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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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SAQ-Empfang in Amerika
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21.10.21 20:59
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

21.10.21 20:59
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

SAQ-Empfang in Amerika

Hallo,
Es hat mich immer gewundert, warum Empfangsberichte aus den USA eher dürftig sind.
An der Ausrüstung der Amerikanischen Funkamateure kann es wohl eher nicht liegen.
Hier ist dieses Buch zu finden, eine Sammlung von Vorträgen bekannter Größen wie Barkhausen.
"Die wissenschaftlichen Grundlagen des Rundfunkempfangs", 1927.[1]
Im Vortrag von Prof.Dr. R. Rüdenberg findet sich auf Seite 226 ein Diagramm, dass die Feldstärken
von WQK und WSO in Berlin und Strelitz zeigt [2].

Das sieht tendenziell in etwa so aus:


Es ergibt sich ein Empfangsmaximum etwa gegen Mitternacht, wo in beiden Kontinenten Dunkelheit herrscht.
Empfangs-Minima sind morgens und nachmittags, zu dieser Zeit finden meist die Ausstrahlungen von SAQ
statt.

Beobachtet man mal die Marinefunkstelle "Cutler" (https://de.wikipedia.org/wiki/Marinefunkstelle_Cutler)
mit einem für VLF empfindlichen Kiwi-SDR, kann man außerdem sehen, dass gegen Mitternacht ebenfalls
die Hintergrund-Störungen weniger werden:
Im Wasserfall-Diagramm färbt sich der Hintergrund zusehends tiefblau (anstelle hellblau am Tag)
-
Bei der Recherche außerdem auf den Begriff des "ionosphärischen Wellenleiters" gestoßen.
h t t p s://de.wikipedia.org/wiki/Ionosphärischer_Wellenleiter
Dort ist ein Diagramm abgebildet, welches zeigt, dass die Sendefrequenz von SAQ (und ebenfalls WQK) optimal
gewählt wurde.
h t t p s://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/5/55/Transmissionfunc.jpg

[1]
archive.org/details/in.ernet.dli.2015.377422
[2]
"W.Q.K" : Radio Central, Long Island (18,187 KHz)
s.a : h t t p s://wiki.edu.vn/wiki6/2020/12/01/alexanderson-lichtmaschine-wikipedia/

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 23.10.21 14:51

Datei-Anhänge
WQK in Berlin_1923.JPG WQK in Berlin_1923.JPG (20x)

Mime-Type: image/jpeg, 30 kB

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22.10.21 10:36
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

22.10.21 10:36
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

Hallo Jens,

es dürfte eher an der geringen Leistung liegen, die man jetzt nach dem Antennenschaden vor ein paar Jahren macht. Am 24.10.2020 konnte man bei einem Kameraschwenk deutlich sehen, dass das Instrument für den Antennenstrom nur ein paar Millimeter ausschlug. Die obere Skala geht bis 1200 (Ampere?), der Wert lag bei 400.

Gruss
Walter

Nachtrag:

Radio Central WQK, New York/Rocky Point, Oktober 1921 18,3 kHz 200kW
Die Station könnte heute ihren 100.Geburtstag feiern, wäre sie nicht in den 1950-ern abgerissen worden.
Verwendet wurde ein Alexanderson 200kW Alternator - galt damals als stärkster Sender weltweit. 50kW Varianten
gb es schon 1917, die Löschfunkensysteme ablösten. Je Antenne (anfangs 2) waren nötig:
12 Antennentürme 140m hoch, die 400m auseinander standen, Dipollänge 4km, 40km Antennendraht, 400km Draht im Gegengewicht.

Doppelte Feldstärke entscheidet nicht über das Zustandekommen des Empfangs in den USA, 10dB wie vermutlich hier aber schon. Die 4 dB Differenz im obigen Diagramm sind aber auch recht moderat.

Zuletzt bearbeitet am 27.10.21 12:33

23.10.21 14:55
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

23.10.21 14:55
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

Moin,
Heute haben wir es sehr viel einfacher. Einfach ein Web-SDR beobachten:


Während Cutler aus den USA langsam im Störnebel verschwindet, tauchen (chinesische?) Schriftzeichen
weiter oben auf.

