| Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf? |
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Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
basteljero: Eine systematische Fehlersuche beginnt also damit, dass man am T309 den Kollektorzweig auftrennt und überprüft, ob die angegebenen 10mA stimmen. Möglicherweise ist hierfür eine Trennbrücke vorgesehen.
Die 10mA bekomme ich nicht nachgemessen. Ohne Audio messe ich 0,7mA DC. Mit Audio ist das wesentlich höher und schwankt mit dem Signal so daß man nichts als Mittelwert sehen kann. Zwischen den Emittern sind 4 anstelle 4,8 Volt unabhängig vom "Fehler". Das Teil klingt aber normal so gut, daß ich nicht annehme daß die Germaniums etwas haben. Auch die Lautstärke hat gute Reserven, so daß ich eher ein Verständnisproblem bei mir annehme.
Das Krachen selbst stellt sich nicht mehr von alleine nach einigem Betrieb ein. Ich nehme für dieses deshalb zwei Ursachen an und vermute die erste davon mit dem Schleifer von R343 bereits beseitigt zu haben. Bei Druck auf die Platine knackt es jetzt einfach was sich etwas anders anhört und die Leistung bricht massiv weg. Kann bislang auch gut und dauerhaft reproduziert werden. Dabei ändern sich neben der Lautstärke eigentlich nur die Werte an T306. Aber mit der Bootstrap Schaltung kann dies natürlich auch von den AD Transistoren kommen.
Nachlöten von Durchkontaktierungen ohne Bauteil hat bislang auch nicht geholfen. Aber die Kopfhörerbuchse sitzt ja auch auf der Leiterplatte und die werde ich jetzt mal vorsichtshalber überbrücken bzw. den Lautsprecher direkt am Elko festlöten.
Zuletzt bearbeitet am 25.07.26 09:33
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Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Hallo,
Zitieren: Die 10mA bekomme ich nicht nachgemessen. Ohne Audio messe ich 0,7mA DC Ein echtes Stromspar-Gerät...

Trotzdem ist natürlich etwas oberfaul hier, wenn der Kollektorzweig des AD161 wie im Schaltbild angedeutet, aufgetrennt wurde und ein Multimeter zB. im 250 mA-Bereich dazwischengeschaltet wurde. Manchmal muß man hier die Meßleitung des Multimeters umstecken.
Prinzipiell wird der Ruhestrom dadurch eingestellt, dass die Gleichspannung zwischen den beiden Basisanschlüssen erhöht wird. Darum ist hier der Heißleiter eingeschaltet: Wird er warm, verringert sich sein Widerstandswert, die "Vorspannung" der Transistoren wird verringert und der Ruhestrom sinkt.
Die Diode dürfte eine Art Schutzfunktion bei versagen des Heißleiters darstellen.
Ein Kurzschluß von R342 oder der Diode D304 würde im Fehlerfall dafür sorgen, dass kein Ruhestrom fließt, eine Unterbrechung den Ruhestrom unzulässig erhöhen und die Transistoren gefährden.
Deshalb ist bei der Fehlersuche hier Vorsicht geboten, unbedachtes Auslöten von bauteilen "auf Verdacht" ohne Meßgerät im Kollektorzweig wäre z.b. eine mutige Angelegenheit.
Wenn ein Labornetzgerät zur Verfügung steht, sollte es verwendet und der Kurzschlußstrom auf etwa 30mA bzw. auf den Wert eingestellt werden, wo das Gerät noch arbeitet. -- Als Vergleichsmessung könnte man die Gesamt-Stromaufnahme des Gerätes über den offenen Ein-Schalter messen. Mein Blaupunkt "Marimba" hat z.b. 20mA bei Batterie-Betrieb, so dass ein grober Fehler in der Endstufe ausgeschlossen werden kann, ohne groß den Ruhestrom zu messen.
Und, ja, diese Geräte lassen den heutigen Plastik-Müll klangmäßig oft weit hinter sich.
