| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
Fachforum für Sammler, Interessierte, Bastler
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

Batterieröhren-Superhet
  •  
 1 2 3 4 5 .. 11
 1 2 3 4 5 .. 11
25.09.20 15:56
HB9 

WGF-Premiumnutzer

25.09.20 15:56
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Batterieröhren-Superhet

Hallo zusammen,

der Winter naht, da braucht es ein neues Bastelprojekt. Da in meiner Sammlung immer noch ein Batterieröhren-Gerät fehlt, baue ich es jetzt halt selber. Die Entscheidung wurde durch die billige Beschaffung eines D-Röhrensatzes erleichtert, zusammen mit den bei mir vorhandenen D-Röhren reicht es für ein Spitzen-Superhet mit UKW.

So in etwa ist das Gerät geplant:
- Gegentaktendstufe mit 2*DL96, DAF96 als Vorstufe und AM-Demodulator und eine zweite DAF96 als Phasendreher
- AM-Teil mit HF-Vorstufe DF96, Mischer DK96 und zwei ZF-Stufen DF96, Demodulation mit Diode einer DAF96
- FM-Teil mit DC90 als selbstschwingender Mischer und die AM-Röhren als 4stufiger ZF-Verstärker, Ratiodetektor mit Ge-Dioden
- Abstimmanzeige mit einer DM71
- Stromversorgung mit DC/DC-Wandler aus Akku (vermutlich 4.8V, also 4 NiMH-Zellen)

Die Leistungsaufnahme ist geschätzt etwa 2,5W, so dass mit guten Akkus eine ordentliche Betriebszeit erreicht wird. Daneben gibt es noch Möglichkeiten für Sparschaltungen:
- Abschaltung der DM71
- Abschaltung je eines Heizfadens der beiden DL96
- Umschaltung auf Eintakt-Betrieb: eine DL96 mit einem Heizfaden, die andere DL96 und die DAF96 ganz abschalten
- Anodenspannung auf 60V oder noch weniger reduzieren
Welche Varianten tatsächlich umgesetzt werden, entscheide ich dann, wenn das Gerät so weit steht und der Stromverbrauch und die Auswirkungen der Sparmassnahmen bekannt sind. Da die Anheizzeit der D-Röhren sehr kurz ist, kann man bei unbenutzten Röhren ohne Nachteil die Heizung abschalten.

Für UKW mache ich noch Versuche mit alternativen Schaltungen. Eine HF-Vorstufe wäre für ein Spitzengerät eigentlich Pflicht, aber die DC90 ist recht stromhungrig, und die DC96 eher selten. Falls das funktioniert, wäre ein selbstschwingender Mischer mit einer weiteren DF96 eine Option, dann kann die DC90 als HF-Stufe wirken. Man könnte auch mit Reflex-Schaltungen experimentieren, aber die sind mir eher unsympathisch...

Eine weitere Baustelle wird die UKW-Abstimmung. Einen passenden Drehko habe ich nicht, daher suche ich nach Alternativen:
- Kapazitätsdioden: nicht ganz stilecht und bei einer Oszillatorspannung von mehreren Volt nicht ganz unproblematisch
- Variometer: müsste man bauen, sollte aber prinzipiell gehen, wenn man das passende Material gefunden hat.

Für AM habe ich noch einen Dreifach-Drehko herumliegen, der hat auch ein Poti für eine Kapazitätsdioden-Abstimmung drauf.
Als Ausgangstrafo verwende ich für den Anfang einen Netztrafo mit 2*110V primär. Dank Gegentaktstufe gibt es kein Problem mit Gleichstrom, aber der Frequenzgang ist natürlich nicht ideal. Später kann man da immer noch etwas Besseres machen (lassen). Die Endstufe arbeitet im B-Betrieb, das gibt gemäss Datenblatt am wenigsten Klirr und spart Strom.

Eine weitere Herausforderung ist der ZF-Verstärker für FM. Da Batterieröhren eine sehr geringe Steilheit haben (ca. 1mA/V), müssen die Schwingkreise hochohmig sein (hohe Güte), um eine ausreichende Verstärkung zu erhalten. Damit dürfte es bei den Filtern ein paar Ehrenrunden geben...
Eine Alternative wäre ein Doppelsuperhet. Die erste ZF von 10.7MHz oder höher würde dann von der DF96 (AM-HF-Stufe) verstärkt und danach würde die DK96 als 2. Mischer z.B. auf 4MHz runtermischen, dann haben die beiden folgenden DF96 wesentlich bessere Arbeitsbedingungen. Die Filter werden dann etwas komplizierter, damit man die notwendige Bandbreite von 200..250kHz hinbekommt.

