Hallo, zuerst ein Patent von 1913 welches wieder mal zeigt, dass viele "moderne" Schaltungskonzepte uralte Wurzeln haben:
Man beachte, dass hier kein gesonderter Gleichrichter verwendet wird, es handelt sich also um eine Mischung auf Hörfrequenz. "Direktmischer" würde man heute wohl sagen.
Die Möglichkeit, die Heizspannung gleichzeitig als Anodenspannung zu verwenden, um die Anodenbatterie einzusparen, fällt ebenfalls in diese frühe Röhrenperiode.
Grund für den hier vorgestellten Aufbau ist ein Solaranlagenstörer auf 16,00 kHz, der bei nur einem HF-Kreis (Detektor) auf Spiegelfrequenz liegend, einen 500 Hz Störton erzeugt. Das wegen der bisherigen Oszillatorfrequenz von 16,5 kHz (700Hz SAQ-Hörton).
Ein zusätzlicher Oszillator sollte nun für die alternative Oszillator-Frequenz 17,9 kHz gebaut werden. Liegt dann genau auf einer weiteren hiesigen Störfrequenz, RDL (18,14-18,2 kHz) wird ausreichend unterdrückt, JXN (16,4 kHz) ebenfalls.
Die PC88 ist eine typische Fernsehempfänger-Schüttgut-Röhre, UHF-Spanngitter-Röhre für Gitterbasis-Schaltung. Das kann man gut sehen, denn die Anode nutzt nur eine Seite der Flachkathode.
Selbst bei nur 2,5V Anodenspannung war sicherer Schwingungseinsatz erzielbar, und aus dem Überlagerungs-Oszillator ist gleich ein einfacher Kontrollempfänger für SAQ und RDL entstanden:
Als Röhren-Bastler muß man sich nicht in Konkurenz zu den Radio-Baukästen-Sammlern stellen (EF98), eine mittlerweile im 20 Euronen-Bereich liegende ECC86 ist auch nicht nötig:
Mit 3x PC88 oder auch 1x PC88 + PCF801 (Triode ebenfalls Spanngitter) ließe sich durchaus ein leistungsfähiger Empfänger mit 12V Versorgungsspannung aufbauen.
Hier ist es wieder ein Hybrid geworden. Bei den üblichen 32-Ohm-Hörern sollte ein zusätzlicher Transistor spendiert werden, frisst ja kein Brot.
Es werden 3 Mono-Zellen als "A" und "B"-Batterie für den mobilen Betrieb verwendet. ---- Ergänzungen: Der ELA-Trafo war dann doch etwas zu breit. Deshalb einen "schweren" Ferrit-Ringkern (ca 25mm Durchmesser) aufgebrochen und die größere Hälfte mit 1000 Windungen 0,1 cul bewickelt. Ergab mit CP=90nF 720 Hz Resonanz und ausreichend schmale 6dB-Bandbreite von 90 Hz.
Das Aufbrechen von Ferritkernen mit dem Saitenschneider und Wiederzusammensetzen mit Teflon-Band-Fixierung ermöglicht also den Bau von einfachen billigen NF-Filtern.
Für den Ferrit-Kern hat die KI mir aus den 1000 Windungen, der Parallel-Kapazität 68nF+15nF und den 730 Hz einen AL-Wert von 600nH/N² ausgerechnet. - Eine weitere Verbesserung beim nachfolgenden NF-Transistor-Verstärker, der jetzt ebenfalls selektiver ist und hier einen eigenen Platz gefunden hat. https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=31
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Moin, Round hat noch eine andere Möglichkeit angegeben, einen Überlagerungston zu erhalten, nämlich durch Gleichrichtung / Demodulation mittels Diode:
Weil man ja nie genug SAQ-Empfänger ausprobieren kann, wurde das wieder mit sehr niedriger Anoden-Betriebsspannung und anderen Schüttgut-Fernseh- P-Röhren umgesetzt:
Überlagerer-Teil Die PC88 hat Gesellschaft bekommen, eine PCC84, speziell konstruiert für die Kaskodenschaltung. Daher die Abschirmung an das Gitter des zweiten Systems angeschlossen.
