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Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67
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21.08.18 17:58
wumpus 

Administrator

21.08.18 17:58
wumpus 

Administrator

Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Hallo zusammen,

bei Wumpus Welt der Radios gibt es ja auch eine Zeitzeugen-Seite. Habe dort ein neuen Beitrag aufgenommen, der einiges aus dem Leben eines Lehrlings "Rundfunk- und Fernsehtechniker" um 1965 erzählt. Man darf raten, um welchen Lehrling es sich da handelt

Wer so weit zurück in die Vergangenheit eintauchen will, bitteschön:

http://www.welt-der-alten-radios.de/gesc...alltag-518.html


Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)
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29.08.18 17:09
Micha94 

WGF-Einsteiger

29.08.18 17:09
Micha94 

WGF-Einsteiger

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Moin,

einer schöner Erlebnisbericht. Ich hätte auch gerne zu dieser Zeit, oder eher noch einen Ticken früher diesen schönen Beruf gerne erlent. So ist es halt nur Hobby geworden. Ich hoffe nur, die deutschen UKW und die ausländischen AM-Sender bleiben uns noch etwas erhalten. Ohne etwas "aus der Welt" empfangen zu können, ist so ein Radio doch recht langweilig. Ich kenne das Problem von meinem TV-Gerät der 60er Jahre. Das tut nur mit "externer" Bespassung. 10Jahre bevor ich anfangen konnte das Gerät zu überarbeiten, waren die analogen TV-Sender schon abgeschaltet.

Gruß Micha

21.09.18 18:02
Dietmar-Klaus 

WGF-Nutzer Stufe 2

21.09.18 18:02
Dietmar-Klaus 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Hallo

Nun müßte noch ein Radio-und Fernsehtechniker aus ehemaligen der DDR seine Lehrzeiterlebnisse schildern.
Für mich war der Bericht sehr interressant .

MfG. Dietmar-Klaus

04.11.18 13:12
Debo 

WGF-Nutzer Stufe 3

04.11.18 13:12
Debo 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Hallo Zusammen,

ich habe diesen Beruf ja auch mal gelernt von 1989 bis 1992 bei der Stuttgarter Niederlassung der Telefunken Fernseh- und Rundfunk GmbH mit Sitz in Hannover. Damals gab es neben den handwerklichen Radio- und Fernsehbetrieben/Geschäfte noch die Niederlassungen der Herstellerwerke. In Raum Stuttgart gabe es Sony/Fellbach und Blaupunkt in S-Feuerbach. Und eben TFK Fernseh- und Rundfunk GmbH, damals 1989 natürlich schon lange eine Thomson-Brandt Tochter.
Von in den 80er Jahren noch bundesweit 15 Telefunken braune Ware Niederlassungen wurde zu meiner Zeit schon reduziert auf 9 und dann alle freigestellt. Da haben dann Werkstattleiter sich entweder selbständig gemacht und die NL weitergeführt oder selbst zusammengeführt z.B. Mannheim, Stuttgart und Ulm. Ich bin aber da aus der Branche raus. Nach ein paar Jahren waren auch diese Unternehmungen am Ende.
Ebenso auch Blaupunkt und Sony gibt es natürlich auch schon lange nicht mehr.



Ja das war eine interessante und lustige Zeit mit "Telefunkens Meistverkauftem 540er". Telefunken Reparatursets und Chassis ohne Rahmen, die beim angucken schon fast zerbrachen (Chassis 615)
D2MAC und 1250 Zeilen Vorschlag und die damals neuen 16:9 Modelle.
Das klagen der Händler was für ein Schei....das sei mit total diskretem Netzteil und, und , und.... Ranhängen von 60W Prüfbirne um zu sehen ob mit entsprechendem Ansteuerimpuls das Netzteil mit dem Powerprozessor TEA 2029 stabil schwingt und die Birne sauber leuchtet.





