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Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter
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06.04.22 10:06
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

06.04.22 10:06
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Hallo zusammen,

der in Röhrenkreisen bekannte Autor Gerhard Eisenbarth (u.a. GFGF, Aussensteuerröhren - Ein historisches Röhrenfunktionsprinzip) hat heute im RM einen bemerkenswerten Beitrag zu den ersten Telefunken-Röhren EVN94 und EVN171 geschrieben. Anhand der ermittelten Daten lassen sich Kennlinien erstellen, die es bei Erscheinen der Röhren in den Jahren 1914 bis 1917 aus Unkenntnis der Zusammenhänge noch nicht gegeben hat:

https://www.radiomuseum.org/forum/techni..._zur_evn94.html

Die Daten der Röhren mit Telleranode und Spiralgitter lauten:

Heizspannung 3V
Heizstrom 0,5A
Steilheit 0,1mA/V
Durchgriff 0,15
Innenwiderstand 67k Ohm
Röhrenkonstante 0,0000172


Gruss
Walter

Zuletzt bearbeitet am 06.04.22 10:12

WoHo, Wolle4tubes, joeberesf und Oldtimer_OM gefällt der Beitrag.
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06.04.22 11:07
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

06.04.22 11:07
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Hallo Röhrenfreunde



Wenn man diese frühe Elektronenröhre betrachtet, kommt die Frage auf:
--- Warum diese ungünstige Anordnung der drei Elektroden?

Es ist doch deutlich zu erkennen, nicht alle vom Heizfaden emittierten Elektronen erreichen die Telleranode !
Das ist jedoch von größter Wichtigkeit, zumal die Emission sowieso gering ist.

Captain Round bei Marconi in England erfand schon 1913 die mehr logische Konstruktion einer Triode und ließ sich das patentieren. Wer hat die Patent Nr. ?
Schaut euch die EC92 an, dann wird klar was ich meine. In der Mitte die Katode zylindrisch herum ist das Steuergitter und die Anode angeordnet!

Meine Vermutung(!), TELEFUNKEN durfte bei ihren ersten Röhren (EVN94 von 1914) diese Anordnung nicht gebrauchen, weil dazu keine Lizenz von Marconi vorlag?!

Viele Jahre später hatte TELEFUNKEN sehrwohl die Rechte erkauft und sich unter DRP 398 968 schützen lassen. Das zum Leidwesen der kleinen Röhrenhersteller in Deutschland. Zuwiderhandlung wurde strafrechtlich verfolgt!
TeKaDe z.B. musste dieses Patent umgehen und konnte KEINE in sich geschlossene Gitter-oder Anoden gebrauchen.

Gruß aus NL, Wolfgang

Zuletzt bearbeitet am 06.04.22 17:03

Datei-Anhänge
evn94.jpg evn94.jpg (23x)

Mime-Type: image/jpeg, 87 kB

06.04.22 14:10
Debo 

WGF-Premiumnutzer

06.04.22 14:10
Debo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Hallo Wolfgang,

siehe auch radiomuseum.org https://www.radiomuseum.org/forumdata/up...ralgitter%2Epdf

Gruss
Debo

06.04.22 15:18
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

06.04.22 15:18
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Ok Detlef,
habe ich schon alles gelesen.

Erstaunlich für mich ist die Tatsache, dass TELEFUNKEN nicht die schon ein Jahr früher bekannte Zylinderanordnung der Elektroden verwendete. "Marconi-Round Patent".

Eine Erklärung könnte sein, TELEFUNKEN war mit sich selbst so eingenommen, dass man nicht über den Tellerrand geschaut hat.
Oder, man kannte einfach die Fortschritte auf dem Gebiet in den anderen Ländern nicht.....

