Warum nicht mal eine Kombination aus 1) Geradeausempfänger, der als SAQ-Direktmischer sehr wirksame NF-Selektion ermöglicht (Tonsieb) und 2) Kleinsuper, der mit Rückkopplung in der Bandfilter-ZF schon auf Mittelwelle schmalbandiger ist als der Rückkopplung-Einkreiser.
Die DL651 ist hier durch die 6418 ersetzt, die etwas abweichende Kennlinien besitzt und umgekehrte Heizfaden-Polarität. Alternativ könnte die leistungsfähigere 6088 eingesetzt werden. Denn der Anodenstrom der 6418 beträgt typisch 240µA, 2,5 mW sind nach Datenblatt erzielbar. Für NF-Vorverstärkung ist die Röhre nicht vorgesehen.
Die Vorplanung ist soweit abgeschlossen, dass das Projekt vorgestellt werden kann:
Analog zur AM-FM-ZF-Stufe im normalen Radio können die beiden frequenzmäßig unterschiedlichen Filter (hoffentlich) ohne Probleme in den Anodenkreis der Mischröhre gelegt werden.
Für AM ermöglicht dann eine Rückkopplung der Audion-Röhre auch SSB-Empfang und Verbesserung der Selektion des Bandfilters. Für SAQ hat sich die Rückkopplung als nicht zweckmäßig erwiesen.
Problem ist das unangenehm lange Nachschwingen des Heizfadens im Vakuum mit einer Frequenz im Bereich irgendwo bei 2500 Hz.
Deshalb sind jeweils zwei Röhren auf einen Wehrmachts-Sockel gelötet. Die Fassung für den NF-Teil ist mit Kupferdraht beschwert und gedämpft auf die tragende Lochraster-Platine "genäht", diese Platine wiederum mit Ausgangsübertrager sowie Ferritkern- Spule beschwert und ebenfalls gedämpft in das Gehäuse eingebaut.
Natürlich gibt es in diesem Stadium zahlreiche Unwägbarkeiten: Lässt sich bei der gewählten festen Schirmgitterspannung der Audion-Röhre eine einwandfreie Rückkopplung erzielen ? 2 Varianten sind eingezeichnet, wegen der hohen Vorspannung soll zunächst die "Nestel"-Audion-Schaltung probiert werden.
Da nur 7 Fassungskontakter zur Verfügung stehen, wurden wie bei der DLL21 beide Schirmgitter zusammengelegt, daraus ergibt sich am einfachsten Einspeisung des Oszillator-Signals auf die Mischröhre über G2.
Auch das muss noch weiter ausgearbeitet werden, wenn die NF-Stufe steht. Der Teufel steckt eben im Detail, sonst wäre die Bastelei auch zu langweilig...
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Re: DL651 AM-Super kombiniert mit SAQ-Geradeausempfänger
Hallo, Vor dem Endaufbau kommen noch einige fliegende Testaufbauten: SAQ-Direktmischer: Für die SAQ-Steckspule funktioniert die Mischstufenschaltung schon mal recht gut. Der Anodenkreis der Mischröhre in dem wilden Drahtigel-Aufbau besteht aus einem Ferritkern eines alten PC-Steckerl-Schaltnetzteils. nach dem Auseinanderbacken wurde durch Schleifen einer Schalenkern-Hälfte der Luftspalt beseitigt und 1000 Windungen in 5 Lagen aufgebracht.
Die Güte ist hoch, so dass der zweite geplante 820 Hz-Kreis entfallen kann. Mit der aktiven Rahmenantenne ließ sich nämlich RDL auf 18,14 khz gut von HWU auf 18,3 kHz trennen. (https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...amp;thread=23#1) Der etwas kleinere Kern ist der Oszillator-Kreis und kommt später in die Steckspule für SAQ des Empfängers, der Luftspalt wurde belassen.
15Volt pp macht die 6418 in Triodenschaltung bei 12 Volt Anoden-Betriebsspannung und sperrt die Mischröhre über g2 damit vollständig. Die angedachte zusätzliche Batterie für deren Vorspannung kann auch entfallen, g1 war über Gitterwiderstand ans negative Heizfadenende gelegt.
Verbindet man g1 der Oszillator- und g1 der Mischröhre mit kleinem Trimmer, dann lässst sich die Oszillatorspannung auf dem Steuergitter neutralisierten.
Positiv auch, dass das Klingen beim Anschlagen der Röhre und kuze Zeit und auch sehr leise nur zu hören ist. Auch dies ist der spitzen Durchlaßkurve des Ferrit-Schalenkernkreises geschuldet.