Erst dann anhängen der Horiz.ablenkstufe u.s.w. mit Diodensplit ZTR, BU208 und S2000 Transistoren. "Sich selbst fotografieren" wenn bei Schluss ebendieser Transistoren die Primärsicherung im Filterbaustein doch wieder hell blitzend auslöste.
Mich hat es damals gewundert wieviele Bauteile da in das Rep.Set mit reinkamen. Ein blauer Wima FKP 1 mit 1,6kV- / 500V~ ging doch nie kaputt.
"Gurkenchassis" gab es natürlich auch einige. Die haben wir erstmal weggestellt wenn Stückzahlendruck war. Aber allzuoft wegstellen ging auch nicht, weil dann kommt man da nicht mehr nach.

Am fiesesten waren Haarisse mit "setzt alle zwei Wochen mal aus". Bei 3mal Aussetzer schaltete der Bedienteil-µP die Kiste ab.
Einmal sagte ich: Warum nimmt man keine Epoxileiterplatten wie beim 1972er Chassis 710 (das letzte Teilröhrenchassis, PL519,PY500A und PL508 sowie ECH84). Nun Herr Boeder, in Celle produzieren wir Milionenstück von Fernseherchassis. Entsprechende Mio. DM kann man sparen.
Wenn es dann doch zu Härtefällen im Reparaturalltag kommt, kann man auch ein Chassis komplett tauschen. Ein Tauschchassis kostete damals ~450 DM.
Die damals angesagten Monitorlook-FS wie der kleinste 450DV kosteten ~2399 DM.

Mir ist auch als Lehrling mal ein Portable vom Tisch gefallen, weil nach Abnahme der RW das Ding mit der Bildröhre dann extrem kopflastig geworden war. Am Tischchen geruckelt, ist das Teil runtergekippt. Die Anschlusstifte des Bildrohres gruben sich tief ein ins Linoleum
Ebenso noch in Erinnerung der Henkelmann RC760, dessen Kunststoffnase am Chassis, daran hing eine Feder für den Cassettenteil, natürlich regelmäßig abbrach weil zu schwach konstruiert. Wir schmolzen den Federdraht dann in des Kunsstoff ein, dann hielt es für die restliche Zeit dieses Henkelmanns.
Oder die "Acusta 250" HiFi Anlage, dessen Plattentellerantriebsachse sich im Reibrad eingefressen hat. Bei dem Gerät gabe es auch zerbrochene Zinspritzgussteile die wir noch mühsam vertretbar überlegt geklebt haben
Gefallen hat unserem damaligen NL-Leiter (kaufmannischer Chef von Werkstatt und Vertrieb) meine Restauration eines Visiomat III. Tischfernsehers. Leider hatte ich damals noch keinen T8001WK

Man könnte jetzt meinen: "Ja der Lehrling bei Telefunken bekommt mehr mit und macht mehr". Das stimmt nur bei den augenblicklichen Produkten wie damals das 627/618er FS-Chassis. Aber so interessante Sachen wie mal ein Rundfunk AM/FM Abgleich, Stereodecoderabgleich waren auch damals schon lange seit den Endsiebzigern vorbei
Kein Kollege hätte mir da beim Wunsch den 1958er Visiomat III Bild-ZF modellhaft mal abzugeleichen helfen können. Der letzte alte Hase ging 1988 nach 45 Jahren bei Telefunken in Rente.

Messgerätemässig waren wir auch nicht luxuriöser als normale Radio- und Fernsehwerkstätten. Ich hatte Philips Scope 50MHz am Platz und war stolz. Das hatte aber nichtmal 2'te Timebase. Kollegen hatten Hameg 312 und 512 aus den 70ern. Woelke Magnetbandtechnik Drift und Flattermeter. Der Backstein Metrix "Zappelmax", Gossen Konstanter und Nordmende-electronic, Grundig-electronic Trenntrafos und andere Messgeräte. Das war's!

Ein paar Messgeräte konnte ich noch abgreifen vor der Verschrottung. Alte Servicemanuals Koffergeräte gingen leider waschkörbeweise ins Altpapier.

Alles schon 26 Jahre her (!!!)

