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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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LPD (SDR) und PMR, eine kleine Einführung
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19.04.17 09:44
wumpus 

Administrator

19.04.17 09:44
wumpus 

Administrator

LPD (SDR) und PMR, eine kleine Einführung

Hallo zusammen,

neben dem Amateurfunk (mit Erwerb einer Lizenz) gibt es für "Privat-Funker" (die nicht das Mobil-Funk-Telefon-Netz per "Handy" nutzen wollen) und dem klassischen Kurzwellen-CB-Funk (27 MHz) weitere linzenzfreie und gebührenfreie Optionen:

... unter anderem ...

  • LPD (SRD): (Low power devise). Die LPD-Geräte senden mit 10 mW, einer nahezu winzigen Leistung. Eingriffe zur Leistungssteigerung sind unzulässig, also auch Jumper-Umstellungen, andere Antennen, usw. Der Frequenzbereich liegt u.a. um 433 MHz (UHF) (Im 70 cm AFU-Band). Reichweiten (theoretisch Berg zu Berg vielleicht 2 - 3 km), im Stadtgebeit einige Dutzend Meter bis 200 / 300 Meter. General-Zulassung läuft 2022 aus.

  • PMR: (Private Mobile Radio). Sinngemäß wie LPD, aber Sendeleistung bis 500 mW und Frequenzbereich um 446 Mhz (UHF, knapp über dem 70 cm - Amateurfunk-Band). 8 Kanäle, in Deutschland ab Ende 2016 nun 16 Kanäle. Reichweiten unter eher theoretischen Bedinungen bis zu 10-12 km, Im Stadtgebiet ca. einige hundert Meter bis einige Kilometer (vielleicht 2 km).


Allen Geräten ist gemeinsam, dass sie nur mit den montierten Antennen und ohne Änderungen (Eingriffe) betrieben werden dürfen!

Sind alle Geräte hinsichtlich der Reichweite gleich? Nein, denn es kommt nicht nur auf die Sendeleistung und Antenne an, sondern auch auf die Empfänger-Empfindlichkeit. Billiggeräte sparen hier gern. Ein guter Empfänger kann die Reichweite durchaus fast verdoppeln.

Die Ausbreitung der UHF-Wellen erfolgt fast quasi-optisch. Jedes Hindernis auf der Funkstrecke dämpft, andererseits können an großen Flächen auch Reflexionen entstehen, die das Signal günstig weiterleiten. Man sollte beide Gerät senkrecht halten und sich (wenn möglich) bei schwachen Signalen wenig bis garnicht bewegen. Denn jede Bewegung ändert die Ausstrahlung zur Gegenstation. Es gibt hier einen Trick: Schwache Stationen haben beim Bewegen des Geräts alle 1/4 ein Maximum, gefolgt von einem Minimum. Wie, was? 446 MHz: 67 cm, 1/4 17 cm. Alle 17 cm wird das Signal besser und dann wieder schlechter.


Im Bereich der PMR-Geräte kommen jetzt auch Digital-Modulationen hinzu. Bei der Reichweite gegenüber analoger FM bin ich eher skeptisch. Theoretisch ist bei Digital das Signal entweder gut oder weg. In der Praxis wird es eher Aussetzer-Serien in der Grenzentfernung geben.

Bei manchen PMR-Geräten kann man durch Eingriffe die Sendeleistung erhöhen (illegal oder in anderen Ländern). Man darf davon aber keine Wunder erwarten. 500 mW auf 2 Watt ist die vierfache Leistung, die (theoretisch zu einer Reichweiten-Verdopplung führen könnte). Zumeist ist es in der Praxis aber etwas weniger, aber immerhin. Allerdings steigt der Stromverbrauch bei solchen Manipulationen erheblich, nicht nur auf das Vierfache, sondern sogar etwas mehr, Akkus werden dann schnell leer. Auch Überhitzungen der Sendeendstufe könnten die Folge sein.

Wenn es "auf jeden Zentimeter" Reichweite ankommt, Rauschsperre (wenn möglich) ausschalten oder zumindest die Subtöne deaktivieren.

Subtöne: Man kann beim Senden (fast) unhörbare Subtöne (auswählbar) mit ausstrahlen. Dann geht bei einem entsprechend eingestellten Empfangsgerät die Rauschsperre nur auf, wenn dort der passende Subton aktiviert ist. So hat man Ruhe, wenn Andere auf dem Kanal senden und man diese Gespräche nicht hören will. Es gibt zwei Subton-Systeme: CTCSS (analoger Subton) und DCS (digitaler Subton).

