offenbar hat der SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, "Staatsradio") der Hörerschwund von etwa 30% mit der UKW-Abschaltung zu sehr geschmerzt, so dass sie im Herbst den UKW-Betrieb mit ihren drei Standard-Programmen pro Sprachregion wieder aufnehmen. Offenbar stehen die Sender noch. DAB+ war also doch nicht die Lösung... Leider werden mit diesem Entscheid wieder diverse private und ausländische UKW-Sender durch SRG-Sender gestört, man ist ja nicht fähig, die Frequenzen so zu verteilen, dass man sich nicht gegenseitig stört.
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danke für die Info. Das sollte sich herumsprechen. Vielleicht ist das für viele Entscheider und damit auch für die Wähler eine Lehre, welche volkswirtschaftlichen Schäden entstehen, wenn der Gesetzgeber bewährte Systeme einfach abschaltet oder verbietet und in manchen Fällen sogar mutwillig und grundlos zerstört. Ich denke in dieser Hinsicht nicht nur an den analogen AM-Rundfunk auf Langwelle bis Kurzwelle. Die bessere Technik setzt sich mit der Zeit auch ohne Eingriffe in den Markt durch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und vermeintlich veraltete Technik erweist sich als sinnvolles Nischendasein. Mir fällt spontan das Verbot von Glühbirnen ein, die dann durch minderwertige Energiesparlampen auf der Basis von Leuchtstoffröhren ersetzt werden mussten, weil die Technik der LED-Lampen noch nicht so weit war. Diesen teuren Umweg hätte man sich sparen können. Und dann das Verbot Blei im Lötzinn verwenden zu dürfen. Dieses Verbot erschwert die Reparatur von Geräten. Die meisten wissen, wie schwer es ist das gute alte Lötzinn zu erhalten.
Hallo Volker und HB9, ein Lichtblick für die UKW-Nutzer. Da wurde wohl zunächst auf parlamentarischem Wege der Ausstieg auf 2031 verlängert, man klammert sich also weiter an DAB+ und den UKW Ausstieg. Der starke Reichweitenschwund und stark zunehmende Anteile an ausländischer UKW-Sender dürfte den staatlichen Betreibern Schmerzen verursacht haben, den privaten Sendern vor allem die sinkenden Werbeeinnahmen.
Die angepriesenen technischen Vorteile von DAB+ lösen sich in Wohlgefallen auf, das liegt einerseits an der starken Audio-Kompression, den Excitern und der geringen Bitrate der Audio-Signale, die das authentische Hörempfinden schädigen. Andererseits sind die bezahlbaren Endgeräte heute weit weg von HiFi. Ein Teufelskreis.
In Deutschland wurden in den letzten Jahren bei Wartungsarbeiten/Ersatz u.a. UKW-Antennen geringerer Leistungen verbaut bzw. die Leistungen insgesamt reduziert. Die versprochene bundesweite Sendervielfalt bei DAB+ wurde weitgehend auf die regionalen Länderangebote zurückgeworfen.
Viele Grüße aus Berlin, wo noch viele UKW Sender das Band füllen und sogar UKW Detektorempfang sehr gut funktioniert, Jan (regency)
in der Schweiz haben die privaten Radiosender von der SRG-Abschaltung profitiert, das dürfte der Hauptgrund gewesen sein, dass die SRG UKW wieder einschaltet. Geplant war ja, dass die Privaten UKW ebenfalls abschalten, was diese aber wegen mangelnder DAB+-Hörerschaft dann nicht machten, auch weil dann wohl viele Hörer in Grenznähe zu ausländischen Stationen gewechselt hätten. Die DAB+-Versorgung ist immer noch schlecht, ich brauche eine Aussenantenne für aussetzerfreien Empfang, während UKW auch im Luftschutzkeller einwandfrei möglich ist.
Mit einer vernünftigeren Versorgung auf UKW könnte man sehr wohl einiges an Geld sparen. Die SRG-Programme konnte man überall mit viel zu viel Signal empfangen, üblicherweise auch in Luftschutzkellern mit miserablen Empfängern in Hifi-Qualität. So viel muss definitiv nicht sein und braucht auch viel zu viele UKW-Frequenzen (und stört damit die privaten und ausländischen Sender). So schlecht wie DAB+ muss die Versorgung ja auch nicht sein, aber irgendwo in der Mitte wäre angemessen, und dann könnte man auf mehr als die Hälfte der Sender verzichten und teilweise auch die Leistung reduzieren. Mal sehen, was im Herbst kommt...
dieser Beitrag ist eine gute Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass im Osten Deutschlands eine UKW-Unterversorgung (z.B. Mobil entlang der A4) schon seit Jahren besteht, während DAB+ gut funktioniert. Das wird am 1.September mit folgender Abschaltung noch schlimmer:
Freiberg 93,7 und 99,1 MHz Grimma 100,6 MHz Hoyerswerda 89,0 und 93,0 MHz Bad Lobenstein/Sieglitzberg 95,5 und 107,9 MHz Nordhausen 88,3 MHz Schmölln 107,9 MHz