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Das legendäre Tektronix 485. Tragbares kompaktes 2-Kanal bis zu 350MHz Oszilloskop der 70er Jahre!
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30.10.20 20:13
Debo 

WGF-Premiumnutzer

30.10.20 20:13
Debo 

WGF-Premiumnutzer

Das legendäre Tektronix 485. Tragbares kompaktes 2-Kanal bis zu 350MHz Oszilloskop der 70er Jahre!

Hallo Zusammen,

da die Abende wieder länger werden, möchte ich mal wieder ein schönes Tektronix Oszilloskop zeigen: Das legendäre Modell 485.





Produziert für den europäischen Raum in Holland in Heerenveen.

Das Tektronix 485 ist ein tragbares kompaktes analoges Zweikanal-Oszilloskop mit einer maximalen Bandbreite von bis zu 350 MHz.

Die Abmessungen sind ca. 26x15,5x43cm (BxHxT) ohne Bereitschaftstasche und Haube. Es wiegt ca. 11kg.

Die Impedanz der Eingänge kann individuell auf 50 Ω oder 1 MΩ eingestellt werden. Das Oszilloskop erreicht seine maximale Bandbreite, wenn sich die Eingänge im 50 Ω-Modus befinden.
Der 485 wurde im März 1972 (in USA) eingeführt. In Europa wohl 1973 als Neuheit angekündigt. Es ist für heutige Verhältnisse lange produziert worden. Eben von 1972 (USA) bis ca.mindestens 1986. 1988 war es nicht mehr im Katalog.

Der Preis war am Schluss 1986: 9100 US$. Wenn man dann überlegt, 1 US$ war damals ca. 2,17DM + Zoll und Mehrwertsteuer, kommt man über 20.000DM (!!!)
Jahre vorher war es aber etwas billiger, weil bei Produkt-Life-Cycle Ende werden Produktpreise meist erhöht, weil der Kunde soll sich Nachfolger kaufen.

Sowas wie den 485 kauften eigentlich nur große Firmen. Das erste Gerät das ich vielleicht um 1992 mal zu Gesicht bekam, war von IBM ausgemustert bei einem Elektronikfreund.

Hier die Ansichten nach Abnahme des Gehäuses. Das Gehäuse ist aufwendig mit Geflecht EMV geschirmt.









Es enthält bereits ein Schaltnetzteil und verwendet für die meisten Verstärkungsblöcke benutzerdefinierte integrierte Schaltkreise. Beim Triggern werden Tunneldioden verwendet.

Ein Unterscheidungsmerkmal - zumindest in einem tragbaren Oszilloskop seiner Zeit - ist der alternative horizontale Modus. In diesem Modus wird die B-Zeitbasis in einem separaten Scan in voller Breite angezeigt, im Gegensatz zum allgemeineren gemischten Modus, bei dem die B-Zeitbasis nach der Verzögerungszeit in derselben Zeile wie die A-Zeitbasis angezeigt wird. Gleichzeitig wird der mit der B-Zeitbasis angezeigte Abschnitt im A-Scan hervorgehoben angezeigt.
Hierzu wieder mein Beispiel mit dem Farbfernsehsignal der EBU Farbbalken: Ich stelle mit dem Mehrgangpoti den mit der 2.ten Zeitbasis darzustellenden Bereich Burstpaketschwingung in Helltastung und schalte um und separiere ihn nach unten.
Da der Burst sogar um 180° umgeschaltet wird (alternierend), haben viele Geräte damit Probleme. Dieses 485 jedoch nicht. Sauber stehend werden die Schwingungen unten angezeigt - das ist WOW!



Wer sich für so ein Gerät interessiert - hier weitere Details. Bei diesem Modell hat Tektronix darauf geschaut, den Kabelbaumaufwand auf ein Minimum d.h. eigentlich nur die Verbindungen zur Frontplatte noch, zu reduzieren. Die Platinen sind alle über so Pfostenstecker verbunden.

Im Innern sind sind noch das Board mit dem Zeitbasisschalter (TB), dieses trägt auch die Ventilatorsteuerung mit SIEMENS(!) Motor und der Hochspannungsbaustein versteckt.





Das Inverterplatte hat rückseitig zwei große Elkos (erkennbar an den vier Kreuxschlitzschrauben). dieses Board ist giftig wenn man unbedacht ranlangt und die Elkos noch nicht entladen sind. Aber es gibt einen Trick: Obendrauf ist eine kleine Glimmlampe die bei noch gefährlicher Spannung und im Betrieb blinkt. Also erstmal abwarten.



Erfahrungen: Möglichst nach einem gut erhaltenen schönen Gerät schauen. Ideal wenig verschmutzt, weil dann sind auch die Abschwächerschalter sauber.



Oft sind die kleinen Glühlämpen 5V/60mA oder sogar die LEDs defekt!
Defekt auch die blauen dicken Tantal Kondensatoren auf der Netzteilplatte und Sweepplatte - enthält auch den Testgenerator 1MHz/1kHz.





