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Funke W19 Messinstrument
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27.09.09 17:28
roehrenfreak

nicht registriert

27.09.09 17:28
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo zusammen,

hier hat Diemar vollkommen Recht. Durch die Bewegung des Alu-Rahmens im Feld des Dauermagneten entsteht durch Induktion eine winzige Spannung wie in einem Generator oder besser Dynamo. Wäre der Rahmen elektrisch offen könnte kein Stromfluß und damit keine Gegeninduktion entstehen, die erzeugte Energie würde ohne Arbeit verrichtet zu haben einfach "verpuffen". Nun ist unser Rahmen jedoch elektrisch geschlossen. Dadurch wird die Induktionsspannung einen proportionalen Strom im Rahmen fließen lassen. Dieser Stromfluß erzeugt wiederum ein dem Dauermagneten entgegengerichtetes Magnetfeld, geträu dem Induktionsgesetz wonach jeder stromdurchflossene Leiter um sich herum ein Magnetfeld aufbaut unabhängig vom verwendeten Werkstoff. So wird jetzt durch den Stromfluß auch Arbeit verrichtet, welche sich in einer Gegenkraft äussert, das Messwerk wird bedämpft.

Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

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27.09.09 18:53
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

27.09.09 18:53
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Funke W19 Messinstrument

Liebe Kollegen,
wenn ich hier so weiter machen, wird mich der Rainer bald zwangsexkommunizieren. Ich bin im Forum noch ganz neu und habe erst jetzt die Statuten gelesen. Danach liege ich hier mit meinem Diskussionsthema doch deutlich daneben. Entschuldige Rainer! Wenn's Dir zu bunt wird schließt Du einfach den Thread.
Ja, mir bleibt schon garnichts mehr zum erklären übrig. Dietmar und Jürgen haben schon alles sehr schön erläutert.
Es ist übrigensein interessantes Naturphänomen, dass auf einen bewegten Ladungsträger - also z.B. ein Elektron - in einem Magnetfeld eine Kraft ausgeübt wird. In einem Stück Metall - ganz egal was für ein Metall - gibt es viele Elektroden. Bewegt man das Metall durch ein Magnetfeld, so wir der Bewegung eine bremsende Kraft entgegengesetzt. Der bekannte Versuch hierzu heißt "Waltenhofsches Pendel". Häufig wird in der Darstellung des Waltenhofschen Pendels ein Ring als Pendel verwendet. Das ist irreführend. Die Pendelbewegung wird auch gestoppt, wenn man anstatt des Ringes eine massive Scheibe in das Magnetfeld schwingen lässt.

Der sich bei einem Drehspulinstrument im Magnetspalt drehende Aluminiumrahmen der Drehspule ist ebenfalls ein bewegter Leiter im Magnetfeld. Oh, ich wiederhole Dietmar und Jürgen. Entschuldigung!

Ja, Ihr habt vollkommen Recht. Das W19 war nicht dafür gedacht, präzise Messungen durchzuführen. Da hat man ein W20 genommen. Ich fand es bloß interessant, dass man auch bei einem Instrument wie dem W19 bei genauerer Kenntnis des Innenlebens recht genaue Messwerte erhalten kann. Ich habe nämlich kürzlich ein und dieselbe Röhre auf W19, W20 und NEUBERGER 370 getestet und bekam 3 verschiedene Resultate. Das wurmte mich und ich habe angefangen, die Geschichte aufzudröseln.
Beste Grüße und vielen Dank für Eure ganzen Kommentare,
Harald

27.09.09 19:25
oldeurope

nicht registriert

27.09.09 19:25
oldeurope

nicht registriert

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo Forum,
vielleicht ist an den Lagerstellen etwas Öl was altersbedingt mehr oder weniger zäh ist. Wenn da kein Öl ist kann auch der unterschiedliche Druck auf die Lagerstellen und Abnutzung Unterschiede bei den Drehspulinstrumenten bewirken.

Übrigens habe ich bei meinem We20 eine Strombegrenzung, entsprechend dem Messbereichsendwert der gesteckt wird, eingebaut.

