| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet.  Anmelden

Sprache auswählen:

Wumpus-Gollum-Forum. Das werbefreie Fachforum für Sammler
(nicht nur) alter Radios und Unterhaltungselektronik
Forum | English | Registrieren | Regeln | FAQ | Impressum | Suche |
Forum-Ziel
| Gästebuch | Meistgelesen | Werbung/Urheberrechte | Sammlerpreise-alt/neu | Kompendium | Sicherheit | Volksempfänger | Abgleich | Messen | Lautsprecher

| Wumpus Welt der alten Radios. | Gollums Welt der Detektorempfänger | Die letzten deutschen AM-Rundfunksender |
Extern: Deutsches Rundfunk-Museum
| Extern: Blende-und-Zeit-Forum |
Extern: Rettet unsere Radios
| Extern: Voxhaus-Gedenktafel | Extern: Ein Wochenende auf der Insel
Selengleichrichter?
 1
12.12.11 17:31
Belmonte 

Premium-Nutzer

Selengleichrichter?

Hallo liebe Forumsleser und -schreiber,

heute möchte ich Euch wieder eine Frage stellen. Ihr habt mir bisher immer geholfen und deshalb hoffe ich wiederum auf möglichst auch für einen Laien wie mich verständliche Antworten.

Ich nahm heute aus meinem Radio Erfurt II einen strengen, irgendwie käsigen oder fauligen Geruch wahr und gleichzeitig war die Wiedergabe auf allen Wellenbereichen durch ein Schnarren beeinträchtigt. Ich las hier im Forum, dass der Selengleichrichter defekt sein könnte, und dass es ebenfalls etwas mit der Röhre UM 80 (mag. Fächer), die auch nur noch sehr schwach leuchtet, zu tun haben könnte. Den Zusammenhang habe ich allerdings nicht verstanden.

Ist das auf dem nachfolgenden Foto abgebildete Bauteil besagter Gleichrichter, kann ich als Laie ihn auswechseln und was sollte ich ggf. dabei beachten?

Ich danke Euch schon im Voraus für Eure Hilfe und wünsche allen einen schönen Abend!

Datei-Anhänge
GLbearb.jpg GLbearb.jpg (21x)

Mime-Type: image/jpeg, 249 kB

Genereller Hinweise: Wer sich an die Reparatur oder Reinigung oder Restaurierung eines Radios, Fernsehers, usw. wagt
und dabei das Gerät öffnen will, sollte zuvor die Sicherheitshinweise des Forums lesen.

Vor Eingriffen in Geräte bitte diese Hinweise lesen: Was ich auf gar keinen Fall machen sollte!
12.12.11 19:59
puntomane 

WGF-Meister

Re: Selengleichrichter?

hallo belmonte,
dein gerät ist ein sogennanter allströmer, d.h. je nach polung des netzsteckers liegt die netzspannung an allen metallteilen des gerätes
dein bild zeigt diesen selengleichrichter dessen zersetzungsduft auch mir nicht unbekannt ist.
ein ersatz ist nur durch einen modernen siliziumgleichrichter (Si-Diode) machbar, tips zum umbau und zur auswahl findest du hier im kompendium.
wichtig nach wechseln des gleichrichters, messe die leistungsaufnahme des gesamtgerätes und vergleiche sie mit dem aufgdruck auf der rückwand, um teure und brandgefährliche folge schäden auszuschließen
bei allen arbeiten an netzbetriebenen geräten, sicherheitshinweise beachten!
mfg
harry

Zuletzt bearbeitet am 13.12.11 09:57

12.12.11 20:00
qw123 

Premium-Nutzer

Re: Selengleichrichter?

Hallo Belmonte,

Belmonte:
Ist das auf dem nachfolgenden Foto abgebildete Bauteil besagter Gleichrichter, kann ich als Laie ihn auswechseln und was sollte ich ggf. dabei beachten?
das abgebildete Bauteil dürfte ein Selengleichrichter sein. Der Bezeichnung nach ein Einweggleichrichter, der eine maximale Spannung von 500V verträgt.

Ein geübter Bastler kann ihn durch eine geeignete Silizium-Diode, z.B. 1N4007, und einen in Serie geschalteten Widerstand von z.B. 100 Ohm mit einer Belastbarkeit von etwa 5Watt ersetzen.

Aber Vorsicht !!
Erstens liegt dieser Gleichrichter mehr oder weniger direkt an der Netzspannung von 230VAC. Alle Vorsichtsmaßregeln für die Reparatur von Allstromempfängern sollten beachtet werden. Siehe auch das 'Kompendium' dieses Forums.

Zweitens ist es nicht sicher, daß der Selengleichrichter von selbst, z.B. durch Alterung, ausgefallen ist. Falls er jetzt defekt ist, kann er auch als Folge eines anderen Defekts im Gerät ausgefallen sein.

