In der Vergangenheit, wie auch heute, verfolge ich die Aussendungen immer zuerst über den WebSDR in Twente-NL. Anhand der Helligkeit bzw. des Farbtons der Striche und Punkte kann man die Empfangsfeldstärke dort abschätzen.
Dabei ist mir aufgefallen, bei Sendebeginn 14:45, also noch vor die VVV Tastung, war der Träger für etwa eine Minute gelblich-weiß zu sehen. Das bedeutet für meinen Standort, ca. 150km südlich von Enschede, brauchbarer Empfang war zu erwarten.
Dann wurde eine Pause eingelegt, wonach man die VVV-Tastung startete. Zu meinem Erstaunen, waren die Signale in Twente plötzlich viel schwächer. Die Farbdarstellung war nur noch lila. Mit Schwankungen durch veränderte Ausbreitungsbedingungen kann das nicht zusammen hängen!
Meine Vermutung: In Grimeton hatte man absichtlich die HF-Ausgangsleistung reduziert! Mit anderen Worten: Der Alexanderson-Generator kann mehr HF-Leistung produzieren, man will aber die Machine nicht zu stark belasten, um den Verschleiß gering zu halten .
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Hallo Wolfgang, Das sich die Empfangsfeldstärke während einer SAQ-Ausstrahlung ändert, scheint recht normal zu sein, es sind im SAQ-Archiv einige Kurven zu sehen, zum Beispiel hier:
Das man während der Ausstrahlung die Sendeleistung reduziert, glaube ich nicht, eher, dass die Anlage sich ihrer Betriebstemperatur nähert und aus der Anfangs-Einstellung herausläuft. Du könntest die Frage ja mal im Forum der Association stellen.
Was die Ausbreitungsbedingungen betrifft, so kommt es auch bei DCF77 bisweilen zu Auslöschungen der Raum- und Bodenwelle. Einiges konnte gefunden werden, das ist an dieser Stelle eingestellt:
mir ist nichts aufgefallen, der Pegel und Störabstand war im üblichen Rahmen und damit sehr guter Empfang (SNR >25dB). Nur das Wetter war nicht so toll, so um 4°C, Regen und Wind, aber mit der Standheizung war es gemütlich Der Generator kann wesentlich mehr Leistung liefern, das haben sie im Video erwähnt, sie fahren absichtlich mit weniger als der halben Leistung, um den Motor zu schonen. Eine Änderung der Leistung ist mit Aufwand verbunden, da dann die Regelung und auch die Kompensation neu eingestellt werden müssen, damit die Frequenz konstant ist. Daher ist nicht anzunehmen, dass da während der Aussendung etwas verstellt wurde, im Video ist auch nichts Derartiges ersichtlich. Die Ausbreitungsbedingungen sind natürlich nicht konstant.
Ich glaube, dass deine Beurteilung der Sache näher kommt:
"Das man während der Ausstrahlung die Sendeleistung reduziert, glaube ich nicht, eher, dass die Anlage sich ihrer Betriebstemperatur nähert und aus der Anfangs-Einstellung herausläuft."
Ich machte einen Vergleich zwischen der Anfangs-Einstellung um 14:45 = erstes Hochfahren der Anlage und eine Minute später, dem Beginn der VVV-Tastung.
Ab der VVV-Tastung und der eigentlichen Ausstrahlung waren plötzlich die Farbbalken dunkler geworden, was einer reduzierten Sendeleistung gleich kommt. Sieht m.E. nach einem Eingreifen der Techniker an den diversen Stellglieder aus......
Während der Sendung kam es nicht zu sichtbaren Pegelschwankungen im Twente SDR.
Gruß aus NL, Wolfgang
Nacheditiert: Das wird es wohl gewesen sein: Man hat sich in der ersten Sendeminute erschrocken über die zu hohe Ausgangsleistung (den Antennenstrom). Draufhin schnell nachgeregelt um auf die normale = reduzierte Leistung zu kommen.
Nach der Info, wiederholt von HB9, ist das kein Fehler, sondern Absicht gewesen....
Die ersten Signale habe ich noch mit NF-Verstärkung nach dem Detektor gehört, dann mit verschiedenen Hörern experimentiert, so dass der Unterschied in der Signalstärke nicht bemerkt wurde. Es werden aber in England oder auch im Kieler VLF-Monitor immer genaue Werte aufgezeichnet und mitunter im Abschlußbericht der association wiedergegeben.
Was den Antennenstrom angeht, so wurde im Video beim Zeitindex 40:02 auf die zwei Anzeige-Instrumente "oben rechts" eingegangen. Wenn ich richtig verstanden habe, dann wird der Strom durch die rechte Anzeige grob, durch die Anzeige links daneben in feinerer Auflösung angezeigt.
Erklärt wird auch das Instrument für den Erregerstrom des Generators und dass dieser auf 2,5 A fest eingestellt ist, um die Maschine zu schonen.
In früheren Videos ist zu sehen, wie man die Antenne regelrecht "trocknet" durch langsame Erhöhung der Leistung. Hier stellt sich die Frage, ob und wie es sich auswirkt, wenn die einzelnen Abstimmspulen an den Masten während des Betriebes durchtrocknen. Maßgeblich für den Wirkungsgrad der "multiplen Alexanderson-Antenne" ist ja nicht nur, dass die Antenne insgesamt resonant ist, sondern dass jede der "Einzelantennen" für sich gesehen resonant abgestimmt ist.
Schwundphasen auf einer Wellenlänge von 17km - wenn überhaupt um 14 Uhr vorhanden - laufen sehr, sehr langsam ab. Also nicht in Minuten, sondern in 10-20 Minuten oder sogar Stundenintervallen. Ich glaube schon seit längerer Zeit, dass SAQ den Antennenstrom (nicht unbedingt die Senderleistung) stark einschränkt. Gestern war ich leider verhindert und konnte die Aussendung nicht verfolgen.