UKW-Lautstärke in kurzer Zeit abgesunken bei Goldpfeil Großsuper Typ 6410
Hallo Forumsgemeinde, nach einigen Jahren möchte ich mich mal wieder an die Reparatur eines Radios wagen und die Unterstützung der Fachleute erbitten. Ich hoffe, ich kann es gut verständlich erklären. Ich habe einen Goldpfeil Großsuper Typ 6410. Während des UKW- Betriebes ist die Lautstärke innerhalb kurzer Zeit (vielleicht 10-15 Sekunden)auf ein kaum hörbares Level dauerhaft abgesunken. Der UKW-Empfang ist nur bei maximal aufgedrehtem Lautstärkeregler leise zu hören. Die hörbaren, starken Sender sind einstellbar, die AFC-Funktion funktioniert, die Anzeigeröhre EM84 leuchtet, zeigt aber keine Reaktionen auf Sender-Verstellungen. MW ist normal laut zu hören (zumindest was momentan so an Geräuschen zu hören ist) die Anzeige der Anzeigeröhre ist auch hier ohne Reaktion und TA Und TB sind auch normal laut. Ich habe einen Schaltplan, ein paar Messpunkte sind mit Spannungen angegeben, für die meisten aber fehlt mir offensichtlich die dazugehörige Liste. Ich habe schon ein paar Kleinigkeiten gemacht, vielleicht ist es sachdienlich. -alle Röhren nacheinander gegen andere ausgewechselt, ohne Erfolg. -Spannungen an mir leicht zugänglichen Messpunkten gemessen. Röhre EM84 Anschluss l: Plan: 218V (205V) gemessen: Taste MW 228V, Taste UKW 209V Röhre 4 EBF89 Anschluss a: Plan: 205V (193V) gemessen: Taste MW 212V, Taste UKW 198V Röhre 5 EBF89 Anschluss a: Plan: 201V (200V) gemessen: Taste MW 213V, Taste UKW 210V Die Netzspannungseinstellung im Gerät ist leider nur 220V möglich, die aktuelle Netzspannung bewegt sich aber heutzutage bei 230V, so würde ich die höheren Spannungswerte erklären?? Vielleicht hat ja jemand von Ihnen einen Ratschlag, an welcher Stelle ich die Fehlersuche fortsetzen könnte. Noch kurz zu mir, ich bin EM-Rentner, war früher mal 25 Jahre Elektro-Installateur was auch nun schon 30 Jahre her ist, ich brauche für alles viel Zeit, auch für die Umsetzung von evtl. Anleitungen oder Tipps ihrerseits, wofür ich um Verständnis bitte. Also vielen Dank vorab Grüße aus Jena Ingo
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Re: UKW-Lautstärke in kurzer Zeit abgesunken bei Goldpfeil Großsuper Typ 6410
Hallo Ingo,
die etwas höheren Betriebsspannungen sind wegen der auf 230V erhöhten Netzspannung und somit normal und unkritisch.
Wenn AM geht (scheint so zu sein, auf KW sollten auch tagsüber im 25m- und 19m-Band Sender zu hören sein, und nach Einbruch der Dunkelheit auch auf MW) und UKW ist sehr leise und die EM84 zeigt keine Änderung beim Abstimmen (ich nehme an, der dunkle Balken ist maximal lang und nur an den beiden Enden gibt es ein kleines helles Stück), dann ist der Fehler mit grosser Wahrscheinlichkeit entweder ganz am Anfang (ECC85) oder ganz am Ende (Ratiodetektor) der Signalkette, da alles dazwischen von AM und FM genutzt wird.
Denkbar ist auch ein Kontaktproblem im Wellenschalter. Um das zu prüfen, bei laufendem Radio mehrmals zwischen UKW und den anderen Wellenbereichen umschalten. Falls dabei die UKW-Lautstärke Glücksache ist, liegt ein Kontaktproblem vor (ziemlich sicher beim UKW-Schalter). Das verschwindet manchmal von selbst, wenn man 20..40mal hin- und herschaltet. Falls nicht, hilft Kontaktspray (z.B. Tunerspray oder Kontakt WL oder Kontakt 61, siehe auch Tipps im Kompendium).
Beim Ratiodetektor könnte der Ratio-Elko (C527, 5uF) defekt sein (Leckstrom) und so das UKW-Signal kurzschliessen, dann gibt es auch keine Anzeige auf der EM84. Den kann man probehalber einfach einseitig abhängen. Wenn dann der Empfang wieder gut ist und die EM84 etwas anzeigt, ist er defekt und muss durch einen ähnlichen Elko (z.B. 4.7uF/100V) ersetzt werden, dabei die richtige Polung beachten.