Gruß aus NL, Wolfgang

Zuletzt bearbeitet am 06.04.22 17:01

06.04.22 16:36
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

06.04.22 16:36
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Hallo zusammen,

man hat den Schritt zur Zylinderanordnung 1917 zügig mit der EVE173 nachgeholt, und die Steilheit machte einen Satz um das Vierfache nach oben.

https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_eve173.html

Immerhin gab es das Spiralgitter, während de Forest ein geschlängeltes Gitter verwendete. Primär hatten alle Entwickler bis 1920 weniger die Funktechnik im Blick, man wollte vielmehr drahtgebundene Signale verstärken. Immerhin konnte ich bei der EVN171 im Audion die Rückkopplung bis zum Schwingungseinsatz bringen. Bild 14 in der Telefunken-Zeitung Nr.19 aus 1920 reiht die Röhren EVN129, EVN94, EVN171, EVE173, RE16, RE20, RE11 zwar mit dem Untertitel "Audion und Überlagererröhren" auf, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass dies erst ab der EVE173 und den Zylinderanoden wirklich zutraf.


Gruss
Walter

Nachtrag:

Die Hinwendung zur (zivilen!) Funktechnik brach ja ab ca. 1920 los und so manche EVN171 mag sich in Empfangsfunkanlagen "verirrt" haben. Röhren waren ein teures Gut und ALLE Rohstoffe in Folge des ersten Weltkrieges knapp. Wie schrieb Rukop so schön: "... so mancher Damenschmuck aus Platin fand sich in unseren Heizungsanschlüssen wieder ...". Ihn wunderte es ausserordentlich, dass die Zuteilungsrationen an Kupferblech immer ausreichten, von denen es aber sehr schlechte Qualitäten gab, die das Vakuum und die Wolframkathode verdarben. Das notwendige Ausglühen war sehr zeitaufwendig. Die EVE173 sieht man meistens mit Kupferanoden.

@Jens: Werfe hier keine Nebelkerzen, der EV136a war ein NF-Verstärker:
https://www.radiomuseum.org/r/telefunken...ker_ev136a.html
Röhrenunterschiede=Material+Tagesform der Glasbläser, Ausschusskriterium=Güte des Vakuums

Zuletzt bearbeitet am 07.04.22 11:53

07.04.22 07:57
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

07.04.22 07:57
basteljero 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Moin,
Hilfreich finde ich immer, nach primärer Literatur, also "Aus der Zeit" zu suchen.
In diesem "Wälzer" finden sich die auch genannten Röhren mit Spiralgitter und beispielsweise
der Empfangsverstärker EV136a und andere sind genau beschrieben.
"Funkentelegraphie für Flugzeuge", 1921, Erich Niemann, 1921
https://archive.org/details/bub_gb_4CzOAAAAMAAJ/mode/2up
Da dem Einsatz von solchen Geräten im "kommerzellen Bereich" beispielsweise umfangreiche
Abnahme-Prozeduren vorangehen und vieles andere der Art, wundert der Einsatz "veralteter"
Röhrentypen nicht.

Aufschlußreich auch die Vergleichsmessungen verschiedener Röhren (RE11, RE32): (s.118-s.120).
Sie zeigen große Unterschiede der einzelnen jeweils baugleichen Röhren untereinander.
Vielleicht mußte man auf eine größere Steilheit verzichten, um die "beliebige Austauschbarkeit"
einzelner Röhren om Gerät gewährleisten zu können.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 07.04.22 08:24

07.04.22 10:12
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

07.04.22 10:12
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Guten Morgen zusammen

Zitieren:
Hilfreich finde ich immer, nach primärer Literatur, also "Aus der Zeit" zu suchen.

Jetzt frage ich mal um Mithilfe:

Wer kann herausfinden, welches englische Patent von 1913 (mit Patent Nr. bitteschön) die Zylinderanordnung der Elektroden zu Grunde liegt?

Selber habe ich via Google mit den Suchbegriffen "Marconi" + "Round" probiert dahinter zu kommen, aber ohne Erfolg.

