| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
Fachforum für Sammler, Interessierte, Bastler
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe
  •  
 1 2
 1 2
31.07.20 00:21
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

31.07.20 00:21
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo zusammen,

beim sortieren meiner Elektronikteile ist mir eine Glimmlampe von Osram ins Auge gefallen. Sie ist 48mm lang und beinhaltet Quecksilber.
Man erkennt es an den kleinen, unregelmässig verteilten, silbernen Perlen auf der Innenseite des Glases.
Da mich für spektrale Messungen die 254er Hg-Linie interessiert, habe ich die Lampe in Betrieb genommen.
Das Problem war, an welchem Kontakt ist welche Elektrode angeschlossen? Ich habe mir gedacht, dass bei einer Verpolung nichts kaputt geht, was sich dann auch bestätigte.
Bei einer Versorgungsspannung von 170V über einen 30kOhm Widerstand fing die Lampe an zu leuchten. Die Brennspannung war jetzt 153V (bei 0,9mA).
Versuchsweise verpolte ich mal die Versorgungsspannung. Die Lampe leuchtete auch jetzt bei gleicher Brennspannung und bei gleichem Strom.
Was mich aber verwunderte, egal wie ich die Lampe anschloss, es leuchtete immer die Oberseite des hinteren Rings.
Ehrlich gesagt, das kann ich mir nicht erklären. Auf den Elektroden kann ich auch keine aufdedampften Materialien erkennen.

Das hat mir jetzt doch keine Ruhe gelassen und ich habe mal den gleichen Versuch mit einer 150C2 gemacht. Hierfür habe ich aber ca. 1000V und zwei parallel geschaltete 470kOhm Vorwiderstände verwendet. Egal wie ich die 150C2 anschloss, es stellte sich fast die Gleiche Spannung zwischen Anode und Kathode ein (Anode=-147V / Anode=+143V).
Im Grunde genommen ist die 150C2 doch auch nur eine 'Art Glimmlampe'. Bei zu hohem Strom fängt sie jedenfalls an Blau zu leuchten.


Gruss
Norbert

Datei-Anhänge
Glimmlampe_A.jpg Glimmlampe_A.jpg (28x)

Mime-Type: image/jpeg, 153 kB

Glimmlampe_B.jpg Glimmlampe_B.jpg (13x)

Mime-Type: image/jpeg, 166 kB

Glimmlampenfassung.jpg Glimmlampenfassung.jpg (12x)

Mime-Type: image/jpeg, 75 kB

Glimmlampe mit Bajonett.jpg Glimmlampe mit Bajonett.jpg (5x)

Mime-Type: image/jpeg, 75 kB

Glimmlampe.jpg Glimmlampe.jpg (31x)

Mime-Type: image/jpeg, 206 kB

Glimmlampe_.jpg Glimmlampe_.jpg (16x)

Mime-Type: image/jpeg, 109 kB

Martin.M gefällt der Beitrag.
!
!!! Photos, Graphiken nur über die Upload-Option des Forums, KEINE FREMD-LINKS.    

!!! Keine Komplett-Schaltbilder, keine Fotos, keine Grafiken, auf denen Urheberrechte Anderer liegen!
Solche Uploads werden wegen der Rechtslage kommentarlos gelöscht!

Nicht nur den neuesten Beitrag eines Threads lesen.

Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar sind, ohne deren schriftliche Zustimmung.
31.07.20 11:52
HB9 

WGF-Premiumnutzer

31.07.20 11:52
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo Norbert,

wo das Licht in der Lampe entsteht, hängt nicht von der Polarität ab, sondern von der Feldstärke, und die wird durch die Geometrie (und die Spannung) bestimmt. Die Polarität definiert nur, in welche Richtung sich die Quecksilberdampf-Ionen bewegen. Das Licht entsteht, wenn die Ionen wieder neutralisiert werden oder 'angeregte' Elektronen in den Atomen wieder in den Normalzustand zurückfallen.
Anders sieht es bei beheizten Quecksilberdampfröhren aus, da werden durch die geheizte Kathode Elektronen emittiert (wie bei den Vakuumröhren), und da spielt die Polarität natürlich eine Rolle, die Röhre wirkt als Diode und wird auch so genutzt.

Gruss HB9

31.07.20 13:40
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

31.07.20 13:40
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo HB9,

vielen Dank für die Aufklärung. Jetzt ist es mir auch klar warum das Licht nicht direkt von einem Element ausgeht, sondern in einem gewissen Abstand davon. Ich glaube, Nicola Tesla hätte über meine Frage nur geschmunzelt.

