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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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Grundig 97 S
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01.06.14 18:09
Volker 

WGF-Premiumnutzer

01.06.14 18:09
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Tipps,

der Brumm kommt hauptsächlich vom Trafo. Den Selengleichrichter tausche ich erst dann, wenn er kaputt ist. Merksatz:

"Stinkt dein Radio nach einem faulen Ei,
ist sein Selengleichrichter entzwei!"

Leider kommt man schwer an die Anschlüsse des Sieb- und Ladeelkos heran, um die Kapazitäten messen zu können. Der Leckstrom liegt unter einem mA. Wegen einer zu hohen Last kann der Brumm nicht entstehen, aber vielleicht an einem Kapazitätsverlust. Nun will ich nicht einfach so 10 oder 20 uF dazuschalten, weil durch den Einschaltstrom dann der Selengleichrichter vielleicht kaputt geht.

Inzwischen habe ich das Gehäuse nochmals poliert. Diesmal erst mit Bootspolitur, die gröber ist und dann im zweiten Durchgang mit Autolackreiniger. Jetzt fällt der Riss au der Oberseite auch nicht so auf, da er fast für einen weiteren Reflex gehalten wird. Ich muss mal mit dem Gehäuse in ein Malerfachgeschäft gehen. Vielleicht bekommen die die RAL-Farbnummer heraus und sie können mir eine kleine Dose Lack besorgen, denn ich dann mit einer Nadel Schicht für Schicht auftragen würde, bis der Riss verschwindet. Danach wird poliert.

So sieht das Radio jetzt aus. Mehr mache ich nicht:



Und so sah das Radio beim Erwerb aus:



Zuletzt bearbeitet am 01.06.14 18:14

Datei-Anhänge
Grundig 97 S nach Endpolitur.jpg Grundig 97 S nach Endpolitur.jpg (321x)

Mime-Type: image/jpeg, 416 kB

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02.06.14 19:32
Volker 

WGF-Premiumnutzer

02.06.14 19:32
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo zusammen,

ich habe noch die schwedische Version der Philips Philitta BD263U aus dem Jahr 1956/1957. Das Radio kostete damals 199,- DM:



Der Grundig 97, den es ab 1958 gab, kostete 198,-, also fast der gleiche Preis. Ich finde den Grundig 97 aber wesentlich besser. Er ist kein Allstromgerät. Es wurde also in einen Netztrafo investiert und er hat sogar ein Magisches Auge. Der Klang ist auch satter. Die Tasten machen einen solideren Eindruck. Den Grundig 97 habe ich unter http://elektronikbasteln.pl7.de/grundig-...turbericht.html beschrieben.

04.06.14 00:48
Volker 

WGF-Premiumnutzer

04.06.14 00:48
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo zusammen,

das mit dem leichten satten Brumm, der nur bei zugedrehtem Lautstärkeregler zu hören war, weil er sonst von der Musik überdeckt wird, hat mich schon gestört. Dieser Brumm ist nämlich nach einer halben Stunde Betrieb lauter geworden, so dass das Gehäuse anfing in Resonanz zu geraten und dann zu scheppern anfing. Abhilfe war dann ein kurzes Antippen des Gehäuses. Das war natürlich kein Zustand.

Also das Chassis ausgebaut und einen externen Lautsprecher angeschlossen. Jetzt stellte ich fest, dass der Brumm nicht vom Netztrafo stammt, sondern aus dem Lautsprecher kommt. Jetzt ist es erst recht ein Rätsel, warum das Radio nach dem Einschalten sofort aus dem Lautsprecher brummt. Dann habe ich die Spannung und die Stromaufnahme der Anodenspannungsversorgung nachgemessen. 60 mA bei 230 Volt waren es. Die 60 mA waren in Ordnung. Eigentlich sollten es aber 240 Volt sein. Die 10 Volt Differenz können altersbedingt am Selengleichrichter zu erklären sein. Der Netztrafo wird auch nicht heiß, nur recht warm. Also scheint es am Ladeelko zu liegen. Deshalb ein externes Netzteil für die Anodenspannung angeschlossen und siehe da, der Brumm war weg. Nun also dem Ladeelko 20 uF parallel geschaltet. Nun war der Brumm weg.

