28.12.25 17:15
Volker  500 und mehr Punkte

|
Re: Gesund bleiben mit Amateurfunk
Hallo zusammen,
über 170.000 Zugriffe in einem Jahr zeigen mir vor allem eines: Das Thema berührt viele. Deshalb möchte ich noch einmal schildern, wie es mir persönlich mit diesem Selbstversuch ergeht – nicht als Belehrung, sondern als Erfahrungsbericht. Und unser gemeinsames Hobby ist vor allen Dingen eine sitzende Tätigkeit. Die aktive Beschäftigung mit anspruchsvoller Technik hält geistig fit und erhält die Neugierde. Wunderbar! Aber Ohne körperliche Bewegung als Ausgleich ist das auf die Dauer problematisch.
Ich bin inzwischen 66 und war im Sommer zur regulären Kontrolle beim Arzt. Alles unauffällig. Low Carb ist für mich längst keine „Diät“ mehr, sondern Alltag. Süßigkeiten haben ihren Reiz verloren. Ich trainiere weiterhin zwei- bis dreimal pro Woche meinen Muskelaufbau: Kniebeugen, Step-ups, Heben mit 35 kg, Liegestütze. Zehn am Stück gehen problemlos, Klimmzüge sind noch ausbaufähig – ein bis zwei schaffe ich, da bleibe ich dran. Dazu kommt moderates Ausdauertraining: E-Bike-Touren und lange Wanderungen, auch anspruchsvolle. Wir sind nicht schnell, aber wir halten sieben Stunden gut durch.
Ich habe in letzter Zeit zwei bis drei Kilo zugenommen, allerdings nicht am Bauch, sondern durch mehr Muskelmasse an Beinen und Oberkörper. Unterstützend nehme ich Proteinpulver. Ab etwa 65 steigt der Proteinbedarf deutlich, bis zu etwa 2 g pro Kilo Körpergewicht. Das ist mit normaler Ernährung schwer zu erreichen. Ohne ausreichend Protein kein Muskelerhalt trotz Training. Mir geht es dabei nicht um Aussehen, sondern um Funktionalität und darum, dem altersbedingten Muskelschwund entgegenzuwirken. Der Blutdruck ist niedrig, ohne Medikamente. Erkältungen habe ich fast nie. Corona hatte ich jetzt zwar, aber sehr mild.
Ein Gespräch mit einem Altersgenossen mit Diabetes Typ II hat mich nachdenklich gemacht. Er war zufrieden, weil er laut Arzt gut eingestellt ist und kein Insulin mehr spritzen muss – bei unveränderter Ernährung. Durch die jahrelange Insulintherapie hat er stark zugenommen. Insulin ist ein Fettspeicherhormon, das ist keine Wertung, sondern Biochemie. Ein Lebensstil, der den Insulinbedarf senkt, besteht im Kern aus mehr Bewegung und weniger Kohlenhydraten. Trotzdem bleiben bei ihm Brot, Nudeln und Kartoffeln Hauptbestandteil der Ernährung, dazu keine Nahrungsergänzung, jedoch viel Omega-6 aus Pflanzenölen, was die Entzündungen fördert und weiterhin ein paar Zigaretten am Tag. Mehr stille Entzündungen (silent inflamations) führen zu mehr Arteriosklerose. Vor ein paar Wochen: Kreislaufprobleme, Herzkatheter, dann ein paar Tage später Herzoperation mit vier Bypässen. Das hätte auch schlimmer enden können.
Mir geht es nicht darum, Schuld zu verteilen oder einfache Antworten zu liefern. Die Umstellung von Ernährung und Lebensstil hat wenig mit Disziplin zu tun sondern viel mit kleinen, machbaren Veränderungen der Gewohnheiten. Diese wirken nicht sofort, aber sie wirken nachhaltig. Viele unterschätzen diesen langfristigen Effekt und sehen Krankheit ausschließlich als Folge von Alter und Genetik.
Gleichzeitig gehen wir mit Technik sehr viel vorausschauender um: Wartung, Pflege, Werterhalt. Beim eigenen Körper verlassen wir uns oft darauf, dass jemand repariert, wenn etwas kaputtgeht. Das ist verständlich, aber riskant. Ein Auto kann man ersetzen, den eigenen Körper nicht. Genau deshalb halte ich Prävention im Alltag für so wichtig – nicht perfekt, nicht dogmatisch, sondern Schritt für Schritt.
In diesem Sinne Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Glück und Gesundheit!
Volker
|