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Digitalradionorm DSR wiederbeleben, Wege zum eigenen DSR-Sender
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26.03.20 16:46
amc57 

Einsteiger

26.03.20 16:46
amc57 

Einsteiger

Re: Digitalradionorm DSR wiederbeleben, Wege zum eigenen DSR-Sender

Hallo Bernhard45,

vielen Dank für die Antwort. Das ist wirklich eine Menge Wissen und Daten, die ich zunächst verdauen muss. Das Ganze wird sicherlich auch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, zumal meine Kenntnisse in der Nachrichtentechnik nur rudimentär sind. Aus meinem Blickwinkel sieht die Lösung über SDR ziemlich kompliziert aus. Unix/Linux-Plattform mit ihren starken I/O und IPC ist für Insider und Freaks natürlich super geeignet. Windows-Nutzern kann man damit aber nicht immer überzeugen und begeistern. Ich habe jahrelang unter HP-UX programmiert und den Krieg dieser zwei Welten oft erlebt. Für einen MS-DAU ist eine Konsoleneingabe schon nicht annehmbar, da er zum Klicken verwöhnt ist. Ich selbst muss zugeben, dass ich zuhause auch keinen Rechner habe auf dem Linux installiert ist. Mal eine live Linux-CD ausprobiert und das war’s. Wofür auch?

Als die zweite Hürde sehe ich die nötige HW. Ich glaube es nicht, dass es viele gibt, die 100€ in ein LimeSDR oder HackRF bereit sind zu investieren. Das sind Tools für Liebhaber. Die Lösung mit dem USB3 nach VGA (FL2k) Konverter um 20€ ist noch ok. Ein Kabeladapter zum Ausführen von HF-Signal wird noch machbar, mehr aber nicht. Es kommt immer auf die User-Zielgruppe an und das ist auch meine Sichtweise. Ich gehöre zu diejenigen, die nur einen alten DSR-Tuner mit wenig Aufwand, HW- und SW-mäßig, an einen PC anschließen möchten.

Ich versuche immer die Probleme nach dem alten KISS-Prinzip Keep It Simple, Stupid zu lösen – und stelle mir das folgendermaßen vor:

1. Die Audioquelle kommt aus dem Internet als Stream oder liegt als Datei in digitaler Form vor, Wortlänge und Abtastfrequenz sind bekannt (Bei DSR sind das max. 16 solche Quellen, die Audioqualität lassen wir außen vor)
2. Der User kann über eine GUI die Stream-Parameter oder Dateinamen eingeben. Die Eingabe werden geprüft (Stream Konnektivität möglich, Datei vorhanden, usw.)
3. Von an einer USB3-Schnittstelle angeschlossenem FL2k Konverter wird dann ein DSR-Konformes HF-Signal 118 MHz generiert, das direkt zum DSR-Tuner geht

Alles andere befindet sich in einer Blackbox, die, mit SDR, GnuRadio, TCP/IP, Widows-API, DirectSound oder virtuellen Soundkarten, was auch immer, implementiert ist. Das sollte einem normalen User egal sein. Nur dann ist es für eine größere Breite interessant und ich persönlich möchte auch nicht wissen, wie das mit SDR im Detail realisiert ist und von FPGA-Programmierung habe ich keine Ahnung.

Gerade schaue ich mir die GUI von DRM und muss feststellen, dass es für unsere Aufgabe völlig überdimensioniert wäre. Es sind zu viele unbekannte Eingaben. Wir brauchen doch nicht das SDR neu zu konfigurieren, da es vorgegeben ist. Der Userdialog lässt sich mit wenigen Eingabefeldern und vielleicht ein paar Comboboxen zu führen. Das ist meine Einschätzung heute.

Um weiter zu kommen, würde ich den erwähnten Rattenschwanz, der von einem Audio-Stream das DSR-Signal unter Windows erzeugt, gern auf meinem PC installieren und testen bevor ich einen FL2k Konverter bei Amazon bestelle. Es ist ein Aldi-PC mit i5 und muss auf jeden Fall reichen. Ob ich das Problem mit mehreren virtuellen Soundkarten hinbekomme, wird sich dann herausstellen. Wenn das mit einer klappt, muss auch mit mehreren gehen. Das sind meine Erfahrungswerte.

Wie komme ich an die SW?

Übrigens der Hack, der hier zum Verbiegen von USB3 benötigt wird, gibt mir zu Denken. Kann man das einem normalen User zumuten?

Viele Grüße

Amc57

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26.03.20 19:35
Bernhard45

nicht registriert

26.03.20 19:35
Bernhard45

nicht registriert

Re: Digitalradionorm DSR wiederbeleben, Wege zum eigenen DSR-Sender

amc57:

Wie komme ich an die SW?



