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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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VE301W Umbau Reflexschaltung
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04.01.21 17:56
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

04.01.21 17:56
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: VE301W Umbau Reflexschaltung

Moin,
Schaltungen (Varianten) ,Ergänzungen und Anmerkungen:


Regelung:
Aus der NF-Spannung der Endröhre wird eine Regelspannung erzeugt. Das Audion-Gitter bekommt eine kleine
ständige Vorspannung, damit der Rückkopplungsgrad bei Aussteuerung sofort kleiner wird.
Außerdem verringerten sich die Verzerrungen.
Die Zuführung der Regelspannung über Spannungsteiler war am stabilsten.
Messungen:
Bei 10 mVpp an g1 des Audions (600 Hz) liegen an der Anode 80 mVpp, nach dem Übertrager 400 mV und
an g1 der EL 83-Reflexröhre 0,3 Vpp. Der Lautsprecher bekommt dann 16 Vpp und ist relativ laut.

Somit ist die NF- Verstärkung des Audions etwa 80-fach. Auf der Wumpus-"Volksempfänger"-Seite ist der
VE301 dyn mit 3-facher Empfindlichkeit angegeben (0,5 mV VE301 dyn zu 1,5 mV des VE301W ).
Verstärkungen von über 160-fach sind mit der AF7 gut zu erreichen.

Überschlägt man grob die Reflex-HF-Verstärkung mit 30 und die Rückkopplung mit 10 (wie in der alten Literatur zu
lesen ist) kommt man auf eine Empfindlichkeit der Reflex-Schaltung 10 mV / 300 = 33 µV bei hohem Eingangs-
Widerstand, was ganz gut mit dem Vergleichsempfänger übereinstimmt.

Phasendrehung Übertrager:
Die geringste Neigung zu Pfeifstörungen ergab sich, wenn der Übertrager das Signal um 180° dreht, damit sind
auch Eingangs-Signal am Audion und Ausgangsspannung der Endröhre um 180° gedreht.
Ein "Heulen" bei Übersteuerung der Endröhre tritt nicht auf.

Spannungsteiler Audion
Der Spannungsteiler für die Spannungsversorgung der Audion-Stufe hat gleich mehrere Funktionen:
-Belastung des Netzteiles im Einschaltmoment
-Stabilisierung der Rückkopplung:
Da bei Schwingen des Audions der Anodenstrom sinkt, würde ohne Spannungsteiler-Schaltung die Anodenspannung
stärker ansteigen, was evtl. zum "Hysterese-Effekt" des Rückkopplung-Einsatzes führen könnte.
-Verspäteter Rückkopplung-Einsatz :
Da keine Antenne den Audion-Kreis belastet (und die Frequenz verstimme!), kann die Versorgungsspannung kleiner
gewählt werden, der Rückkopplung-Einsatz wird dadurch weicher. (derzeit ist der Teiler 50 kOhm : 11 kOhm)

Synchronempfang
Die stabile Anodenspannung ist besonders angenehm, wenn zur Verbesserung der Signal-Qualität im leicht
schwingenden Zustand gearbeitet wird und das Audion auf die Empfangs-Frequenz einrastet.
Zum einen werden die stark modulierten heutigen Sender mit weniger Verzerrungen empfangen
(besonders bei schwachen Signalen), zum anderen stellt das schwingende Audion den Träger, wenn es bei
abendlichem Empfang zu Auslöschungs-Erscheinungen kommt, was die "grauenhaften" Verzerrungen
beim Hören stark mindert.

Alle getesteten EBF80/89, EAF802, ECH81 in Triodenschaltung verhielten sich mit ihrer gekrümmten Regel-
Kennlinie gutmütig. (Anodenspannung < 30V liegt). Keine Zieherscheinungen, Grenzen des
"Einrastens auf die Empfangsfrequenz" punktgenau.

HF-Drosselspule:
Mit Drosselspule bessere Ergebnisse als mit eingeschobenen Koppelspulen im Käfig
Länge etwa 25 mm- 30 mm Ferrit-Stabkern, 8mm (Conrad 3MHz-Kern, wie in meiner Rahmenantenne)
ca. 4 Lagen "Malerband", 9 / 14 mm Pappdichtungen als Trennung und Träger für die Anschlüsse.
3 Wickelbereiche : 100Wdg + 200Wdg + 300Wdg. 0,1mm Cul. Eigenresonanz zwischen LW und MW,
bedämpft durch Parallel-Widerstnd (10k)


HF + Endröhre (Reflex):
Die Anfangs verwendete EL803S / EL83 ist jetzt durch die sehr steile EF184 ersetzt.
Sie neigt aufgrund der extremen Verstärkung gern zum Schwingen, deshalb ein Vorwiderstand
zum Schirmgitter sowie Verringerung Schirmgitterspannung über Spannungsteiler.

