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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Der Super-Gau eines Radios
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12.05.13 21:07
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

12.05.13 21:07
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Volker!

Sieht gut aus! Gerade diese alten, einfachen Radios machen den meisten Spaß meine ich. Überschaubare Technik, trotzdem nicht "ohne" und gute Leistung. Meist auch preiswert, weil ohne UKW, zu bekommen.
Dem Schlabberbass würde ich durch eine Abänderung der Gegenkopplung, die wahrscheinlich vorhanden ist, beikommen. Zur Not ging auch ein anderer Lautsprecher. Der 1 nF C bildet einen Hochpass, der natürlich auch die erwünschten Bässe abschwächt.

MFG Nobby

Zuletzt bearbeitet am 12.05.13 21:08

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12.05.13 22:16
Volker 

WGF-Premiumnutzer

12.05.13 22:16
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Nobby,

mit dem Klang bin ich noch nicht so zufrieden. Er klingt auch etwas verzerrt. Deshalb werde ich noch mit entsprechenden Gegenkopplungen experimentieren.

12.05.13 23:00
Arno_Jeff 

WGF-Nutzer Stufe 2

12.05.13 23:00
Arno_Jeff 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Volker und alle anderen Interessierten,

in meiner Studentenzeit, als ich noch jung und morgenschön war , wollte ich für mein Transistor-Kofferradio die lästigen und teuren Batteriewechsel einsparen und habe mir einen Netztrafo nach Anleitung eines kleinen Lehrbüchleins selber gewickelt. Ich glaube, es war ein Kern M55 für 30 VA.
Für jeden Trafoquerschnitt gab es in der Tabelle die benötigte Mindest-Windungszahl pro Volt, sowohl primär wie auch sekundär.
Im Elektronik-Fachhandel bekam man auch noch Trafo-Bausätze zum Selberwickeln für wenig Geld, einschließlich der Wickelkerne aus Pertinax-Zuschnitten.
Die über 1700 Windungen der Primärwicklung habe ich abends nach den Vorlesungen mit der Hand sehr sorgfältig und glatt aufgebracht. Alle 10 Windungen machte ich einen Strich aufs Papier. Zur Schlafenszeit sicherte ich mein Werk mit einem Streifen Tesafilm ab, damit es über Nacht nicht auseinanderfiel. Nach jeder Lage kam eine Schicht aus hauchdünnem Isolierpapier drauf, die man auch im Geschäft bekam.
Zum Rechnen gab es damals noch keine Computer geschweige denn Taschenrechner, aber einen Rechenschieber hatte ich, mit dem das Rechnen auch sehr schön flott ging.
Die M-Bleche wechselseitig zu schichten wurde gegen das Ende hin immer schwerer, doch mit Hilfe eines kleinen Hämmerchens bekam ich sie alle in Linie.
Der Trafo war ein voller Erfolg und erbrachte genau die Leistung, die er laut Berechnungsunterlagen haben sollte. Ich hörte auch nichts brummen.
Sekundär hatte ich 12 V, dazu gab's einen Plattengleichrichter für 1 Ampère, den ich aber mit bis zu 2 A belasten konnte, weil ich ihn durch ein Mini-Gebläse gekühlt habe aus einem Microperm-Motor mit selbst zugeschnittenen Lüfterflügeln aus Papier, mit Uhu verstärkt, das Ganze in einen kleinen Windkanal von ca. 3 bis 4 cm Durchmesser montiert. Der Motor wurde von einem winzigen, fertig gekauften Trafo mit kleinem Gleichrichter gespeist.
Ich habe mit diesem Netzteil sogar einen Motorrad-Akku für einen Freund geladen.
Ein Glimmröhren-Spannungsprüfer leuchtete sekundärseitig schwach auf durch kapazitive Kopplung. Doch der nette Elektronik-Händler in Stuttgart zeigte mir, wie das zu beheben war, nämlich mit 33 k-Ohm gegen die Schutzerde.
Etwa 8 Jahre lang hat er mir treu gedient, bis ein Drahtbruch genau am Anfang der Primärwicklung, unerrreichbar für den Lötprügel, seinem Leben ein Ende setzte.
Mein Rat: Wenn eine Neubewicklung ansteht, ist Wickeln von Hand zwar die mühsamste, aber auch die handwerklich beste Lösung, weil man da jede Sorgfalt walten lassen kann. Feines, sehr dünnes Isoliermaterial sollte man auch heute noch bekommen können, um die Wickellagen gegeneinander zu isolieren.
Die Windungszahlen, Wickel- und Drahtquerschnitte usw. sollten heute eigentlich im Internet zur Verfügung stehen.
Dann wünsche ich viel Spaß beim Neubewickeln!