Gruß
Jens

Datei-Anhänge
Cutler_Tagsüber_2021-10-23.JPG Cutler_Tagsüber_2021-10-23.JPG (13x)

Mime-Type: image/jpeg, 122 kB

24.10.21 00:48
Matu 

WGF-Premiumnutzer

24.10.21 00:48
Matu 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

basteljero:
Moin,
Heute haben wir es sehr viel einfacher. Einfach ein Web-SDR beobachten:


Während Cutler aus den USA langsam im Störnebel verschwindet, tauchen (chinesische?) Schriftzeichen
weiter oben auf.

Gruß
Jens

So einfach will man es doch nicht....also ich nicht...

LG Matu

24.10.21 10:35
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

24.10.21 10:35
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

Moin,

Zitieren:
So einfach will man es doch nicht....also ich nicht...

Natürlich nicht, schließlich steht das Basteln im Vordergrund.
Aber es ist schon etwas traurig, dass trotz großem Aufwand die Enthusiasten in Amerika oft
SAQ nur schwach aufnehmen können, bzw. "erahnen", wie die Empfangsberichte zeigen.

Da fehlt meiner Meinung nach nur noch ein wenig, und ich glaube, dass Grimeton hier noch optimieren
könnte, bezüglich der Sendezeit.
Jedenfalls nehmen bei mir die Hintergrundsignale auf 17,2 kHz nach Einbruch der Dämmerung sehr stark zu.

Die heutige Generator-Leistung wird von der Alexanderson association folgendermaßen angegeben:
Zitieren:
Nominally, the high frequency generator has a power of 200 kW. In normal telegram transmission this power was seldom used and only the amount of power needed for good readability in USA was generated. Nowadays when the machine is run it is not excited very hard. When transmitting, the generator power is about 80 kW.
https://alexander.n.se/en/the-radio-stat...on-transmitter/


Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 25.10.21 16:04

26.10.21 06:48
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

26.10.21 06:48
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

SAQ-Empfang in Amerika : Praktischer Versuch

Moin,
Mit diesem kiwi-SDR in USA (Maurice,Louisiana) konnte DHO38 empfangen werden.
h t t p://kiwi.dol.la:8073/
Das Zeitfenster für besten Empfang war aber recht kurz: zwischen 03:00 UTC und 04:00 UTC.
Etwas besser waren Frankreich und England um 22 kHz zu sehen.

Die Atmosphärischen Störungen lagen bei etwa -95 dBm (Hintergrund "dunkelblau")
DH038 brachte ungefähr -75 dBm Signal ("hellblau").

Fazit:
SAQ wäre bei optimal gewählter Sendezeit in den USA empfangbar. Allerdings dann immer noch eine
sportliche Herausforderung.

Gruß´
Jens

Zuletzt bearbeitet am 26.10.21 06:55

26.10.21 09:20
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

26.10.21 09:20
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

basteljero:

Die Atmosphärischen Störungen lagen bei etwa -95 dBm (Hintergrund "dunkelblau")
DH038 brachte ungefähr -75 dBm Signal ("hellblau").


Hallo Jens,

sei mal ein wenig vorsichtig mit dem Begriff der atmospherischen Stöungen auf Längstwelle. Lokaler Störnebel und "man made noise" gehören nicht zu den atmosphärischen Störungen. Zu viele Web-SDR-Radios verwenden Miniwhip und Standartkoaxkabel. Diese Kombination ist eigentlich nicht besonders für Längstwelle geeignet. Die Miniwhip ist schnell übersteuert, die Herkunft der Störungen (meist aus ganz anderen Frequenzbereichen) auch mit angeschlossenem Spektrumanalyser nur schwer nachzuvollziehen (anders als bei Intermodulationsprodukten). Das Koaxkabel verändert sein Verhalten irgendwo zwischen 70 und 100 kHz. Oberhalb ist die Impedanz bzw. der Wellenwiderstand ohmsch und konstant, darunter veränderlich und komplex. Die analogen Fernsprechtechniker kannten das damals gut und hatten mit "bespulten" Leitungen und Kompensationskapazitäten zu tun. Das Fachgebiet heisst Leitungstheorie, die auch ihre Grenzen hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Leitungstheorie