Grüsse
Debo

Zuletzt bearbeitet am 06.11.18 21:36

Datei-Anhänge
Det bei TFK Lehrling.jpg Det bei TFK Lehrling.jpg (12x)

Mime-Type: image/jpeg, 687 kB

Chassis 618 Rep.Zettel Teil 2.jpg Chassis 618 Rep.Zettel Teil 2.jpg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 881 kB

Chassis 618 Rep.Zettel.jpg Chassis 618 Rep.Zettel.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 1.018 kB

04.11.18 16:06
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

04.11.18 16:06
Martin.M 

WGF-Premiumnutzer

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

hallo Det,
du hast also auch diesen Klodeckel von der Lupenleuchte abgeschraubt weil er dir dauernd an den Kopf stieß

lG Martin

05.11.18 02:09
Micha94 

WGF-Einsteiger

05.11.18 02:09
Micha94 

WGF-Einsteiger

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Nabend,

wieder einmal ein sehr schöner Bericht. Für dich als alter "Telefunker" ist der nachfolgende Bericht evtl. ganz interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=8vCyCaNVsis

So eine tolle Lupenleuchte hatte ich übrigens auch in meiner Werkstatt. Der Deckel war auch bei mir nicht lange dran. Total unpraktisch konzipiert die Dinger.

Gruß Micha

05.11.18 08:49
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

05.11.18 08:49
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Hallo,

sehr interessante Berichte !
Ich hab den Beruf von 1986-89 in der ehemal. DDR gelernt, sogar in Stassfurt, dem einzigen Werk, das über lange Zeit Fernseher produzierte. Das Werk hat eine lange und über weite Strecken auch gute Tradition, die bis heute sehr liebevoll von ehemaligen Fernsehwerkern gepflegt wird. Ich fühle mich auch heute noch sehr mit dem Werk verbunden, aber ich muß auch sagen, vorrangig auf rein technischer Ebene.

Die "Berufsausbildung mit Abitur" bot eigentlich die ideale Möglichkeit, die Hochschulreife mit dem Erlernen eines Berufs, noch dazu meines Traumberufs damals, zu verbinden. Leider wurde der Teil "Berufsausbildung" dann doch ziemlich stiefmütterlich behandelt, weil die Fülle des Stoffs eben doch nicht in dem Zeitrahmen zu machen war... Ohne eigenes Interesse und Selbermachen...-beschäftigen war man mMn. am Ende kein eigenständig arbeitsfähiger Fernsehtechniker.
Der DDR-Alltag und die Magelwirtschaft führten nicht dazu, daß ein gewisser "Technikenthusiasmus" gefördert und geschätzt wurde. Die Lehrmeister und "alten Hasen" sagten gleich zu uns "...Ihr kommt leider zu spät, Anfang der 70-er waren die besten Zeiten". Das war die Zeit der Einführung des Farbfernsehens... Ich glaub das aus heitiger Sicht sofort...
Aber ich schweife ab.
Die Lehre begann mit der Aussage "Im ersten Jahr seht ihr keinen Fernseher von Innen"... es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die Negativität dieses Satzes prägte bis auf wenige highlights die gesamte Ausbildung. Es ging vor allem darum, den Plan zu erfüllen und dafür wurden die Lehrlinge von Anfang an gnadenlos in der Produktion verheizt und zwar größtenteils für primitive Hilfsarbeiten. Ja, ich hör es schon "Lehrjahre sind keine Herrenjahre"... schon klar, aber von der Lehre blieb deshalb leider nicht mehr viel übrig.
Die praktische Tätigkeit in der Lehrwerkstatt umfaßte anfangs auch zu 80% wieder Produktion, die Fertigung von Baugruppen und Einzelteilen für handgefertigte Farbmonitore. Später wurden dann Wandlungs- und wenige Kundengeräte repariert, besonders die Reparatur der Kundengeräte bot Gelegenheit, wirkliche Erfahrungen zu sammeln, die Wandlungsgeräte waren bis auf wenige Ausnahmen Gehäuseschäden und Trivialfehler...
Natürlich lernten wir im 2. Lehrjahr auch die Anfertigung gedruckter Schaltungen, Löten/Entlöten usw. Aber diese wichtigen Fertigkeiten kamen mir viel zu kurz.

