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Ein Empfänger mit der 3-Fach-Röhre VT139 aus dem Jahre 1927
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22.03.23 10:42
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

22.03.23 10:42
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Ein Empfänger mit der 3-Fach-Röhre VT139 aus dem Jahre 1927

Hallo,
Wie man mit einfachen Mitteln seinerzeit leistungsfähige Audion-Empfänger baute, zeigt
ein Beitrag aus der Zeitschrift "Der Bastler".
Man findet die Ausgabe über "Bastel-radio.de" under ->Lesestoff -> Funkschau.
Verwendung fand hier eine Drillingsröhre von TeKaDe, deren erstes System einen großen
Durchgriff von 10% besitzt. Der Verfasser gab der Röhre den Vorzug gegenüber der VT142
(Röhre für Widerstandsverstärkung) und erläutert ausführlich die Gründe.



Man findet hier einige Elemente wieder, die kürzlich tw.auch hier im Forum erörtert wurden:

-Die Einbindung des Sperrkreises [1]. Dieser war oft erforderlich, nachdem beispielsweise
der Münchner Sender in dieser Epoche seine Leistung auf 10kW steigerte ("Großsender")
"München" und "Wien" zu trennen war regional anscheinend ein Problem.

- Ein optimales Verhältnis der Windungsverhältnisse Antennenkreis-Abstimmkreis-Rückkopplungskreis.
Es wird nämlich in einem der vorigen Hefte erwähnt, dass die von den Herstellern gelieferten Spulen
mit 25 / 50 / 75 Wdg nicht für den Rundfunkbereich passend waren:
25 Wdg zuviel für den Antennenkreis, und genau die 60 Wdg für Überstreichung des Rundfunkbereiches (MW)
mit gängigem Drehko nicht gefertigt wurden.

-Die Verwendung einer HF-Drossel, die besonders stabile und weiche Rückkopplung ermöglicht.
Weiteres kann man dem Artikel selbst entnehmen, es ist eine ausführliche Baubeschreibung mit
Empfangsbericht.

Auch die Kenndaten der Röhre sind in der Zeitschrift zu finden:

Deutlich sichtbar die Unterschiede der Röhrensysteme:
Höhere Steilheit beim Audion-System (1,4 mA/V), geringerer Durchgriff
beim 2. System der VT139 bzw. den ersten beiden Systemen der VT142
-
Andere Röhren für Widerstandsverstärkung sind wegen ihrer ausreichenden Steilheit sehr gut für ein Audion
geeignet, dafür wurde der Anodenwiderstand stark herabgesetzt, von z.B. 1 MOhm auf 100 kOhm.
Beispiel: RE034 im VE301B
https://www.welt-der-alten-radios.de/ges...faenger-22.html

----
Wien: 517m (580 kHz)
München [2]: 560 kHz

[1] vgl. April-Heft 1927: Artikel über Sperr- und Saugkreise: "induktiver Sperrkreis"
[2] vgl. April-Heft 1927: "Der neue Münchner Rundfunk-Sender", ausführlicher Artikel,
Umstellung von Maschinensender (!) auf Röhrensender.
vgl.http://www.wabweb.net/radio/radio/ismaning.htm
https://www.radiomuseum.org/forumdata/up..._Vilbig1939.PDF
Bild der VT139:
https://patric-sokoll.de/R%C3%B6hrenmuse...3470/03470.html

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 23.03.23 21:22

Datei-Anhänge
VT139-Audion.JPG VT139-Audion.JPG (39x)

Mime-Type: image/jpeg, 63 kB

VT139 Kenndaten.JPG VT139 Kenndaten.JPG (41x)

Mime-Type: image/jpeg, 63 kB

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23.03.23 10:12
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

23.03.23 10:12
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Ein Empfänger mit der 3-Fach-Röhre VT139 aus dem Jahre 1927

Hallo zusammen,

damit interessierte Leser keine Zeit mit der Suche nach diesem Artikel verschwenden,
sei angemerkt, dass es nach Ansicht des Authors nur unerfahrenen Bastlern
empfohlenen war, auf die Hochohmigkeit zu verzichten, damit es beim Nachbau keinen
Misserfolg gibt.