Es sind auch viele orangene Tantalperlen verbaut, aber ich hatte keine Ausfälle. Ich würde die erstmal nicht wechseln, nur wenn welche ausfallen.
Problematisch sind die BNC-Buchsen. Diese sind isolierte wegen der 1x, 10x, 100x Umschaltung. Braucht man Ersatz, weil vorne die Hülse ausgebrochen ist, muss man suchen!
Der Einbauort ist eng!



Vorsicht bei den Tasten! Bei manchen geht die Bedruckung bei längerem Wischkontakt beim reinigen mit Spüliwasser ab! Man kann sich helfen, indem man sich Kleber druckt.
Ansonsten ein schönes Sammlergerät! (Zeichen gehen zu Ende)

Gruss
Debo

Zuletzt bearbeitet am 30.10.20 20:43

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Tektronix 485 Chassi Unteransicht.png Tektronix 485 Chassi Unteransicht.png (154x)

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Tektronix 485 Chassis Rechtsansicht Inverterplatte.png Tektronix 485 Chassis Rechtsansicht Inverterplatte.png (162x)

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Tektronix 485 Frontansicht mit FBAS-Signaldetail Burstschwingungen Bild 2.png Tektronix 485 Frontansicht mit FBAS-Signaldetail Burstschwingungen Bild 2.png (159x)

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Tektronix 485 Leuchtbirnchen 1Mohm-50Ohm Taste Eingangskondensator.png Tektronix 485 Leuchtbirnchen 1Mohm-50Ohm Taste Eingangskondensator.png (210x)

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Tektronix 485 TB-Switchboard + Fan.png Tektronix 485 TB-Switchboard + Fan.png (166x)

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Tektronix 485 Hochspannungsbautein.png Tektronix 485 Hochspannungsbautein.png (160x)

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Tektronix 485 Inverterplatte mit Glimmlampe.png Tektronix 485 Inverterplatte mit Glimmlampe.png (162x)

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Tektronix 485 Detail Kontaktzungen.png Tektronix 485 Detail Kontaktzungen.png (160x)

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Tektronix 485 Detail BNC-Buchse mit Kontaktfederblech.png Tektronix 485 Detail BNC-Buchse mit Kontaktfederblech.png (165x)

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31.10.20 14:50
Debo 

WGF-Premiumnutzer

31.10.20 14:50
Debo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Das legendäre Tektronix 485. Tragbares kompaktes 2-Kanal bis zu 350MHz Oszilloskop der 70er Jahre!

Noch ein bischen Fehlerbeschreibung als Nachtrag:

Im laufe von 20 Jahren, hatten sich bei mir insgesamt 4 Geräte dieses Typs angesammelt. Verschiedenste Zustände. Einmal der Platinen, dann aber auch der verschiedenen Vorbesitzer. Teilweise fehlten vorne Knöpfe, Bildröhrenrahmen und hinten total ausgebrochene Fussleisten. In einem Gerät waren innen die Verbindungsbleche der Abschwächerbausteine samt Schrauben verloren, Schwingneigung, unruhiges Bild etc.
Der in der Vorstellung gezeigte ist der Vollständigste und auch der Schönste - eben der für die Sammlung.
Obwohl er äusserlich gut erhalten, war er technisch nicht einwandfrei.

Triggerproblem:
Er triggerte die 1kHz nicht vom Testgenerator, nur die 1MHz. Ausserdem war das Puls/Pauseverhältnis nicht 50:50.
Defekte Lämpchen der Eingangswiderstandsumschaltung sowieso!





Ursache war eine schlechte Lötverbindung auf der Pille der ersten Tunneldiode. Warum ist da überhaupt so ein Teller?
Nachlöten, dann war der Effekt beseitigt! Wie im Bild sichtbar ist der linke Anschluss auf so einem Teller aufgelötet. Der rechte Anschluß gesteckt. Die zweite TD ist beidseitig gesteckt, während die dritte TD rechter Anschluss auch wieder gelötet ist.
Wie die Schaltung da mit 3 TD überhaupt exakt funktioniert hab ich nicht verstanden. Beteiligt ist auch das Tektronix eigene Sweep Control IC U780. Eine Innenschaltung ist aber nicht gezeigt. auch nicht im Manual. Das ist TEK Know-how

Das 50:50 gleiche Puls/Pausen Problem lag am schlechten Tantalkondensator. Der Tantal war nicht komplett durch, war aber fühlbar heiss und verursachte einen Spannungsabfall!

Abschwächerproblem:
Bei diesem war auch keine der roten Bereichs LED an. Vers.Spn. 5V vorhanden. Bei einem anderen Gerät hatte ich schonmal den IC U80 als defekt. Also auch hier getauscht. Hat aber nichts gebracht!
Jetzt waren doch tatsächlich die beiden LED für 1x und 10x Anzeige defekt!



Das 5V/60mA Glühlämchen für die Umschalttaste 50Ohm/1MOhm meist natürlich auch defekt. Hier gleich beide tauschen, sonst unterschiedliche Helligkeit!

