Ging recht einfach mit Hilfe von Schaumstoff, Klebeband, Pappe und einer alten Plastikdose.
Der Audioausgang des Bluetoothmoduls hat ein Tiefpassfilter bekommen. Ein paar zusätzliche Masseverbindungen unterdrückten Pfeifgeräusche. Das Radio benötigt ursprünglich 9 Volt. Ich habe es für 12 bis 15 Volt umgerüstet, damit es in einem Wohnmobil betrieben werden kann. Mit unter 100 mA verbraucht es sehr wenig Strom. Die Sprachwiedergabe ist gut, also ideal um sich abends ein Hörspiel gemeinsam anzuhören.
Die zwei 4,5 Volt Flachbatterien, die das Radio benötigt, erhält man noch immer. Aber sie sind ganz schön teuer geworden.
Das Autoradio kann übrigens auch Bluetooth und klingt viel besser. Aber man muss dazu die Zündung einschalten und es benötigt viel mehr Strom, was die Starterbatterie belastet. Außerdem können die Bässe von benachbarten Wohnmobilen gehört werden. Deshalb die Lösung mit dem alten Autoradio.
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man gestatte mir noch einen kurzen Nachtrag, denn ich habe nun alles im Wohnmobil unter realistischen Bedingungen getestet mit dem 12-Volt-Bordnetz in Verbindung mit einem alten Laptop, auf dem Ubuntu Mate 24.04 läuft. Für die Internetverbindung sorgte ein Smartphone. Das alte Kofferradio dient nun als Bluetooth-Lautsprecher für den Laptop. Die Bluetooth-Verbindung klappte nicht auf Anhieb, weil ich noch etwas für Ubuntu nachinstallieren musste, was mir aber ChatGPT gezeigt hatte. Alleine wäre ich nicht darauf gekommen. Wir können also jetzt in angenehmer Lautstärke mit dem Laptop einen Filmabend verbringen.
Der Datenstrom ist also wie folgt: Das Smartphone verbindet sich via LTE mit dem mobilen Datenfunk. Der Laptop verbindet sich via WLAN mit dem Smartphone. Das Kofferradio verbindet sich via Bluetooth mit dem Laptop. Das menschliche Ohr empfängt die Druckluftschwankungen, die der Lautsprecher im Kofferradio erzeugt.
Die Materialkosten für den Umbau beschränken sich auf ein paar Euro für das Bluetoothmodul, von dem ich mir gleich 5 Stück bei einem chinesischen Billigversender bestellte. Der Laptop ist über 10 Jahre alt und läuft aber dank Ubuntu Mate und einer SSD richtig flott und stabil. Ubuntu ist natürlich kostenlos. Man muss also wirklich nicht viel Geld ausgeben und kann alte Geräte erfolgreich und sinnvoll nutzen. Selbst mein Smartphone ist refurbished.
Sollte mal überhaupt kein Internet zur Verfügung stehen, was mir schon mitten im schwedischen Wald passiert ist, dient das Kofferradio noch als ganz gewöhnliches Radio.
Hallo Volker, Verständnisfragen: du nutzt Bluetooth, um den NF-Teil im Radio zu speisen? Die Internetverbindung erfolgt über das Smartphone per WLAN zum Laptop mit spezieller Hard- und Software, von da Audio-out in das Bluetooth-Modul.
Wenn man das Bluetooth-Modul nutzen würde, um statt des NF-Teils im Radio den HF-Teil mit einem Modulator (AM oder ggf. FM) zu versorgen, induktiv oder über Clipp an die Antenne, hättest du das Radio ohne Umbau im Betrieb und jedes andere funktionsfähige alte Transistorradio ginge dann auch?
danke für deine Frage. Zur Klärung: Ja, richtig verstanden, das Bluetooth-Modul speist tatsächlich den NF-Teil des Radios. Es übernimmt die Rolle des früheren Tonbandeingangs (TA), das Radio selbst bleibt bis auf den kleinen Adapter im ehemaligen Batteriefach komplett unverändert im Chassis.
Zur Internetverbindung eine kleine Präzisierung: Beim Smartphone läuft das direkt über Bluetooth vom Handy zum Modul im Radio, ganz ohne Laptop dazwischen. Der Laptop ist ein zweiter, unabhängiger Anwendungsfall: mein alter Dell-Laptop mit Ubuntu MATE hat selbst ein eingebautes Bluetooth und verbindet sich direkt mit dem Modul im Radio, ganz ohne WLAN oder Umweg über das Smartphone.
Zu deiner eigentlichen Frage: Bluetooth kann tatsächlich keine HF im Sinne von AM- oder FM-Rundfunk übertragen. Bluetooth ist ein digitales Funkprotokoll im 2,4-GHz-Band, das nur digitalisierte Audiodaten überträgt, aus denen das Modul dann wieder ein analoges NF-Signal macht. Deine Idee, dieses NF-Signal stattdessen auf einen kleinen AM- oder FM-Modulator zu geben und induktiv oder per Klemme an die Antenne einzukoppeln, ist aber grundsätzlich machbar. Das wäre dann quasi ein winziger Miniatursender, der das Radio komplett unverändert über die Antenne empfangen lässt, ähnlich den bekannten kleinen FM-Transmittern für Autoradios.
Der Vorteil wäre, wie du schreibst, kein Eingriff ins Radio nötig, und jedes andere funktionierende alte Radio auf der passenden Wellenlänge könnte mitspielen. Der Nachteil: man braucht zusätzlich einen Modulator und eine Senderstufe, die Klangqualität leidet durch die zusätzliche AM- oder FM-Modulation und -Demodulation, und man muss auf die Sendeleistung achten, damit man nicht in Konflikt mit den Vorschriften für Kleinsender gerät.
Ein wichtiger Punkt dabei: der Tiefpassfilter am Ausgang des Bluetooth-Moduls, wie auf meiner Seite beschrieben (bei mir 20 µH und 220 nF pro Kanal), muss man in diesem Fall nachträglich zusätzlich hinter dem Audioausgang einbauen, auch wenn man das NF-Signal später auf einen Modulator gibt. Der Class-D-Verstärker im TDA5168A arbeitet mit einem PWM-Schalttakt im Bereich von einigen hundert Kilohertz, und ohne diesen Filter liegt dieser Schalttakt noch voll auf der Leitung. Ein nachgeschalteter AM- oder FM-Modulator würde diesen Schalttakt sonst mitverarbeiten, was zu Mischprodukten, Pfeiftönen und im ungünstigsten Fall zu Störabstrahlung auf der Sendefrequenz führen kann. Erst nach diesem nachgerüsteten Tiefpass hat man ein saubere Analog-NF ohne den PWM-Träger, mit der man den Modulator vernünftig ansteuern kann.
Für ein einzelnes Radio im eigenen Wohnmobil war mir der direkte Weg über den TA-Eingang einfacher und klanglich sauberer.