Stabilisierung Audion
Eine 20V-Z-Diode hält jetzt die Betriebsspannung des Audions noch stabiler als mit dem Spannungsteiler.
Spannungserhöhung beim Einsetzen der Rückkopplung tritt nicht mehr auf, die Rückkopplung arbeitet
gleichmäßiger und unabhängig von der Versorgungsspannung.

Kopfhörer / NF-Ausgang
"safety first" : Trennkondensator, Vorwiderstand zur Strombegrenzung (bei defektem Kondensator)
und 2.Kammer-Printtrafo zur sicheren Trennung und Impedanz-Transformation im PVC-Gehäuse.

Siebung Anodenspannung
Siebkondensator-1 auf Masse erzeugte Brummen, deshalb zwischen die beiden 1KOhm-R gelegt.
Siebkondensator-2 eingefügt zur Minimierung Brumm wg. Kopfhörer-Ausgang.


Jens

Zuletzt bearbeitet am 12.06.21 18:36

Datei-Anhänge
HF-Drossel_2020-01-08_300-200-100.jpg HF-Drossel_2020-01-08_300-200-100.jpg (69x)

Mime-Type: image/jpeg, 75 kB

VE301W_Umbau-Reflex_2021-06-07.JPG VE301W_Umbau-Reflex_2021-06-07.JPG (27x)

Mime-Type: image/jpeg, 117 kB

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09.01.21 12:39
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

09.01.21 12:39
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: VE301W Umbau Reflexschaltung

Moin,
Dioden-Gleichrichtung
Der Adapter wurde für die EBF89 abgeändert, so dass Diodengleichrichtung mögliche ist.
Eine geringe Vorspannung beseitigte hartes Einsetzen der Rückkopplung und Hysterese-Effekt.
Sie wird durch die Diode 1N4148 erzeugt. RP=2,2M, so dass die Vorspannung der Pentode (Triodenschaltung)
von 0,65 auf 1,05 Volt erhöht ist.

Audion-Stufe:
Einkopplung der HF:
Versuche, im Inneren der Käfigspule eine passende Koppelspule anzuordnen, lieferten keine guten Ergebnisse.
Auf Anhieb funktionierte aber der Einsatz einer HF-Drossel, die von der Reflex-Endröhre gelieferte HF-Spannung
wird kapazitiv auf die Kreisspulen eingekoppelt.
Dadurch ist der Kurzschluss-Schalter für die LW-Kreisspule auch für die Einkopplung wirksam.

Die Draht-Trimmer-Koppelkondensatoren bestehen aus einem Stück 1,5mm Installationsleitung, um die einige Windungen
(10 Wdg / 15 Wdg) Klingeldraht gewickelt sind.
Die Vorspannung der EF184 wurde auf 0,9V (EF183:1,4V , EL83: -2,5V) eingestellt, die Lautstärke stieg gegenüber der EL83
nochmals an.

Wegen auftretender Schwingneigung im oberen LW-Bereich Dämpfung der Drosselspule mit 10 - 22 kOhm.

Rückkopplungseinsatz bei Umschaltung der Bereiche fast exakt gleich ist, sowohl am oberen
und auch am unteren Bandende, die Käfigspule ist also gut durchdacht, passt als solche auch ganz hervorragend zum
VE 301W


Anodenspannung Audion-Röhre:
Je kleiner, desto weicher die Rückkopplung, derzeit stabilisierte 20 Volt.
Gitter-Vorspannung:

Optimal scheinen etwa 0,6 - 0,7 Volt zu sein für geringe Verzerrungen.


Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 05.06.21 23:32

16.01.21 18:10
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

16.01.21 18:10
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: VE301W Umbau Reflexschaltung

Moin,

"Vorgänger-Modell"
Da die Entwicklungszeit des VE301 kurz war, habe ich mal nach Vorgängern gesucht.
Gefunden den "Seibt Roland 3P" von 1932, der sehr viele Ähnlichkeiten mit dem 301 hat und
vermutlich bessere Empfindlichkeit, da eine NF-Triode mehr:
"w w w.radioecke-berlin.de/roehrenradios/seibt-roland-3p/"
- Spule ähnlich der VE-Käfigspule, aber in herkömmlicher Bauweise innerhalb des Chassis angeordnet
- Friktionsantrieb entspricht dem VE
- Foliendrehko (wie Rückkopplungs-Drehko beim VE) zur Abstimmung.
- Freischwinger-Lautsprecher wie VE
- Aufbau ähnlich ("Kathedrale"), jedoch mit zusätzlicher NF-Triode anstelle des VE-Übertragers.
Historisches":
Im Internet gefunden [l1]:

Zitiert u.a. Otto Kappelmayer (1933, rückblickend auf 1932):
"„Wer in diesem Jahre 150 - 165 RM aus der Tasche holte, bekam einen Volksempfänger erster Klasse – schön,
stabil, trennscharf und mit gutem dynamischen Lautsprecher dazu! [ …] Das Weihnachtsgeschäft brachte einen
starken Vorsprung des hochwertigen Volksempfängers in der Preislage bis 170 RM. Umgekehrt lagen die
Volksempfänger in der Preislage unter 120 RM dauernd „Brief“. Aus diesen und aus anderen Gründen lautet die
Parole für 1933: Laßt die Finger von billigen Lichtnetzern, aber baut einen Volksempfänger von erster Qualität
mit dynamischem Lautsprecher, geringem Stromverbrauch, erstklassigem Einheits-Ultrakreis und gutem Sperrkreis!“
51

Unser Leser sieht also genau, dass der Empfänger bei dem billigen Preis unbedingt eine Höchstleistung garantiert[Anm.1], daß er aber klar von dem Marken-Einkreisempfänger distanziert wird, denn dieser hat ja auch einen Kurzwellenbereich und zumeist eingebauten Sperrkreis sowie Schirmgitterröhre und dynamischen Lautsprecher.
Daraus ergibt sich, daß der Volksempfänger einen z u s ä t z l i c h e n Absatz für den Fachhandel darstellt.“
52

„Für die Radioindustrie und den Radiohandel würde volkswirtschaftlich ein unübersehbarer Schaden entstehen,
wenn der „E-Typ“ den Konsum der anderen Apparate schädigen würde.“
54
Anm.:
"Nora W2" von 1930 : Noch einfacher aufgebaut, besitzt überhaupt keinen Lautsprecher,
im "radiomuseum.org" mit 90 RM angegeben.

"Zur Medien- und Werbewirkungsforschung im Dritten Reich:
Das Beispiel einer Hörerbefragung für den deutschen Funkhandel" ,Alfred Kirpal

Weitere Anmerkungen Kappelmayers nach dem Kriege:
(Da muss man auch nicht mehr z w i s c h e n den Zeilen lesen)
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...mp;thread=161#5

Fazit:

Es wurden beim VE hochwertige Bauteile benutz, wie z.B. Spuleneinheit, Übertrager,
Keramik-Fassungen, Abstimm-Luft-Drehkondensator, lautstarker Lautsprecher.
Letzterer bringt übrigens zwar wenig Tiefen (wird oft bemängelt), Sprache ist aber gut verständlich, und genau
dafür wurde er ja konzipiert.
Es zeigte sich, dass die Empfangsleistung des "Meisterwerkes Deutscher Technik"[l1]
praktisch ohne Mehraufwand merklich zu steigern gewesen wäre, denn auch die indirekt geheizte RES164 kann
für die HF-(Reflex) Vorverstärkung benutzt werden, auch wenn die Ergebnisse weit schlechter sind als mit modernen
Röhren.
Denn bei empfangsschwachen Geräten macht selbst eine verhältnismäßig geringe zusätzliche Verstärkung
den Unterschied von "gerade noch hörbar" zu "mäßige Zimmerlautstärke". Und die Reflexschaltung gehörte
zum "Handwerkszeug" der damaligen Entwickler, wie zahlreiche Geräte aus der damaligen Zeit zeigen.
Und die Zielgruppe des VE konnte wohl kaum aufwändige Hochantennen errichten.

[l1] vgl.
Zur Medien- und Werbewirkungsforschung im Dritten Reich:
Das Beispiel einer Hörerbefragung für den deutschen Funkhandel
Alfred Kirpal, h t t p s://d-nb.info/1138574511/34

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 04.06.21 20:21

28.05.21 18:36
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

28.05.21 18:36
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: VE301W Umbau Reflexschaltung

Moin,
2021-06-05:
Adapter Diodengleichrichtung [2]
Ein Versuch zur Vorbereitung eines 3-Röhren Audions war auf Anhieb erfolgreich:
Die Gleichrichtung der HF erfolgt über die Diodenstrecke d2 der Binode EBF89.
So kann auch die ECH81 eingesteckt werden, g1 ist dann auf Masse.
Die Verstärkung stieg spürbar an, wichtiger aber die Verringerung der Verzerrungen bei
geringerer Rückkopplung und bei stärkeren Signalen.
Die Verstärkung der EF 184 kann voll ausgenutzt werden.
Die Grundschaltung wurde nicht geändert, die Diode (d2) ist über einen 33nF-Kondensator im Adapter angekoppelt.
Die aktualisierte Schaltung brachte die besten Ergebnisse. Mit dem Kopfhörer (DT250) macht "Radio 0511"
richtig Spaß, und selbst der Freischwinger des VE301 zeigt so etwas wie Bässe.