Allerdings kam der Brumm dann nach etwa 3 bis 5 Minuten wieder. Zur Probe die Kapazität des Siebelkos um 150 uF deutlich erhöht. Das hatte keinen Effekt. Dann gab es noch einen 2 uF-Kondensator, der die Anodenspannung der EABC80 zusätzlich siebt. Den Wert hatte ich auch erhöht, was keinen Effekt brachte. Was war es nun? Es war die EL84 selbst, die wohl einen Kathodenfeinschluss hatte. Mit einer anderen EL84 war absolut kein Brumm zu hören. Die brummige EL84 war übrigens von Telefunken. Jetzt muss ich noch sehen, ob ich die zusätzlichen 20 uF des Ladeelkos überhaupt brauche, denn die würden den schon altersschwachen Selengleichrichter nur unnötig belasten. Jetzt ist aber schon spät und ich mache morgen weiter. Bei der Arbeit hat mich noch der Brumm einer Vorschaltdrossel an einer Leuchtstoffröhre in die Irre geleitet.

Warum mache ich das alles eigentlich mit den alten Radios und schlage mir die halbe Nacht um die Ohren???

Zuletzt bearbeitet am 04.06.14 01:02

04.06.14 06:15
wumpus 

Administrator

04.06.14 06:15
wumpus 

Administrator

Re: Grundig 97 S

Volker:
Warum mache ich das alles eigentlich mit den alten Radios und schlage mir die halbe Nacht um die Ohren???

Hallo Volker,
schon das Stellen dieser Frage ist Radio-Oldtimer-Frevel!

Das endogene Brummen der EL84 ist garnicht so selten. Habe das auch schon einige Mal erlebt. Gut, dass Du dieses Fehlerbild vorgestellt hast, zeigt es doch, daß Brummen nicht immer so einfach einzukreisen ist.

Beste Grüße
Raner

04.06.14 13:19
Volker 

WGF-Premiumnutzer

04.06.14 13:19
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo Rainer,

1. Fall: Chassis ausgebaut und liegt auf der Werkbank, die 20 uF parallel zum Ladeelko wieder entfernt, andere EL84 reingesteckt, in Serie zum Papierkondensator, der in Serie zum Klangregler liegt, einen modernen 100nF-Kondensator eingelötet, in Serie zum Steuergitterkoppelkondensator für die EL84 auch einen modernen 100nF-Kondensator geschaltet. Als Lautsprecher dient eine externe Lautsprecherbox in der Größe einer Schuhschachtel. Kein Brumm vom Chassis und kein Brumm von der Box. Test auf UKW: Glockenreiner Klang, saubere Sprachwiedergabe, glasklare Wiedergabe klassischer Musik, satte Wiedergabe von Bumm-Bumm-Disko-Musik. Bin begeistert.

2. Fall: Das Chassis ist wieder in seinem Gehäuse eingebaut. Betrieb weiterhin über Lautsprecherbox. Wieder bester Klang, aber das Radiogehäuse brummt jetzt ganz ganz leicht, was auch mit den Fingerkuppen zu fühlen ist, wen der Ton zugedreht ist. Also kommt noch Brumm vom Netztrafo, was aber nicht stört. Offenbar hat das Gehäuse eine Resonanstelle bei 50 oder 100 Hz.

3. Fall: Der Lautsprecher im Gehäuse wird wieder anggeschlossen und die Rückwand wird montiert. Radio neigt zum Scheppern. Nach einiger Suche stammt das Scheppern vom Skalenglas aus Kunststoff, das nicht stramm sitzt. Also alles wieder ausbauen und besser befestigen.

Das Radio bietet die Möglichkeit einen externen Lautsprecher über zwei Bananenbuchsen parallel zum eingebauten Lautsprecher zu schalten. Aber dann läuft der interne Lautsprecher noch mit. Wer das Potential von diesem Radio wirklich ausschöpfen will, der klemmt den internen Lautsprecher ab und hört nur über eine gute externe Lautsprecherbox. Der Klang ist beeindruckend, obwohl ich nur ganz gezielt nur zwei Bauteile zur Sicherheit eingebaut habe. Das Problem lag an der EL84 mit einem Kathoden-Heizfaden-Feinschluss und am rappelnden Skalenglas.

Wer in einem Rundumschlag einfach so alle Papierkondensatoren und Elkos getauscht hätte, weil man das angeblich so machen muss, hätte eine große Enttäuschung erlebt!

Zuletzt bearbeitet am 04.06.14 13:25

04.06.14 17:12
Volker 

WGF-Premiumnutzer

04.06.14 17:12
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo zusammen,

alle Schrauben im Gehäuse nachgezogen und das Skalenglas neu festgeklemmt mit den Blechlaschen. Jetzt rappelt fast nichts mehr. Hier eine Hörprobe auf UKW mit einem kleinen UKW-Transmitter. Deshalb kratzt der Ton manchmal etwas. Es sind ja auch alte Aufnahmen. Ansonsten bin ich sehr zufrieden damit. Schade, dass das Radio werksseitig eine mäßige Akustik hat:



Link zum Video: http://youtu.be/U7rZAnCF2_Q

Bei dem Video kommt der Ton wirklich direkt aus dem Lautsprecher. Das Video ist nicht nachträglich vertont.