Fazit: - Für VLF gehen auch die Ferritmaterialien für Schaltnetzteile sehr gut. - Die NF-Verstärkung mit Batterieröhren kann höher getrieben werden mit Resonanzkreis für CW-Empfang (Tonsieb)
KW-49m-Band Einige interessante Sender sind tagsüber im klassischen 49m-Band unterwegs, aber ist die 6418 hier noch sicher zum Schwingen zu bringen ? Hat man noch eine Mischverstärkung? Der Test mit Spulen aus einem alten ZF-Filter brachte positive Antwort.
Wieder mit 1,2V negativer Vorspannung für die Mischröhre.
Ergebnisse: - Als ZF-Verstärker verstärkt die 6418 bei 17V Anoden-Betriebsspanung mit dem unverändertem 470kHz-Kreis mindestens 8-fach. (Die Resonanzfrequenz war 400 kHz im Aufbau) - Die Mischverstärkung ist etwa 6-fach. Nach dem zweiten Kreis des ZF-Bandfilters noch 3- bis 4- fach. Das wird dann durch die Entdämpfung der Audion-Röhre später mehr als kompensiert, 10- bis 20- fache Stufenverstärkung sollte so erzielbar sein. - Die Windungszahl der Gitterspule war etwa 1/3 der abgestimmten Anodenkreisspule, es ist da also noch etwas Luft hin zu höheren Frequenzen. - Die Gitterkreisspule sollte verschiebbar auf der abgestimmten Anodenkreisspule angebracht sein, damit optimale Amplitude eingestellt und Überschwingen durch zu feste Kopplung verhindert werden kann.
Und dann wären da noch die russischen Subminiatur-Stabelektrodenröhen: Die zeichnen sich durch extrem geringen Schirmgitterstrom aufgrund des Funktionsprinzips aus, die 1SH17 [1J17] sollte sich ebenfalls gut eignen für die Zweckentfremdung als Mischer.
Re: DL651 AM-Super kombiniert mit SAQ-Geradeausempfänger
Moin, Die Achillesferse des Projektes ist die Audion-Stufe, wegen der gemeinsamen Nutzung des Schirmgitter-Anschlusses mit der Endröhre und der Verkopplung der beiden Heizfäden.
Deshalb wurden nach Aufbau der Endstufe wieder einige Drahtigel-Versuche durchgeführt:
- Der Anodenwiderstand musste auf 100 kOhm herabgesetzt werden, um mit der Spulen- kombination im Bild Rückkopplung zu erzielen. Getestet wurde auf 648 kHz, da kommt Freitag nachts immer Rob van Dijk auf Caroline.
Ergebnisse: -Das Nestel-Audion gibt hier mit der 1N4148 sehr weiche Rückkopplung. -Es kann so gut im verzerrungsarmen Synchron-Betrieb gearbeitet werden, weil die Amplitude des schwingenden Audions fein reguliert werden kann.
-Die Einstellung der Vorspannung für maximalen Pegel ist recht kritisch und stark von der Anoden-Betriebsspannung abhängig.
- Wird der Rückkopplungskreis ebenfalls resonant gemacht, kann der Abstand 5cm betragen. - Jetzt kann der Kreis fest montiert und die Rückkopplung über Poti realisiert sein.
Die Audion-Röhre wird jetzt Heizfadenmäßig auf Masse gelegt, die Vorspannung durch eine kleine Alkali-Batterie (aus 9V-Block) erzeugt , die der einstellbaren positiven Spannung entgegengesetzt ist. Die Nestel-Diode ist notwendig, damit die Rückkopplung bei hoher Vorspannung nicht hart wird. (kein Wandern der mittleren Steilheit in Richtung höherer Steilheit mit stärkerer Amplitude) - Die geringe Frequenzverwerfung ist dabei nicht von Nachteil, weil beim Synchronempfang die Frequenz sehr fein nachgestellt werden kann.
Im Bild die Spulen-Anordnung, welche zum Einsatz kommen wird. Der Spulensatz kommt anstelle des vordem geplanten Ferritstabes für MW.
Der Drehko wurde geändert, 3 Platten sind mit 110pF ständig angeschlossen (KW), 200pF kommen an die Fassungskontakte, so dass 310 pF für 2 MW-Bereiche zur Verfügung stehen. Der Oszillator für SAQ kann dann 2x 200p + 110p erhalten. Gruß Jens
Re: DL651 AM-Super kombiniert mit SAQ-Geradeausempfänger
Moin,
Die Leistung von so einer Kleinst-Endstufenpentode mit 2mW ist natürlich nicht gerade berauschend und passt nicht so ganz, wenn bei "Caroline" Motörhead läuft..
Die Stoßgedämpfte Montage der Röhre kommt auch nicht voll zur Geltung, die NF- Verstärkung kann locker um das 10-fache erhöht werden.