Das Überprüfen des Eingangsteils mit der ECC85 ist etwas schwieriger. Falls du eine sicher gute ECC85-Ersatzröhre hast, kannst du die mal einsetzen. Wenn es dann gut ist, ist die Röhre faul. Falls nicht, kannst du die Stromaufnahme des UKW-Teils messen, indem du in die Anodenspannungszuführung zum UKW-Teil (Messpunkte M103/M301) ein Amperemeter schaltest (Minuspol auf der Seite des UKW-Teils). Gemäss Schaltplan sollten da 17mA fliessen (ohne Signal, also Antenne abhängen). Ist der Strom deutlich kleiner (<15mA), solltest du die Widerstände im UKW-Teil nachmessen, da kann einer hochohmig geworden sein. Dabei die Zuführung der Anodenspannung (M301) abgehängt lassen, so können alle Widerstände ausser W306 ohne Auslöten nachgemessen werden. W306 ist nur für die AFC und daher hier nicht relevant. Vorsicht! Im UKW-Teil keine Bauteildrähte verbiegen, sonst wird er verstimmt. Falls ein Widerstand hochohmig geworden ist (Widerstand mehr als 20% über Sollwert) und daher ersetzt werden muss, den neuen möglichst gleich ausgerichtet einbauen und auch die übrigen Drähte möglichst nicht verbiegen oder danach wieder an den ursprünglichen Ort zurückbiegen. Als Widerstände geeignet sind 0.6W- oder 1W-Metallfilm-Widerstände.
Wenn weder der UKW-Teil noch der Ratiodetektor eindeutig als Fehler identifiziert wurden, kann man mit einem zweiten UKW-Empfänger (idealerweise Röhrengerät) oder Signalgenerator und Oszilloskop den Fehler weiter eingrenzen. Mit einem zweiten Radio geht es folgendermassen: Dieses wird auf UKW geschaltet (ohne Antenne) und man wickelt einen (dünnen) Draht etwa 10 mal um die UKW-Mischröhre des Hilfsradios (ist normalerweise eine ECC85). Am anderen Ende des Drahtes montiert man ein kleines Stück Blech (so etwa 1*3cm) und hält das an die letzte ZF-Röhre Rö5, dabei muss ein starker UKW-Sender beim Prüfling eingestellt sein. Nun sollte im Hilfsradio das Programm hörbar werden. Danach wird das Blech an die zweitletzte ZF-Röhre gehalten (Rö4). Hier muss das Signal schwächer sein. Falls es stärker ist, ist der Fehler in der Umgebung von Rö5 zu suchen. Dasselbe nachher mit Rö3 und Rö2.
Hat man Messgeräte (Signalgenerator und Oszilloskop) zur Verfügung, speist man am UKW-Antenneneingang ein 10.7MHz-Signal mit 100mV oder mehr ein, so viel, bis das Rauschen (falls hörbar) leiser wird. Nun wird mit dem Oszilloskop mit AC-Kopplung und kapazitätsarmer Sonde (1:10 oder zur Not mit einem 10pF-Kondensator ausreichender Spannungsfestigket) die Spannung an den Anoden des ZF-Verstärkers von hinten nach vorne (also Reihenfolge Rö5, Rö4, Rö3, Rö2, dabei sollte die 10.7MHz-Wechselspannung immer kleiner werden, ansonsten hat man die defekte Stufe lokalisiert.
Gruss HB9
Nachtrag: Das Poti W519 im Ratiodetektor könnte auch Kontaktprobleme haben. Dieses einfach ein paar Mal hin- und herdrehen und dann wieder in die ursprüngliche Stellung bringen, am besten bei laufendem Radio, dann hört man, was passiert.
Re: UKW-Lautstärke in kurzer Zeit abgesunken bei Goldpfeil Großsuper Typ 6401
Hallo Jens, Wolfgang, HB9, vielen Dank für euere Antworten.
Ja ich hab mich vertan, es ist der 6401, ich bin auch schon etwas nicht mehr so frisch
Die Röhren hab ich gegen sicher funktionierende alle ausgewechselt. Daran kann es eigentlich nicht liegen.
Die Hinweise bzgl. UKW-Teil und Ratiodetektor von Jens und HB9 muss ich versuchen zu finden und zu bearbeiten, dafür brauche ich aber etwas Zeit, ich bitte um Verständnis. Ich melde mich auf jeden Fall wieder, wenn ich weitergekommen bin.