Zuletzt bearbeitet am 07.06.14 15:04

05.06.14 14:57
apollo 

Administrator

05.06.14 14:57
apollo 

Administrator

Re: Grundig 97 S

Hallo Volker,
ich hab jetzt mal 5 goldene Sterne vergeben.
(Für die neuen Nutzer, die es noch nicht wissen, über dem ersten Beitrag jedes
neuen Threads kann eine Bewertung von 1-5 Sterne abgegeben werden.)

Deine Abwägung, Grundig 97 oder die gezeigte Philetta, ich hätte mich, wäre ich damals
ein Käufer gewesen, für den Grundig entschieden.
Meine Frau, ich hab sie gefragt, hätte den Philips gekauft. "Ach ist der nett!"

Netten Gruß,
Alfred

07.06.14 15:02
Volker 

WGF-Premiumnutzer

07.06.14 15:02
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo Alfred,

danke!

Eben haben ich die verbrummte EL84 getestet. Sie hat noch über 80% Emission, aber kein gutes Vakuum. Beim Vorschalten eines 1-Meg-Ohm-Widerstands an das Steuergitter stieg der Anodenstrom von 38 mA auf 60 mA. Gehört hatte man das aber im Radio nicht in Gestalt von Verzerrungen, jedenfalls ist mir nichts aufgefallen. Die Röhre habe ich gekennzeichnet und bewahre sie auf. Vielleicht klingt sie in einem anderen Radio gut und hat kein Brumm.

Dann ist mir noch was aufgefallen. Es sind dies seitlichen Gitter am Gehäuse: Diese erinnern an dort eingebaute Lautsprecher für den damals sehr nachgefragten 3-D-Klang oder Raumklang, wie er sich nannte, aber der nichts mit der Stereofonie zu tun hatte. UKW-Austrahlungen in Stereo wurden erst in den 60er Jahren eingeführt. Hinter den seitlichen Gittern befinden sich überhaupt keine Lautsprecher. Für die Belüftung wären die Gitter auch nicht notwendig gewesen. Eine Philetta kommt ohne sie aus, obwohl sie als Allstromgerät mehr Wärme produziert. Abgesehen davon wurden die Gitter mit Stoff hinterklebt, so dass kaum eine zusätzliche Belüftung besteht. Die seitlichen Gitter sind nur ein Marketingtrick.

08.06.14 23:47
Wolfgang2 

WGF-Premiumnutzer

08.06.14 23:47
Wolfgang2 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo zusammen

Das mit dem brumm in der EL84 ist interessant. Rainer schrieb ja das dies öfter vorkommt. Nach Volkers ausführungen hat er außer dem brummen im Spielbetrieb nichts auffälliges warnehmen können. Kann man diesen Fehler mit einfachen Hausmitteln lokalisieren und gibt es noch andere Röhren die einen solch gemeinen Fehler produzieren?

Wolfgang

09.06.14 09:21
Volker 

WGF-Premiumnutzer

09.06.14 09:21
Volker 

WGF-Premiumnutzer

Re: Grundig 97 S

Hallo Wolfgang,

jede indirekt geheizte Röhre kann einen Feinschluss zwischen dem Heizfaden und der Kathode bekommen. Das hört man anscheinend nur bei den NF-Endröhren. Es dauert ein paar Minuten, bis der Brumm lauter wird, weil die Kathode auf Temperatur kommen muss. Diesen Feinschluss kann man direkt nicht mit dem Ohmmeter messen, weil das Gebilde zwischen Heizfaden und Kathode wie eine (schlechte) Diode funktionert.

Laut dem Handbuch der Rundfunkreparaturtechnik von Werner W. Diefenbach, 1947, 1. Auflage, Seite 195 folgende, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behebung, um die Röhre noch zu retten, was sich lohnt, wenn sie selten ist.

Wenn es kein Allstromgerät ist, werden 2 in Serie geschaltete 50-Ohm-Widerstand parallel zum Heizfaden geschaltet. Der Heizstromkreis wird von der Masse abgelötet und die Mittenanzapfung zwischen den beiden Widerständen wird direkt mit der Kathode verbunden. An Stelle der 2 x 50 Ohm kann auch ein Poti zum Abgleich eingesetzt werden. Dafür war aber keine Platz mehr im Grundig 97 und die EL84 ist ja leicht beschaffbar.

Hilft alles nicht, kann der Feinschluss ausgebrannt werden. Die Methode ist allerdings fragwürdig, weil damit die Röhre zerstört werden könnte. Aber 1947 hatte man keinen Versuch ausgelassen eine Röhre noch zu retten.

Zuletzt bearbeitet am 09.06.14 09:29

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