Geplant ist hier ein Github anzulegen, ähnlich dem iRadio. Da ich aber im Moment nur allein das System nutze habe ich ein solches Repository noch nicht erstellt.

amc57:

Übrigens der Hack, der hier zum Verbiegen von USB3 benötigt wird, gibt mir zu Denken. Kann man das einem normalen User zumuten?


Eine Verbiegung ist das für den Fl2K zur Zeit eigentlich nur auf einem Windows System und es ist nichtmal gesichert das das auf allen Windows-Konfigurationen läuft. Auf Unix/Linux hingegen ist die Fl2k Installation nichts weiter als ein github -Checkout und Compilerlauf. Für fachfremde Normaluser alles nicht zumutbar!

Ein Dienstprogramm was die berechnete HF aus irgendeiner Quelle (File, FiFo., TCP/IP) übernimmt und ins SDR transportiert wo der DAC dann die HF erzeugt ist bei allen Systemen irgendwo vorhanden. Das ist für die die sich auf SDR einlassen irgendwo aber das normalste aus der Welt, da man sich so ein Ding ja kauft um mit GNURadioCompanion, Matlab/Simulink, LabView oder auch direkt in C/C++ whatever die Signalverarbeitung erst erstellt.

Ich will es da ganz klar sagen: Einfach nur ein DSR im Blackbox-Verfahren befeuern ist zur Zeit noch nicht drin. Das trifft aber auch auf DAB(+) oder DVB-x oder andere Modulationsarten zu. Will man da eine Lösung haben, muss man sich zur Zeit in der Tat mit der ganzen SDR-Materie beschäftigen. Also so wie das Nachrichtentechniker an Unis und Forschungsanstalten machen. Es muss ein komplettes "Ein-Installer-Paket" , bestens noch für Windows, erst erstellt werden. Die meisten kümmern sich nicht drum, gerade weil man für Windows immer solche Verbeugungen machen muss und die meiste Software im SDR-Bereich aus der Unix-Ecke kommt. Die (Unix)-Leute denken dann nämlich auch nach KISS und für die ist das so wie es gerade ist schon KISS. Auch die 100-500 Euro für ein SDR sind in dieser Zielgruppe schon spuckebillig, es geht deutlich teurer mit Industrietechnik von R&S!

Bevor aber gar nicht geklärt werden kann ob man unter Windows 10 einen Treiber schreiben kann, der über ein kleines grafisches Konfigurationsprogramm bis zu 16 virtuelle Soundkarten (Loopbacks, also 16 Eingänge die auf 16 Ausgänge geschaltet werden können) wird die Sache sehr schwierig. Hat man das geschafft ist der Rest sehr einfach und man kann die restlichen Programme in ein "Paket" packen.

In die Eingänge der Soundkarten können dann Mediaplayer, VLC,..... die Audiodaten reinschreiben (was Sie so schon können) und auf der anderen Seite holt sich dann ein Resampler die Daten als PCM-Samples ab um daraus eine DSR-konforme Audiocodierung zu machen. Vorher brauchst Du bei Amazon gar kein FL2K zu bestellen und wenn es so weit ist, bekommst Du ein solches Ding samt Adapterkarte auf HF auch von mir.

Zusätzlich müsste das GUI-Tool was die bis zu 16 Audioloopbacks erstellt auch noch die META-Infos für den jeweiligen Kanal bereitstellen. Kanalname, Kanalgenre usw. Das ist aber sehr trivial, da reichen ein paar Editboxen deren Inhalt dann per TCP/IP an den Resamplerprozess weitergeben werden.

Tja nun bist Du gefragt. Experimentiere doch bitte mal in einer ruhigen Stunde mit VisualStudio unter Windows10 ob Du so ein Audio-In / Audio-Out Gerät unter Windows mit bis zu 16 Stereokanälen hinbekommst. Wenn ja dann haben wir schon mehr als die halbe Miete und ich kann alles was ich auf Linux laufen habe rüber auf Windows nehmen, das mache ich dann schon, das ist kein Problem. .... Vorher brauchst Du so ein SDR und sei es auch nur eine zweckentfremdete Fl2k-Grafikkarte gar nicht zu beschaffen. Ich hoffe ich habe Dich nicht illusioniert, aber bisher habe ich mir an Windows10 die Zähne ausgebissen in der Audiosache! Keine Frage Windows10 ist schon ein ordentliches System mit dem man Geld verdienen kann, nur nach 40 Jahren Unix ist der Umstieg programmiertechnisch eben bei mir ein sehr hohes Ross! Da schüttele ich nicht mal ebenso einen Windows-Treiber aus dem Ärmel, obwohl ich mit dem Windows DDK (windows driver development kit), heute WDK (Windows Driver Kit) zu Win2000/Xp Zeiten auch schon ein Profibus-Treiber für eine ASIC-Karte geschrieben habe.

Gruß
Bernhard

Zuletzt bearbeitet am 26.03.20 19:40

19.05.20 22:06
Ma_Po 

Einsteiger

19.05.20 22:06
Ma_Po 

Einsteiger

Re: Digitalradionorm DSR wiederbeleben, Wege zum eigenen DSR-Sender

Hallo Bernhard45!