Gruss HB9

basteljero, ELEK, Matu, Vorkreis, laurel1, WoHo, Debo, WalterBar, regency, wumpus, Martin.M, RWA, Roehren-Lutz und Volker gefällt der Beitrag.
!
!!! Fotos, Grafiken nur über die Upload-Option des Forums, KEINE FREMD-LINKS auf externe Fotos.    

!!! Keine Komplett-Schaltbilder, keine Fotos, keine Grafiken, auf denen Urheberrechte Anderer (auch WEB-Seiten oder Foren) liegen!
Solche Uploads werden wegen der Rechtslage kommentarlos gelöscht!

Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar sind, ohne deren schriftliche Zustimmung.
25.09.20 21:17
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

25.09.20 21:17
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

Re: Batterieröhren-Superhet

Hallo HB9,

nun als Spitzensuper müßte aber noch Stereo drin sein
Damit wärest Du sicherlich der Erste mit Batterieröhren

Vielleicht überlegst Du es dir noch.

Viele Grüße
Bernd

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

26.09.20 06:10
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

26.09.20 06:10
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Batterieröhren-Superhet

Moin,

hört sich schon mal richtig gut an Bei dem Versender der mit Rei anfängt, gibt es die DC96 für nen Appel und nen Ei, nur so zur Info. Ein Variometer wollte ich in absehbarer Zeit auch mal in Angriff nehmen, und hier den 3D Drucker bemühen. Ob das Material allerdings auch für UKW geeignet wäre???

Beste Grüße
Peter

26.09.20 09:47
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

26.09.20 09:47
MB-RADIO 

WGF-Premiumnutzer

Re: Batterieröhren-Superhet

Hallo Peter,

gibt es kein Polystyrol als Druckermaterial ?

Aber eigentlich braucht man für UKW keine Spulenkörper. Luftspulen freitragend mit 1...1,5 mm versilberter Kupferdraht sind stabil genug.

Viele Grüße
Bernd

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

26.09.20 12:07
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

26.09.20 12:07
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Batterieröhren-Superhet

Moin Bernd,

klar, für einfache Spulen braucht es da nicht unbedingt einen Körper, ich meinte allerdings in diesem Fall das oben erwähnte Variometer für UKW.
Polystrol gibt es sogar als Filament für den 3D Drucker, nennt sich HIPS. Meist drucke ich ja mit PETG, wie sich das in dem Fall verhalten würde, keine Ahnung.

Beste Grüße
Peter

26.09.20 15:56
Debo 

WGF-Premiumnutzer

26.09.20 15:56
Debo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Batterieröhren-Superhet

Hallo HB9,

Du kennst bestimmt schon die phantastischen Baugeschichten von dem Thomas Moppert und Ernst Rößler aus der damals legendären und unvergessenen Röhrenbude?

http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbri...KW-Superhet.htm

Hier noch aus 2014 ein Batterieröhren UKW Super in Messgerätequalität

Gruss
Debo

Zuletzt bearbeitet am 26.09.20 15:57

26.09.20 20:47
HB9 

WGF-Premiumnutzer

26.09.20 20:47
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Batterieröhren-Superhet

Hallo zusammen,

da scheint Interesse vorhanden zu sein...

Der Tipp für die DC96 ist gut, habe gleich zugeschlagen.
Zu Stereo: das wäre ein Stilbruch, denn in den 50er-Jahren gab es das noch nicht. Ansonsten wäre es nicht schwierig, es erhöht einfach den Stromverbrauch zusätzlich. Den passenden Dekoder habe ich ja schon mal gebaut (mit E-Röhren):
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...&thread=253

Heute habe ich mal die Röhren ausgemessen, die Ausbeute betrug immerhin über 50%. Von den DF96 waren bei zweien die Heizfäden durchgebrannt, somit kann man die mal zerlegen und die Innereien bewundern und danach eine Transistorschaltung darin verstecken
Die DC90 hat nicht mehr genug Vakuum, das Gitter zeigt etwas Emission und bei 90V leuchtet sie manchmal blau. Somit habe ich momentan die beiden DL96, zwei DAF96, die DK96 und eine gute DF96, drei weitere sind im Anflug, ebenso die DM71.