Bitte dem Wunsch widerstehen, bei schlechter Verbindung in das Gerät hinein zu schreien, Kinder machen das gern. Die Verständlichkeit wird so nur noch schlechter. Kinderstimmen überfordern sowieson schnell die Modulationsbegrenzungen. Kinder entsprechend beraten.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

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Zuletzt bearbeitet am 20.04.17 06:06

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20.04.17 06:12
wumpus 

Administrator

20.04.17 06:12
wumpus 

Administrator

Re: LPD (SDR) und PMR, eine kleine Einführung. Amateurfunk

Hallo zusammen,

die LPD-Geräte können auch lizensierte Funkamateure im 70 cm-Band für Nahfeld-Kommunikationen nutzen. Das gilt nicht für PMR-Geräte bei 446 MHz.


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20.04.17 06:27
wumpus 

Administrator

20.04.17 06:27
wumpus 

Administrator

Re: LPD (SDR) und PMR, eine kleine Einführung. Überreichweiten.

Hallo zusammen,

es heißt immer wieder, PMR-Geräte haben nur Reichweiten deutlich kleiner 20 km. Stimmt und stimmt auch nicht. Es gibt zumeist mehrfach im Jahr sogenannte Inversionswetterlagen. Dabei nimmt die Temperatur der Atmosphäre nach oben nicht ab sondern steigt sogar an. Die Folge: Eine erhebliche Steigerung der Reichweite bis weit über hundert Kilometer. Auch PMR-Geräte KÖNNTEN das nutzen. Voraussetzung guter Standort, freie Abstrahlung.

Allerdings werden die meisten Anwernder davon nichts mitbekommen, da man keine ständigen Referenzstationen hat und es Ausbreitungs-Baken-Sender nicht gibt. Nur Zufalls-Erfolge sind so möglich.

Wer hier "forschen" will, bei Wetterberichten auf das Stichwort Inversionswetterlage achten und dann die PMR- Kanäle ohne Subton scannen.

Es ist möglich dann auch mit einem PMR-Gerät für kurze Zeit grosse Entfernungen zu überbrücken.

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30.04.22 16:30
wumpus 

Administrator

30.04.22 16:30
wumpus 

Administrator

Re: LPD (SDR) und PMR, eine kleine Einführung. Nachtrag 2022

Hallo zusammen,

Es ist tatsächlich so, dass ab 2016 die PMR-Kanalzahl auch in Deutschland wohl von 8 auf 16 erweitert wurde. Es werden auch zwischenzeitlich solche 16-Kanalgeräte angeboten. Weiter gibt es nun auch PMR-Geräte mit zusätzlicher digitaler Modulation.

Allerdings muss ein gewisser Wirr Warr bei einigen Online-Anbietern festgestellt werden.

Es gibt Anzeigen mit Nennung von 16 Kanälen, weiter unten im Angebot sind es dann plötzlich nur 8 Kanäle.

Andere Angeboten nennen 8 und (+8 fest eingestellt). Was ist das denn?

Dann findet man: 8 Kanäle und 121 Subkanäle). Was ist das denn? Das sind und bleiben 8 Kanäle, die man lediglich mit Subtönen auf selektives Hören einstellen kann.

Viele Interessenten glauben anscheinend auch, dass die Subtöne eine Verschlüsselung darstellen. Ist aber nicht so, jeder kann mithören, nur der Empfänger kann auf das Freigeben einer Subtonfrquenz programmiert werden. Andere Mithörer auf der Frequenz hören mit, falls sie die Subtöne an ihrem Gerät abgeschaltet haben.

Unglaublich sind auch die geschürten Erwartungshaltungen einiger Anbieter mit "bis zu 19 km". Wer funkt schon immer von der Zugspitze zum Riedkopf bei Leutasch? Mit den eingebauten Wendelantennen-Pinseln sind es im Freien eher so 1 - 5 km, bei Bebauung eher weniger. Aber das ist mit den 500 mW auch schon ganz praktikabel für so einige Anwendungen.

Wer sich mit UHF-Funk ein wenig auskennt, kann die Reichweite gut ausnutzen. Beim Sprechen Gerät mit Antenne senkrecht halten, nicht zappeln oder Hin-und-Her Gehen, dicht und deutlich sprechen, Nicht mit dem Körper zwischen Funkpartner und eigenem Funkgerät stehen, usw.

Übrigens: Noch habe ich nirgendwo gelesen, dass am 31.12.2022 die Allgemeingenehmigung der LPD-Geräte (nicht PMR) NICHT ausläuft ...


Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)

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Zuletzt bearbeitet am 30.04.22 16:45

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