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Das andere Digital Audio Tape... ein zweckentfremdeter Vioderekorder
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04.04.20 21:27
HB9 

WGF-Premiumnutzer

04.04.20 21:27
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Das andere Digital Audio Tape... ein zweckentfremdeter Vioderekorder

Hallo zusammen,

das DAT (Digital Audio Tape) ist ja mittlerweile fast schon Geschichte, aber das Thema digitale Aufzeichnung brachte mich auf eine Idee. Da ich DRM-Sendungen mit dem PC dekodiere, gibt es zwangsläufig ein physisch vorhandenes Audiosignal vom Empfänger zur Soundkarte des PCs, das die digitale Information überträgt. Somit kam mir die Idee, dieses Signal auf Magnetband aufzuzeichnen, eben ein 'Digital Audio Tape'. Dazu gibt es bei mir zwei Möglcihkeiten:

1. Hifi-Kassettenrekorder
2. Hifi-Ton vom VHS-Videorekorder

Die Variante 1 hat sich als nicht durchführbar erwiesen, da die Gleichlaufschwankungen (0.05%) für DRM viel zu gross sind, überschlagsmässig müssen sie unter 0.01% liegen, das schafft wohl höchstens eine Profi-Bandmaschine.

Also darum Variante 2: Das hat perfekt funktioniert. Warum wohl?
Der Hifi-Ton (den gibt es nur bei besseren, nicht zu alten Recordern) wird bei VHS-Rekordern als frequenzmoduliertes HF-Signal zusammen mit dem Videosignal mit der rotierenden Trommel auf die Schrägspuren aufgenommen. Die Trommel dreht dabei mit 1500U/min (bei PAL), so dass pro Schrägspur ein Halbbild Platz hat. Diese hohe Drehzahl sorgt für kurzfristig perfekten Gleichlauf auf Grund der hohen Massenträgheit und des grossen Durchmessers der Trommel. Dies ist für das Videosignal auch wichtig, insbesondere die Farbinformation, denn die steckt bekanntlich in der Phase. Weiter wird die Drehzahl und auch die Bandgeschwindigkeit mit einer aufwendigen Regelung im Mittel quarzgenau geregelt, damit ein korrektes Videosignal entsteht. Durch diese Massnahmen ist natürlich auch das frequenzmodulierte Audiosignal frei von Frequenzschwankungen.

Natürlich ist die Tonqualität wesentlich besser, wenn man das analoge Audiosignal als Hifi-Ton aufzeichnet, statt den Umweg über ein selbst erzeugtes DRM-Signal zu nehmen, aber der Versuch war interessant. Als Signalquelle diente Radio Rumänien International auf dem 49m-Band, das kommt aussetzerfrei bei mir an. Die Aufzeichnung war ebenfalls aussetzerfrei und im Programm 'Dream' kann man schön allfällige Frequenzdriften sehen, da war alles konstant.

Fazit: Hut ab vor den Technikern der 70er- und 80er-Jahre für diese Technik, die dazu auch nicht allzu viel kosten durfte.

So schliesst sich der Kreis: die digitale Audiotechnik begann mit Videorekordern, die Japaner hatten ein Gerät entwickelt, das ein Audio-Stereosignal digitalisierte und ein VHS-kompatibles Videosignal erzeugte. So konnte man noch vor der CD-Zeit digitale Audio-Aufnahmen machen. Von diesem Gerät stammt auch die 'krumme' Samplingfrequenz der CD mit 44.1kHz.

Gruss HB9

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