Als ich meine erste (auch noch ausgelutschte) 3NF mit Krokoklemmen-Teststrippen
zu meinem OE333-Nachbau (da noch mit Aussenkontaktsockel) verband, war
dem Empfänger kein Mucks zu entlocken, sodass ich die Röhre zunächst als defekt
einstufte. Das war aber mit kurzen Drahtverbindungen und der Originalfassung nicht
der Fall. Ob der gemessene Anodenwiderstand der ersten Stufe von 10 MegOhm
original oder Alterung bzw. Defekt ist, kann ich nach Studium des Buches von
Eisenbarth bis heute nicht mit Gewissheit sagen, denn es gab 3NF mit 500 und 1000
MegOhm Innenwiderstand (3NFB 290kOhm).

Gruss
Walter

Nachtrag:

Ich werde die Sache nicht weiter diskutieren, zumal auch HB9 von einer butterweichen
Rückkopplung berichtet hat. Man ist bei schwachbrüstigen Antennen sicherlich auf
den Punkt kurz vor dem Rückkopplungseinsatz angewiesen. Das ist hier anders:
Die Rückkopplung erleichtert die Selektion in den Abendstunden für schwache Signale
und liegt in der Regel weit vor dem Schwingungseinsatz.

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es schon diese beiden Lager
mit ihren gegensätzlichen Auffassungen, und das wird sich 100 Jahre später nicht
ändern. Vergleichende Erfahrungswerte mit steilen Nachkriegsröhren sind zumindestens
in diesem Zusammenhang absurd. Warum die Rückkopplung mit der Spheria anfangs
nicht geklappt hat, habe ich hinreichend im Beitrag über die REN1004 erläutert.

Nicht erwähnt habe ich, dass die Anoden-Gleichrichtung auch mit Rückkopplung
wunderbar zwischen 60 und 150V Anodenspannung funktioniert (schwächelnde
Anodenbatterie = unsinniges Argument). Jedenfalls wünsche ich allen Freunden
eines Audions mit transformatorischer Kopplung und VT139 Substituten oder
Originalen viel Erfolg.

Zuletzt bearbeitet am 24.03.23 11:01

Datei-Anhänge
VT139_Vorteil_basteljero_S337.png VT139_Vorteil_basteljero_S337.png (45x)

Mime-Type: image/png, 301 kB

23.03.23 14:25
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

23.03.23 14:25
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: Ein Empfänger mit der 3-Fach-Röhre VT139 aus dem Jahre 1927

Moin Walter,
Nun bin ich ja diese Art de Gegenrede gewohnt, werde aber versuchen, trotzdem sachlich zu bleiben.

Leider gibt nur allzuviele unausgegorene "Bauvorschläge" im Netz, die denjenigen, der gerade erst
anfängt sich mit dem Röhren-Audion zu beschäftigen, auf falsche Wege führen kann.
Manchmal habe ich den Eindruck, Antworten auf Fragen im Netz z.B. seien genau zu diesem Zweck verfasst.

Deshalb ist diese Schaltung interessant. Zunächst zeigt sie, dass es außer der Loewe-Röhre noch
andere Mehrfach-Röhren gegeben hat. Sie zeigt auch, dass es von Vorteil ist, für die angedachte Aufgabe
auch die Röhre mit den entsprechenden Eigenschaften zu verwenden.
Dazu ist sei von einem erfahrenen Techniker entworfen, was bei den frühen Funkschau-Bauvorschlägen
so ziemlich immer der Fall ist.

Logischerweise finden wir hier in der Schaltung viel Grundsätzliches wieder:
1.
Es wid die übliche Gittergleichrichtung verwendet. Damit liegt der Arbeitspunkt im steilen Teil der
Röhren-Kennlinie . Das bedeutet, das eine gute Rückkopplung sehr viel eher zu erzielen ist als im weniger steilen
Teil.
Gleichzeitig wird eine weitere Forderung erfüllt:
Beim Anziehen der Rückkopplung wird die negative Vorspannung größer, die Steilheit sinkt.
Das bedeutet eine weiche und stabile Rückkopplung.
vgl.
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...=580&page=1
Nebenbei schneidet die Kombination Gitterkondensator-Gitterwiderstand sehr niederfrequente Frequenzen
ab, so daß Kippschwingungen nicht auftreten.