Ich besitze einen Sony DAR 1000 ES in der schönen Champanger Farbe. Ich habe viele Sony Geräte aus dieser Design Phase.
Und ich habe oft überlegt das es toll wäre es weiterhin zu nutzen. Dabei steht eigentlich nur im Vordergrund das Gerät zu betreiben und nicht ob das "Sinn" macht oder wie man am besten Radio hören kann.
Die Idee eine beliebige Quelle ins DSR-Format zu konvertieren hatte ich auch schon. Und ich erinnerte mich: In einer alten Stereoplay wurde ein Test über Leitungsreflexionen, die künstlich erzeugt wurden gemacht. Für einen Definierten Aufbau wurde hier ein Testsender von Rohde&Schwarz verwendet: SFSP. Hiermit wurde dann mittels einem CD-Spieler ein Signal für die DSR Tuner erzeugt. Dann bin ich letztes Jahr günstig an genau diese Testsender inklusiver Test Empfänger gekommen (!)
Der Betrieb zwischen diesen beiden Komponenten funktioniert!
Leider bin ich bis heute erfolglos geblieben wenn es um die DSR Tuner geht. Wenn ich als Empfänger den Sony Tuner anschließe passiert folgendes: Die Signalstärke geht auf 100%, Als Sendername wird nur -------- angezeigt und als Programmname wird 'Data' angezeigt.
Er schaltet zwischen Mono und Stereo sowie Musik und Sprache um wenn ich das am Sender einstelle.
Dann hatte ich irgendwann auch günstig einen DSR 5002 RDS Tuner von Technisat erworben, um zu sehen ob es sich hier besser verhält. Hier ist es ähnlich aber nicht gleich: Als Sendername wird der Namer den man am Sender einstellt angezeigt, z.B. 'R&S SFSP Sender 1'.
Bei beiden Geräten wird kein Audio wieder gegeben.
Also entweder
a) sind beide Tuner defekt,
b) der Sender schickt keine normgerechtes Signal (obwohl aber der Testemfänger demit klar kommt) oder
c) mit der Übertragungsstreckt stimmt etwas nicht.
aber bin auch kein Nachrichtentechniker.

Haben sie eine Idee was ich noch tun könnte um hier weiter zu kommen? Mittlerweile habe ich auch die BA des Senders bekommen. 'Data' bzw. 'Daten' als Programmname gibt es aber eigentlich nicht.

Ich bin hellauf begeistert das sie aber einen Sender selbst zusammengebaut haben! Das finde ich toll und würde diese Alternativer auch mal ausprobieren wollen.
Über dieses Thema etwas im Netz zu finden ist nicht leicht. Selbst Rohde & Schwarz hat keine Unterlagen mehr von diesem Gerät, eine Anfrage meinerseits blieb jedenfalls erfolglos.

Bin auf eine Antwort gespannt
Viele Grüße
Markus

20.05.20 01:04
Bernhard45

nicht registriert

20.05.20 01:04
Bernhard45

nicht registriert

Re: Digitalradionorm DSR wiederbeleben, Wege zum eigenen DSR-Sender

Hallo Markus,

zu dem R&S Testsender kann ich leider auch nicht viel sagen. Wenn er an allen Geräten versagt, vermute ich mal eine Fehlkonfiguration oder tatsächlich einen Hardwaredefekt im Sender. Das alle DSR-Radios kaputt sind, kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, meinen Erfahrungen nach waren das alles sehr robuste Geräte. Alternativ könnte man das Signal des R&S-Senders sich mal mit einem SDR anschauen, demodulieren und gucken wo da im Datenstrom Unstimmigkeiten sind.

Wenn Du nur die DSR-Radios wieder mal hören möchtest, kannst Du den R&S-Sender natürlich auch gegen ein heute übliches SDR austauschen. Hier und im RBF habe ich solche SDRs schon gezeigt. Im billigsten Fall und mit etwas Bastelarbeit kann das eine zweckentfremdete USB-Grafikkarte sein oder ein "richtiges" SDR wie Lime SDR (mini) oder HackRF One. Linux-Erfahrungen wären dabei nicht schlecht, da sich Windows doch als ziemliche Sau und Diva herausgestellt hat, wenn man mehrere Modulationsquellen bzw. Kanäle gleichzeitig haben möchte. Auch das Verknüpfen verschiedener benötigter Programme in der Signalkette geht unter Windows nicht so einfach wie unter Linux/Unix.

Achtung: Die Preise für SDRs variieren im Netz doch sehr stark, also vorher vergleichen und nicht gleich den ersten gefunden Verkäufer beglücken wenn denn so eine Anschaffung ansteht.

Gruß
Bernhard

Zuletzt bearbeitet am 20.05.20 01:14

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