Freundliche Grüße

Arno_Jeff

12.05.13 23:52
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

12.05.13 23:52
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Arno_Jeff!

So einen Händler gibt es hier in D. Da ist fast alles zu bekommen für den Trafo-Selbstbau. Aber Volker wohnt in Schweden, ob es da auch so was gibt?
Bei Röhren AÜ ist die Sache verzwickter, da sind die Primär uns Sekundärwicklungen oft mit einander verschachtelt, auch das Kernmaterial ist nicht mit dem von Netztrafos immer gleichzusetzen. Da liegt der Haken bei der Instandsetzung von Volkers Radio, beim AÜ.

PS: Es gibt hier in D solche AÜ mit 7 k, mehrfach verschachtelt, kosten um die 70 €. Die sind natürlich besser als der in Volkers Radio, eigentlich schon zu gut.

MFG Nobby

Zuletzt bearbeitet am 13.05.13 00:25

13.05.13 14:04
Volker 

WGF-Premiumnutzer

13.05.13 14:04
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo zusammen,

das Radio klang so dumpf und leicht verzerrt, weil der Siebkondensator des AM-Demodulators 6,2 nF statt 330 pF hatte. Ich hatte ihn falsch eingebaut. Ohne Schaltbild ist das manchmal spannend. Jetzt klingt das Radio hell und sauber. Lauter ist es auch.

Beim Abgleich hat sich der Kern des letzten Kreises festgefressen. Wieder ein Super-Gau. Um den Kern zu lösen, habe ich das Bandfilter ausgebaut und geöffnet. Es bestand keine Chance in zu bewegen. Ein Erhitzen mit dem Lötkolben half auch nicht. Zum Glück steht der Kern auf Maximum. Ich frage mich was man macht, wenn der letzte Kreis abgeglichen werden müsste. Man könnte den Kern zerstören und ein passenden finden. Oder ist wird parallel zur Spule ein Trimmkondensator geschaltet, mit dem dann abgeglichen wird.

Trennschärfe und Empfindlichkeit sind auf Kurzwelle beachtlich.

13.05.13 21:13
Holzradio 

WGF-Nutzer Stufe 3

13.05.13 21:13
Holzradio 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Volker, wenn ein Kreis fest ist würde ich ganz einfach dessen Frequenz als ZF verwenden. Du bist ja nicht an die Original-ZF gebunden. Der Oszillator wird einfach passend gezogen.

VG Björn

Es strahlen die Sender Bild, Ton und Wort elektromagnetisch an jeden Ort
-Kraftwerk-

13.05.13 22:10
Volker 

WGF-Premiumnutzer

13.05.13 22:10
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Björn,

so habe ich das auch gemacht. Der letzte Kreis ist recht breit, sodass die Abstimmung nicht kritisch ist. Wahrscheinlich wird dieser Kreis durch die Diode bedämpft. Der Klang ist hervorragend, nachdem ich jetzt auch die Gegenkopplung über den Ausgangstrafo verdrahtet habe.

Ich bin wirklich erstaunt, welche Möglichkeiten die damaligen Empfänger boten. Der Empfang auf Kurzwelle ist ein Genuss. Zum Teil sind die Kurzwellensender mit ein paar Metern Draht im Keller verspannt glockenrein zu empfangen. Selbst die Musikwiedergabe klingt beeindruckend. Die Sender laufen nicht weg. Das Radio wurde 1942 gebaut und in dieser Zeit war der Empfang ausländischer Sender im neutralen Schweden eine ganz spannende Angelegenheit. Viele Schweden konnten ja gut Deutsch oder Englisch. Ein Radio musste damals ein ganz großen Stellenwert haben. Übrigens brachten die schwedischen Rundfunksender so gut wie keine Musik. Bemerkenswert ist auch der Langwellenbereich, der bis fast 400 kHz geht. Ich kann damit einige Flugfunkbaken hören.

Jetzt warte ich nur noch auf den Netztrafo und dann kommt das Chassis endlich in sein Gehäuse. Aber wo bringe ich dann das Radio in der Wohnung unter?

Da fällt mir noch was ein. Eine Diode der EBL1 ist ungenutzt. Diese Diode könnte für eine Schwundregelung genutzt werden.


