Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Hallo zusammen,
nachdem ich jetzt die dritte Email zur Frage "Wie bekomme ich ein ITT Schaub Lorenz Touring International 103 auf" erhalten habe, will ich hier das mal ansprechen. Der Touring International 103 war um 1972 ein sehr beliebtes und oft verkauftes Transistor-Kofferradio mit Weltempfänger-Qualität. Also scheint das Radio heute noch garnicht so selten zu sein.
Hier die Öffnungsanleitung aus den Service-Unterlagen:
Bitte beachten, daß die Platikknöpfe VORSICHTIG ohne Verkanten abzuziehen sind und anschließend genau zur der Halbkreisachse passend wieder aufzustecken sind. Keine Gewalt anwenden. Die Schrauben, die in Plastik greifen VORSICHTG anziehen, nicht das Gewinde überdrehen (das geht leider ganz schnell).
Die Reihenfolge der Entfernung der Gehäuseschalen: Zuerst die Rückwand, dann die Vorderseite. Die Schalen können leicht festsitzen, trotzdem mit Umsicht öffnen.
Zuerst den Tragebügel aushängen, dazu den Bügel mit leichten Schlägen von oben nach unten aus den Widerlagern lösen.
Einige Fotos, die die Demontage-Schrauben und die abzuziehenden Knöpfe aufzeigen (andere Schrauben müssen NICHT gelöst werden):
Rote Pfeile: Diese Schrauben lösen. Blaue Pfeile: Diese Knöpfe abziehen
Rote Pfeile: Diese Schrauben lösen.
Rote Pfeile auf Oberseite: Sind schon im vorigen Foto gezeigt. Rote Pfeile an der Hinterseite: Die Schrauben sind auf dem Foto nicht zu sehen, befinden sich aber dort weiter hinten.
Grüße von Haus zu Haus Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber) Ein Leben ohne Facebook ist möglich, aber(und) sinnvoll.
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Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Habe gerade einen solchen Touring 103 auf dem Tisch und bin deshalb hier gelandet. Auf LMK hängt der Drehko irgendwie fest so daß die Skalenschnur durchrutscht. Die Schaumstoff Teile lösen sich altersbedingt auf was aber auch nebensächlich ist. Im wichtigen UKW Bereich funktioniert der Empfang und auch die Abstimmung noch ganz ordentlich. Allerdings fängt es nach ein paar Minuten fürchterlich laut zu krachen an. Gehäuse öffnen war aufgrund der Anleitung hier kein Problem. Dafür schon mal besten Dank.
1) Die Potis sind es nicht welche krachen. Beim klopfen auf der Achse hört man nichts 2) Das Krachen kann reproduziert werden, wenn man auf die Pertinax Leiterplatte im Bereich der mutmaßlichen Klangregelschaltung klopft. 3) Das Krachen ist unabhängig in der Lautstärke vom Lautstärkepoti. Der Fehler sollte sich also in der NF Endstufe finden (?) 4) Wenn man mit dem Finger auf der Bestücktungseite der Leiterplatte im Bereich der mutmaßlichen Klangreglers drückt, kracht es und geht komplett aus 5) Zwischen den beiden Germanium Schätzchen AD161/AD162 sitzt auf der Leiterplatte ein BC108 im TO Gehäuse der verdächtig heiss ist. 6) Die beiden 1000u/16 Volt Elkos sehen für ihr Alter noch ganz ordentlich aus was aber nix heissen will. 7) Lötstellen sehen natürlich auch ordentlich aus was aber auch nichts heissen muß
Hatte vielleicht jemand schon so einen Fehler oder Tipps oder sogar ein Schaltbild oder auch nur ein ähnliches einer Gegentakt NF Endstufe um etwas gezielter vorgehen zu können?
Der BC108 ist gemäß Plan der Ansteuer-Transi für die Endstufen-Transistoren. Es sollte der Ruhestrom und die Spannungswerte überprüft werden.
Gerät zwischendurch abkühlen lassen. Eventuell Leckströme der Elkos oder Widerstands-Veränderungen in diesem Umfeld. Auch der Trimmer für den Ruhestrom könnte Kontaktprobleme (Oxidation) haben. Einstellung merken und etwas hin- und herdrehen.