Gruß Jens
Zuletzt bearbeitet am 25.07.26 14:33
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Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Hallo Janvi,
zum Krachen: deine Messungen an T306 zeigen, dass an dieser Stufe ein Problem ist, vermutlich eine gebrochene Leiterbahn oder faule Durchkontaktierung, eventuell auch ein Widerstand. Da für die Gleichspannungen nur 6 Bauteile in Frage kommen, bleibt die Sache übersichtlich: - R336..R339 - T306 - Schaltkontakt in Bu104
Ich würde mit dem Ohmmeter die Verbindungen der Bauteile (von Bauteildraht zu Bauteildraht) überprüfen, ob die wirklich gut und ohne Wackelkontakt miteinander verbunden sind. Falls die Verbindungen alle gut sind, noch die 4 Widerstände überprüfen auf korrekten Wert +/-10% sowie wackelfrei, wenn man an die Anschlussdrähte bewegt. Gerissene Leiterbahnen erkennt man an Haarrissen in der Leiterplatte (helle, dünne Striche auf dem Pertinax). Auf Grund deiner Spannungsmessungen ist für mich R338 der heisseste Kandidat, wenn der hochohmig ist (Unterbruch oder Wackel im Widerstand oder der zugehörigen Leiterbahnen), sinken die Spannungen am Transistor ab.
Die 4V statt 4.8V an den Emittern der Endtransistoren würde ich voerst mal als gut einordnen, die Audioqualität scheint ja gut zu sein. Wenn T308 und T309 nicht warm oder gar heiss werden, ist der Ruhestrom sicher nicht allzu falsch, aber Nachmessen und allenfalls korrekt einstellen schadet sicher nicht, ich würde aber zuerst den Wackelkontakt suchen.
Gruss HB9
Zuletzt bearbeitet am 25.07.26 16:57
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vor 6 Stunden
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Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Treffer bei der Durchkontaktierung der Leiterbahn von R338 auf die Massefläche auf der Lötseite wo man aber optisch absolut gar nichts gesehen hat. Eigentlich hätte man da gar keine Durchkontaktierung gebraucht, weil direkt daneben C371 auf die gleiche Massefläche (U-Bat Plus) kontaktiert. Selbst mit meinem Weller WXP120 (120 Watt) hat es 3 Anläufe gebraucht das nachzulöten. Die Kupferfläche auf der Lötseite hat keinerlei Wärmefallen an den Lötaugen. Die Bohrungen liegen einfach so auf der Fläche auch noch ohne Lötstoplack welchen es komischerweise nur auf der Bestückungsseite gibt. Vermutlich hat sich deshalb auch das Zinn bei der Fertigung in der Lötwelle nicht nach oben durchgezogen was letztendlich den Grundstein zum Versagen der damals wahrscheinlich auch noch nicht so perfektionierten Aufgalvanisierung gelegt hat. Vermutlich ist so deshalb auch die Wahrscheinlichkeit gut, daß der gleiche Fehler bei anderen Exemplaren ebenfalls ähnlich an gleicher Stelle auftritt.
Ich stelle mir da bei ITT als Layoutabteilung für Leiterplatten um 1970 einen großen Saal mit dutzenden technischen Zeichnern vor, welche in Krawatte und weisser Kutte vor ihren schräg gekippten Zeichenbrettern stehen. Einer davon hat wohl einen Leuchttisch wo er den Entwurf seines Kollegen mit 4:1 rot-blau Symbolen auf Rasterfolie aufklebt von welcher dann auf einer 10m langen Reprokamera die Belichtungsfolien verkleinert werden. Die Bohrungspositionen hat vermutlich irgendjemand mit einer mechanischen Fadenkreuzoptik auf einen Lochpapierstreifen übertragen, wozu dann sein Zeichenkollege noch eine erläuternde Zeichnung mit den erforderlichen Bohrerdurchmessern für das Werkzeugkarusell gemacht hat. Das war wohl in Zuffenhausen gleich bei mir im Remstal um die Ecke und es ist wahrscheinlich, daß von diesen Herren sogar noch der Eine oder Andere hier in der näheren Umgebung der Ortschaften wohnt. Trotzdem alle Insolvent gegangen.
Aber Hut ab, das Teil ist sonst noch immer Top. Ich schau jetzt noch mal nach dem festhängenden Drehko obwohl es ja auf LMK nichts mehr zu hören geben dürfte. Die UKW Abstimmung geht über ein Wunder der Feinmechanik aus verstellbaren Spulen. Die Skalenbirnchen sind beide schwarz. Vielleicht erlaube ich mir auch einen Austausch auf nicht wirklich standesgemäße LEDs. Die überbrückten Kontakte der Netzteilbuchse und Kopfhörerbuchse werden natürlich auch wieder zurückgebaut.
Besten Dank der weil für die vielen Erklärungen und das gute Zureden. Ganz alleine hätte ich das wahrscheinlich bereits in die Tonne gekickt.
Grusz Jan
Zuletzt bearbeitet am 25.07.26 20:34
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