Gruß Darius

Zuletzt bearbeitet am 27.09.09 19:27

27.09.09 20:30
roehrenfreak

nicht registriert

27.09.09 20:30
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Funke W19 Messinstrument

Oh Darius,

leichtes Entsetzen durchzuckt meinen ach schon so klapperigen Körper Öl gehört allenfalls in meine Gelenke, aber doch nicht in ein Drehspul-Messwerk. Ernsthaft: Öle, egal welche, haben in diesen Messwerken absolut nichts zu suchen! Zwei Arten des mechanischen Aufbaues sind mir bekannt:

> Das spannbandgelagerte und
> das spitzengelagerte Messwerk.

Letztere sind die am häufigsten verwendeten und unterscheiden sich in der Art des Lagermaterials. Manchmal steht es sogar ganz klein gedruckt an unauffälliger Stelle auf dem Skalenblatt, wie z.B:

> "No Jewels" - ein einfaches, metallgelagertes Messwerk, preiswert, mäßige Genauigkeit
> "2 Jewels" - ein Messwerk gehobener Qualität, rubingelagert, gute Genauigkeit, lange Lebensdauer

> "Diamont pivoted" - ein Messwerk der Oberklasse, diamantgelagert, sehr hohe Genauigkeit, sehr lange Lebensdauer

Dann gibt es noch Messwerke, welche zusätzlich den Begriff "sealed", versiegelt, tragen. Diese sind hermetisch verschlossen und mit Schutzgas gefüllt - für allerhöchste Ansprüche und Einsatz unter extremen Umweltbedinungen.

Aber nun gut - auch dies ist ein kleiner Exkurs vom eigentlichen Thema - man möge uns dies hier nachsehen

Freundliche Grüsse,
Jürgen rf

Noli turbare circulos meos (Störe meine KREISE nicht! - Archimedes)

27.09.09 20:51
Klaus 

WGF-Premiumnutzer

27.09.09 20:51
Klaus 

WGF-Premiumnutzer

Re: Funke W19 Messinstrument

Zitat:
Öl gehört allenfalls in meine Gelenke, aber doch nicht in ein Drehspul-Messwerk. Ernsthaft: Öle, egal welche, haben in diesen Messwerken absolut nichts zu suchen!
Hallo zusammen,

neben den von Jürgen rf genannten Lagerarten (Spannband, Spitzenlagerung) bei Messinstrumenten meine ich, auch von Zapfenlagerung bei besonders robusten Messwerken gehört zu haben.
Ausschließlich bei diesen ist allerdings auch eine Ölung/Schmierung der beiden Lagerzapfen möglich und nötig.

Viele Grüße
Klaus

Nachtrag: Nachdem ich unseren Freund Google bemüht hatte, fand ich die 3. Lagerungsart - Zapfenlagerung - auch bestätigt.

Zuletzt bearbeitet am 27.09.09 21:11

27.09.09 21:12
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

27.09.09 21:12
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo zusammen,

noch 'ne Möglichkeit:

bei völlig identischen Meßwerken können unterschiedliche Dämpfungen durch einen Windungsschluß einiger Windungen verursacht werden. Wenn die Windungszahl der kurzgeschlossenen Drehspule nur wenige % der Gesamtwindungszahl beträgt , fällt das beim Meßergebnis kaum auf , aber die Dämpfung wird besser.

Viele Grüße
Bernd

.... und vergessen Sie nicht Ihre Antenne zu erden !

28.09.09 11:32
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

28.09.09 11:32
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo Kollegen,
Ich habe mir die Mühe gemacht, und das Frontlager aus dem zappeligen Messinstrument meines FUNKE W19S herausgenommen und unter dem Mikroskop fotografiert:Die Bilder sieht man im Anhang. Falls sie durch die Systemprobleme wieder kryptisiert werden, stelle ich sie noch einmal ein.
Also; Das Lager ist eine zur Spule hin ausgedrehte M2 Ms-Madenschraube. In die Ausdrehung ist eine Kunststoffbuchse von ca. 1mm Durchmesser eingedrückt. Die Kunststoffbuchese hat Trichterform mit abgerundetem Boden. An der einen Seitenfläche des Trichters waren kleine Partikel, die man mit einer Nadel problemlos von der Kunststoffwandung lösen und entfernen kann. Blöderweise habe ich das Foto nicht zu dem zeitpunkt gemacht, als noch viele Partikel in der Buchse waren, sondern erst, nachdem ich einen großen Teil davon entfernt hatte. Die Partikel machen irgendwie einen kristallinen Eindruck und suggerieren verharztes Fett oder Öl. Nun waren die Jungs bei FUNKE ja bestimmt nicht so verblödet, ein harzendes Fett oder Öl einzusetzen. Wenn überhaupt, hätten sie bestimmt Waffenöl oder Knochenöl verwendet. Leider ist die Menge dieser Partikel so gering, dass ich sie nicht ins Röntgendiffraktometer stecken kann, um ihre Kristallstruktur zu analysieren.
Und nun? Ich nehme an, FUNKE hat die Lager mit Kunststoff ausgebuchst, damit sie auch den rauhen Militärbetrieb überstanden. Nadellager hätte es da wahrscheinlich bald beschädigt. Aber was sind das für Partikel? Silikonfett?







