SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche
Moin, Kaum war der Rahmen für den mobilen Empfang fertiggestellt, (https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=24) förderte die Online-Recherche eine U-Boot-Antenne zu Tage, es fanden sich dazu noch einige deklassifizierte NRL-Reporte.
Trotz des förmlichen Charakters konnte man sich nicht verkneifen, eine Anekdote hineinzuschreiben:
Zitieren:USS Hardhead "Wir sind jetzt auf 46m Tiefe und gehen auf Periskop-Tiefe". -lange Pause- Zerstörer : "Bitte wiederholen Sie" USS Hardhead "Wir sind jetzt auf 46m Tiefe und gehen auf Periskop-Tiefe". -Pause- Verstanden (?)
Um herauszufinden, wie eine Ferritstabantenne unter solch schrägen Verhältnissen empfängt, wurde nochmal eine hergestellt.
Dazu die naheliegende "Idee", die Leistung (SNR) dadurch zu verbessern, indem der Stab gleichzeitig als abgestimmter Anpassungs-Übertrager für eine große 1-Windungs-Schleife benutzt werden kann. Funktioniert ja hervorragend auch auf Mittelwelle, wenn man einen größeren Rahmen an die eingebaute Ferritstabantenne lose koppelt. In den alten Goniometer-Peilanlagen wurden ebenfalls große Empfangsspulen benutzt. "Der beste HF-Verstärker ist... "
Und wurde im Philips BX 430 A-10 selbst bei kleinen 1-Windungs-Empfangsspulen mit Erfolg angewendet. In der "Philips technical review" vol.16, Jan 1955 ist das im Artikel "INDUCTIVE AERIALS IN MODERN' BROADCAST RECEIVERS" beschrieben (Suchbegriff Netz), mit Bild der HF-Transformatoren mit Ferroxcube-Stabkernen
Ein vorhandener 12cm-Stab brachte schon mal im Innenbereich überraschend gute Empfangsleistung, aber bei sehr schwachen Signalen zeigte sich die Überlegenheit des größeren Rahmens.
Mit kapazitätsarmer 2- lagiger Stufenwicklung (50 Windungen/Stufe) konnte eine 3dB-Bandbreite von unter 80 Hz erzielt werden, weniger war bisher nur mit großen Schalenkernen möglich. (https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=15)
Der Stab ist in PVC-Rohr eingeschlossen, auf diesem ist die Primär-Wicklung mit nur 2 Windungen aufgebracht. Mittig auf Masse. Abschirmung außen durch warm in das PVC eingelegte Drähte.
Die extreme Übersetzung verringert die Frequenzerhöhung beim Anschluss der Empfangsloop sehr, man könnte auch ohne Drehko arbeiten, wenn man auf Abstimmung auf RDL-Frequenz verzichtet. Da aber ein Luftdrehko rumlag, wurde der verbaut, von 15,4 kHz bis 18,9 kHz kann abgestimmt werden. Die Phasenlage der Ferritstab-Spule zur Empfangs-Schleife wurde mit einer kleinen Lopp festgestellt und markiert.
Schaltung: Die Schaltung für den Rahmen wurde etwas verändert, ein zusätzlicher Transistor sorgt für die Impedanzwandlung, da der Resonanzwiderstand des Kreises sehr viel höher ist. Die Tonaufnahme im Anhang zeigt das Signal einmal mit und ohne angeschlossene 12m² Loop
Vergleich Empfang Innen - Außenbereich Das SNR lag nach dem panoramic-SDR v.098 bei etwa 27dB, wenn RDL so richtig aufdreht (oder die Bedingungen sehr günstig sind), geht das bis auf 35 dB hoch. Der Rahmen im Wohnzimmer (Flachbau mit Betondecke) bringt den gleichen Pegel, das SNR ist aber um satte 10 dB schlechter, was man auch deutlich hört beim Umstecken der Antennen.
Abschätzung SNR Außen. Nach einem gefundenen Report liegt das SNR von kleinen abgestimmten Spulenantennen oder Ferritstabantennen mehr oder weniger unter dem Hintergrund-Pegel. (USA. 25kHz, 2 kHz Bandbreite , Güte 12,5) Daher ist mein kleinster Rahmen für SAQ ein 40cm-Rahmen. https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...d=22&page=2
Test: Ferritstabantenne in Blechkasten im Außenbereich. RDL Pegel -40 dB / ohne Signal -60 db Ferritstabantenne frei liegend: RDL-Pegel -33 dB ohne Signal -55dB
Der zusätzliche Resonanzkreis war mit seiner Dämpfung von etwa 10 dB eingeschaltet, ohne angeschlossene Antenne liegt der Rauschpegel (Vorverstärker + Soundcard) bei - 65 dB
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Fazit: Auch mit einem kurzen Ferritstab lässt sich aus einer SAQ-Behelfsantenne eine sehr selektive und leistungsfähige Empfangsantenne bauen, wenn eine große Empfangsschleife passend ankoppelt. Die Empfangs-Schleife ist unkritisch und schnell hergestellt, man braucht ja nur zwei Aufhängepunkte, deren gedachte Verbindungslinie in Richtung Grimeton zeigt.
