalb einer bestimmten Permeabilität die Stablänge eine immer geringere Rolle, andererseits macht sich mit steigender Permeabilität eine Vergrößerung des Durchmessers immer weniger bemerkbar. Daraus folgt, dass es für jede Permeabilität ein optimales l/D-Verhältnis gibt. Dipl.-Ing. Alfred Nowak, auf dessen Artikel in der Funkschau 12/1953 ich mich bei diesen Angaben beziehe, nennt beispielsweise für einen 180 mm langen Ferritstab den günstigsten Durchmesser bei µ=220 mit 9 mm, bei µ=1080 mit 4 mm und bei µ=4200 mit 2 mm. Alles, was darüber liegt (ein 2-mm-Stab wäre in der Praxis zu zerbrechlich), schadet nicht, bringt aber auch nichts mehr.

73 de Fritz

--
Fritz * DB4IW * Wertheim am Main

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