So wird es denn ein Hybrid werden, der schwebte sowieso schon lange vor. Selbstverständlich mit zeitgemäßem Transistor, der Russische MP20 entspricht laut RFT-Vergleichsliste dem AC126 und wurde wie der ab etwa 1960 produziert.
Er kann sogar in Emitter-Basis-Schaltung arbeiten und trotzdem hochohmig von der 6418 direkt angesteuert werden. Der Übertrager wird durch den Transistor stärker bedämpft und liefert besseren Klang. "Büllend laut", die Antenne im Audion-Testaufbau musste wegen Übersteuerung loser angekoppelt werden und Gegenkopplung war auch noch drin.
Die DL651 wird übrigens in der Funkschau 1954/Heft 8 mit der DL64 zusammen vorgestellt. Ein ausführlicher Artikel über NF-Verstärker mit OC 70/71 dann in der Funkschau 1954/Heft14
"Pentodenmischung im Reisesuper" lautet ein ausführlicher Artikel im Heft 15 von 1955, man ist da beim basteln zum Glück nicht so ganz ohne "Futter".
im Gegensatz zu den damaligen Lesern der Funkschau kann man heutzutage die Original- Artikel nachschauen, auf welche manche Funkschau-Artikel Bezug nehmen. Da ergibt sich so mancher Tipp, z.B. einen abstimmbaren Antennen-Anpass-Drehko vorzusehen, mit dem kann man dann auch Gleichlauf-Abweichungen korrigieren.
Weitere Tipps gibt Queen in der März-Ausgabe der "radio-electronics2 von 1954.
- Der Anodenstrom wird durch Schutzwiderstand der Anodenbatterie begrenzt. (Der Autor ruinierte sich durch ein Mißgeschick die verwendeten 40mA-Sumbiniaturröhren) - Die Empfindlichkeit des Gerätes kann durch Verringerung der Anodenspannung bei Bedarf herabgesetzt werdne, was Batterien spart. - Ein einfacher Rheostat für die Heizspannung verlängert die Lebensdauer der Röhren. ---- Hinzufügen sollte man unbedingt Schutzdioden, bei meinem DL651-Steckspulen-Radio sind jeweils 4 Stück 1N5408 ausgemessen bei 10 mA und 0,65 V an die Fassung gelegt, sowie eine anti-parallel gegen Falschpolung.
Reaktionszeit gibt es nämlich nicht, "ping", und das war's dann. 1980 oder so das letzte Mal gehört, seitdem geht hier nichts mehr ohne diesen Schutz.
Re: DL651 AM-Super kombiniert mit SAQ-Geradeausempfänger
hallo, heute wurde die ZF-Platine zusammengestrickt und getestet. Als Signalquelle ein Blaupunkt-Marimba. Es reichte einen 50cm-Draht an dem ersten Bandfilter-Kreis anzuschließen und an der Rückwand des Koffer-Empfängers zu befestigen. Die Störspannung liefert genug Pegel für den Test und den Vorabgleich auf 455 kHz.
Der 820Hz-SAQ-Kreis musste aber gebrückt werden, wegen eines leisen Störtones.
Tests ergaben, dass Rückkopplung über Schirmgitterspannung bei weitem den weichesten Rückkopplungs-Einsatz gibt. Das löst gleichzeitig ein weiteres Problem: Die starke Abhängigkeit der optimalen Gitter-Vorspannung von der Betriebsspannung, jetzt werden Audion- und NF-Treiberröhre immer optimal betrieben, weil beide g2-Spannungen von Hand eingestellt werden.
Demodulator-Diode in der "Binoden-Schaltung" jetzt die SD101C-Schottky. Vorspannung Audion-Stufe kann auf optimalen Wert fest eingestellt werden.
Die Rückkopplungs-Spule ist jetzt eine MW-Oszillator-Spule, die gibt mit 1000pF parallel eine breitere Resonanzkurve und kann (nun fest eingestellt) näher an den zweiten Bandfilter-kreis herangerückt werden.
Der Abgleich der 3 Bandfilter ist nicht schwieriger als beim normalen. Die Bandbreite sehr schmal, der Seilantrieb des "Marimba" zu ungenau für schmalbandige Einstellung.
Die Betriebsspannung kann bis auf 15 Volt absinken. Eckwerte bei 22 Volt Uba: Audion: Vorspannung (wie immer gegen negatives Faden-Ende) : -0,5 V Anoden-Spannung : 10V bei Schwingungseinsatz, bis 6V bei Synchronbetrieb. NF-Treiber: Vorspannung : - 0,8 V Anodenspannung : 12 V
Die Vorspannung für's Audion jetzt über Vorwiderstand der Heizbatterie. (4 NI-MH-Akkus machen 5,4 Volt, da ist noch Reserve zu den benötigten 4,8 Volt)