Wieder was zum Nachgrübeln.
Viele Grüße, Harald

Datei-Anhänge
FUNKE W19S Drehspullager 1.jpg FUNKE W19S Drehspullager 1.jpg (355x)

Mime-Type: image/pjpeg, 40 kB

FUNKE W19S Drehspullager 2.jpg FUNKE W19S Drehspullager 2.jpg (329x)

Mime-Type: image/pjpeg, 16 kB

FUNKE W19S Drehspullager 3.jpg FUNKE W19S Drehspullager 3.jpg (290x)

Mime-Type: image/pjpeg, 34 kB

28.09.09 12:48
Franz 

Einsteiger

28.09.09 12:48
Franz 

Einsteiger

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo Harald,
nun scheint es also doch so zu sein, dass das Instrument eher rustikal denn hoch präzise ausgelegt ist. Zu den Ablagerungen kann ich natürlich nichts beitragen, ausser dem Hinweis, dass das auch von aussen hereingekommen sein könnte. Mein W19 hat sein erstes Leben in einem Kohle Bergwerk in Kamp Lintfort zugebracht, im Pütt also. Dort wurde es augenscheinlich und auch geruchlich als Tisch zum Kartenspielen und Frühstücksmachen etc verwendet. Das konnte und kann man immernoch sehen und anfänglich auch riechen. Während meiner Bundeswehrzeit vor ca 45 Jahren, stand unser damaliges W19 S gut eingeräuchert und ebensoauch eingestaubt in einer Ecke. Will sagen die Ablagerungen könnten auch den Auswirkungen von aussen geschuldet sein.
Grüsse Franz

28.09.09 14:02
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

28.09.09 14:02
Pluspol 

WGF-Premiumnutzer

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo Harald

Ich glaube auch nicht, daß an die Spindelachsen jemand mit einem Schmiermittel heranging. Die möglichen Arten der Lagerbeschaffenheit wurde ja schon erwähnt. Es sei denn, ein fachlich "Unbeleckter" wäre da rangegangen, um einen bestimmten vermuteten Effekt zu erzielen. Sicher waren es Verunreinigungen, die von außen eindrangen.
Jetzt hast dort "aufgeräumt" und sicher etwas Positives bewirkt.
Beste Grüße von Dietmar

28.09.09 15:07
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

28.09.09 15:07
radioljub01 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Funke W19 Messinstrument

Hallo Franz, Dietmar, Bernd,
ja, ich glaube auch nicht daran, dass FUNKE das Lager geschmiert hatte. Sowas behämmertes hätten die nicht getan.

Interessanterweise war aber der Schlitz der Madenschraube zerknüdelt. Da hatte sich schon jemand dran zu schaffen gemacht. Kann sein, dass die Fremdkörper bei der Gelegenheit eingeschleppt wurden. Na, jetzt ist jedenfalls frisch geputzt!

Bernd, du hast Recht. Man kann auch ein paar Windungen kurzschließen. Die Wirkung geht dann so in Richtung Kurzschlussbügel beim Transport von empfindlichen Messinstrumenten oder noch passender. in Richtung der Wirkung des im Magnetspalt rotierenden Alukörpers der Drehspule... das ist ja auch eine kurzgeschlossene Windung.

Ich weiß immer noch nicht, warum das Messwerk von meinem W19S-Instrument so hyper-zappelig ist und das vom W20 so phlegmatisch. Aber ich kriegs noch raus
Danke für Eure Kommentare und Grüße,
Harald

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