Zusatzwicklungen Netztrafo:
Die 6,3V-Röhren leben zur Not auch noch mit 4,5 Volt ausreichend lange, besser und stabiler jedoch nahe der
Nenn-Heizspannung.

Also wurden noch Zusatzwicklungen auf den Trafo aufgebracht werden. Ganz einfach:
die notwendige Windungszahl für etwa 1,5 V für den M65-Kern sind 12 Wdg, wenn man 52 Wdg. für 6,3V zugrunde legt.
Daten verschiedener Trafos hier: h t t p://www.jogis-roehrenbude.de/Transformator.htm
Da bei dem nachträglichen Wickeln die Gefahr besteht die Lackisolation an den Blechkanten zu beschädigen,
mit Cul-Schaltdraht gewickelt, der eine zusätzliche Seidenisolation besitzt.
Denkste:
Messung ergab dann 0,7 V. Pech gehabt.
Entweder hatte der Vorbesitzer des VE-Chassis eben einen passenden
380V-Trafo liegen gehabt, oder ganz bewusst eingebaut, um das Streufeld des Trafos möglichst gering zu halten.
Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum sich das Kernblech kaum erwärmt.

Zusätzliche Windungen gingen jetzt doch nur noch mit Kupferlackdraht, wegen des verbleibenden Wickelraumes.
Hier das "Kunstwerk":


Die Heizspannung beträgt jetzt 5,5 Volt (EL83) bzw. 5,8 Volt (EF183/184). Das ist ok, eine Untersuchung von
Walter f. Johnson
"Effect of oxide-coated cathode temperature variation in vacuum tubes" zeigte nämlich eine Verlängerung
der Lebensdauer von Röhren bei mäßiger Unterheizung, und auch bei Herrmann-Wagener
"The Oxide Coated Cathode" wird auf diesen interessanten Punkt näher eingegangen.
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...1&thread=89
Dazu habe ich diesen Beitrag verzapft:
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...3&beitrag=0

EF184 als Reflexröhre:
Etwas höhere HF-Verstärkung als die EL83 bringt jetzt die EF184. Das leise 50 Hz-Brummen tritt noch mehr in den Hintergrund.
Ampli4-Radio auf 1224kHz liegt etwas über dem Rauschen, ist Tagsüber mit dem Rahmen in akzeptabler Lautstärke hörbar.
Damit ist "Das Ende der Fahnenstange" nun wohl erreicht.

Am Ende bleibt aber eine Frage noch offen:
Bei den Arbeiten am Empfänger stellte sich heraus, dass der Klang von der Phasenlage des Übertragers abhing.
Bei "falscher" Polarität traten besonders bei starken Signalen unangenehme Effekte auf, die denen eines mitgekoppelten
NF-Verstärkers ähnelten.
Im "rm" ist ein lesenswerter Artikel über den Reflexempfang zu finden. (Dr. C. Schreck[1] ,1950)
h t t p s://www.radiomuseum.org/forum/der_reflexempfang.html

Der Verfasser bemerkt, dass unter Umständen eine Kompensation von Verzerrungen und damit eine Verringerung des Klirrgrades bei Reflexbetrieb einer Röhre erreicht werden kann, die nach seiner Ansicht aus den Eigenschaften einer Gegenkopplung zu erklären sind.

Da hier die Endröhre gleichzeitig als HF-Verstärker arbeitet, könnte man vermuten, dass die HF mit der NF moduliert wird,
so dass Verzerrungen bei Demodulation im Audion etwas ausgeglichen werden, wenn die Phasenlage des Zwischenübertragers
"richtig" ist.