Chassis, Unterseite, vor der Reparatur.


Rückwand entfernt. Wo die neuen Trafo eingebaut werden, muss genau überlegt werden. Es geht recht eng zu.

Die vergrößerte Darstellung der Bilder kann durch einen Klick auf das jeweilige Bild aufgerufen werden.

So ein Radio aus den 1940ern zu reparieren macht richtigen Spaß. Die Schaltungstechnik ist überschaubar. Da alles aber so zerbrechlich ist, ist es manchmal auch zum Verzweifeln. Die Kabelisolierung zerbröselt, Abgleichkerne brechen ab oder sitzen fest. Die Kontakte sind völlig oxidiert. Die Röhrensockel wackeln teilweise. Als Anfängerprojekt nicht gerade geeignet.

Zuletzt bearbeitet am 13.05.13 23:09

Datei-Anhänge
Chassis-Unterseite-Original.jpg Chassis-Unterseite-Original.jpg (150x)

Mime-Type: image/jpeg, 675 kB

Radio-Rueckseite-Offen.jpg Radio-Rueckseite-Offen.jpg (185x)

Mime-Type: image/jpeg, 246 kB

14.05.13 07:04
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

14.05.13 07:04
nobbyrad58 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Volker!

Sehr wahrscheinlich hat das Radio eine Schwundregelung ALR. Es gibt im Prinzip zwei Schaltungen bei der AM Diodendemodulation und ALR: Mit Einer Diode oder mit Zweien. Ersteres ist die preisgünstigere und wird bei Deinem Radio auch werkeln. Ich würde mal messen an den Gittern der ECH ob bei starken Sendern die -g1 ansteigt, dann ist eine ALR drin. Die würde ich nicht verändern, der Aufwand stände nicht im Verhältnis zum Erfolg.

MFG Nobby

14.05.13 12:21
Volker 

WGF-Premiumnutzer

14.05.13 12:21
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo Nobby, Hallo zusammen,

an der Schwundregelung mache ich nicht viel, wenn überhaupt. Ich habe eine kleine Modifikation im Internet gefunden, die ich noch ausprobieren möchte.

Inzwischen habe ich auch einen passenden Netztrafo. Er war in meinem Netzgerät und hatte überflüssigerweise 2 x 250 Volt sekundär. und 1 x 4 Volt getrennt. Also ideal für die AZ1. Die 6,3 Volt liefern auch noch genug Strom für zwei Skalenlampen 6,3 Volt / 300 mA. Dieser Trafo ist etwa 50 Jahre jünger als das Radio, also praktisch neu. Dafür habe ich in dieses Netzgerät einen anderen Trafo mit 1 x 250 sek. eingebaut. Nun habe ich alle Teile zusammen und es kann an den Umbau gehen.

15.05.13 17:28
Volker 

WGF-Premiumnutzer

15.05.13 17:28
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Der Super-Gau eines Radios

Hallo zusammen,

der neue Netztrafo und der neue Ausgangsübertrager sind nun eingebaut. Kein Brummen zu hören. Wie die Feldwicklung angeschlossen wird, spielt keine Rolle. Noch besser klingt eine moderne Lautsprecherbox, wobei die Feldwicklung durch einen 560-Ohm-Widerstand ersetzt wurde.







Das Netzteil hat eine neue Verdrahtung bekommen, da die Isolierung der alten zerbröselte. Außerdem wurde eine Sicherung eingebaut, die fehlte. In alten schwedischen Radios aus den 1940ern habe ich noch nie eine Sicherung entdeckt.

Das Chassis sieht nun repariert aus. Nun muss noch alles ins Gehäuse eingebaut werden. Dann bin ich mal auf den Klang gespannt. Das Gehäuse ist ja auch für den Klang sehr maßgebend.

Datei-Anhänge
Chassis-von-vorne-mit-neuen-Trafos.jpg Chassis-von-vorne-mit-neuen-Trafos.jpg (228x)

Mime-Type: image/jpeg, 201 kB

Chassis-von-hinten-mit-neuen-Trafos.jpg Chassis-von-hinten-mit-neuen-Trafos.jpg (191x)

Mime-Type: image/jpeg, 223 kB

Chassis-von-oben-mit-neuen-Trafos.jpg Chassis-von-oben-mit-neuen-Trafos.jpg (197x)

Mime-Type: image/jpeg, 170 kB

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