in den ersten Nachkriegsjahren waren Bauteile knapp und teuer. Deshalb baute man sehr material- und kostensparend. Ein gutes Beispiel für ein vollwertiges aber einfaches Autoradio aus diesen Jahren ist das Elcophon A/By 49 Autoradio.
Es ist eigentlich kein Bauteil zuviel verbaut, die Schaltungsstruktur ist klar und unverschnörkelt. Sogar eine Klangblende ist vorhanden. Einziger "Luxus" ist die Extra-Gleichrichtung für die zweistufige Regelspannung, die auch stärkere Pegelunterschiede ausregeln kann.
Der 6 Volt Zerhacker ist ein Zweiweg-Schalter. Gut auch im Schaltbild die Angabe auch von Vergleichsröhren.
Antennen-Einkopplung auf LW und MW über Spulenanzapfung. NF-Teil mit zwei Pentoden, jeweils mit automatischer Gittervorspannungserzeugung.
Hochohmiger Anodenspannungs-führender Anschluß für Zweitlautsprecher!
Schaltungsbesonderheiten sind mir nicht aufgefallen, Empfang für LW, MW, KW.
Röhrenbestückung 6 Volt Typen für die 6 Volt Bordspannung.
Grüße von Haus zu Haus Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)
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Re: Einfach aber voll ausreichend: Elcophon Autosuper
Hallo zusammen,
interessante Eingangsbeschaltung. Normalerweise hat man Autoradios induktiv abgestimmt und die Antenne mindestens für MW und LW über einen meistens einstellbaren Koppelkondensator an das 'heisse' Ende des Eingangskreises angekoppelt, da die kurzen Autoantennen ja kapazitiv-hochohmig waren und daher die eher niederohmige Ankopplung über eine Koppelwicklung ungünstig ist. Dazu kommt noch, dass die Platten des (Luft-) Drehkos durch Vibrationen im Auto schwingen können, was dann eine Frequenzmodulation des Oszillators mit entsprechender Empfangsstörung zur Folge hat.
Die Verwendung einer separaten Röhre für die beiden Dioden erstaunt mich, denn schon vor dem Krieg gab es Kombi-Röhren mit zwei Dioden und einer NF-Triode. Das spart nicht nur eine Röhre, sondern auch Platz und Heizleistung. Kann natürlich sein, dass solche Röhren gerade nicht beschaffbar waren und man verbauen musste, was man hatte.
Bei der Zerhacker-Schaltung hat er bereits die 'Zero Voltage'-Schaltung mit den beiden 50nF-Kondensatoren auf der Sekundärseite des Trafos. Diese sorgen dafür, dass während der Zeit, in der beide Kontakte vom Zerhacker offen sind, die Spannung mit kontrollierter Geschwindigkeit ändert und durch die Trafo-Induktivität das Vorzeichen ändert, so dass der als nächstes schliessende Zerhacker-Kontakt mehr oder weniger spannungslos einschaltet. Dadurch gibt es keinen Schaltfunken, was einerseits den Kontakt-Abbrand massiv reduziert und andererseits auch weniger Störungen produziert. Damit das gut funktioniert, müssen die Umschaltzeiten vom Zerhacker, die Trafo-Induktivität und die Kondensatoren zusammenpassen.