[1]
Ein "Dr. Carl Schreck, Gera" findet sich übrigens als Erfinder im Patent 914635 (1940 / 1954) der Porzellanfabrik Gera,
geht um extrem temperaturunabhängige Schwingkreis-Spulen.
[2]
s.a. "Nestel-Audion" h t t p s://www.radiomuseum.org/forum/das_nestel_audion_audion_mit_diode.html
Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 06.06.21 18:36

Datei-Anhänge
Zusatzwicklungen_2021-05-28.jpg Zusatzwicklungen_2021-05-28.jpg (29x)

Mime-Type: image/jpeg, 75 kB

10.06.21 15:59
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

10.06.21 15:59
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: VE301W Umbau Reflexschaltung

Hallo,
Edit: Neue Schaltung angelehnt an Hertweck
Freundlicherweise hat mir "radio 0511" erlaubt, den "Jingle" zu Demonstrationszwecken zu verwenden.
(Mail kam vorhin rein).

Im Anhang eine kurze Aufnahme (vom Kopfhörer-Trafo abgenommen) des 2-Röhren-Reflex-Audions.
(Dioden-Gleichrichtung, Audion schwingend)

Übrigens sendet abends auf der gleichen Frequenz (1287 kHz) "radio Seagull", auch über Internet zu hören.
Der Sendestandort ist die "Jenni Baynton", wenn ich den Moderator richtig verstanden habe.
(Hafen Harlingen)

Bessere Ergebnisse als die vorstehenden Schaltungen brachte der Umbau nach einem Vorschlag von
C.Hertweck (Funkschau 1931) Grund war die stärkere Modulation der damaligen "neuen Grossender",
die vom üblichen Audion schlecht verarbeitet werden konnte.
(vgl.https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...=555&page=1 "Demodulation nach Hertweck")

Kennzeichnend:
- Steuergitter direkt an den Schwingkreis (Hier ein großer Gitterkondensator im RC-Glied).
- Arbeitspunkt in den negativeren Bereich, so dass (fast) kein Gitterstrom auftritt.

-> Es fällt keine NF-Spannung am RC-Glied mehr ab wie bei der "normalen" Gittergleichrichtung.
-> Der Schwingkreis wird weniger bedämpft durch das Audion.
-> Die Demodulation erfolgt über die gekrümmte Kennlinie der Röhre
-> Das Rauschen der Gitterkombi entfällt, es kann mit kleineren Signalen gearbeitet werden.
-> Lautstärke vergleichbar mit der normalen Audion-Schaltung der vorigen Aufbauten
-> Bedienung ähnlich "normalem" Audion, allerdings muss das Audion synchron zur Empfangsfrequenz
schwingen.



Der Arbeitspunkt ist etwas kritisch. Deshalb keine Regelung des Audion mehr und Kathodenwiderstand
mit zusätzlichem Querstrom belastet.
Bei zu großer Vorspannung Kippschwingungen, ebenso bei zu großem Kondensator (15nF) der Gitterkombi,
die stabilisierend wirkt, wenn die Rückkopplung stärker angezogen ist.
Dann sind die Ergebnisse (Kopfhöher) sehr gut.
Der digitale Vergleichsempfänger enttäuscht da im Punkt "Tonqualität",
da reißt der "Stereo-Schalter" auch nichts mehr, wenn Höhen fehlen und Bässe "dröhnen".

Wie Hertweck ist eine Triode (als Triode geschaltete Pentode) verwendet.
Allerdings nicht mit dem von Hertweck verwendeten hohen Anodenwiderstand.

Aufnahme "Hertweck":
Es ist aber das "Kriseln" in den Bässen der vorigen Aufnahme nicht mehr zu hören,
die Wiedergabe ist insgesamt klarer und hat nicht mehr ein gewisses "Dröhnen" im
Mittelbereich.
Höhen auf der Aufnahme leider stark beschnitten.
Die Rückkopplung muss ziemlich genau der Empfangsfrequenz entsprechen. Deshalb eine "Fernbedienung",
mit der sich die Sende Frequenz fein nachjustieren lässt, so dass auch bei starkem Fading das schwingende
Audion von dem Träger des Senders geführt (synchronisiert) wird.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 14.06.21 23:10

Datei-Anhänge
Radio0511jingle1_VE-Reflex_2021-06-10_320k-48000Hz.mp3 Radio0511jingle1_VE-Reflex_2021-06-10_320k-48000Hz.mp3 (40x)

Mime-Type: audio/mpeg, 203 kB

Radio0511 Jingle 2021-06-12 Hertweck320k-48000Hz.mp3 Radio0511 Jingle 2021-06-12 Hertweck320k-48000Hz.mp3 (25x)

Mime-Type: audio/mpeg, 207 kB

VE301W_Umbau-Reflex_Hertweck_2021-06-14.JPG VE301W_Umbau-Reflex_Hertweck_2021-06-14.JPG (22x)

Mime-Type: image/jpeg, 93 kB

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