Die theoretische Ausbildung war auch sehr zweigeteilt. Teilweise extrem verkopftes Auswendiglernen in der Grundausbildung E-Technik/Elektronik ohne viel Nutzwert, bekamen wir dann im 2. Lehrjahr sehr gute Lehrausbilder für die erweiterte Elektronik und Grundlagen der Fernsehtechnik. Dieser Kurs und das Farbpraktikum waren überaus positiv für das Verstehen der Zusammenhänge.
Es wurden sämtliche Grundlagen, vom Schwingkreis über Superhetprinzip, Ablenkstufen, bis zur Reaktanzstufe, alle Fernsehbaugruppen in extrem logischer, didaktisch wertvoller Art uns vermittelt, das war pädagogische Weltklasse, ich seh das noch heute so.
Unser Lehrmeister beim Farbpraktikum (PAL SECAM, die gesamte Farbkodierung/dekodierung) war dann ein ziemlich "harter Hund", aber dieser "Drill" hat auch sehr gut getan. Er war zwar ziemlich streng, aber auch ein sehr guter Lehrer. Es gab dort ein Kabinett, wo es verschiedene Meßplätze mit umgebauten Farbfernsehern gab, deren Baugruppen zum Teil vor das Gerät verlegt wurden. So konnte man am realen Gerät an der realen Schaltung Messen, Fehlersuchen, Erfahrungen sammeln. Es wurden Fehler mit real defekten (oder unerkennbar "angeschmorten") Bauteilen eingebaut und gesucht, strenge Benotung, aber das sind Dinge, die wirklich hängengeblieben sind ! Es wurden Fehlersuchsystematiken mit Fehlerbildern erarbeitet und vervollständigt... Hier war es auch ein Vorteil, 2 verschiedene Farbsysteme zu haben, die Zweiteilung war für das Lernen sehr wertvoll.
Auf den genannten 2 Säulen (Farbfernsehtheorie und Farbpraktikum) steht meine Ausbildung in dem Werk. Die praktische Ausbildung in der Lehrwerkstatt sein natürlich auch genannt, aber hier kam leider vieles zu kurz, das war nicht die Schuld der Lehrmeister, die praktische Ausbildung wurde halt für die Erreichung von Prduktionszielen miß... verwendet.
Man mußte sich halt viel selbst (zuhause) erarbeiten, damit hatte ich zwar schon einige Jahre zuvor angefangen, aber das eigene, praktische Erfahrungsammeln war durch die Realitäten und natürlich auch Mangel an verfügbarem Material/Meßtechnik etc. einigermaßen eingeschränkt.
WIE eingeschränkt, hab ich daran gemerkt, als mich im 3. Lehrjahr eine Mitschülerin fragte, wieso sie bei Reparatur eines STELLA zuhause zwischen Chassis und Heizung (Hand-Hand) mordsmäßig eine gewischt bekam... Mein erster Satz "Ein Glück, kannst Du mir das erzählen!). NIE NIE NIE wurden wir auf diese Probleme Elektrosicherheit aufmerksam gemacht... nur 1 Beispiel.

So und nun versuche ich bis heute, die Geheimnisse der TV-Elektronik zu ergründen, viell einiges nachzuholen^^.
Gruß Ingo

Zuletzt bearbeitet am 05.11.18 20:26

05.11.18 09:10
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

05.11.18 09:10
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

...kleine Ergänzung noch auf der sehr positiven HABEN-Seite:
In den ersten 2 Lehrjahren gab es ein Fach Meßtechnik, die sich vorrangig mit Messverfahren und auch der praktischen Umsetzung an Baugruppen beschäftigte. Auch hier ganz klar das Prädikat SEHR WERTVOLL, Theorie, Meßpraxis an selbstgefertigten Baugruppen, zum Teil war auch die Meßtechnik durch Lehrlinge vor uns selbst gebaut, alles in den "goldenen Zeiten"...
Auch in diesem Fach waren sehr² gute Lehrmeister am Start, ähnliches Kaliber wie in der Theorie Fernsehtechnik.
Von anfänglichen Grundlagen, Widerstände, ohmsches Gesetz, spannungs- und stromrichtige Messung, Logikschaltungen bis hin zu komplexen Meßaufgaben am NF-Verstärker, verschiedenen Oszillatoren bis hin zum FM-Diskriminator (diskret und TBA120) war alles dabei, was das Herz begehrt... bis auf Bild-ZF-Abgleich, der kam nirgens vor, ich versteh zwar, warum (OWF, TDA440), aber trotzdem gehört das mMn dazu, siehe oben, "Zeitmangel"...
Aber auch hier hab ich sehr viel gelernt !