Gruss
Norbert

31.07.20 14:29
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

31.07.20 14:29
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo,

Zitieren:
wo das Licht in der Lampe entsteht, hängt nicht von der Polarität ab, sondern von der Feldstärke,

Bei den üblichen Röhrenglimmlampen mit zum Teil symmetrischen und oft auch unsymmetrischen Elektroden, Nixieröhren u.a. hängt doch aber der Glimmüberzug ganz eindeutig von der Polarität ab, nur die Kathode ist von Glimmlicht überdeckt, egal wie die Feldstärkeverhältnisse innerhalb der Entladungsröhre sind. Ursache ist elektrophysikalisch, ich habs grad nicht (mehr) im Kopf...
Das entspricht auch meiner Erfahrung mit Gleichspannungsexperimenten an zahlreichen Glimmlampen.

Insofern hatten mich die Ergebnisse von Norbert auch gewundert.

Gruß Ingo

31.07.20 14:43
HB9 

WGF-Premiumnutzer

31.07.20 14:43
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo zusammen,

es kommt drauf an, was für Ladungsträger im Spiel sind. Bei Nixie-Röhren und ihren diversen Verwandten wählt man ein Kathodenmaterial, das bei möglichst geringer Feldstärke Elektronen emittiert, die dann das Gas ionisieren, zusätzlich wird durch passende Form (dünne Strukturen) die Feldstärke direkt am Material maximiert. Bei unsachgemäss betriebenen Nixie-Röhren sieht man auch gut, dass das Material entscheidend ist: Insbesondere durch zu hohen Strom wird Kathodenmaterial in der Röhre verteilt, so dass auch die Zuleitungen zu den Symbolen zu leuchten beginnen. Umgekehrt werden die Kathoden mit der Zeit auch emissionsschwach, so dass das Symbol nur noch teilweise leuchtet.
Hier spielt die Polarität natürlich eine Rolle, bei positiver Kathode haben die Elektronen keine Lust, die Kathode zu verlassen. Dieses Prinzip wurde auch für ungeheizte Gleichrichterröhren verwendet, hauptsächlich für die Anodenspannungserzeugung in Autoradios, weil die Heizung der Gleichrichterröhre wegen der hohen Spannung zwischen Heizfaden und Kathode ein Problem ist. Ein Vertreter dieser Gattung ist z.B. die 0Z4, welche in meinem Delco-Autoradio verbaut ist und bestens funktioniert.

Hat man aber ein sehr leicht ionisierbares Gas wie Quecksilber, dann bilden sich durch das elektrische Feld Ionen, welche beschleunigt werden und durch Zusammenstösse weitere Ionen bilden. Hier definiert die Polarität nur die Flugrichtung der Ionen, wie man bei Leuchtstofflampen leicht feststellen kann, die leuchten unabhängig von der Polarität und können mit Gleich- und Wechselstrom betrieben werden. Durch das Heizen der Elektroden bei 'normalen' Leuchtstoffröhren wird nur der Zündvorgang erleichtert, im Betrieb werden sie nicht geheizt.
Mit den UV-Röhren für EPROM-Löschgeräte kann man das schön experimentell zeigen, da diese schon mit relativ niedrigen Spannungen zünden.

Gruss HB9

Zuletzt bearbeitet am 31.07.20 14:46

31.07.20 20:21
basteljero 

WGF-Nutzer Stufe 3

31.07.20 20:21
basteljero 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo,
Ein weiterer Punkt in Bezug auf die Leuchtfarbe ist das verwendete Füllgas, Neon leuchtet rötlich
und Argon bläulich; man findet z.B. bei Startern für Leuchtstoffröhren (ST151) beide Arten.
Ich hatte mich mal mit dem russischen Subminiatur-Thyratron TX4b beschäftigt, das mit einem Gemisch
beider Gase befüllt ist und in beiden Farben leuchtet (vor und hinter dem Steuergitter) , warum weiß ich
bis heute nicht. Bilder sind bei "patric-sokoll.de/Museum/Auto/Dokumente/Anwendung_der_[t][ch]4[b]"
zu finden.
Komplexes Thema mit Begriffen wie "Dunkelraum" usw.
Gruß
Jens

31.07.20 21:40
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

31.07.20 21:40
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo Jens,

Dein Link zeigt auf eine Fehlermeldung, die aber wirklich toll aussieht.

Gruss
Norbert

31.07.20 23:18
basteljero 

WGF-Nutzer Stufe 3

31.07.20 23:18
basteljero 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo Norbert,
etwas verkürzt, unter der Röhre Tx4b (Kyrillisch: TH4b) findest du die PDF. Die Aufnahmen wurden mit
zwei übereinander gelegten Lupen gemacht, deshalb erscheinen die Stäbe etwas "krumm".
Die Röhre ist immer noch beim Po_lin zu haben. Fast so etwas wie eine Demo-Röhre.
Wenn man auf der "sokoll" Seite ist, sollte man unbedingt auch mal nach der "Lieben-Röhre" schauen, da
ist irgendwo ein Link zu einem Probebetrieb einer originalen (!) Röhre.
youtube.com/watch?v=lWRRFi0E3aU
Da die auch Gasgefüllt ist leuchtet sie auch hübsch im Betrieb: blau, da Quecksilber.
passt damit auch gut zum Thema.
Diesen link habe ich eben gefunden:
"jufo-hermannsburg.de/pdfs/2001-gasleuchten.pdf" Da wird erwähnt, dass Quecksilber hauptsächlich
unsichtbares, ultraviolettes Licht erzeugt, welches dann durch Beschichtung in sichtbares Licht umgewandelt
wird. Vielleicht ist bei Dunkelheit und sehr kleinen Ström (Vorwiderstand 1MOhm) ein Glimmsaum zu beobachten.
Kann aber auch sein, dass das im Video angesprochene "Ionisationsleuchten" auch bei Deiner Glimmlampe den
gesamten Raum der Glimmlampe ausfüllt, wie im Video der Lieben Röhre.


Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 01.08.20 07:44

01.08.20 11:10
APo66 

WGF-Nutzer Stufe 2

01.08.20 11:10
APo66 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

NorbertWerner:
Da mich für spektrale Messungen die 254er Hg-Linie interessiert, habe ich die Lampe in Betrieb genommen.

Hallo Norbert,
das finde ich sehr interessant.
Darf ich einmal fragen was das für Messungen sind?
Ich habe mal mit diesen Wellenlängen experimentiert. Mit Röhren zur Epromlöschung eine UV Analyseleuchte gebaut.
Das Licht dieser Linie, wird ja von Fensterglas vollkommen geblockt, und durchdringt einen scwarzen Filter von Schott fast verlustfrei.
Bei spektalen Untersuchungen dürften Neonröhren aber interessanter, weil Linienreicher, sein.

Andreas

Die Realität, entspricht nicht meinem Naturell.

Zuletzt bearbeitet am 01.08.20 11:16

01.08.20 16:10
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

01.08.20 16:10
NorbertWerner 

WGF-Premiumnutzer

Re: Versuche mit einer 150C2 und einer Glimmlampe

Hallo Jens, Hallo Andreas,hallo zusammen,

@Jens
Ich sehe leider nur die (wirklich tolle) Anzeige mit Nixis.
Der zweite Link gefällt mir aber sehr gut. Hier werden die Lampen gut (und einfach!) beschrieben. Leider werden die Hohlkathodenlampen nur kurz angesprochen. In der Spektroskopie werden sie gerne zum kalibrieren verwendet.

@Andreas
Ich verwende den UV-Bereich um Fluoreszenzen bei Briefmarken zu sehen. Da deren Farbmischungen nie exakt gleich sind, kann man die unterschiedlichen Spektralbereiche mit Anregung durch UV sehen. Mit dem Auge geht das nur ganz schlecht, aber ein Spektrometer ist da ganz genau. Übrigens könnte man mit einem guten Spektrometer auch zwei unterschiedliche Lacke eines Autos erkennen.

Bei spektalen Untersuchungen dürften Neonröhren aber interessanter, weil Linienreicher, sein.
Da hast Du Recht. Zum kalibrieren braucht man Spektrallinien mit möglicht kleiner Halbwertsbreite.

@Alle
Jetzt habe ich mir mal das Spektrum der Glimmlampe angeschaut. Zu meinem Erstaunen sehe ich unterhalb 300nm keine Linien. Ein Test mir einer L1588 ergab, dass hier wahrscheinlich Borsilikatglas verwendet wurde. Wofür wird hier das Quecksilber verwendet?

Übrigens, die Lampe (L1588) zeigt hier ein ganz anderes Verhalten. Je nach Polarität leuchtet hier eine andere Elektrode.


Gruss
Norbert

Zuletzt bearbeitet am 01.08.20 16:13

Datei-Anhänge
Hohlkathodenlampe__.jpg Hohlkathodenlampe__.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 104 kB

Hohlkathodenlampe_.jpg Hohlkathodenlampe_.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 376 kB

L1588.jpg L1588.jpg (5x)

Mime-Type: image/jpeg, 176 kB

Glimmlampe_1.jpg Glimmlampe_1.jpg (5x)

Mime-Type: image/jpeg, 100 kB

L1588 Spektrum.jpg L1588 Spektrum.jpg (4x)

Mime-Type: image/jpeg, 126 kB

Spektrum Durchlicht.jpg Spektrum Durchlicht.jpg (5x)

Mime-Type: image/jpeg, 154 kB

 1 2
 1 2
EPROM-Löschgeräte   Feldstärkeverhältnisse   elektrophysikalisch   Glimmlampe   Anodenspannungserzeugung   Versuche   Ionisationsleuchten   Subminiatur-Thyratron   Gleichspannungsexperimenten   Röhrenglimmlampen   Hohlkathodenlampen   Polarität   Leuchtstofflampen   Quecksilberdampf-Ionen   Gleichrichterröhre   Leuchtstoffröhren   Gleichrichterröhren   Versorgungsspannung   Quecksilberdampfröhren   Forum-Richtlinien