Die erste Röhre erzeugt die Überlagerungs-Schwingung, das Eingangs-Signal (zum Testen wieder RDL) wirkt auf das Steuergitter. An der Anode dann verstärkt das Oszillator-Signal, mit dem Oszi kann man die gebildete Hüllkurve beider Signale gut erkennen.
Die wird, wie beim AM-Radio, durch die HF-Universaldiode 1N4148 gleichgerichtet (demoduliert), eine Siebung filtert das NF-Signal heraus. Wegen des hohen Pegels ist die Gleichrichtung linear.
Das zweite System ist ein Resonanzverstärker für 750 Hz, die Spule ein sehr kleiner NF-Ferrit-Übertrager. Den gab es mal in einer Pollin-Tüte.
Damit wäre der Empfänger schon fertig.
Kopfhörer-Verstärker Er hat aber noch einen Nebenfalls resonanten Nachverstärker bekommen. Röhre ist hier die PCF801. Die Pentode hat als Triode geschaltet etwas höhere Verstärkung als das Triodensystem, welches sich schön als Kopfhörer-Endverstärker mit 230/9V 2,3W Printtrafo eignet.
Selbst bei nur 7 Volt Anodenspannung ausreichende Lautstärke.
Spannungsversorgung
Angedacht ist der Betrieb über die Starter-Batterie (Zigarettenanzünder), deshalb wurde auf positive Versorgungsspannung umgestrickt.
Im Netzbetrieb wird ein 12V Schaltnetzteil von einem alten Laptop verwendet.
Wäre für einen MW-Empfänger wegen massiver Störeinstrahlung unmöglich. Die Impulsspitzen von ca. 20mV haben eine Periodendauer von 30µs.
Das Ding macht also über 33 kHz so ziemlich alles platt. Darunter herrscht herrliche Ruhe, solange das Teil nicht direkt auf dem EE-Kern für den Oszillator liegt...
Anmerkungen: -Anzapfung des Eingangskreises bei etwa 1/4 vom kalten ende wg. Vermeidung Mitzieh-Effekten -Empfindlichkeit von Oszillatorspannung abhängig, Übertrager hat etwa 8x100 Wdg, aufteilbar. -Hier wurde EE-Ferritkern für den Oszillator gewählt, Material n27 oder N87- Luftspalt verringert Temperaturabhängigkeit stark (durch "Scherung") -Im Gegensatz zum Aufbau im 1.Beitrag keine NF am Drehko-Gehäuse, höhere Nachverstärkung möglich.
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Historisches: Interessant finde ich, dass die Röhren-Grundlagen bereits bei Ende des 1.WK eingetütet waren und mit den entwickelten Röhren sehr brauchbare Verstärker bei geringen Anoden-Betriebsspannungen entwickelt wurden. (Raumladegitter und Schutznetz (Schirmgitter9-Röhren) sowie die Kombination beider Prinzipien. Ebenfalls erwähnt: die multiplikative Steuerung über zwei Gitter.
Mit den P-Röhren in Triodenschaltung liegt die reine Spannungsverstärkung praktisch zwischen 5 und 8, was bei 4 Systemen völlig ausreichend ist, denn das "VLf-Grundknistern" ist lautstark im Hörer an der Behelfsantenne zu hören.
Verbesserung würde resonante Übertrager-Kopplung mit hochwertigen-1:4 Ferrit-NF-Übertragern mit entsprechender Primär-induktivität bringen. Das ist aber aufwändig zu wicklen, abgesehen von der Schwierigkeit passende komplette Kernsätze (Kernhälften + Wickelkörper) zu annehmbaren Preisen zu bekommen.
Moin, Der letzte Aufbau lässt sich hervorragend auch für eine Aktivantenne verwenden. Die dient in folgendem Aufbau als fester 17,2 kHz-Eingangs-Resonanzkreis.
Dazugekommen ist ein dritter NF-Resonanzkreis, das Siebglied nach der Demodulator-Diode kann entfallen.