Was ich auch noch kenne ist, das der mittlere BNC-Buchsenkontakt (Schlitzhülse) zur Hälfte abbricht! Also BNC-Buchse tauschen. Das ist aber garnicht so einfach, weil diese Buchsen a.) den 10x / 100x Ring haben und b.) baulich das Gewinde kurz ist.



Ich fand in einem Online Shop auf Griechenland noch originale Buchsen- Puhh!
Man kann sich auch helfen, indem man vor die BNC-Buchsen sich selber eine Stück Rohrhülse dreht und wie so eine extradicke U-Scheibe die Gewindelänge reduziert. An dem Mittelanschluss der BNC-Buchse, ist so ein goldenes Federblech angelötet. Diese ist aber nicht mit der Leiterplatte verlötet.



Was gibt es noch? Im laufe der Jahre, gibt es mehrere Attyboardvariationen. PB, 01,02 und 07. Was da jetzt genau für Unterschiede sind, kann ich nicht sagen. Es gibt ersichtlich jedenfalls diesen aufgeklatschten Transistor links. Dieser schaltet das 50 Ohm/1MOhm Relais. Es kann sein, das die Platinen ohne aufgeklatschten Transistor reine 50 Ohm Geräte sind, die es auch gab. Ich kann das nicht ersehen, weil ich auch einzelne Attybausteine ohne Scope dazu bekommen hatte.



Da gibt es beim verfolgen auf dem Instr.Manual schon noch Abweichungen. Ist aber nicht weiter tragisch wenn man da keine Defekte hat. Aber man kann ja nicht alle Instr.Manuals dahaben

Attenuatorbords können mit den berühmt berüchtigten Kohlemassewiderständen von Allen-Bradley, oder aber mit nicht solchen Widerständen bestückt sein. Da kann es ja sein, daß eine unzulässige Abweichung auftritt bei solchen R. Hier war aber direkt nichts auffälliges. Muss man dran denken.

Was mir noch aufgefallen ist. Tek benutzt hier schon so einen großen flachen AC Eingangs-C. Oberhalb sind zwei kleine C backsteinförmig zu sehen. Sehen ja aus wie moderne heutige SMD Kondensatoren. Erstaunlich das es solche Bauteile 1972 schon gab?



Zum Schluss: Ein Tek-Ärgernis sind diese kleinen grauen Knöpfe auf den Schalterchen, die sich in bis zu 52 Jahren (wenn man mit dem 453A von 1968 anfängt) von dunkelgrau glänzend nach hellgrau matt ändern und auch aufreissen durch die eingelegte Feder und deren Spannung!



Diese Dinger werden ja auch beim berühmten 100MHz Modell 465(B) sowie auch bei den 7000er Einschüben verwendet.
Da gibt es keinen Ersatz mehr! Eventuell könnte man welche nachdrucken.

Aber wer wird schon sein Scope nach über 50 Jahre noch benutzen wie es mit den alten Dingern immer möglich ist???

Grüsse
Debo

Zuletzt bearbeitet am 31.10.20 15:12

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Tektronix 485 Triggerboard Tunneldiode Pille.png Tektronix 485 Triggerboard Tunneldiode Pille.png (186x)

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Tektronix 485 Triggerboard Lötstelle TD.png Tektronix 485 Triggerboard Lötstelle TD.png (162x)

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Tektronix 485 Trigger A Schaltungsauszug Tunneldioden.png Tektronix 485 Trigger A Schaltungsauszug Tunneldioden.png (154x)

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Tektronix 485 Abschwächer Auswertung BNC und Anzeige LED.png Tektronix 485 Abschwächer Auswertung BNC und Anzeige LED.png (157x)

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Tektronix 485 BNC Buchsen Gewindevergleich mit Federblech.png Tektronix 485 BNC Buchsen Gewindevergleich mit Federblech.png (155x)

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Tektronix 485 Detail BNC-Buchse mit Kontaktfederblech.png Tektronix 485 Detail BNC-Buchse mit Kontaktfederblech.png (150x)

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Tektronix 485 Attenuator Oberseite versch. Vers..png Tektronix 485 Attenuator Oberseite versch. Vers..png (148x)

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Tektronix 485 Leuchtbirnchen 1Mohm-50Ohm Taste Eingangskondensator.png Tektronix 485 Leuchtbirnchen 1Mohm-50Ohm Taste Eingangskondensator.png (162x)

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Tektronix 485 Kunststoffhebelchen.png Tektronix 485 Kunststoffhebelchen.png (160x)

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01.11.20 11:06
wumpus 

Administrator

01.11.20 11:06
wumpus 

Administrator

Re: Das legendäre Tektronix 485. Tragbares kompaktes 2-Kanal bis zu 350MHz Oszilloskop der 70er Jahre!

Hallo zusammen,


ich sehe solche Platinen mit ihrem guten technischen Design immer wieder mit Freude. Man sieht aber dabei auch eindrucksvoll die Richtigkeit der damaligen Preisgestaltung von Tektronix ...

Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)

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