Falls Du den Gleichrichter durch eine Diode + Widerstand ersetzt, sollte beim ersten Einschalten nach der Reparatur ein Gleichspannungsmeßgerät parallel zum Widerstand liegen. (Nochmals Vorsicht! Der Widerstand und damit das angeschlossene Meßgerät kann auf einer hohen Spannung gegen Netzerde liegen.)
Sollte das Meßgerät bei einem Widerstand von 100 Ohm mehr als etwa 12VDC Spannungsabfall am Widerstand anzeigen, besser sofort alles ausschalten und nach einem anderen Defekt suchen.

Übliche Verdächtige sind immer Koppelkondensatoren zur Endröhre UL84 mit Isolationsdefekt, die die Endröhre zu hohem Anodenstrom anregen. Reparatur erfordert in diesem Fall etwas Erfahrung.

Gruß

Heinz

Genereller Hinweis: Die Anwendung der Groß/Kleinschreibung erleichtert die Lesbarkeit von Beiträgen..
13.12.11 09:39
Pluspol 

WGF-Meister

Re: Selengleichrichter?

Hallo Belmonte

Etwas ergänzend zum Einbau der Siliziumdiode und dem erforderlichen Vorwiderstand, ist auch der Zustand des Sieb- und Ladekondensators zu überprüfen. Je nach Fall und Alterung verlieren diese Elkos oft an Kapazität und neigen auch zu internen ohmschen Feinschlüssen.
Das bedeutet, dass die Anodenspannung zu niedrig bleibt, die Elkos heiß werden können bzw. mit "Blitz und Rauch" platzen können. Das würde Deinem Antikradio sehr schaden.
Im Elektronikhandel z.B. beim blauen "C" , der Firma "R" oder in Berlin der Firma "P" kann man solche Elkos für zwei bis drei Euro kaufen oder bestellen. Das verbessert auch die relative "Brummfreiheit".

Freundliche Grüße von Dietmar

Zuletzt bearbeitet am 13.12.11 09:40

13.12.11 12:14
joeberesf 

WGF-Meister

Re: Selengleichrichter?

Hallo zusammen,

es gibt anscheinend immer noch die Möglichkeit neue Selengleichrichtersäulen zu kaufen. Schaut mal im www. unter
dem Stichwort "herrmann + Gleichrichter"

Keine Ahnung was die kosten, aber einfach mal anrufen.


VRMS von 25-400 V
IDAVM von 0,3-1050 A


Gruß

Joe

15.12.11 20:37
Volker 

WGF-Meister

Re: Selengleichrichter?

Hallo Belmonte,

noch eine Ergänzung zum Magischen Auge, das du erwähntest. Es hat nichts mit dem Netzteil zu tun. Wenn aber das Netzteil schon durch einen Defekt eine zu niedrige Anodenspannung liefert, dann leuchten Magische Augen, die oft meistens schon verbraucht sind, noch dunkler. Ursachen für eine zu niedrige Anodenspannung sind zum Beispiel wie bereits erwähnt ein defekter Selengleichrichter, Siebelkos mit hohen Leckströmen oder falscher Arbeitspunkt der Endröhre durch den Leckstrom seines Koppelkondensators. Oft kann auch alles zusammen auftreten.

Nach der Reparatur kannst du ja eine 60-Watt-Glühbirne in Serie zum Netzanschluss des Radios anschließen. Leuchtet die Glühbirne hell wie normal, stimmt was nicht. Leuchtet sie dunkel, kann alles in Ordnung sein.

Viele Grüße Volker

"Das Radio hat keine Zukunft." (Lord Kelvin, Mathematiker und Physiker (1824-1907))

Zuletzt bearbeitet am 15.12.11 21:43

Genereller Hinweis: Die Anwendung der Groß/Kleinschreibung erleichtert die Lesbarkeit von Beiträgen..
24.12.11 14:18
Belmonte 

Premium-Nutzer

Frohe Weihnachten!

Hallo liebe Leute,

vielen Dank für Eure Unterstützung bei den Problemen, die ich manchmal mit meinen alten Radios habe.
Ich wünsche allen Frohe Weihnachten!

Weihnachtliche Grüße aus Ludwigsfelde von Jürgen

 1
Isolationsdefekt   Koppelkondensatoren   60-Watt-Glühbirne   sicherheitshinweise   Ladekondensators   brandgefährliche   siliziumgleichrichter   Elektronikhandel   Gleichspannungsmeßgerät   Koppelkondensators   Einweggleichrichter   zersetzungsduft   Spannungsabfall   Selengleichrichter   Allstromempfängern   Vorsichtsmaßregeln   Gleichrichter   leistungsaufnahme   Selengleichrichtersäulen   Anodenspannung