Den 1000µ-Gleichspannungs-Trennkondensator zu den Lautsprechern würde ich zumindestens zur Fehlersuche ersetzen. Aber ist nicht verkehrt, den gleich zusammen mit den 1µf-Koppelkondensatoren zu ersetzen, sofern zur Hand. Bei der Polarität finde ich es etwas ungewohnt, der "+"-Pol liegt auf Masse, die Lautsprecher ebenfalls, so dass hier der "-" des Ausgangs-Elkos in Richtung der Endtransistoren geht, so dass + 4,8V am Minus des Elkos liegen (gegen Masse gemessen) Da ist "aus Gewohnheit" sicher schnell eine Falschpolung beim Austausch passiert.
Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Hallo Janvi,
ich würde wegen des Krachelns zuerst auch den Kontaktbereich des Tastensatzes im Auge haben. Sofort-Versuch: Drücke den gesamten Tastensatz der Reihe nach 15 mal durch. Lässt das Kracheln jetzt nach oder ist erstmal weg?
Zum eventuell festsitzenden Drehkondensator: Hier kann eventuell EIN TROPFEN Kriechöl (z.B. Kontakt 88 oder W40) direkt auf dessen Lagerstellen oder Zahnradgetriebe schon temporär erstmal helfen. Aber Achtung: Nur ein Tropfen. Das Öl darf nicht an das Skalenseil kommen.
Grüße von Haus zu Haus Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)
Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Hallo Janvi,
bei festsitzenden Drehkos und Potis hilft neben den von Rainer angegebenen Mitteln auch Kontakt WL oder Alkohol (Brennsprit), je nach Art des verharzten ursprünglichen Schmiermittels. Bei Brennsprit darauf achten, dass möglichst kein Kunststoff benetzt wird, gewisse Kunststoffe werden durch Brennsprit angegriffen. Sobald sich der Kondensator wieder leichtgängig drehen lässt, muss mit etwas dünnflüssigem Oel geschmiert werden, damit er dauerhaft leichtgängig bleibt.
Auch beim UKW-Drehko empfiehlt sich eine Nachschmierung (und allenfalls vorgängige Reinigung mit WD40 oder Kontakt WL), damit er leichtgängig bleibt, sonst ist es nur eine Frage der Zeit, bis er festsitzt.
Re: Wie bekomme ich ein ITT Touring International 103 auf?
Moin, Alles schön und gut:
Allerdings fängt es nach ein paar Minuten fürchterlich laut zu krachen an.
5)
Zitieren:Zwischen den beiden Germanium Schätzchen AD161/AD162 sitzt auf der Leiterplatte ein BC108 im TO Gehäuse der verdächtig heiss ist.
Das ist Punkt 1, da sollte es keine Diskussionen oder Abenkungen von geben.
Selbst wenn die Erwärmung normal sein sollte: Unbedingt abklären.
Skalenseil, unsauberes Gehäuse, schwergängige Potis oder Drehkos:: Sowas hat Zeit. Eine Endstufe, die eventuell dabei ist wegzurauchen, nicht.
Es war unbedingt richtig, sich das Gerät wegen des "Krachens" vorzunehmen, richtig war auch die "Fingerprobe" und die "Rüttelprobe".
Jetzt muß strukturiert "von hinten nach vorne" vorgegangen werden, angefangen mit der Messung des Endtransistoren-Ruhestromes (10mA) und der Spannungen im Endstufenteil.
Habe spaßeshalber mal den kompletten Abschnitt der google-KI vorgelegt.
Nun gibt es zwar AD161 /162 auch heute noch für unter 20Euro zu kaufen. Aber warum das herausfordern ?
Nachtrag: Da war das Gerät noch nicht genannt, eine spezifischer Fehler bei dem Gerät scheinen nach KI die Durchkontaktierungen auf der Platine zu sein. Es scheint sich bewährt zu haben, mit einem dünnen Draht von Ober-zur Unterseite an der betreffenden Fehlstelle die Kontaktierung zu verdoppeln-