Um die Trennschärfe des NF-Teils zu demonstrieren, eine Aufnahme gemacht. Im Audacity sieht das so aus, die Oszillator-Frequenz ist oben eingetragen:
Wie man erkennt, tritt der "Störsender" bei einer Überlagerungsfrequenz von 17950 kHz überhaupt nicht in Erscheinung, er würde mit rund 1800 Hz piepen. Dafür wurde der Brettaufbau eigentlich gemacht, um Störfreiheit beim Detektor-Empfang zu haben.
Im erweiterten Aufbau des Triodenmischers reicht die NF-Selektion für ausreichende Trennung aus, obwohl hier neben dem SAQ-Hörton von 750 Hz ein Nebenton von 450Hz erzeugt wird. (Überlagerer 17200 Hz-750Hz= 16450Hz.)
Ein Vergleich des Round-Patentes und dem späteren "Superhet" nach Levi / Armstrong) bietet sich an:
Die "Nahselekton" wird beim Direktmischer in der NF gemacht (z.B. resonanter Kopfhörer für Telegrafie), beim Superhet durch die ZF. Die "Weitabselektion" bei beiden im Empfangskreis.
So würde in diesem Aufbau die Kombination von "breitem" Stabantennenkreis (fest auf 17,2 kHz abgestimmt) und dem selektiveren Schalenkern, ebenfalls auf 17,2 kHz abgestimmt, den "Spiegelfrequenz-Phantomsender" 16,00 kHz bei der Überlagerer-Frequenz 16750 zwischen RDL und SAQ verschwinden lasssen.
So wie beim Superhet die Spiegelfrequenz zur Empfangsfrequenz einen Abstand von der doppelten ZF-Frequenz besitzt, hat man hier einen Abstand der doppelten Hörfrequenz. ---- Anmerkungen: Auf "Amazon" sind preiswert kleine 600 Ohm - 600 Ohm E14 Ferrit-Übertrager zu bekommen, Massenware. Beispielhaft diese Produktdatenblatt:https://www.sunrom.com/download/522.pdf Eckdaten: 800+800 Windungen / 290 mH. Mit Serienschaltung beider Spulen und Anode an Anzapfung sollten mindestens vergleichbare Ergebnisse erzielbar sein.
Ebenfalls erhältlich sind komplette EE-Ferritkern-Bausätze mit denen die Oszilllator-Spule realisiert werden kann, sowie kleine Foliendrehkos.
Moin, -Einfache Permeabilitätsabstimmung mit Standard-Ferriten Bei einem SAQ-Röhrenempfänger, der nur mit leicht erhältlichen Teilen gebaut werden soll, bietet sich an, den Drehkondensator ganz entbehrlich zu machen.
Es geht aber wesentlich einfacher, wie sich im Vorversuch zeigte: Auf einer Hälfte des EE-Kernes ist die Spule aufgebracht, entweder direkt auf Teflon-Unterlage oder geteiltem Spulenkörper.
Die andere Hälfte (oder ein anderes geeignetes Ferrit-Material) Ist auf einem beweglichem Hebelarm (oder auch an einer drehbaren Achse) befestigt und ermöglicht komfortable Abstimmung, weil nur ein kleiner Bereich von 2bis 3 kHz zu überstreichen ist.
Hierzu folgende Überlegung, das Bild der Tonaufnahme des vorigen Beitrags verdeutlicht es:
Wählt man die Hörfrequenz mit 820 Hz, kann der Überlagerer mit 17200+ 820 Hz ziemlich genau auf die RDL-Frequenz gelegt werden.
Wenn also RDL unhörbar wird, stimmt die Abstimmung für SAQ, die entsprechenden Vorkreise müssen nur noch auf größte Lautstärke des Hintergrundes justiert werden.
Die (Empfangs-) Spiegelfrequenz von 18,840 kHz wird genügend auch durch mäßige Vorselektions- kreise unterdrückt, der extrem starke DHO38 (Rhauderfehn) auf 23,4 kHz in der NF weggebügelt.
Die Vorversuche brachten schon mal erste Ergebnisse: Die 6dB-Bandbreite ist am geringsten bei kleinem Luftspalt und beträgt weniger als 500 Hz bei wilder Wicklungsweise. Das ist ein besseres Ergebniss, als erwartet.