Ohne Schleife ist das Ganze etwas "auf Kante" genäht.
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Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche
Moin, Sieht ganz darnach aus, als wäre die Kombination "Ferritstab + Empfangsschleife" eine ganz gute Lösung für den SAQ-Empfang. Heute morgen mal "Audacity" durchlaufen lassen und drei Passagen zusammengeschnitten: 1. Test mit kleinem Signal 2. mäßig starkes Signal, in etwa SAQ entsprechend. 3. Starkes Signal (Morse-Code)
"Antenneneffekt" durch Empfangsschleife Dann sollte noch getestet werden, wo in etwa der Rauschpegel von Ferritstab + Impedanzwandler-Verstärker liegt. Dazu kam die Ferritstabantenne in einen Blechkasten.
Der Anschluß eines Drahtes in etwa 3m Höhe ("Wurfantenne") zeigte, dass es nicht möglich ist bei der hohen Übersetzung 1:900 das E-Feld aufzufangen. Erst bei zweiseitigem Anschluss als Empfangsschleife wird ein verwertbarer Strom durch das H-Feld induziert. (Magnetische Komponente) Hier würden sich durch ein E-Feld erzeugte Ströme gegenseitig weitgehend neutralisieren.
Mal schau'n, wie sich die Sache im Sommer darstellt, wenn die atmosphärischen Störungen stark werden. Heute morgen war es angenehm ruhig.
Bei Verwendung eines längeren Stabes und optimierter Wicklung (evtl. 3-lagige Stufenwicklung mit 0,25 cul und 30 Wdg/Lage auf 1/2 Stablänge) ließe sich sicherlich noch eine Erhöhung der Spulengüte und Verbesserung des SNR erzielen. Wäre aber viel Aufwand, wegen der vielen Windungen der Probespulen.
Die Verbesserung wäre auch sehr gering im Verhältnis zur drastischen Signalerhöhung durch eine große Empfangs-Schleife, wie sie bei den alten Goniometer-Peilern benutzt wurden.
Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche
Moin, -Weitere Versuche "Goniometer-Prinzip"
Mit angeschlossener Schleife ergibt sich zunächst eine Verbesserung des SNR, dazu wurde die Schleife nochmal weiter entfernt vom Wohngebäude aufgestellt. Die Verbesserung beträgt hier rund 5 dB, Das "SAQ-Panoramic-SDR" für den PC zeigt 40 dB für das RDL-Signal auf 18,14 kHz und eine eingestellte Bandbreite von 50 Hz an. (Bei 100 Hz sind es schon wieder 5 dB mehr) Jetzt ist genügend Reserve auch für extrem ruhige Standorte oder Standorte mit hoher Dämpfung vorhanden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die atmosphärischen Störungen sich selbst jetzt im Winter gegenüber dem Ferritstab stark verringern, obwohl sich am Prinzip des Empfangs über die magnetische Komponente nichts geändert hat. Das weckt Erinnerungen an einen Artikel aus der Frühzeit der Telegraphie:
Patente: "Goniometer-Prinzip" CH218777A_Empfangsanordnung mit Rahmenantennen- AT143753B_Einwindungs-Rahmenantenne_mit Trafo-Aufwärts-Kopplung
Bemerkenswert finde ich, dass auch die frühesten Untersuchungen sich als richtig erweisen, im Nachhinein erklärt das auch den Mißerfolg bei dem Versuch, durch Rückkopplung einer Ferritstabantenne eine Steigerung der Selektivität zu erzielen, was regelrecht zu einem "Knisterverstärker" auf SAQ-Frequenz führte. - DE417136 (C) Im Sommer soll mal eine Dreiecks-Empfangsschleife probiert werden, eine derartige Form soll nach Telefunken die Empfindlichkeit für atmosphärische Störungen (die meist vom Äquator kommen) mindern. https://worldwide.espacenet.com/publicat...mp;locale=en_EP