Gruß aus NL, Wolfgang

07.04.22 10:32
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

07.04.22 10:32
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Hallo Wolfgang,

ich war bei vergleichbarer Suche ebenfalls nicht erfolgreich. Patentangelegenheiten sind nicht mein Fall, eher was für Jens. Seine Interpretationen finden zwar oft nicht meinen Geschmack, er ist hier aber pfiffig.

Ich kann es nicht belegen, aber nach meiner Meinung hielt man bei Telefunken (zu) lang an dem Vorbild der Glühlampen fest. War es nicht sogar so, dass die meisten Telefunken-Röhren bei Osram gefertigt wurden, während Telefunken eher die Entwicklung übernahm? Dann kam das Problem des Reissens und die Wärmeausdehnung (=Durchhang) eines gestreckten Glühfadens hinzu. Die Röhrendaten durften sich dabei nicht nennenswert ändern. Man kann in historischen Aufnahmen (z.B. Marconi V24 für Verstärker Type 55, 1916, erste HF-Triode bis 1MHz *)) meistens eine Spannfeder sehen. Auch die Punktschweissung musste der neuen Heizfadenform Rechnung tragen. Es ist fraglos auch so, dass Deutschland in der Zeit vor 1920 in puncto Röhrenentwicklung gegenüber USA und England um Jahre zurücklag.

Ich will damit nur sagen, dass es nicht unbedingt eine Patent- sondern technologische Frage gewesen sein kann.

Gruss
Walter

*)
http://marconiheritage.org/ww1-air.html
Bei der Westinghouse Entwicklung zur WD11 versuchte man zuerst, Patentzahlungen an deForest zu umgehen.
http://www.bill01a.com/articles/west%20wd-11.htm
Wenn es eine Patentfrage war, dann eher in Richtung USA. Fraglich, ob man sich in den Kriegswirren daran gestört hat.
Ist sicher, dass die Anodenform eine Patentrelevanz hatte? Ging es nicht eher um die Gitterplazierung? (Stichwort
Aussensteuerröhre).

Bei Eisenbarth fand ich für Round/Marconi nur das Patent GB13274 von 1914. Hier war die Anode eine Platte, die Röhre eigeschnürt und mit einem Aussengitter versehen "Improvements in or relating to vacuos tubes used as magnifiers of continious electrical oscillations".

Zuletzt bearbeitet am 07.04.22 14:30

07.04.22 16:45
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

07.04.22 16:45
WalterBar 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

WoHo:

Wer kann herausfinden, welches englische Patent von 1913 (mit Patent Nr. bitteschön) die Zylinderanordnung der Elektroden zu Grunde liegt?


Hallo Wolfgang,

die umfangreichste Biografie in 2 Teilen über Joseph Henry Round fand ich unter:

https://www.electronicsweekly.com/news/a...part-2-2017-03/

Zitat:

"A valve which Round had patented in 1913 used an oxide-coated filament
surrounded by a thimble-shaped nickel grid and a cylindrical nickel anode.
This type of anode became extensively used. Other patents taken out by
him in 1913-14 include that for an independently heated cathode, an
auto-heterodyne circuit and a comprehensive transmission patent which
included the first use of automatic grid bias."

Möglicherweise umfasste die Patentanmeldung nicht nur die Anodenform.
Wenn die Gewährung des Patents ein Jahr später erfolgte ist denkbar,
dass es öffentlich nicht zugänglich war oder ist.

Die Suche bleibt schwierig. Möglicherweise erfolgte sie auch in den USA.

Gruss
Walter

07.04.22 17:42
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

07.04.22 17:42
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter

Lieber Walter, du hast uns weiter gebracht !!


A valve which Round had patented in 1913 used an oxide-coated filament
surrounded by a thimble-shaped nickel grid and a cylindrical nickel anode.
This type of anode became extensively used.


Thimble-shape = Die Form eines Fingerhutes.



Das ist genau alles "cylindrical" !
Die Elektronen können kaum auf Abwegen kommen, was auch gewünscht ist.

Vielen Dank!
Gruß aus NL, Wolfgang

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