Auch bei 200 Windungen mit dickerem Draht, so dass insgesamt 700 Windungen gewählt werden. Es kann gut mit einem Röhrchen, durch dass der Wickeldraht geht, direkt (mit Teflon-Unterlage) ohne Spulenkörper auf den E-Kern gewickelt werden. Eine aufgesetzte Dichtungsscheibe verhindert, dass die Windungen vom Mitteljoch rutschen.
Für den Empfangskreis ist von Vorteil, einen Spalt der E-Kernhälfte mit einem Ferritstück fest zu "überbrücken" (mit Luftspalt), den anderen Spalt für die Abstimmung zu benutzen, die dann passend den gewünschten Bereich von 16,2 kHz bis 18,4 kHz abdeckt.
Reflex-Schaltung soll auch noch rein, um den Mischer vom Antennenkreis unahängig zu machen.
Die Schaltung ist überaus gutmütig: Wegen der verhältnismäßig geringen Verstärkung der Stufen ist Selbsterregung nicht zu befürkchten, solange die Ferrit-Nf-Kerne in der üblichen Weise um 90° gegeneinander versetzt montiert werden.
Der Oszillator schwingt weich und sicher bei 2 Volt Anodenspannung an, erst bei zu hohem Übersetzungsverhältnis (600 Wdg Anode / 100 Wdg Kathode) traten NF-Kippschwingungen auf. Obwohl stark unterschiedliche Kennlinien, im Vorversuch problemlos den Pentodenteil (Triodenschaltung) und den Triodenteil der PCF801 verwendet.
Es sollten bei der Oszillatorspule Anzapfungen vorgesehen werden, um Flexibilität beim Rückkopplungsfaktor zu haben.
Es ist zudem möglich, die Kathode über niederohmigen Spannungsteiler (330 Ohm / 330 Ohm) etc. zwischen zwei Anzapfungen zu legen, um optimale Mischsteilheit einzustellen und Anpassungen an die benutzte Anodenspannung vorzunehmen.
Ein "Prototyp! wird mit 12 Volt laufen und zwei ECC84 besitzen. Genauer: Die Paralleltype PCC84 mit 300mA und 7V Heizspannung
Der Röhrenempfänger soll problemlos aufzubauen sein, deshalb etwas großzügiger auf großer Lochraster-Platine. Die wurde längenmäßig so zugeschnitten, dass sie in einen Holzkasten vom Baumarkt passt.
Der Ringkern-Übertrager für die geplante Reflex-Schaltung ist mittig in eine kleine Lochraster-Platine eingekittet. Obwohl nicht notwendig, wurde Temperatur-Kompensation durchgeführt, die erforderliche Parallel-Kapazität machte den Einbau von zwei 1,2nF-Kondensatoren mit positivem TK möglich. Hat man früher ziemlichen Aufwand mit getrieben, hier Bilderchen eines entsprechenden Teils aus einem KW-Empfänger: https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...mp;thread=450#8
Die Frontplatte aus altem Buchen-Sperrholz wird derzeit im Ofen paraffiniert und dabei wieder geradegebogen.
Auch wenn man von dem geplanten Empfänger ein klares Bild vor Augen hat ist es nicht verkehrt, sich einen Plan zu machen, wie die Signalwege verlaufen. Hier soll ja die Röhre 2-I als Reflexröhre benutzt werden.
Kreise, die in Bezug auf Kopplung kritisch sind, wie HF1 und hF2 werden etwas entfernt zueinander angeordnet und in ihrer Spulenachsen-Ausrichtung um 90 Grad gegeneinander gedreht.
Alle wärmeempfindlichen Spulen (Frequenzdrift) sind im hinteren Teil, getrennt von den Röhren angeordnet.
Die "langen" Signalwege vom kreis "HF1! zur Mischröhre 1-I und das Signal des NF-Kreises NF2 zur Reflexröhre 2-I werden geschirmt.
System I ist hier das Trioden-System mit dem doppelten Kathodenanschluß, bei System II liegt das Steuergitter an der Schirmung zwischen den Systemen.