Mit der DF96 habe ich schon etwas gespielt. Wie zu erwarten war, muss bei 10,7MHz die Schwingkreisgüte sehr hoch sein, um eine brauchbare Verstärkung zu erreichen. Bei 5MHz sieht es schon viel besser aus, so dass ein Doppelsuper durchaus eine Betrachtung wert ist. Für AM dürfte es mehr als genug Verstärkung geben, so dass man auch mit einer Ferritantenne das Gras wachsen hört. Auch als selbstschwingender Mischer hat sie gut funktioniert, aber nicht für UKW, da wollte der Oszillator nicht schwingen, vermutlich sind die Kapazitäten einfach zu gross, es ist ja auch keine UKW-Röhre.

Die UKW-Empfänger von der Röhrenbude habe ich mir auch angesehen (kannte ich vorher nicht), das ist sehr informativ und die Problematik der ZF-Verstärkung wird dort auch angesprochen.

Gruss HB9

26.09.20 21:09
HB9 

WGF-Premiumnutzer

26.09.20 21:09
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Batterieröhren-Superhet

Hallo Peter,

zum Variometer: Die Wahl des Kunststoffes dürfte nicht allzu kritisch sein. Die gängigen Materialien (PLA und ABS) dürften gut geeignet sein, PLA ist etwas steifer und dadurch mechanisch besser. Wichtig ist nur, dass sie nicht mit metallhaltigen Farben eingefärbt sind, also idealerweise ungefärbtes Material verwenden (weiss oder durchsichtig).

Gruss HB9

27.09.20 07:03
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

27.09.20 07:03
laurel1 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Batterieröhren-Superhet

Moin,

herzlichen Dank für die Info. Weiss habe ich eh immer da, damit drucke ich am meisten. Allerdings probiere ich dann PETG, mein favorisiertes Filament, ABS mag ich nicht und PLA wird ab grobe Richtung 50° langsam weich. Jetzt erst einmal die anderen Baustellen abarbeiten und dann schauen wir mal.

Beste Grüße
Peter

27.09.20 14:52
Reflex-Kalle 

WGF-Nutzer Stufe 3

27.09.20 14:52
Reflex-Kalle 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Batterieröhren-Superhet

Debo:
Hallo HB9,

Du kennst bestimmt schon die phantastischen Baugeschichten von dem Thomas Moppert und Ernst Rößler aus der damals legendären und unvergessenen Röhrenbude?

http://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbri...KW-Superhet.htm

Hier noch aus 2014 ein Batterieröhren UKW Super in Messgerätequalität

Gruss
Debo

Mir erschließt sich in der dortigen Beschreibung da

Zitieren:
Bei der niedrigen Steilheit unserer Batterieröhren von weniger als 1 mA/V muss somit der Resonanzwiderstand so hoch wie möglich ausfallen. Dies erreicht man mittels eines hohen L/C-Verhältnisses und einer hohen Spulengüte.

...

Um über den gesamten Verstärker die erwünschte leicht unterkritische Kopplung zu erhalten, werden alle Spulen (ausser dem Ratiofilter!) mit 150 Kiloohm bedämpft.

nicht der Sinn, erst einen besonderen Wert (Aufwand) für eine möglichst hohe Spulengüte (und ein möglichst hohes L/C-Verhältnis) erzielen zu wollen, um dann alle Spulen (Schwingkreise) bedämpfen zu müssen, damit die notwendige Bandbreite des ZF-Verstärkers erreicht wird. Selbst die HWF-M Filter von Oppermann, die ursprünglich für transistorisierter ZF-Verstärker gedacht waren, haben noch eine so hohe Güte, dass man sie leicht bedämpfen muss (nur die Sekundärkreise außer beim Ratio-Filter reicht da), um mit den hochohmigeren Röhrenschaltungen eine ausreichende ZF-Bandbreite erhalten zu können.

Gruß

(Reflex-)Kalle

P.S.: Einen vollwertigen Stereodekoder kann man auch mit nur einer einzigen Kleinleistungs-Pentode der E/P/U-Serie aufbauen. Hab ich mal bei Jogi im Forum beschrieben und dann (nach dem Holm so "nett" war, Jogis-Forum nicht nur zu schließen, sondern gleich ganz zu löschen) später im RBF.

Zuletzt bearbeitet am 27.09.20 14:54

 1 2 3 4 5 .. 11
 1 2 3 4 5 .. 11
telefunken-röhren-und-halbleitermitteilungen   Ratiodetektor   braucht   Spiegelfrequenzunterdrückung   weniger   Zweikreis-Geradeausempfänger   Schaltung   Begrenzung   Mischer   Spannung   DCF-Antennenfilterverstärkers   beträgt   Gegentakt-Gleichspannungswandler   Spannungs-Übersetzungsverhältnis   zusammen   Verstärkung   HF-Vorstufe   Batterieröhren-Superhet   ZF-Stufe   Gleichspannungswandler