Gruß Ingo

05.11.18 21:09
Debo 

WGF-Nutzer Stufe 3

05.11.18 21:09
Debo 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Micha94:
Moin,

einer schöner Erlebnisbericht. Ich hätte auch gerne zu dieser Zeit, oder eher noch einen Ticken früher diesen schönen Beruf gerne erlent. So ist es halt nur Hobby geworden.

Hallo Micha,

dieser "schöne Beruf" ist aber ein schlecht bezahlter Beruf. Bei den Werksniederlassungen der Herstellerfirmen ging es ja noch, aber als Geselle kommst du auf keinen grünen Zweig. Die Folge ist, das keiner der den Job noch gelernt hat (ab 1995 glaub ging er im Informationstechniker auf), mehr in der Branche arbeitet (fast), ausser die Konstellation in Altgeschäften wo der Vater seit 1966 oder früher und der Sohn jetzt, die ganze Familie dabei b.z.w. der "Elektro-Karle" auch der traditionelle Elektriker am Ort war und ist und neben Elektroinstallationen auch weisse Ware = Waschmaschinen, Trockner, E-Herde und Nachtspeicherheizungen etc. verkaufte und braune Ware = weil die Rundfunk- und Fernsehergehäuse früher in Holz braun waren, mit verkauft & repariert hat.

Gruss
Debo

Zuletzt bearbeitet am 05.11.18 21:45

06.11.18 13:07
wumpus 

Administrator

06.11.18 13:07
wumpus 

Administrator

Re: Zeitzeugen: Aus dem Leben eines Radio- u Fernsehtechniker-Lehrlings 1964-67

Hallo zusammen,

zwar nur indirekt kann ich von meinem Cousin Heinz und dessen Anfänge als Radio-Instandsetzer berichten. Heinz wurde schon bald nach Beginn des zweiten Weltkriegs schwer verletzt (Silberplatte am Hinterkopf, Verlust des rechten Beines) und wurde so vom Wehrdienst freigestellt.

Durch eisernen Willen kämpfte er sich zurück ins Leben. Er hatte durch meinen Onkel (seinem Vater, der früher Radioamateur war) einen gewissen Bezug zum Radiobasteln. So half er bald bei einem Radiohändler mit Werkstatt, Radios zu reparieren und auch neue aus Ersatzteilen zusammen zu bauen. Nach Kriegsende wurden bald in Berlin Fachleute gesucht, die sich mit der Radiotechnik auskannten.

So ging er bald zu Phonetika in Berlin Weissensee. Später wurde aus Phonektika Stern Radio Berlin. Zuerst wurde er in der Fertigung eingesetzt, aber das ging nicht lange wegen seiner Kriegsverletzung gut. Deshalb wechselte er in die Endkontrolle und den Reparatur-Service von Phonetika über.

Er erzählte mir immer wieder mal Geschichten von damals. Wie schwierig es war, auch nur Kleinserien von Radios zu produzieren. Wegen der Reparationslieferungen an die Sowjetunion gab es erhebliche Bauteilebeschaffungs-Probleme. Man versuchte aus allen möglichen und unmöglichen Quellen Bauteile zu beschaffen.

Es war deshalb auch üblich, immer wieder Schaltungen zu ändern, Bauteile zu variieren. Es war Flexibilität angesagt. Hat ihm aber trotzdem Spass gemacht.

Heinz bekam dann um ca. 1950 ein Angebot von Loewe Opta in West-Berlin und ist dann dorthin gewechselt. Schließlich aber wechselte er den Beruf wegen seiner Kriegsverletzungen und wurde "Bankbeamter". Radiobasteln betrieb er immer weiter und setzte so auch indirekt bei mir den Radio-Floh ins Ohr ...

Hier noch ein LInk zu Phonetika / Stern Radio Berlin;

http://www.welt-der-alten-radios.de/gesc...-berlin-23.html

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Wumpus bei youtube:
https://www.youtube.com/user/MyWumpus

Zuletzt bearbeitet am 06.11.18 13:11

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