Im Gegensatz zur Anodengleichrichtung:
Hier liegt der Arbeitspunkt notwendigerweise im flachen und stark gekrümmten Teil, verschiebt sich bei Anwendung einer
Rückkopplung in den steileren: Die Schaltung schaukelt sich hoch und schwingt.
Darum findet man in der zeitgenössischen Literatur immer wieder den Hinweis:
Gittergleichrichtung (mit Rückkopplung) für den empfindlichen Fernempfang, Anodengleichrichtung (ohne Rückkopplung)
für beste Qualität bei Empfang des starken Ortssenders.
Will man Rückkopplung anwenden, verwendet man Anstelle der Anodengleichrichtung eine seperate Diode, das ist
beispielswese bei meinem "Nora W29" der Fall, der Schaltplan des GW29 ist im GFGF.

Das auch der "weniger fortgeschrittene Funkfreund" mit der Schaltung keine Probleme haben wird heißt selbstverständlich
nicht, dass es nur eine Schaltung für Anfänger ist. Absurde Vorstellung.
Es heißt lediglich, dass die Schaltung gut funktioniert, sofern wenn man sich an die im Artikel genannten Punkte und
Bauanleitung hält, auch wenn man nicht alle Einzelheiten nachvollziehen kann.
----

Zitieren:
damit interessierte Leser keine Zeit mit der Suche nach diesem Artikel verschwenden
..können sie besser sofort diesem Entwurf folgen und dann so nach 5 Jahren irgendwie eine Rückkopplung hinkriegen...
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...=356&page=2


Zitieren:
auf die Hochohmigkeit zu verzichten, damit es beim Nachbau keinen
Misserfolg gibt.
Falsch. Er meint:
Bei Verwendung einer Röhre A im Audion mit einer Steilheit von 0,0x mA/V muß ich eine Rückkopplungsspule
mit einer ungewöhnlich hohen Windungszahl verwenden um überhaupt Rückkopplung zu erzielen.
Eine Röhre B mit einer wesentlich höheren Steilheit von z.B. 1,2 mA/V kann leicht stabile Rückkopplung
erreicht werden, die auch dann nicht aussetzt, wenn die Antenne etwas fester gekoppelt wird und dem
Schwingkreis Energie entzieht. Das ist so eine Unart von ihr:
Sie nimmt nicht nur Hochfrequenz auf, nein sie strahlt sie auch noch auch ab.

Daher wird die Schaltung auch weitere Forderungen erfüllen, die man an ein gutes Audion stellt:
- Einwandfreie Funktion auch bei erschöpfter Anodenbatterie.
(Man beachte den seperaten Abgriff einer Teilspannung für das Audion an der Anodenbatterie !)
- Einwandfreie Funktion über den Streubereich der Röhren und Röhrenalterung mit Nachlassen
der Steilheit [1].
- weicher Rückkopplungseinsatz.

Und so verwundert es nicht, dass wir diese immer gern verwendete Schaltung auch im VE301w
wiederfinden, wo sogar noch auf die HF-Drossel verzichtet wurde.
-----
[1]
Selbst bei bei der Spezial-Ausführung der ECC81, der E81CC mit engen Toleranzen, liegt der Streubereich für die
Steilheit zwischen 4,5 mA/V und 6,5 mA/V, das Lebensdauerende ist erreicht bei 3,8 mA/V
Eine gut balancierte Schaltung muss das wuppen können.

Das beste Audion ist für mich aus den genannten Gründen nicht das mit der ausgefallendsten Schaltung.
Sondern das am zuverlässigsten funktonierende.
So wie beim VE301w:
Da kann man mittels Adapter so ziemlich alles an Röhren reinstecken, was so halbwegs passt, von der
PF83 bis zur EAF89 (als Triode geschaltet) : läuft immer anstelle der REN904.


Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 23.03.23 21:06

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