Nicht ohne Grund verwendete man in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts kein Koxkabel oder nur selten. Meine Verwendung einer "Hühnerleiter" bis zum Dipolspeisepunkt bringt mir auch heute noch wesentliche Vorteile gegenüber einer Koaxspeisung. Was hat das aber mit dem SAQ-Empfang zu tun? Nun, Axel hat es in seinem 2tube-Video selbst erzählt. Er musste die Schirmung einseitig abtrennen. Es gibt keinen Grund, für Längstwelle einen Mast zu verwenden, es sei denn, man will den Störungen des fahrenden Computers entgehen. Durch die Fehlanpassung auf Längstwelle geht die Abschirmung des Koaxkabels und damit der Schutz vor lokalen Störungen zu einem Grossteil verloren, die Leitung ist hier eigentlich nur noch ein Parallelkondensator. Nähme man 600-Ohm NF-Kabel, könnte die Miniwhip irgendwo wild schwingen. Ich habe da auch keinen Rat. Die technisch sauberste Lösung ist die Verwendung von symmetrisch geschirmtem Zweidrahtleitung und einer Loop, aber Du hast dich auf TV-Kabel und Printtrafos festgelegt, was zufällig auch gehen mag, aber ohne Messaufwand kaum nachvollziehbar ist (schon gar nicht für einen Nachbauer reproduzierbar). Für meinen letzten SAQ-Aufbau habe ich zwei gelochte 20cm-Ferritstäbe verwendet. Die könnte man eventuell auf dem Koaxkabel am Fusspunkt einer Miniwhip verwenden.

Erinnerung: https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...3&page=5#40

Wenn sich die Sonnenaktivität weiter steigert (heute SSN = 81 und 10.7-cm Flux 101 SFU) ist es mit den Fernausbreitungseffekten via Raumwelle auf Längstwelle erst einmal vorbei. Deine Grafik aus dem Jahr 1923 entstand auch genau im Fleckeminimum zwischen Zyklus 15 und 16. Allein die Bodenwelle erlaubt stabilen Betrieb. Calbe konnte täglich mit Tokio Funkbetrieb machen.

Bei den U-Boot-Sendern weiss man nie, wieviel Leistung und welches Antennendiagramm sie gerade verwenden. Für die US-Sender kommt noch die Mehrfachnutzung an verschiedenen Standorten hinzu.

Der Begriff des ionosphärischen Wellenleiters ist verhältnismässig spät aufgekommen und zum Teil umstritten. Pegelmomentaufnahmen über lange Distanzen durch den Nachtweg sind auf Längstwelle ohne Aussagekraft, weil eine Schwundphase sehr lang ist. Man kommt an einer Pegelregistrierung über mindestens eine Stunde nicht vorbei. Das optimale Frequenzfenster wird auch bestimmt von der geforderten Wassereindringtiefe, dem Zielgebiet und dem Senderantennenwirkungsgrad, der sich zwischen 15 und 60 kHz mehr als verdoppelt. Theoretische Betrachtungen mit einem 15kHz-Vertikaldipol ohne Gegengewicht sind m.E. abwegig. Ich erinnere nur an den gescheiterten polnischen Ballonversuch.


Gruss
Walter

Zuletzt bearbeitet am 07.11.21 16:57

26.10.21 11:37
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

26.10.21 11:37
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: SAQ-Empfang in Amerika

Hallo Walter,

Zitieren:
sei mal ein wenig vorsichtig mit dem Begriff der atmosphärischen Störungen auf Längstwelle. Zu viele Web-SDR-Radios verwenden Miniwhip und Standartkoaxkabel. Diese Kombination ist eigentlich nicht besonders für Längstwelle geeignet.

Zum ersten Punkt:
Die atmosphärischen Störungen nehmen einen großen Teil der historischen Literatur ein. Es sind da viele Schaltungen
u.a. von Marconi, Fessenden und anderen zu finden. Ein Problem als es galt, betriebssichere Verbindungen über die Kontinente
hinweg herzustellen.
Zum zweiten Punkt kommen sicherlich noch andere hinzu, es wird schon seinen Grund haben, warum dieses SDR das einzige
war, wo sämtliche europäischen Marine-Sender gut zu empfangen waren. Und ich habe da so einige durchprobiert.
Das zeigt im Umkehrschluß aber auch, dass mit speziell auf VLF-Empfang ausgerichtetem Equipment noch
bessere Resultate erzielt werden können.

Wo nun Standard-Koaxialkabel für Längstwelle geeignet ist oder nicht, wird man wohl nur anhand des konkreten Einzelfalls
beurteilen können.
Kurz und gut:
Schon Marconi hat festgestellt, dass er Nachts 3x größere Reichweiten erzielte als am Tage.
Das finde ich nun bestätigt.

Gruß
Jens

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